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Bad Langensalza hatte am 31.12.2025 16.639 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 40 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Bad Langensalza
Naturräumlich gehört Bad Langensalza zum Thüringer Becken, einem fruchtbaren Tiefland, durch das die Unstrut fließt. Die Salza durchquert die Stadt und mündet rund zwei Kilometer weiter östlich in die Unstrut; im Westen erhebt sich der Hainich, im Norden erstrecken sich die Heilinger Höhen, im Südosten die Fahner Höhen. Die Stadt liegt auf 185 Metern über dem Meeresspiegel und umfasst 129,37 Quadratkilometer. Das Klima ist mild und mit Jahresniederschlägen von etwa 500 Millimetern trocken, die Landschaft flach-wellig, unbewaldet und überwiegend Ackerland.

Zwei Geschichten laufen in dieser Stadt ineinander. Die erste ist die einer wohlhabenden Handelsstadt des Mittelalters, die vom Waid lebte und sich große Kirchen sowie eine kräftige Stadtmauer aus dem Travertin leisten konnte, der am Südwestrand der Altstadt gebrochen wurde. Die zweite ist die eines Kurorts: Seit 1811 sind hier Schwefelquellen bekannt, und aus ihnen wurden ein Bad, später ein Heilbad und ein ganzes Netz von Parks und Gärten.
Am Anfang steht ein Dorf namens Salzaha. Am 1. Juni 932 wurde es erstmals sicher urkundlich erwähnt, in einer Urkunde über einen Gütertausch zwischen dem König Heinrich und dem Abt des Klosters Hersfeld. Was daraus wurde, hing lange an Machtkämpfen der Umgebung. Im staufisch-welfischen Thronstreit belagerte Kaiser Otto der Vierte 1212 die Dryburg, und noch im selben Jahr soll er dem Dorf das Stadtrecht verliehen haben. Die erste zuverlässige Nennung als Stadt stammt aus einer Urkunde des Mainzer Erzbischofs.
Um 1300 stand die erste Stadtmauer mit vier Eingangstoren. Der Streit zwischen dem Landgrafen von Thüringen und dem Mainzer Erzbischof brachte der Stadt 1346 Belagerung und Zerstörung. Zehn Jahre später, 1356, taten sich Jacobstadt, Neustadt und Altstadt unter einem gemeinsamen Rat zu einem Gemeinwesen zusammen. Als 1485 die sächsische Erbteilung stattfand, fielen Stadt und Amt an das albertinische Herzogtum Sachsen.
Am 25. April 1525 begann im Zuge des Bauernkriegs ein Aufstand von Handwerkern und Bauern, die zwölf Sitze im Stadtrat erzwangen. 1632 plünderten die Pappenheimer die Stadt im Dreißigjährigen Krieg. 1711 vernichtete ein großer Stadtbrand Teile der Altstadt. Die Bürgerhäuser, die danach im Barockstil an ihrer Stelle entstanden, prägen das Bild der Stadt bis heute. Ihre Lage an der 1700 eingerichteten Fahrpostroute Leipzig–Kassel verband sie mit den Fernstraßen der Zeit; Reste kursächsischer Postmeilensäulen von 1729 erinnern daran.
Nach dem Wiener Kongress kam Langensalza 1815 als Kreisstadt zur preußischen Provinz Sachsen. Am 27. Juni 1866 schlug die hannoversche Armee bei Langensalza schnell zusammengezogene preußische und coburg-gothaische Truppen, kapitulierte aber zwei Tage später vor der preußischen Übermacht. Das Stadtmuseum widmet den Ereignissen dieses Jahres einen Schwerpunkt seiner Ausstellung, und im Arboretum erinnert ein Denkmal an die gefallenen Hannoveraner.

Im Juni 1938 zeigte man im Reinhardbrunner Hof eine antisemitische Hetzausstellung, die der Verfolgung der Langensalzaer Juden den Boden bereitete; verfolgt wurden auch Sinti- und Roma-Familien, von denen einige im örtlichen Außenlager des KZ Buchenwald inhaftiert waren. Im Langensalzaer Außenlager des KZ Buchenwald verrichteten etwa 1300 ausländische Frauen und Männer Zwangsarbeit für Junkers. Ein Gedenkstein auf dem Gelände der ehemaligen Thüringer Kammgarnwerke erinnert seit 1965 an 22 ermordete Zwangsarbeiter dieses Außenkommandos. Am 24. März 1944 traf ein Luftangriff die Stadt; weite Teile der Innenstadt verloren Dächer und Fenster. Am 5. April 1945 besetzten amerikanische Truppen den Ort, Anfang Juli übergaben sie ihn an die Rote Armee.
Wer durch die Altstadt geht, sieht zuerst den Stein: Der Langensalzaer Travertin prägt Kirchen, Rathaus und Mauer. Dominierend ist die Marktkirche, ein gotischer Bau, dessen 81 Meter hoher Turm eine weithin sichtbare Landmarke ist. Die zweite große Pfarrkirche ist die Bergkirche, eine spätgotische dreischiffige Basilika für die frühere Jacobsvorstadt.
Das Rathaus steht frei mitten auf dem Neumarkt. Die Vorgängerbauten brannten 1530 und 1742 ab; nur der gotische Turm blieb erhalten und wurde zwischen 1742 und 1751 in den heutigen Bau einbezogen. Nicht weit davon liegt das Schloss Dryburg. Es entstand um 1200 als Stadtburg der Herren von Salza und erhielt seine heutige Gestalt zwischen 1694 und 1712; Herzoginnen von Sachsen-Weißenfels nutzten es als Witwensitz.
Die Altstadt umschließt eine Stadtmauer, die großenteils erhalten ist. Sie wurde 1365 nach einer Stadterweiterung angelegt und hatte ursprünglich 24 Wehrtürme und sieben Tore; 16 Türme und das Klagetor stehen noch, und die Wallanlagen wurden teilweise zu Promenaden, Parks und Gärten. Mit ihrer ummauerten Fläche von gut 50 Hektar liegt die Altstadt in Thüringen hinter Erfurt und Mühlhausen an dritter Stelle.
Auch einzelne Häuser erzählen Geschichte. Im Blücherhaus am Töpfermarkt, das 1555 erbaut wurde, übernachtete am 25. Oktober 1813 der Heerführer Gebhard Leberecht von Blücher; ein Tuchweber-Unternehmer richtete ihm das Festmahl aus, und das Haus trägt seither seinen Namen. Die Häuser der Altstadt, Fachwerk- wie Steinbauten der frühen Neuzeit, werden seit 1990 zu einem großen Teil restauriert.
Zwei Klöster im Westen der Altstadt sind Zeugen der geistlichen Stadt. Im einstigen Augustinereremitenkloster ist heute das Stadtmuseum untergebracht, das auch eine geologische Sammlung mit pleistozänen Pflanzenresten im Travertin zeigt. Im Haus Rosenthal ist seit Mai 2014 das Thüringer Apothekenmuseum zugänglich; für die Sanierung erhielt die Stadt 2015 den Thüringer Denkmalschutzpreis. Im Park des Friederikenschlösschens, eines spätbarocken Lustschlosses, das Mitte des 18. Jahrhunderts vor der östlichen Stadtmauer entstand, steht die Historische Druckerei mit einer Handtiegelpresse aus dem Jahr 1854.

1811 stieß man bei Flussregulierungsarbeiten am Ortsrand auf Schwefelquellen und gründete darauf ein Kurbad. Schon im Jahr darauf eröffnete das erste Schwefelbad im Badewäldchen. Das Brunnenfest, das man ein Jahr nach der Entdeckung der Quellen erstmals feierte, findet seither jährlich statt; ausgefallen ist es nur in den letzten Kriegsjahren und 2020. Kinder legen dabei Blumenkränze an den Brunnen der Stadt nieder.
Seit dem 28. Juni 1956 trägt Langensalza den Zusatz Bad. Nach der Entdeckung von Sole und Mineralwasser 1996 begann ein zweiter Aufbruch des Kurwesens. 1997 entstand die Kurgesellschaft mit ihrem Thermalsole- und Schwefelbad, 1998 folgte die Rehaklinik an der Salza, 1999 das Kurmittelhaus, die heutige Friederiken Therme. Am 21. März 2005 bekam die Stadt vom Land Thüringen die Urkunde, staatlich anerkannter Kurort zu sein, mit der Artbezeichnung Schwefel-Sole-Heilbad.
Mit dem Kurbetrieb kamen die Gärten. Seit dem 22. Juni 2002 nennt sich die Stadt Rosenstadt; der Rosengarten mit Rosenmuseum war schon im Juli 1999 eröffnet worden. Der Japanische Garten Kofuko no Niwa, der Garten der Glückseligkeit, ist mit seinem authentisch japanischen Teehaus seit dem 16. August 2003 geöffnet. Dazu kommen ein Arboretum, ein Magnoliengarten, ein Travertingarten und der Apothekergarten; insgesamt zählt die Stadt zehn Themengärten und Parks. Die Gärten der Stadt waren einer der Außenstandorte der Bundesgartenschau 2021.

Zur Landschaft gehört der Nationalpark Hainich, der am 31. Dezember 1997 gegründet wurde und dessen Verwaltung heute in der Stadt sitzt. Am 26. August 2005 eröffnete am Ostrand des Nationalparks der Baumkronenpfad Hainich. Für die Stadt bedeutet der Tourismus daher zweierlei: Kurgäste, die wegen Sole und Schwefel kommen, und Wanderer, die den Wald erleben wollen.
Bad Langensalza war jahrhundertelang vor allem eine Handelsstadt, in der Erzeugnisse der Umgebung verkauft wurden; Handwerker und Ackerbürger ergänzten das Bild. Mit dem Eisenbahnanschluss 1870 siedelten sich Fabriken an, zuerst aus der Nahrungsindustrie, später aus dem Maschinenbau und der Elektroindustrie. Die maschinelle Textilverarbeitung, die schon 1802 begonnen hatte, verlor dagegen früh an Bedeutung. Heute prägen mittelständische Betriebe und der Tourismus das Bild; in der Stadt sitzen außerdem die Klinik an der Salza und das Landesamt für Verbraucherschutz.
1952 wurde in der DDR der Kreis Langensalza gebildet, und 1994 fasste man ihn mit dem Kreis Mühlhausen zum Unstrut-Hainich-Kreis zusammen. Damit verlor Langensalza den Status einer Kreisstadt. Die Gemeindereformen der frühen 1990er-Jahre veränderten den Zuschnitt der Stadt. 1992 kamen Eckardtsleben und Illeben hinzu, 1994 unter anderem Aschara, Nägelstedt und Thamsbrück. Heute besteht die Stadt aus 15 Ortsteilen, das Stadtgebiet reicht von den Wäldern des Nationalparks bis auf die östliche Seite der Unstrut. Ufhoven, 1950 eingemeindet, ist mit der Kernstadt längst zusammengewachsen und seit 2019 ein eigener Ortsteil.
Wie sehr sich die Stadt verändert hat, zeigt die Einwohnerzahl: Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 16.639 Einwohner. Das ist deutlich weniger als Mitte der 1990er-Jahre, als fast 21.000 Menschen in ihr lebten; damals hatten Eingemeindungen das Stadtgebiet gerade stark vergrößert.
Auch der Alltag ist heute überschaubar mobil. Der Bahnhof liegt seit 1870 an der Bahnstrecke Gotha–Leinefelde, Regionalexpress- und Regionalbahnzüge fahren nach Erfurt, Gotha und Göttingen. Seit Juni 2016 fahren auf den Stadtbuslinien erstmals in Thüringen dauerhaft und planmäßig Elektrobusse. Einen eigenen Autobahnanschluss hat die Stadt nicht, wohl aber drei Bundesstraßen.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: FW, NNL
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