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Annaberg-Buchholz hatte am 31.12.2025 18.882 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 44 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Annaberg-Buchholz
Annaberg-Buchholz liegt im Erzgebirge in durchschnittlich 600 Metern Höhe beiderseits des Sehmatals. Der ältere Stadtteil Annaberg zieht sich an den Hängen des Pöhlbergs hinauf, der 832 Meter erreicht, und Buchholz liegt gegenüber auf der anderen Talseite. Weil dort die Hänge steil sind, hat Buchholz den Charakter einer Terrassenstadt. Die Stadt umfasst 28,15 Quadratkilometer und ist in sechs Stadtteile gegliedert.
Der Name ist ein Doppelname, und das hat einen Grund. Annaberg und Buchholz waren jahrhundertelang zwei Städte, die dicht nebeneinander lagen und durch eine Landesgrenze getrennt wurden. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie vereinigt.
Das obere Erzgebirge war ursprünglich dichter Wald und wurde erst im 12. und 13. Jahrhundert von fränkischen Bauern besiedelt. Die Stadt selbst ist wesentlich jünger. Für die Anfänge des Bergbaus im Gebiet gibt es keine Belege; eine Münzbefreiung vom 31. Juli 1492 für den Schreckenberg deutet aber darauf hin, dass damals die ersten Erzgänge erschürft worden waren. 1493 folgte eine Bergordnung für den Schreckenberg. Den Ausgangspunkt der Stadtgründung bildet eine Verfügung Herzog Georgs von Sachsen aus dem Jahr 1496. Am 28. Oktober 1497 gewährte er im Auftrag seines Vaters Herzog Albrecht der entstehenden Siedlung für drei Jahre zahlreiche Privilegien; das wird gemeinhin als Stadtgründung gedeutet. Die Stadt hieß damals noch Neustadt beim Schreckenberg und erhielt ihren heutigen Namen von der heiligen Anna, der 1496 erstmals genannten Schutzpatronin. 1498 wurde eine Münzstätte gegründet, die zunächst bis gegen Ende 1501 im nahen Frohnau blieb und erst 1502 nach Annaberg verlegt wurde.
Auch die Nachbarstadt Buchholz geht auf den Bergbau zurück. 1495 begann man auf dem Klostergebiet von Grünhain eine weitere Bergbausiedlung anzulegen, St. Katharinenberg im Buchholz, die 1501 erste Privilegien erhielt. Das Wichtigste ist die Grenze: Seit der Leipziger Teilung von 1485 verlief die Landesgrenze zwischen dem ernestinischen und dem albertinischen Sachsen im Tal der Sehma, und damit zwischen Annaberg und Buchholz. Erst 1547 kam Buchholz nach der Wittenberger Kapitulation ebenfalls zum albertinischen Sachsen.
Der Silberbergbau brachte Zuzug und Wohlstand. Die Stadt wuchs in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts rasch, zu Beginn des Jahrhunderts zählte sie geschätzt 8.000 Einwohner. Um 1522 zog der Rechenmeister Adam Ries nach Annaberg, wo er bis zu seinem Tod als Rechenmeister und Bergbeamter wirkte. Im 17. Jahrhundert ging der Bergbau stark zurück, und der Dreißigjährige Krieg traf die Region mehrfach. Im 18. Jahrhundert waren Annaberg und Buchholz kleine Handwerkerstädte, und 1731 vernichtete ein Stadtbrand Teile der Stadt.

Die Vereinigung der beiden Städte wurde 1945 auf Anweisung des sowjetischen Stadtkommandanten angeordnet. Schon 1913 und 1919 hatte es Versuche gegeben, Annaberg und Buchholz politisch zusammenzuschließen, beide waren gescheitert. Die formelle Vereinigung erfolgte am 1. Oktober 1949, nachdem der Kreistag 1947 und der sächsische Landtag 1948 zugestimmt hatten. Bis heute führt die Stadt deshalb die Wappen beider Vorgängerstädte gleichberechtigt weiter.
Als der Silberbergbau nachließ, fand die Stadt ein neues Gewerbe. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurden Klöppeln und Bortenwirken wirtschaftlich wichtig, vor allem dank der Unternehmerin Barbara Uthmann. Auch Buchholz baute sich seit dem 16. Jahrhundert mit Spitzenklöppelei und Posamentenherstellung ein Standbein auf. Posamenten, das sind Quasten, Borten und Spitzen.

Im 19. Jahrhundert kam der Aufschwung durch die Textilindustrie. Ausschlaggebend waren die Einführung der Gewerbefreiheit in Sachsen 1861 und die Eröffnung der Eisenbahn von Chemnitz nach Annaberg im Jahr 1866, und ab 1872 gab es eine direkte Bahnverbindung nach Böhmen, über die vor allem böhmische Kohle günstig importiert wurde. Ende des 19. Jahrhunderts arbeiteten in beiden Städten weit über 200 größere und kleinere Manufakturen sowie freie Posamentierer. Annaberger Firmen unterhielten Niederlassungen in Paris, London und New York. Buchholz hatte sein eigenes Erfolgsprodukt: 1868 erfand man in der Stadt ein Herstellungsverfahren für Perlgewebe, das als Buchholzer Monopol einen Aufschwung brachte.
Ein weiterer Wirtschaftszweig waren Kartonagen- und Prägewerke, deren Verpackungen und Verzierungen bis nach Übersee exportiert wurden. Wie stark diese Verbindungen waren, zeigt ein Detail: 1879 wurde in Annaberg eine amerikanische Konsularagentur eingerichtet, die 1882 zu einem Konsulat erhoben wurde. Dort erledigte man im Wesentlichen die Ausfuhrformalitäten für erzgebirgische Waren. Als zahlreiche Firmen dies über ihre eigenen Filialen im Ausland abwickelten, wurde das Konsulat überflüssig und 1908 wieder geschlossen.
Nach dem Krieg wurde der Bergbau noch einmal wichtig. Die Uranerz-Förderung für die SAG Wismut ab 1947, besonders in den 1950er Jahren, ließ den Bergbau wieder aufleben. Größere Unternehmen wurden schon Ende der 1940er Jahre enteignet, und 1972 wurde ein Großteil der noch privaten Firmen verstaatlicht. Nach der Wende 1989/90 gingen viele Unternehmen in Privathand zurück.
Das Wahrzeichen der Stadt ist die St. Annenkirche, weithin sichtbar. Die 1525 fertiggestellte spätgotische Hallenkirche blieb bis 1539 katholisch, weshalb die reiche Ausstattung eher an eine katholische als an eine evangelische Kirche denken lässt. Auf der Rückseite des Bergaltars befindet sich ein Gemälde des Bergbaus aus dem 16. Jahrhundert.
Die Bergkirche St. Marien wurde zwischen 1502 und 1511 erbaut und steht an der Nordwestseite des Marktplatzes; der Annaberger Krippenweg wird in ihr gezeigt. Die Katharinenkirche in Buchholz wurde um 1500 als dreischiffige Hallenkirche geplant und blieb über mehrere Jahrhunderte unvollendet. Erst am Ende des 19. Jahrhunderts, in Zeiten des industriellen Aufschwungs, wurde der Turm vollendet. Bei einem Bombenangriff am 14. Februar 1945 wurde die Kirche schwer getroffen und erst bis 1975 wieder aufgebaut.

Das Rathaus dominiert die Nordostseite des Marktplatzes. Schon seit den Anfängen der Stadt stand an dieser Stelle die Verwaltung, zunächst in Holz, seit 1536 in Stein. Der große Stadtbrand von 1604 vernichtete das steinerne Haus, und auch die Nachfolgebauten brannten 1664 und 1731 nieder. Den heutigen Bau errichtete man 1751 in schlichterer Form als ursprünglich geplant, nachdem der Barockarchitekt Johann Christoph von Naumann gestorben war, dessen Pläne den Ausgangspunkt bildeten.
Auch das Franziskanerkloster ist eine Spur der Reformationszeit. 1502 gegründet, bestand es bis zur Einführung der Reformation 1539 und brannte 1604 ab; heute stehen noch Ruinen der Klosterkirche. Die berühmte Schöne Tür des Hans Witten wurde schon bei der Auflösung des Klosters in die Annenkirche versetzt.
Die Innenstädte prägen heute Gründerzeithäuser und Wohnhäuser aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert, an den Hauptstraßen teils mit Jugendstilelementen. Aus der Renaissance sind neben der Bergkirche noch Portale in der Fleischergasse und der Kleinen Kirchgasse erhalten. Die Altstadt von Annaberg und einige umgebende Bergbaulandschaften gehören seit 2019 zum UNESCO-Welterbe der Montanregion Erzgebirge, die am 6. Juli 2019 in die Liste aufgenommen wurde. Halden und Bergbaumonumente rund um die Stadt, etwa am Schreckenberg bei Frohnau, erinnern daran, dass hier Silber gefördert wurde, bevor Posamenten und Uran die Stadt prägten.
Die Landesgrenze zwischen Annaberg und Buchholz wurde zur Glaubensgrenze. Im ernestinischen Sachsen, zu dem Buchholz gehörte, wurde die Reformation früh eingeführt, Annaberg dagegen blieb im albertinischen Sachsen katholisch. Herzog Georg wollte die neue Stadt auch zu einem Zentrum des Glaubens machen. In der St. Annenkirche wurde eine umfangreiche Reliquiensammlung zusammengetragen, die Annaberg zum Wallfahrtsort machte, und schon 1502 wurde ein großes Franziskanerkloster gegründet.
Viele Annaberger hörten deshalb heimlich den evangelischen Gottesdienst in der Nachbarstadt. 1524 predigte dort Friedrich Myconius, ein aus dem Annaberger Kloster geflohener Mönch und Reformator, und lockte weit über 1000 Gläubige aus Annaberg zu sich. Nach dem Tod Herzog Georgs hielt 1539 auch in Annaberg die Reformation Einzug. Das Lutherdenkmal vor der Annenkirche und mehrere Kirchen mit Luthers Namen erinnern daran.
Die Hospitalkirche St. Trinitatis nördlich der Altstadt gehörte einst zu einem Komplex aus Kirche, Hospital und Stadtgottesacker. Aus der Wallfahrt zu dieser Kirche ist das Volksfest Kät hervorgegangen. Die kleine katholische Gemeinde des evangelisch geprägten Erzgebirges baute 1844 die Pfarrkirche Heilig Kreuz.






Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: WH, IKE
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Ab 1874 war Annaberg Sitz der Amtshauptmannschaft und ab 1939 des Landkreises Annaberg, der 2008 aufgelöst wurde. Heute ist Annaberg-Buchholz Sitz der Kreisverwaltung des Erzgebirgskreises, der Agentur für Arbeit und des Tourismusverbandes.
Auch die Bevölkerungszahl erzählt von den Brüchen. 1939 lebten auf dem Gebiet der heutigen Stadt 32.841 Menschen; durch den Uranbergbau der Wismut stieg die Zahl in den 1950er Jahren auf fast 40.000, den historischen Höchststand. Seitdem geht sie zurück, weil die Geburtenrate zu niedrig ist, um die Sterbefälle auszugleichen, und weil Menschen abwandern. Zuletzt hat sich das verlangsamt: 2024 lebten hier 18.815 Menschen, und zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 18.882 Einwohner.






