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Aalen hatte am 31.12.2025 67.675 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 65 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Aalen
Aalen liegt im Tal des oberen Kochers, in der Aalener Bucht am nordöstlichen Rand der Schwäbischen Alb, etwa 70 Kilometer östlich von Stuttgart. Die Lage ist ein Durchgang: Hier führte schon die römische Grenze vorbei, später kreuzten sich hier Bahnlinien, und heute laufen die Straßen zwischen Alb und Remstal zusammen.
Drei Schichten liegen übereinander. Zuunterst ein römisches Reiterkastell, das der Stadt bis heute ihr wichtigstes Museum verschafft. Darüber eine kleine Reichsstadt, die 1634 fast vollständig abbrannte. Und schließlich eine Industriestadt aus Erz, Hüttenwerken und Eisenbahn, die aus dem Ackerbürgerort einen Standort der Metallverarbeitung machte.
Die heutige Stadt ist jung: Am 21. Juni 1975 schlossen sich Aalen und Wasseralfingen zusammen, zunächst unter dem Namen Aalen-Wasseralfingen, der schon zum 1. Juli 1975 zu Stadt Aalen verkürzt wurde. Der Zusammenschluss brachte 14.597 Menschen und hob die Einwohnerzahl auf 65.165. Zum 31. Dezember 2025 zählte Aalen 67.675 Einwohner.
Um das Jahr 150 nach Christus kam die Gegend zum Römischen Reich und lag am neu errichteten Obergermanisch-Raetischen Limes. Für die Reitereinheit Ala Secunda Flavia Milliaria entstand ein Kastell westlich des heutigen Zentrums, unterhalb der Schillerhöhe: über tausend Reiter und fast ebenso viele Pferdeknechte auf 6,1 Hektar. Um 260 gaben die Römer den Platz auf und zogen ihre Grenze hinter Rhein und Donau zurück. Das Limesmuseum steht heute auf diesem Gelände, und die Ruine des Reiterkastells daneben lässt sich begehen. Wie sehr die Römerzeit zum Selbstbild gehört, zeigen die internationalen Römertage, die alle zwei Jahre auf dem Gelände des Limesmuseums stattfinden; die Ausgabe von 2023 zählte rund 10.000 Gäste.

Der Ortsname taucht erst viel später auf. 839 wird ein heute zu Aalen gehörender Weiler erwähnt, als Kaiser Ludwig der Fromme dem Kloster Fulda einen Gütertausch in Hammerstadt gestattete; Aalen selbst erscheint 1136 in einem Güterverzeichnis des Klosters Ellwangen als Dorf Alon. Die Stadt entstand nach der Quellenlage zwischen 1241 und 1246 an anderer Stelle als das Dorf — dieses wurde 1388 im Städtekrieg zerstört.
Am 3. Dezember 1360 erklärte Kaiser Karl IV. den Ort zur Reichsstadt; den Titel behielt Aalen bis 1803. 1398 kam das Marktrecht dazu, 1401 die Gerichtshoheit. Groß wurde das Gebiet nie: Außer der Stadt gehörten nur ein paar nahe Weiler dazu. Die früheste erhaltene Stadtansicht von 1528 zeigt Mauern, Türme und doppelte Wassergräben; die Mauer war rund 990 Meter lang und umschloss 5,3 Hektar.
Die Reformation kam über einen Besuch. Am 28. Juni 1575 traf der Tübinger Universitätskanzler Jakob Andreae in Aalen ein; seine Predigt am Tag darauf überzeugte Bürgermeister, Rat und Bürgerschaft, und er blieb vier Wochen, um bei der Einführung zu helfen. Gut sechzig Jahre später kam die Katastrophe: Zwei Fähnriche einer abziehenden Armee steckten in der Nacht auf den 6. September 1634 zwei Pulverwagen an, damit das Kriegsmaterial dem Feind nicht in die Hände fiel. Der Stadtbrand vernichtete unter anderem das Stadtarchiv mit allen Dokumenten; erst nach fast hundert Jahren war die frühere Einwohnerzahl von knapp 2000 wieder erreicht.
Vor der Industrialisierung war Aalen ein Ackerbürgerstädtchen; um die Mitte des 19. Jahrhunderts arbeiteten hier zwölf Gerbereien, dazu Webereien. In den 1840er Jahren entstanden drei Drahtstiftfabriken, doch der eigentliche Umbruch kam mit der Schiene.
1861 erreichte die Remsbahn von Cannstatt aus Wasseralfingen, und zusammen mit den königlichen Hüttenwerken dort begann die Industrie aufzublühen. Die Verlängerung nach Nördlingen 1863, die Brenzbahn 1864 und die Obere Jagstbahn 1866 machten den Bahnhof zum Knoten; von 1901 bis 1972 kam die Härtsfeldbahn nach Dillingen hinzu. Betriebswerkstatt, Lokomotivschuppen, zwei Bahnmeistereien und ein Güterbahnhof prägten das Stadtbild so stark, dass Lokalhistoriker von der Eisenbahnerstadt sprechen.

Das Wachstum lässt sich an einer Zahlenreihe ablesen: 1803 lebten 1.932 Menschen in der Stadt, 1905 schon 10.442. Die Infrastruktur folgte — Gaswerk und Gasbeleuchtung 1866, moderne Wasserversorgung 1870, erste Elektrizitätsleitungen 1912.
In den letzten Kriegsmonaten wurde auch Aalen zum Ort nationalsozialistischer Verbrechen. Im September 1944 wurde in Wasseralfingen das Konzentrationslager Wiesendorf als Außenlager des KZ Natzweiler errichtet, in dem 200 bis 300 Häftlinge Zwangsarbeit leisten mussten; bis zur Auflösung im Februar 1945 starben dort 60 Menschen. Am Standort des Lagers steht heute eine Gedenkstätte. Oberhalb der Wasseralfinger Erzgrube erinnert ein Gedenkstein an der Schillerlinde an vier dort getötete Häftlinge. Am 17. April 1945 bombardierten US-Flugzeuge Heeresnebenzeugamt und Bahnanlagen; 59 Menschen kamen um, über 500 verloren ihre Wohnung.

Unter dem Braunenberg liegt der Grund für die Eisenverarbeitung. Bis 1939 wurde dort Eisenerz abgebaut; 1987 wurde die ehemalige Grube Wilhelm in das Besucherbergwerk Tiefer Stollen umgewandelt, um die Arbeit der Bergleute zu würdigen und das Werk als Denkmal früher Industriekultur zu erhalten. Seit 1989 gibt es im Heilstollen Liegekuren gegen Atemwegserkrankungen; der Ortsteil Röthardt erhielt dafür 2004 das Prädikat Ort mit Heilstollenkurbetrieb.

Aus dem Stollen kamen nicht nur Erz, sondern auch Fossilien. Sie trugen erheblich dazu bei, dass eine Stufe des Juras nach der Stadt benannt wurde: das Aalenium. Im Urweltmuseum im historischen Rathaus sind mehr als 1500 Versteinerungen der Schwäbischen Alb zu sehen — Ammoniten, Fischsaurier, verkieselte Korallen. Seit April 2008 ist das Museum Infostelle des UNESCO-Geoparks Schwäbische Alb. Wer die Stadt verstehen will, steigt am besten zweimal hinab: in den Stollen und in die Grundmauern des Kastells.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: WH, DZT_ROM
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Heute dominiert in Aalen die Metallverarbeitung, daneben stehen Maschinenbau, Optik, Papier, Informatik und Textil. 2024 arbeiteten in der Stadt 34.745 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, davon 12.409 im produzierenden Gewerbe. Die Hochschule Aalen für Technik und Wirtschaft mit rund 6000 Studierenden liefert den Nachwuchs dazu. Dass die Stadt Arbeitsplätze auch für ihr Umland stellt, zeigen die Pendlerzahlen: 2023 fuhren täglich 19.870 Arbeitnehmer nach Aalen hinein und 14.228 hinaus.






