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Bad Dürkheim hatte am 31.12.2025 19.002 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 56 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Bad Dürkheim
Am Rand des Kurparks steht eine Wand aus Schwarzdornreisig, über die ununterbrochen Salzwasser rieselt. Fachsprachlich heißt so etwas Gradierwerk, in Bad Dürkheim sagt man Saline, und sie ist 333 Meter lang. Wer daran entlanggeht, atmet salzhaltige Tröpfchen ein; eine gut 600 Meter lange Galerie führt einmal um den Bau herum. Im Sommer kühlt die Verdunstung außerdem die Luft, was an heißen Tagen der eigentliche Grund für den Andrang ist.

Auf 132 Metern über dem Meeresspiegel liegt die Stadt direkt am Fuß der Haardt — so heißt hier der Ostrand des Pfälzerwalds. Ihre Gemarkung folgt dem Lauf der Isenach über rund 20 Kilometer, von der Quelle im Wald bis in den Dürkheimer Bruch in der Rheinebene. Zum 31. Dezember 2025 zählte Bad Dürkheim 19.002 Einwohner.

Die Höhen um den Ostausgang des Isenachtals waren zwischen 1200 und 500 vor Christus keltisch besiedelt. Von dieser Zeit steht die Heidenmauer noch da, der Rest einer großen Siedlung mit zwei Kilometer langer Ringmauer, errichtet um 500 vor Christus. Ausgegraben wurde davon manches erst spät: 1864 fand man auf dem Heidenfeld das Grab einer Fürstin, dazu am Ebersberg ein Feld mit 60 reich ausgestatteten Grabhügeln. Die Römer hinterließen den Steinbruch Kriemhildenstuhl, der im 4. Jahrhundert in Gebrauch war, und bei Ungstein ein großes Weingut mit Herrenhaus und Friedhof.

Im Lorscher Codex steht unter dem 1. Juni 778 der Name Turnesheim — das ist die früheste erhaltene Erwähnung des Ortes. Um 1025 begann der Bau der Benediktinerabtei Limburg auf dem Linthberg, wo die salischen Herzöge im 9. Jahrhundert eine Festung als Stammburg errichtet hatten. Dem neu gegründeten Kloster schenkte Kaiser Konrad II. dann am 16. Februar 1035 die Siedlung Dürkheim selbst.
Stadt war Dürkheim danach zweimal. Die am 1. Januar 1360 verliehenen Stadtrechte wurden 1471 wieder entzogen, nachdem Kurfürst Friedrich der Siegreiche den Ort erobert und beträchtlich zerstört hatte. 1554 kam Dürkheim an die Linie Leiningen-Dagsburg, 1689 brannten französische Truppen den Ort im Pfälzischen Erbfolgekrieg nahezu vollständig nieder — und Graf Johann Friedrich von Leiningen vergab die Stadtrechte 1700 ein zweites Mal.
Die Leininger machten daraus eine Residenz. An der nordöstlichen Ecke der Stadt entstand ab etwa 1720 im Auftrag des Grafen Friedrich Magnus ein barockes Schloss, in das er 1725 einzog; ab 1779 war der Ort fürstliche Residenz. Vom Schloss sind nur geringe Reste geblieben, weil die Franzosen es 1794 niederbrannten; an seiner Stelle stehen heute das Kurhaus und ein Hotel. Aus derselben Zeit stammen drei Jagdschlösser in der Waldgemarkung, deren Namen die Haltung ihrer Erbauer verraten: Kehrdichannichts, Murrmirnichtviel und Schaudichnichtum. Kehrdichannichts dient heute als Forsthaus, von den anderen beiden stehen Ruinen.
Am 18. März 1945 traf ein alliierter Luftangriff die Stadt schwer, über 300 Menschen kamen dabei ums Leben. Eine Glocke von 317 Kilogramm, gegossen 1758, hängt im Turm der Burgkirche und wird an einem Seil von Hand bewegt. Jedes Jahr am 18. März um 14 Uhr schlägt sie für die Toten des Angriffs.
Sieben Heilquellen brachten dem Ort 1847 den Zusatz Solbad; seit 1904 heißt er Bad Dürkheim. Das Prädikat Heilbad trägt die Stadt bis heute auf Basis des Landes-Kurortsgesetzes, und der Kurpark mit seinen rund acht Hektar ist die zentrale Einrichtung dieses Betriebs. Durch ihn läuft die Isenach, deren Bachlauf 2013 renaturiert wurde; 2023 kam eine öffentliche Kneipp-Anlage dazu.

Gespeist wurde das Gradierwerk zwischen 1859 und 1960 von der Alten Maxquelle in der Maxbrunnenstraße. Deren Wasser ist ungewöhnlich stark mit Arsen befrachtet — und genau das machte es für die Wissenschaft interessant.
Im Jahr 1861 untersuchten der Chemiker Robert Wilhelm Bunsen und der Physiker Gustav Robert Kirchhoff dieses Wasser mit dem Spektralapparat und stießen dabei auf zwei bis dahin unbekannte chemische Elemente: Caesium und Rubidium. Beide Namen kommen aus dem Lateinischen und beschreiben Farben, die in den Spektrallinien auftauchten. Dass zwei Elemente des Periodensystems aus einer pfälzischen Solequelle stammen, steht in keinem Reiseprospekt — es ist aber der Grund, warum der Name dieser Quelle in der Chemiegeschichte vorkommt.
Der Kurbetrieb ist bis heute der Arbeitgeber der Stadt. Die Kliniken sind der große Faktor, allen voran eine Unternehmensgruppe der Rehabilitationsmedizin; dazu kommen das Evangelische Krankenhaus, ein Hospiz und eine Reihe von Fachkliniken. Investiert wird weiter. Für eine neue Therme mit Wellness, Thermalbad und Sauna gaben die Stadtwerke im Auftrag der Stadt fast 50 Millionen Euro aus; eröffnet wurde sie Ende 2025. Das ältere Salzbad blieb daneben als eigenständiges Freizeitbad bestehen.
Der Wurstmarkt ist nicht als Fest erfunden worden, sondern als Handelsplatz, aus dem eines wurde. Entstanden ist er im Jahr 1416 aus dem Handel mit Wurst und Wein. Heute kommen über 600.000 Besucher, und das Fest gilt als Volksfest von überregionaler Bedeutung; es läuft jährlich am zweiten und am dritten Septemberwochenende.
Getragen wird das kulinarische Angebot überwiegend von Ortsansässigen: von den Weinbaubetrieben der Stadt, von gemeinnützigen Vereinen und von der örtlichen Gastronomie. Das ist kein Detail, sondern die wirtschaftliche Pointe — Stand 2025 sind in Bad Dürkheim 35 Weingüter aktiv, davon 32 in Familienhand, dazu zwei Genossenschaften und das Weingut der örtlichen Lebenshilfe.
Ein zweites Fest verlegt dasselbe Prinzip in die Weinberge. Die Weinbergnacht findet einmal jährlich Mitte März statt: Auf einem 6 km langen Rundweg durch beleuchtete Weinberge bieten Winzer und Gastronomen Weine und Speisen an. Dazwischen liegen über das Jahr verteilt das Stadtfest an Christi Himmelfahrt mit einem Entenrennen auf der Isenach, der Limburg-Sommer, das Winzerpicknick im Mai und der Dürkheimer Advent.
Literarisch hat der Ort ebenfalls einen Termin vorzuweisen. Im Mai 1951 tagte die Gruppe 47 in Bad Dürkheim, und Heinrich Böll gewann dort mit der Kurzgeschichte Die schwarzen Schafe den Preis der Gruppe. Alle drei Jahre schreibt die Stadt heute den Limburg-Preis für Literatur aus, benannt nach der Klosterruine über der Stadt.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: SPA
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