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Bad Nauheim hatte am 31.12.2025 32.700 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 67 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Bad Nauheim
Bad Nauheim ist eine Kurstadt im Wetteraukreis, die bis 1869 Nauheim hieß und seit dem 15. Juni 2025 offiziell Kurstadt Bad Nauheim heißt. Sie liegt am Ostrand des Taunus und wird von der Wetter und der Usa durchflossen.

Frankfurt am Main liegt 28 Kilometer südlich. Am 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 32.700 Einwohner. Ihr Selbstverständnis ist das einer Kurstadt. Seit im Jahr 1846 der Große Sprudel gefunden wurde, dreht sich hier vieles um die Behandlung von Herz und Kreislauf.
Schon in der Steinzeit siedelten Menschen bei den Solequellen. Die Kelten gewannen hier aus der Sole systematisch Salz, und Ausgrabungen im Stadtzentrum legten Teile einer riesigen Salinenanlage frei. Als Niwiheim taucht der Ort um 900 in einem Zinsregister des Klosters Seligenstadt auf.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts blühte die Saline auf, weil 1716 der Salzmeister Joseph Tedesco die Schwarzdorngradierung einführte. Das Große Rad, ein von der Wetter angetriebenes Wasserrad, entstand von 1745 bis 1748 und maß 9,8 Meter im Durchmesser. Ein 886 Meter langes Gestänge übertrug seine Kraft auf die Pumpen; davon stehen heute noch 170 Meter.
Im Jahr 1846 wurde der Große Sprudel gefunden. Das Besondere lag in der heilsamen Wirkung der natürlichen Kohlensäure in der Thermalsole, und daraus entwickelte sich das Heilbad für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Den Ausbau finanzierte eine Spielbank, die der Übergang an das Großherzogtum Hessen ermöglicht hatte, und die Gäste brachte die Eisenbahn. Am 9. November 1850 kam die Main-Weser-Bahn; mit dem Aufstieg zum Kurort folgten 1854 das Stadtrecht, verliehen vom letzten hessischen Kurfürsten, und 1869 der Zusatz Bad.

Um 1900 hatte Bad Nauheim als Kurort Weltrang mit Tausenden von Gästen. Später verlor der Krankenkassen-Kurbetrieb an Bedeutung, und die Stadt sichert ihren Status als Gesundheitsstadt heute vor allem durch Krankenhäuser und Spezialkliniken. Bad Nauheim beherbergt das Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung; 2011 erhielt es außerdem das Prädikat Kneippkurort.
Unter Leitung des Regierungsbauinspektors Wilhelm Jost entstand zwischen 1901 und 1912 eine einheitliche Gestaltung der Bade-, Kur- und Wirtschaftsanlagen. Hauptbauwerk war der Sprudelhof, ein Jugendstilbauwerk hohen Ranges. Zwischen 1910 und 1912 kam die hufeisenförmige Trinkkuranlage hinzu, und das 1862 bis 1864 erbaute Kurhaus wurde umgestaltet, mit einem Konzertsaal voller Jugendstilmalerei.

Um die Kuranlagen wuchsen Villenviertel und Luxushotels, darunter Carlton, Bristol, Waldorf-Astoria und Kaiserhof. Jost entwarf auch ein Elektrizitäts- und ein Heizwerk, das die größeren Gebäude mit Fernwärme versorgte; der Jugendstilkomplex östlich des Bahnhofs ist fast unverändert erhalten.
Im Dezember 2023 eröffnete die Sprudelhof Therme, die an das Sprudelhof-Areal anschließt. Seit 2021 zeigt das Jugendstilforum im Badehaus 3 Objekte und die Geschichte der Badekultur.

Im Zweiten Weltkrieg blieb die Stadt weitgehend verschont: Von Dezember 1941 bis Juni 1942 waren 130 US-Diplomaten in Jeschke’s Grand Hotel interniert, vermutlich blieben deshalb Luftangriffe fast aus. Ein Angriff am 20. Juli 1944 forderte 11 Tote und zerstörte 43 Gebäude. Am 29. März 1945 besetzten US-Truppen die Stadt.
Nach dem Krieg saßen Nachrichtenagentur und Rundfunk in Hotels und Villen; der spätere Hessische Rundfunk begann als Radio Frankfurt in Studios in Bad Nauheim.
Gäste- und Kulturgeschichte schrieb die Stadt daneben immer wieder. Schachgrößen wie Tal, Keres und Aljechin spielten hier, die Comedian Harmonists gastierten, und in den Hotelbars trat ein in Bad Nauheim gegründetes Orchester auf. Von Oktober 1958 bis März 1960 lebte Elvis Presley in der Stadt, der im nahen Friedberg Wehrdienst leistete; eine Fußgängerampel zeigt ihn heute als Figur mit Gitarre.





Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: SPA
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