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Aschaffenburg hatte am 31.12.2025 73.326 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 59 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Aschaffenburg
Aschaffenburg liegt an der Nordwestecke des Mainvierecks, dort wo die Aschaff in den Main mündet, am Westrand des Spessarts. Die Stadt sitzt auf 133 m und umfasst 62,45 Quadratkilometer. Der Landkreis Aschaffenburg umschließt die kreisfreie Stadt auf drei Seiten, im Süden schließt sich der Landkreis Miltenberg an.
Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 73.326 Einwohner. Über dem Main steht das Schloss Johannisburg, und über lange Zeit war die Geschichte der Stadt die Geschichte der Mainzer Erzbischöfe, die hier ihre zweite Residenz hatten.
Herzog Liudolf von Schwaben und seine Frau Ida stifteten um 957 das Kollegiatstift Peter und Alexander. Ab 982 gehörten Stadt und Stift zum Erzstift Mainz, und bis 1803 blieb Aschaffenburg Zweitresidenz der Mainzer Erzbischöfe. Erzbischof Willigis ließ 989 eine Holzbrücke über den Main bauen, 1144 bekam der Ort das Marktrecht und 1161 die Stadtrechte. Um 1122 befestigte Erzbischof Adalbert die Siedlung.
Im Jahr 1516 gaben die Stiftsherren bei Mathis, dem Maler, der später als Matthias Grünewald berühmt wurde, Altarbilder in Auftrag. Kurfürst Albrecht von Brandenburg verlegte 1541 wegen der Reformation seine Residenz hierher und brachte viele Kunstschätze mit, darunter mehrere Cranach-Bilder. 1552 zerstörte man im zweiten Markgräflerkrieg die alte Johannisburg, und zwischen 1605 und 1619 entstand an ihrer Stelle unter Kurfürst Johann Schweikhard von Cronberg das Renaissanceschloss. Hexenprozesse führten nach 1596 zu mehreren hundert Hinrichtungen auf dem Scheiterhaufen. Von 1631 bis 1634 gehörte die Stadt zum Schwedischen Staat in Mainz.

1796 vertrieben die Spessarter Schützen, überwiegend aufständische Bauern, die französischen Besatzer wieder aus der Stadt. Nachdem Mainz 1797 französisch geworden war, wurde Aschaffenburg Regierungssitz des Kurmainzischen Erzstiftes, und 1803 entstand für Karl Theodor von Dalberg das Fürstentum Aschaffenburg mit der Stadt als Hauptstadt. 1810 ging das Fürstentum im Großherzogtum Frankfurt auf, und seit dem 26. Juni 1814 gehört die Stadt zu Bayern. Von 1840 bis 1848 ließ König Ludwig der Erste von Bayern das Pompejanum errichten. Im Jahr 1854 erhielt Aschaffenburg Anschluss an das Bahnnetz, und der Hauptbahnhof wurde eröffnet.
Das Schloss Johannisburg im Stil der Renaissance beherbergt die Hofbibliothek und die Staatsgalerie mit einer bedeutenden Cranach-Sammlung. Die Stiftskirche Peter und Alexander hat einen spätromanischen Kreuzgang und trägt den Titel einer päpstlichen Basilica minor. Im Inneren findet sich die Beweinung Christi von Matthias Grünewald. Den Titel Basilica minor erhielt die Kirche 1958. Das Rathaus wurde 1958 nach einem Entwurf von Diez Brandi fertiggestellt und steht seit 1991 auf der Liste der Baudenkmäler.

Was mit der Mainzer Residenz an Kunst in die Stadt kam, hat eine Museumslandschaft nach sich gezogen. Das Schlossmuseum versammelt Kunstwerke und historische Zeugnisse aus sechs Jahrhunderten. Das Gentil-Haus zeigt die Kunstsammlung des Industriellen Anton Gentil, und die Kunsthalle Jesuitenkirche widmet sich der Klassischen Moderne und der Gegenwart. Der Maler Ernst Ludwig Kirchner wurde in Aschaffenburg geboren, und sein Geburtshaus ist heute ein Museum.
Vor der Altstadt öffnet sich die Stadt zum Grün und zum Fluss. Der Park Schönbusch entstand ab 1776 im englischen Gartenstil unter dem Kurfürsten Friedrich Karl Joseph von Erthal, und die Kleine Schönbuschallee wurde erstmals 1766 angelegt. Auf dem Altstadtfriedhof liegen Clemens Brentano und Wilhelm Heinse. Fünf Brücken überqueren den Main, darunter die Willigisbrücke und die Friedrich-Ebert-Brücke.
Am 9. November 1918 bildete sich in Aschaffenburg ein Arbeiter- und Soldatenrat, während die vorhandenen Behörden bestehen blieben. Am 7. April rief man hier wie in München die Bayerische Räterepublik aus, doch schon am 9. April wandte sich das stationierte Jägerbataillon dagegen. Nach Verhandlungen endete die Räterepublik in Aschaffenburg ohne Blutvergießen, und am 26. Mai wurden vier ihrer Köpfe zu Festungshaft verurteilt.
Jüdische Familien lebten 700 Jahre in der Stadt, und ihre Synagoge von 1893 wurde im Novemberpogrom 1938 von SA-Männern geschändet und zerstört. Im ehemaligen Rabbinerhaus richtete die Stadt 1984 das Museum jüdischer Geschichte und Kultur ein, das an die Ermordung von mindestens 188 jüdischen Bürgern erinnert.

Zwischen dem 27. September 1944 und dem 25. März 1945 flogen die Westalliierten 20 Luftangriffe auf die Stadt. Am 21. November 1944 starben bei einem Angriff 344 Menschen, und etwa die Hälfte der Aschaffenburger wurde obdachlos. Im Frühjahr 1945 wurde Aschaffenburg zum Festen Platz erklärt, und nach neuntägiger Verteidigung kapitulierte die Garnison am 3. April 1945. Der Artilleriebeschuss schädigte Schloss Johannisburg und das Pompejanum noch schwerer, als es die Luftangriffe schon getan hatten. Von 45.379 Einwohnern im Jahr 1939 sank die Bevölkerung bis Dezember 1945 auf 30.861, und erst 1950 war der Vorkriegsstand wieder erreicht.
Nach dem Krieg stellte man zuerst die zerstörten Kirchen wieder her, ab 1954 folgte das Schloss und ab 1984 das Pompejanum. Vom historischen Rathaus blieb nur der Portikus, den man in das Sitzungsgebäude des neuen Rathauses einfügte. Das Fachwerk des Hauses zur weißen Taube, der Löwenapotheke, wurde 1995 auf Betreiben einer Bürgerinitiative rekonstruiert.
In der Region arbeiteten einst rund 35.000 Menschen in der Textilindustrie, doch die Globalisierung ließ viele Arbeitsplätze in der Fertigung wegfallen. Wegen des Holzreichtums des Spessarts war Aschaffenburg zugleich ein Zentrum der Papierindustrie. Anfang 2007 nahm Pollmeier auf dem Hafengelände ein Sägewerk mit 180 neuen Arbeitsplätzen in Betrieb, das rund 150 Millionen Euro kostete. Die Linde Material Handling hat ihren Hauptsitz in der Stadt, und Mess-, Regel- und Informationstechnik gewinnen an Bedeutung.
Auch die Garnisonsgeschichte ging zu Ende. Zwischen 1990 und 1992 schlossen die US-Streitkräfte ihre Basen in der Stadt. Seit 1995 hat die Stadt eine eigene Hochschule: Damals eröffnete die Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt in der früheren Jägerkaserne eine Außenstelle, aus der später die selbständige Fachhochschule wurde, die seit 2019 Technische Hochschule Aschaffenburg heißt.






Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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