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Bad Doberan hatte am 31.12.2025 13.059 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 58 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Bad Doberan
Bad Doberan liegt zwischen Rostock und Wismar am nordöstlichen Rand der Kühlung, eines bewaldeten Höhenzugs. Das Meer ist nicht weit, aber auch nicht da: Der Strand der Stadt liegt im etwa sechs Kilometer entfernten Ortsteil Heiligendamm, während die Altstadt im Binnenland um eine gotische Backsteinkirche gewachsen ist. Zwei Gründungsgeschichten stehen hier nebeneinander.

Die ältere ist geistlich: Zisterziensermönche legten ein Kloster an, dessen Kirche heute Münster heißt, und bestimmten Jahrhunderte lang das Leben im Ort. Die jüngere ist mondän: Ein Herzog badete in der Ostsee, ließ sich Badegästen zuliebe Pavillons und Palais bauen und machte aus dem Klosterflecken einen Kurort. Wer Bad Doberan verstehen will, braucht beide. Ende 2025 zählte Bad Doberan 13.059 Einwohner.

Die Stadt wurde erstmals 1177 urkundlich als Villa Slavica Doberan erwähnt. Schon 1171 hatten Zisterziensermönche aus dem Kloster Amelungsborn im Weserbergland im südöstlich gelegenen Althof ein Kloster gegründet. Bei einem Aufstand der Slawen wurden die Klosterbauten 1179 großenteils zerstört, und sieben Jahre später versuchten es die Mönche erneut: 1186 gründeten sie das Doberaner Kloster nahe Althof.

Das Kloster wurde reich. Das Kloster besaß zeitweise 66 Dörfer und Güter, und bis die Reformation es 1552 auflöste, prägte es die Entwicklung des Ortes. Neben der Klosteranlage gab es eine Handwerkersiedlung, den Kammerhof als früheren Bauhof, zwei Gastwirtschaften, eine Ziegelei, eine Schmiede und einige Kötter. Auch als das Kloster an den Landesherrn fiel, änderte sich wenig: Es wurde ein herzogliches Amt eingerichtet, dazu kamen eine Mühle und ein Jägerhaus.
Vom Kloster ist viel geblieben. Der romanische Vorgängerbau des Münsters wurde 1232 geweiht und nach dem Brand von 1291 durch eine gotische Kirche ersetzt, die 1368 geweiht wurde; Teile der älteren Kirche wurden dabei in den neuen Baukörper einbezogen. Zu den Resten der Anlage zählen das um 1250 erbaute Beinhaus, die Klostermühle und das Kornhaus; dazu kommen die Ruine des 1979 abgebrannten Wirtschaftsgebäudes, Reste der Klosterscheune und die Klostermauer, die weitgehend erhalten ist. In Althof stehen noch die Kapelle aus dem Mittelalter und das Herrenhaus.
Die Stadt im heutigen Sinn ist deutlich jünger. Doberan bekam 1879 das Stadtrecht und wurde 1881 Landstadt in Mecklenburg. 1879 gründete Großherzog Friedrich Franz II. hier ein Progymnasium, das 1883 nach seinem Gründer den Namen Friderico-Francisceum erhielt; 1889 zog es in das noch heute genutzte Gebäude am Alexandrinenplatz, das der Hofbaurat Gotthilf Ludwig Möckel fertiggestellt hatte.

Wer die Klosterzeit hinter sich lässt und zum Kamp geht, betritt ein anderes Jahrhundert. Der Kamp ist ein Park im englischen Stil mit Eichen, Linden, Kastanien und Rüstern, und die klassizistischen Gebäude an seinem Rand bilden mit ihm zusammen eine künstlerische Einheit. Das einstige Logierhaus von 1793, heute das Kurhaus, plante Johann Christoph von Seydewitz. Das Salongebäude von 1802 geht auf Carl Theodor Severin zurück und besitzt einen repräsentativen Festsaal im Empirestil.
Severin baute auch das Große Palais von 1806/09, dessen ovaler Gartensaal eine bemalte Decke und Tapeten mit der Amor-und-Psyche-Sage besitzt, die 1820 in Paris gedruckt wurden. Das Prinzenpalais am Alexandrinenplatz stammt von 1822, das Haus Gottesfrieden von 1824. Zwischen den Bäumen stehen der Rote und der Weiße Pavillon, 1809 und 1813 im chinesischen Stil errichtet; sie enthielten zunächst einen Musikpavillon und Kaufmannsboutiquen und dienen heute als Kunstgalerie und Restaurant.
Den Baumeister selbst belohnte man schlecht. Severin, der das Gesicht Doberans wesentlich prägte, starb in Armut und Vergessenheit in der Stadt, seine Grabstelle ist unbekannt. Dass die Bauten trotzdem erhalten blieben, ist auch der Städtebauförderung zu verdanken: Ab 1991 wurden der historische Stadtkern und der Klosterbereich grundlegend saniert. Zu den Denkmalen gehören außerdem das Stahlbad, die Alte Wache, das Friderico-Francisceum und die Häuser am Markt. Im Möckelhaus, einer neogotischen Villa, die Möckel von 1886 bis 1888 für sich baute, zeigt das Stadt- und Bädermuseum die Geschichte von Doberan und Heiligendamm.
Den Anstoß zum Badeleben gab der Herzog. Friedrich Franz I. machte Doberan im 18. Jahrhundert zum Erholungs- und Vergnügungsort für die herzogliche Familie, den mecklenburgischen Adel und später auch das wohlhabende Bürgertum. Weil man aus England wusste, dass Baden in der See besonders gesundheitsfördernd sei, badete der Herzog 1793 auf Anraten seines Leibarztes Samuel Gottlieb Vogel aus Rostock am Heiligen Damm. Das war die Geburtsstunde des Seebades Heiligendamm.
Die Gäste wohnten zunächst in Doberan, und sie wollten unterhalten werden. Jährlich flossen der herzoglichen Badekasse 30.000 Taler aus der Doberaner Spielbank zu, die 1802 gegründet worden war und bis 1867 bestand, mit einer Unterbrechung von 1849 bis 1851. Dazu kamen Tanz und Pferderennen. Die Blütezeit war kurz, denn die Einwohnerzahl stieg von 900 im Jahr 1793 auf 3000 im Jahr 1840 und auf 4000 im Jahr 1870. Danach wurde Heiligendamm, das einstige Anhängsel Doberans, zu einem eigenständigen Seebad, und in Doberan wurde es wieder still.
Heiligendamm ist heute Ortsteil der Stadt und trägt den Beinamen Weiße Stadt am Meer, weil vom Wasser aus eine Reihe weißer Häuser am Strand zu sehen ist. Das Seebad wurde 2004 als Seeheilbad anerkannt. Zu den Denkmalen dort gehören die evangelische Kirche und das Kurhaus. Die Tradition der Pferderennen lebt auf der Ostseerennbahn fort, auf der jedes Jahr auch das Musikfestival Zappanale stattfindet.
Ein Wahrzeichen ist die Bäderbahn Molli. Am 9. Juli 1886 ging der erste Abschnitt von Doberan nach Heiligendamm in Betrieb, 6,61 Kilometer lang, zunächst nur im Sommer. Am 12. Mai 1910 wurde die Strecke bis Arendsee verlängert, heute Kühlungsborn, sodass die Bahn nun 15,43 Kilometer misst und rund 40 Minuten braucht. In Bad Doberan fährt sie wie eine Straßenbahn auf Rillenschienen durch die nach ihr benannte Mollistraße.
Nach der Wende kamen Kliniken: 1996 wurde die Reha-Klinik Moorbad eröffnet und 1997 die Median-Klinik in Heiligendamm.
Im August 1932 verlieh die Stadt Adolf Hitler die Ehrenbürgerschaft. Bad Doberan war nach Stavenhagen und Waren die dritte Stadt in Mecklenburg, die Hitler zum Ehrenbürger ernannte. Am 2. April 2007 erkannte der Stadtrat ihm die Ehrenbürgerschaft noch einmal förmlich ab, obwohl sie mit dem Tod des Geehrten ohnehin erloschen war.
Von 1952 bis 2011 war die Stadt Kreisstadt des gleichnamigen Kreises. 2005 wurde das neue Rathaus eingeweiht, ein Bau, der die Verwaltung der Stadt bündelt.
Weltweite Aufmerksamkeit brachte der G8-Gipfel, der vom 6. bis zum 8. Juni 2007 in Heiligendamm stattfand und bei dem der Molli die Pressevertreter beförderte.
Wirtschaftlich ist die Stadt kein Zentrum der Industrie. Bad Doberan ist Sitz der Glashäger Brunnen GmbH, eines Mineralwasserherstellers, und auch das Grand Hotel in Heiligendamm zählt zu den Arbeitgebern.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
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