Kommst du über den Empfehlungslink einer Partnerin oder eines Partners zu uns, möchten wir dessen Kurzkennung 60 Tage lang im Cookie „ll_ref" speichern, damit eine spätere Registrierung richtig zugeordnet werden kann. Für die Nutzung von LageLuchs ist das nicht erforderlich — du kannst ohne Nachteil ablehnen und deine Entscheidung jederzeit über „Cookie-Einstellungen" im Seitenfuß ändern.
Bad Muskau / Mužakow hatte am 31.12.2025 3.508 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 35 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Bad Muskau / Mužakow
Bad Muskau liegt im Norden des Landkreises Görlitz am linken Ufer der Lausitzer Neiße, dort, wo Sachsen an Brandenburg und an Polen grenzt. Die Stadt umfasst 15,38 Quadratkilometer, und das Neißetal liegt hier auf 110 Metern Höhe. Der Fluss ist die Landesgrenze, und die Stadt gehört zum sorbischen Siedlungsgebiet der Oberlausitz. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 3.508 Einwohner. Für die Anbindung sorgen die Bundesstraße 115, die aus Brandenburg kommend über Bad Muskau nach Görlitz führt, und die wiederaufgebaute Waldeisenbahn Muskau, die noch in Betrieb ist. Die Stadt bildet mit Gablenz eine Verwaltungsgemeinschaft.
Weltbekannt wurde die Stadt durch einen Park. Der Fürst-Pückler-Park liegt beiderseits der Neiße, in Deutschland und in Polen, und ist als staatenübergreifende Welterbestätte von der UNESCO anerkannt. Die Stadt teilt ihn sich mit dem polnischen Nachbarort Łęknica auf dem östlichen Flussufer.

Die Anfänge liegen im Mittelalter. Muskau entstand im 13. Jahrhundert im Zuge der Ostsiedlung an der Stelle einer slawischen Fluchtburg, als Handels- und Manufakturplatz an der Neiße, und in der zweiten Hälfte der 1240er Jahre wird es als Muschov zum ersten Mal genannt. Eine lateinische Urkunde von 1268, die den Grenzverlauf zwischen den Ländern Bautzen und Görlitz beschreibt, erwähnt den Ort ebenfalls. Das Stadtrecht verlieh Wenzel von Bieberstein im Jahr 1452, der die Herrschaft 1447 gekauft hatte.
Die Herrschaft blieb lange in adliger Hand. Die Standesherrschaft Muskau gehörte bis 1551 den von Bieberstein, deren Hirschhorn der Wilde Mann im Stadtwappen trägt. Seit dem Dreißigjährigen Krieg bis 1798 waren die Reichsgrafen Callenberg Standesherren, dann die Grafen Pückler. Fürst Hermann von Pückler-Muskau verkaufte sie 1845, im Jahr darauf kam sie an einen niederländischen Prinzen, und bis 1945 gehörte sie den Grafen von Arnim.
Der Ort hat viel Unglück erlebt. Im Zornfeuer von 1766 brannte die Stadt vollständig nieder, nur die Stadtkirche und das Schloss auf dem Burglehn blieben verschont. Beim Rückzug der napoleonischen Armee aus Russland schleppten württembergische Kürassiere 1813 den Flecktyphus ein, und etwa ein Fünftel der Bevölkerung starb daran. Die Einwohner lebten mit wenigen Ausnahmen in Erbuntertänigkeit, die erst nach 1815 unter preußischer Herrschaft endete.

Der Boden gab Arbeit. Wegen reicher Tonvorkommen entwickelte sich ein starkes Töpferhandwerk, in dessen Blütezeit vom 17. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts bis zu 20 Meister tätig waren und Steinzeuggefäße bis nach Wien geliefert wurden. Wegen der Brandgefahr siedelten die Töpfer in der Südvorstadt, die noch heute Schmelze heißt. Der Alaunabbau bei der Stadt wurde 1573 erstmals urkundlich erwähnt und 1864 eingestellt, und im 19. Jahrhundert baute man zwischen Muskau und Weißwasser auch Braunkohle ab.
1815 begann Graf, später Fürst Pückler, einen Landschaftspark anzulegen, im Stil englischer Landschaftsgärten. Zu seinen charakteristischen Gestaltungselementen gehören wohlüberlegte Wege, die den Besucher immer wieder aus dem Blick rückten, und überraschende Sichtachsen. Um den Park vergrößern zu können, setzte Pückler nach 1816 das Dorf Köbeln vom rechten auf das linke Neißeufer um, das um 1814 nach Plänen seines Generalinspektors Leopold Schefer als Musterdorf neu angelegt worden war.
Das Alte Schloss wurde im 16. Jahrhundert als Torhaus im Renaissancestil errichtet, das Neue Schloss von 1646 bis 1653 als barocke Dreiflügelanlage und von 1864 bis 1866 im Neorenaissancestil umgestaltet. Es wurde 1945 zerstört und zwischen 1995 und 2011 rekonstruiert. Die Orangerie im Schlosspark entstand 1844 nach einem Entwurf von Ludwig Persius, und in der Nähe stehen das Historische Botanische Winterhaus Pücklers und das selbst entworfene Haus des Dichters Leopold Schefer. Dessen Grab und das der Machbuba liegen ebenfalls im Park.
Für Fußgänger und Radfahrer führen neben der Postbrücke die Englische Brücke und die Doppelbrücke über die Neiße. Zwei Welterbe-Einträge der Denkmalliste beziehen sich auf den Park, den Fürst-Pückler-Park Bad Muskau und den Muskauer Park als Sachgesamtheit.

Auch die Muskauer Heide, ein großes Waldgebiet am südlichen Stadtrand, gehört zur Landschaft; in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre entstand dort das erste Revier der in Deutschland wieder heimischen Wölfe.
1815 wurden auf dem Wiener Kongress der nördliche und der östliche Teil der Oberlausitz dem Königreich Preußen zugeteilt, und Muskau gehörte fortan zur Preußischen Oberlausitz in der Provinz Schlesien. Erst 1945 kam der westliche Teil des Kreises nach dem Kriegsende zum Land Sachsen.
Am Ende des Zweiten Weltkriegs zerstörten Artilleriebeschuss der Sowjetarmee, die über die Neiße drängte, und der 2. Polnischen Armee die Stadt weitgehend. Im Herbst 1945 brannten das Schloss und große Teile der Stadt nieder, und im Juli 1945 wurde die Standesherrschaft entschädigungslos enteignet. Die Stadtkirche wurde im April 1959 gesprengt. Die Grenzziehung entlang der Oder-Neiße-Linie machte aus den Stadtteilen östlich der Neiße die Gemeinde Łęknica, zu deren Fluren große Teile des Pückler-Parks gehören.
Aus der Teilung ist eine Partnerschaft geworden. Seit 2003 besteht sie mit Łęknica, drei Jahre später kam mit Bolków an der Wütenden Neiße eine weitere deutsch-polnische Partnerschaft hinzu, und alle drei Städte gehören der Euroregion Neiße an. Der Grenzübergang an der Postbrücke tangiert den Park und führt zu einem polnischen Markt. Auf Deutsch wie auf Sorbisch heißt der Ort Muskau bzw. Mužakow; das Sorbische ist zweite Amtssprache, wird aber nur noch von wenigen Einwohnern gesprochen.
Zum Namen gehört der Zusatz Bad. Er wurde der Stadt 1961 nach dem Bau eines Kurheims verliehen, und spätestens seit 2006 ist Bad Muskau ein staatlich anerkannter Kurort mit dem Status eines Ortes mit Moorkurbetrieb.
Die Stadt besitzt eine Sole-Quelle und eine Vitriol-Quelle. Im Kavaliershaus am Neuen Schloss befand sich von 1950 bis 2009 ein Moorbad, und das Sanatorium Hermannsbad ist ein Holzbau aus dem 19. Jahrhundert.
Neben dem Park hat die Stadt weitere Bauten aus mehreren Jahrhunderten. Die evangelische Jakobskirche wurde 1564 erbaut und 1855 vollständig erneuert und mit einem Turm versehen. Die katholische Kirche St. Maria Himmelfahrt entstand von 1870 bis 1873 als Backsteinbau im Rundbogenstil. Im Bergpark über der Stadt steht die Ruine der Bergschen Kirche, ein restaurierter Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert. Das Kino von 1939 gehört ebenfalls zu den älteren Gebäuden der Stadt.

Auch die Erinnerungskultur ist sichtbar. Der Hungerstein von 1773 erinnert an die große Hungersnot im Winter 1772/1773, ein sowjetisches Ehrenmal von 1945 an die Kämpfe zum Ende des Krieges, und am Postplatz erinnert seit 1965 ein Mahnmal an örtliche Opfer des Faschismus, unter denen 14 Personen namentlich genannt sind.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: WH
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.






