Kommst du über den Empfehlungslink einer Partnerin oder eines Partners zu uns, möchten wir dessen Kurzkennung 60 Tage lang im Cookie „ll_ref" speichern, damit eine spätere Registrierung richtig zugeordnet werden kann. Für die Nutzung von LageLuchs ist das nicht erforderlich — du kannst ohne Nachteil ablehnen und deine Entscheidung jederzeit über „Cookie-Einstellungen" im Seitenfuß ändern.
Aachen hatte am 31.12.2025 263.703 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 56 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Aachen
Wer in Aachen auf dem Katschhof steht, hat den Dom auf der einen und das Rathaus auf der anderen Seite. Beide Bauten stehen auf demselben Grund: dem Palast, den Karl der Große hier errichten ließ. Dass er dafür gerade diesen Talkessel wählte, hat einen handfesten Grund, der älter ist als das Frankenreich — aus dem Boden kommt schwefelhaltiges Wasser von bis zu 75 Grad, und schon die Römer haben darin gebadet.

Drei Geschichten prägen diese Stadt. Zwei davon gehen auf die Quelle zurück: die einer Königsstadt, in der über Jahrhunderte gekrönt wurde, und die eines Bades mit Wandelhalle und Trinkbrunnen. Ohne das Wasser keine Pfalz, ohne die Pfalz kein Dom. Die dritte hat eine eigene Ursache, die Lage: Aachen ist eine Grenzstadt, deren Stadtgebiet an Belgien und an die Niederlande stößt.
Ein römisches Heilbad an den warmen Quellen ist für das 1. Jahrhundert belegt. Für die Siedlung ist seit dem Frühmittelalter der Name Aquae Granni überliefert, das Wasser des Grannus, und dieser keltische Gott gab der Quelle wohl ihren Namen. Auch in der Spätantike lief der Badebetrieb weiter. Was danach geschah, liegt im Dunkeln: Die Quellenlage für die Zeit vor dem 8. Jahrhundert ist dünn.
Greifbar wird der Ort wieder mit den Franken. Pippin der Jüngere legte hier einen Königshof an; unter dem Namen Aquis villa erscheint der Ort dadurch 765 erstmals in einer Schriftquelle. Sein Sohn Karl überwinterte erstmals im Winter 768 hier und baute den Hof später zu einer Pfalz mit Palast und Kapelle aus. Karls Sohn Ludwig wurde 813 im Obergeschoss der Pfalzkapelle zum Mitkaiser gekrönt, und am 28. Januar 814 wurde Karl selbst im Vorhof dieser Kapelle beigesetzt. Damit war die Kapelle nicht mehr nur Hofkirche, sondern Grablege.

Aus dem Grab wurde ein Anspruch. Otto I. ließ sich 936 in Aachen zum ostfränkischen König krönen, und danach blieb die Stadt für rund sechs Jahrhunderte Krönungsort: Bis 1531 wurden 30 deutsche Könige im Aachener Münster gekrönt, als letzter der spätere Kaiser Ferdinand. Am 8. Januar 1166 erhielt Aachen durch den Freiheitsbrief Kaiser Friedrich Barbarossas, das Karlsprivileg, Stadtrecht sowie Markt- und Münzrecht und wurde Reichsstadt. Der Reichsadler im Stadtwappen stammt aus dieser Zeit. Mit dem Bau der inneren Stadtmauer, die deshalb bis heute Barbarossamauer heißt, wurde 1171 begonnen.
Neben der Krone stand das Tuch. 1258 wurde in Aachen erstmals ein Tuchwalker erwähnt; die Tuchfabrikation blieb jahrhundertelang der wesentliche Wirtschaftsfaktor der Stadt, und Namen wie die Tuchfabrik Nellessen oder die Tuchfabrik Kesselkaul stehen heute als Denkmale dafür. Dazu kam die Verarbeitung von Kupfer und Messing, für die das Galmei der Umgebung den Rohstoff lieferte. 1601 ließ die Stadt erstmals ihre Einwohner zählen: 14.171 Menschen lebten hier, von denen nur 2829 das Bürgerrecht besaßen. Der tiefste Einschnitt kam aus einer Backstube. Am 2. Mai 1656 brach im Backhaus neben der Jakobskirche Feuer aus, und die Flammen fraßen sich durch nahezu die ganze gotische Stadt; 4664 Häuser brannten nieder. Danach baute der Lütticher Badearzt François Blondel den Ort zu einem der modernsten Badeorte Europas aus — seither kursiert in der Stadt der Satz, was das Feuer zerstört habe, baue das Wasser wieder auf. 1794 besetzten französische Armeen Aachen, 1815 kam die Stadt zu Preußen, vom 29. September bis zum 21. November 1818 tagte hier der Aachener Kongress, der als erster Monarchenkongress gilt, und 1841 erreichte die von Köln her gebaute Rheinische Eisenbahn den Ort.
Der Aachener Dom ist die Pfalzkapelle Karls des Großen und gilt als künstlerisches und architektonisches Meisterwerk. Gebaut wurde er zwischen 793 und 813, und nur ein Jahr nach der Fertigstellung wurde er zum letzten Ruheort des Kaisers. Der Marmorthron im Obergeschoss des Oktogons steht noch heute dort. 1978 wurde der Dom als erste Kulturstätte Deutschlands in die Welterbeliste eingeschrieben; die Domschatzkammer und die Ungarnkapelle gehören zum selben Ensemble. Der Domschatz zeigt sakrale Stücke aus spätantiker, karolingischer, ottonischer und staufischer Zeit.
An den karolingischen Rundbau ist später angebaut worden, und der Anbau hält dem Kern stand. Die monumentale Chorhalle von 1414 hat Fenster von 27 Metern Höhe und über 1000 Quadratmeter Glasfläche — daher der Spitzname Glashaus von Aachen. Im Chor steht der goldene Karlsschrein von 1215 mit den Gebeinen des Kaisers, dahinter der 1239 vollendete Marienschrein. Er birgt die vier Aachener Heiligtümer, die seit 1349 alle sieben Jahre zur Heiligtumsfahrt gezeigt werden.
Das Rathaus gegenüber wurde 1349 auf den Resten der baufälligen Königshalle errichtet, auf Initiative der Bürgerschaft und unter Leitung des Bürgermeisters Gerhard Chorus. Vom Palast Karls des Großen zeugt dort nur noch der Granusturm. Im Krönungsfestsaal hängen fünf Fresken des in Aachen geborenen Malers Alfred Rethel. Zuvor hatte das Grashaus am Fischmarkt die Rathausfunktion, dessen Fassade auf das Jahr 1267 datiert wird; später diente es als Gerichtsstätte, Gefängnis und Richtplatz. Das Haus Löwenstein am Markt, vermutlich 1345 fertiggestellt, überstand den Stadtbrand von 1656 ebenso wie Dom und Rathaus.

Von der Wehrhaftigkeit der Reichsstadt sind zwei Mauerringe übrig geblieben. Von elf Stadttoren stehen noch zwei: Das Ponttor entstand in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts als Teil des äußeren Rings, das Marschiertor stammt aus dem Jahr 1257.
Unter den übrigen Kirchen ragt St. Jakob heraus: Die höchste Kirche der Stadt ist mit 87 Metern St. Jakob, mit deren Bau 1881 begonnen wurde und die 1886 geweiht wurde. Die jüngste Schicht ist die klassizistische: Der Elisenbrunnen, eine Wandelhalle mit Trinkbrunnen, entworfen von Johann Peter Cremer und Karl Friedrich Schinkel, wurde 1827 fertiggestellt, am 14. Juli 1943 vollständig zerstört und 1953 originalgetreu wieder aufgebaut.
Aachen war schon vor der Kaiserpfalz für seine Quellen bekannt: Sie fördern stark schwefelhaltiges Wasser von bis zu 75 Grad zutage. In Burtscheid treten die heißesten Quellen Mitteleuropas aus, woran der dortige Thermalbrunnen bis heute erinnert. Dass Karl der Große den Ort zu einer bedeutenden Stadt machte, wird genau diesem Wasser zugeschrieben. Aachen ist staatlich anerkanntes Heilbad für die Kurbereiche Monheimsallee und Burtscheid, hat aber nie beantragt, das Prädikat Bad in den amtlichen Namen aufzunehmen.
Der Kurbetrieb des 17. und 18. Jahrhunderts war mehr als Medizin. Zum Bad kamen Casino und Ballsäle, und das brachte Gäste, die man sonst nicht in einer Tuchmacherstadt erwartet hätte: den Komponisten Georg Friedrich Händel, Zar Peter I. und König Friedrich II. von Preußen. An diese Kurgäste erinnern steinerne Tafeln, die 1883 in der Halle des Elisenbrunnens angebracht wurden. Aus zwei Trinkbrunnen fließt dort das Wasser der Kaiserquelle mit 52 Grad.
Vom Kurbetrieb ist ein Stadtbild geblieben. Um den Elisenbrunnen liegt der historische Kurpark, daneben steht der moderne Bäderbereich der Carolus Thermen, der sein Mineral-Thermalwasser aus der Rosenquelle mit 47 Grad bezieht. Der antike Name des Ortes, Aquae Granni, steht dabei bis heute als eigener Eintrag in der Denkmalliste.
Die Gegenwart der Stadt hängt an einer Gründung von 1870: der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule, die damals als Königlich Rheinisch-Westphälische Polytechnische Schule zu Aachen begann. Um sie herum haben sich Maschinenbau, Automation, Lasertechnik und eine ganze Reihe von Ausgründungen angesiedelt. Die 1971 gegründete FH Aachen mit ihren Standorten in Aachen und Jülich ist die zweitgrößte Hochschule der Stadt.
Daneben stehen zwei Dinge, die Aachen bekannter gemacht haben als jede Forschungszahl. Das eine ist das Reitsportturnier CHIO Aachen, das hier jedes Jahr ausgetragen wird. Das andere kommt aus der Backstube: Süßwarenunternehmen wie Zentis, Lambertz und Lindt & Sprüngli haben hier Produktion, und die Aachener Printe ist als Gebäck weit über die Stadt hinaus bekannt. Dass eine Tuchmacherstadt zur Süßwarenstadt geworden ist, gehört zu den Wendungen, die eine Kennzahlentabelle nicht erzählt.

Wo Deutschland, Belgien und die Niederlande aneinanderstoßen, mitten in der Euregio Maas-Rhein, liegt Aachen. Das ist keine Randnotiz der Geografie, sondern eine Maßangabe: Die Stadtgrenze ist 87,7 Kilometer lang, davon verlaufen 23,8 Kilometer an Belgien und 21,8 Kilometer an den Niederlanden. Nach Lüttich oder Maastricht ist es entsprechend kurz — in den nahen Nationalpark Eifel braucht man länger.
Die Grenze hat sich im 20. Jahrhundert mehrfach bewegt, und nie zugunsten der Stadt. 1918 fiel ein Teil des Aachener Hinterlandes mit dem Kreis Eupen an Belgien. Am 1. Dezember 1918 besetzten belgische, ab dem 7. Dezember 1918 französische Truppen die Stadt; die Besatzung dauerte elf Jahre. Der westlich gelegene Ortsteil Bildchen zählte vom 1. April 1949 an zu belgischem Annexionsgebiet und blieb es bis zum 28. August 1958. Und an der sogenannten Aachener Kaffeefront, dem Schmuggel zwischen Belgien und Deutschland, starben zwischen 1945 und 1953 vierzig Menschen.
Aus der Grenzlage ist nach dem Krieg ein Programm geworden. 1950 wurde erstmals der Internationale Karlspreis der Stadt Aachen für Verdienste um Einigung und Frieden in Europa verliehen; er wird seither jährlich vergeben. Zu diesem europäischen Austausch gehören auch die Partnerschaften: Lüttich, jenseits der Grenze, ist eine der Partnerstädte.






Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: WH, DZT_BORDER
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Das 20. Jahrhundert ging hart mit Aachen um. Im Zweiten Weltkrieg wurden 65 Prozent des Wohnraums zerstört, und am 21. Oktober 1944 war Aachen die erste deutsche Stadt, die von den Alliierten eingenommen wurde; gezählt wurden damals noch 11.139 Einwohner. 1972 verdreifachte eine Gebietsreform das Stadtgebiet nahezu, die Einwohnerzahl stieg auf 237.108. Heute umfasst das Stadtgebiet 160,85 Quadratkilometer, in denen sich fast alle Bäche in der Wurm sammeln. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 zählte Aachen 263.703 Einwohner.





