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Augsburg hatte am 31.12.2025 301.786 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 60 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Augsburg
Augsburg liegt auf 482 Metern zwischen Lech und Wertach, und die beiden Flüsse sind nicht bloß Kulisse. Aus ihnen hat die Stadt seit dem Mittelalter Wasser in Kanäle geleitet, damit angetrieben, gekühlt, getrunken und sich damit geschmückt. Dieses System hat es 2019 auf die Welterbeliste gebracht — nicht als schöne Ruine, sondern als Technik, die teilweise bis heute Strom erzeugt.

Weil das Ende der Rekatholisierung hier gefeiert wurde, hat Augsburg bis heute einen eigenen gesetzlichen Feiertag.
Als Gründungsjahr gilt das Jahr 15 vor unserer Zeitrechnung, als im heutigen Stadtteil Oberhausen ein römisches Legionslager entstand. Um dieses Lager bildete sich im ersten Jahrhundert die Siedlung Augusta Vindelicum, der Kaiser Hadrian im Jahr 121 das römische Stadtrecht verlieh. Ab etwa 95 war Augsburg Hauptstadt der römischen Provinz Raetien, nach deren Teilung im Jahr 294 dann Hauptstadt der Provinz Raetia Secunda. Vom römischen Straßennetz ist der Verlauf der Via Claudia Augusta bis heute größtenteils erkennbar, und der Archäologische Garten hält den Befund im Stadtbild fest.
Der Übergang ins Mittelalter ist nicht lückenlos belegt, die Siedlung und ihr Christentum aber für das 6. Jahrhundert. Bekannt wurde die Stadt durch eine Schlacht: 955 besiegte König Otto I. mit Hilfe des Bischofs Ulrich von Augsburg die Ungarn auf dem Lechfeld südlich der Stadt. Am 21. Juni 1156 verlieh Kaiser Friedrich Barbarossa das Stadtrecht erneut; 1251 kam das Recht auf ein eigenes Siegel und auf Besteuerung der Bürger hinzu. Die Reichsunmittelbarkeit folgte am 9. März 1276 durch König Rudolf von Habsburg, und im selben Jahr fasste das Stadtbuch das Stadtrecht zusammen.
Im Spätmittelalter kämpften Zünfte und Patrizier um die Macht. 1368 erzwang ein Aufstand der Handwerker eine Zunftverfassung, und bis 1547 waren die Zünfte an der Stadtregierung beteiligt. Wirtschaftlich half die Lage an alten Fernstraßen wie der Via Claudia Augusta und der Via Imperii. 1540 wurde die Augsburger Börse gegründet, und am 21. Mai 1521 unterschrieb Kaiser Karl V. die Urkunde, mit der die Stadt eigene Münzen prägen durfte. Getragen wurde dieser Aufstieg vom Kapital der Fugger und Welser.
Dann kam die Reformation, und Augsburg stand jedes Mal mitten darin. 1518 musste sich Martin Luther in den Fuggerhäusern vor Kardinal Cajetan verantworten und floh in der Nacht zum 20. Oktober heimlich durch eine Pforte in der Stadtmauer. 1530 wurde hier das Augsburger Bekenntnis formuliert, die Gründungsurkunde der lutherischen Kirche. 1548 verordnete Karl V. eine neue Stadtverfassung mit exakter Ämterverteilung zwischen Katholiken und Protestanten, und der Augsburger Reichs- und Religionsfrieden von 1555 beruhigte das Zusammenleben in der Stadt.
Der Dreißigjährige Krieg kostete Augsburg zwei Drittel seiner Bevölkerung. Am 20. April 1632 übergab der Rat die Stadt dem schwedischen Heer, im Herbst 1634 riegelten kaiserliche und bayerische Truppen sie ab, und zum Jahresende zählte man 5000 Hungertote. Am 13. März 1635 kapitulierte die Stadt. Mit dem Frieden von Pressburg vom 26. Dezember 1805 verlor Augsburg die Reichsfreiheit und fiel an Bayern. 1840 fuhr die erste Eisenbahn nach München. Der Hauptbahnhof ist seit 1846 in Betrieb. Die Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs wirken bis heute nach. Noch im Dezember 2016 musste für die Räumung eines Blindgängers das halbe Stadtzentrum evakuiert werden, 54.000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Heute umfasst das Stadtgebiet 146,87 Quadratkilometer, und zum 31. Dezember 2025 zählte Augsburg 301.786 Einwohner.
Das Mittelalter hat Augsburg vor allem Sakralbauten hinterlassen. Der Dom Mariä Heimsuchung trägt im südlichen Obergaden die um 1140 entstandenen Prophetenfenster, dazu Bronzetüren aus dem 11. Jahrhundert, die im Jahr 2000 renoviert wurden. Um das Jahr 1320 bestand eine Dombauhütte, aus deren Arbeit der gotische Chor stammt. Die romanische Kirche St. Peter am Perlach gehört zu den frühen Ziegelsteinbauten Süddeutschlands, und die Barfüßerkirche zeigt, wie stark der Krieg in diesen Bestand geschlagen hat.
Die Renaissance ist in Augsburg keine Stilfrage, sondern eine Geldfrage. In der Kirche St. Anna ließ sich die Familie Fugger eine Grabkapelle errichten, die als erster deutscher Renaissancebau gilt. Die Fuggerhäuser an der Maximilianstraße entstanden zwischen 1512 und 1515 als Residenz der Familie. Die Fuggerei, 1521 von Jakob Fugger gegründet, wird bis heute bewohnt und ist damit kein Museum, sondern eine Adresse.
Den Stadtkern prägt bis heute ein einzelner Baumeister. Elias Holl errichtete das Rathaus mit dem Goldenen Saal, davor stehen die manieristischen Prachtbrunnen — Augustusbrunnen, Herkulesbrunnen und Merkurbrunnen. Auch der Perlachturm erhielt damals sein heutiges Aussehen. Zeughaus, Stadtmetzg und Heilig-Geist-Spital entstanden zu Beginn des 17. Jahrhunderts aus derselben Hand. Von der zwischen 1609 und 1613 gebauten Franziskanerkirche, der heutigen Pfarrkirche St. Maximilian, hat nur die Fassade den Zweiten Weltkrieg überstanden.

Barock und Rokoko haben die Innenräume geprägt: die Bischöfliche Residenz, vor allem aber das Schaezlerpalais. Die Domkustodie am Hohen Weg ist ein Mansarddachbau von 1761 mit Rokokoportal, und die frühere Schülesche Kattunfabrik trägt eine Rokokofassade von 1770/72 — eine Fabrik im Kleid eines Schlosses. Der Jugendstil kam mit der Synagoge, dem Kurhaus in Göggingen und dem Alten Stadtbad dazu, der Historismus mit der Staats- und Stadtbibliothek von Martin Dülfer aus dem Jahr 1893.

Das Augsburger Wassermanagement-System wurde in mehreren Phasen seit dem 13. Jahrhundert entwickelt. Zu ihm zählen Kanäle, Pumpwerke in Wassertürmen des 15. bis 17. Jahrhunderts, eine früher mit Wasser gekühlte Stadtmetzgerei, drei Prachtbrunnen sowie Kraftwerke, die noch heute Strom liefern. Insgesamt 22 Objekte aus über 2000 Jahren Stadtgeschichte zählen zur Welterbestätte, die im Juli 2019 eingeschrieben wurde. 530 kleine und große Brücken führen in Augsburg über Bäche und Kanäle.
Die jüngste Schicht dieser Wasserstadt ist sportlich. Für die Olympischen Spiele 1972 wurde der Augsburger Eiskanal angelegt, eine künstliche Wildwasserstrecke, die bis heute als Trainingsstätte für Kanuten dient — und die als Teil des Welterbes geführt wird.
Aus der Wasserkraft wurde Industrie. 1771 errichtete Johann Heinrich Schüle mit der Schüleschen Kattunfabrik die erste Fabrik auf dem europäischen Kontinent; die Weber, deren Handwerk dadurch bedroht war, begehrten 1784 und 1785 auf, bis der Streit am 29. Januar 1794 im Weberaufstand gipfelte. Im 19. Jahrhundert wurde Augsburg ein Zentrum der Textilindustrie und des Maschinenbaus. Die Augsburger Kammgarn-Spinnerei steht heute als Denkmal für diesen Zweig.
Der weithin bekannte Augsburger Beitrag zur Technikgeschichte kommt aus der Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg: Zwischen 1893 und 1897 entwickelte Rudolf Diesel dort den Dieselmotor. Ab 1927 hatte die Messerschmitt AG hier ihren Hauptsitz, was der Stadt im Zweiten Weltkrieg schwere Luftangriffe eintrug — am 17. April 1942 galt einer davon der U-Boot-Motoren-Produktion der Maschinenfabrik.
Älter als jede Fabrik ist ein Handwerk, das sich innerhalb der Stadtmauern angesiedelt hat: Gold- und Silberschmiede, die sich über die Jahrhunderte einen Ruf erarbeiteten und deren Werke heute in Museen stehen. Die Stadt ist bis heute von einer auffällig hohen Zahl von Handwerkern dieser Richtung geprägt, und der Goldschmiedebrunnen am Martin-Luther-Platz erinnert an ihre Anwesenheit. Auch der Buchdruck gehört in diese Reihe: Mit dem Zuzug Günther Zainers begann das Aufblühen des Augsburger Buchdrucks, und zwischen 1480 und 1500 wurden etwa 75 Prozent der hier hergestellten Bücher in Umgangssprache gedruckt — ein Markt für Leser, nicht für Gelehrte.
Am 8. August feiert Augsburg das Augsburger Hohe Friedensfest, und dieser Tag ist ein gesetzlicher Feiertag, der nur auf dem Stadtgebiet gilt. Begangen wird er seit 1650: Ursprünglich feierten die Augsburger Protestanten damit das Ende der Rekatholisierungsmaßnahmen, das der Westfälische Friede 1648 eingeleitet hatte. Dahinter steht die paritätische Stadtverfassung von 1548 mit ihrer exakten Ämterverteilung zwischen Katholiken und Protestanten, die bis zur Mediatisierung im Jahr 1805 Bestand hatte. Das Fest ist damit kein Volksfest mit historischem Anstrich, sondern die Fortsetzung einer Verfassungsregel mit anderen Mitteln. 2018 wurde es in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Dass diese Ordnung nötig war, hat die Stadt teuer bezahlt. Zwischen dem Religionsmandat von 1534, dem Augsburger Interim von 1548 und dem Religionsfrieden von 1555 lagen zwei Jahrzehnte, in denen die Konfession über Ämter, Predigt und Bürgerrecht entschied. Selbst der Kalender wurde zum Streitfall: Als 1583 der Gregorianische Kalender eingeführt wurde, führte das zu einem Kalenderstreit, der 1584 mit der Ausweisung eines lutherischen Theologen endete.
Aus den Malerwerkstätten der Renaissance kamen große Namen. Hans Holbein der Ältere, sein Sohn Hans Holbein der Jüngere und Hans Burgkmair der Ältere stammen von hier.
Aus der Neuzeit kommen Leopold Mozart, der Vater Wolfgang Amadeus Mozarts, und der Schriftsteller Bertolt Brecht, der hier 1898 zur Welt kam und dessen Geburtshaus am Lech steht. Bekannt gemacht hat die Stadt auch die Augsburger Puppenkiste, ein Marionettentheater, dessen Aufführungen Generationen von Fernsehzuschauern kennen.






Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: WH, IKE, DZT_ROM
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Von den Wehranlagen stehen noch große Teile der Stadtmauer, darunter der Fünfgratturm, das Rote Tor und das Wertachbrucker Tor. Die Augsburger Altstadt ist als Ganzes geschützt, ebenso das Thelottviertel als Beispiel der Reformarchitektur. Und dass das 20. Jahrhundert nicht nur zerstört hat, zeigt der Hotelturm, den ein Augsburger Ackergerätehändler zwischen 1971 und 1972 errichten ließ und der mit 115 Metern das Stadtbild von Süden her prägt.






