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Bad Orb hatte am 31.12.2025 9.930 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 56 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Bad Orb
Bad Orb ist eine Kurstadt im Main-Kinzig-Kreis, bis 1909 hieß sie schlicht Orb. Sie liegt zwischen bewaldeten Bergen im Naturpark Spessart, in den Tälern der Orb und ihrer Nebenflüsse Haselbach und Leimbach. Am 31. Dezember 2025 zählte sie 9.930 Einwohner.

Der Name Orbaha taucht schon in einer Urkunde von 1059 auf, dort als Bezeichnung für den Fluss. Die eigentliche Ersterwähnung des Ortes stammt aus einer Urkunde vom 2. Oktober 1064.
Um 1244 erhielt Orb unter dem Stauferkaiser Stadtrechte, darunter das Recht, eine eigene Münze zu prägen, den Orber Hälbling. Von 1428 bis 1566 war die Stadt an die Grafen von Hanau verpfändet. Weil Hanau sich der Reformation zuwandte, Orb aber unter Mainzer Landeshoheit zurückkehrte, blieb die Stadt katholisch.
Im Dreißigjährigen Krieg schenkte der Schwedenkönig Gustav Adolf 1632 die Stadt den verbündeten Grafen von Hanau-Münzenberg, doch sie verloren sie 1634 wieder. Am 26. Juni 1814 kam Orb nach dem Pariser Frieden an Bayern, und 1866 musste Bayern das Gebiet an Preußen abtreten. Seit der Gebietsreform gehört die Stadt zum Main-Kinzig-Kreis, der am 1. Juli 1974 aus dem Kreis Gelnhausen hervorging.
Das Salz aus den Orber Solequellen prägte das Stadtbild über Jahrhunderte. Zwischen 1729 und 1748 entstand auf dem Gelände des heutigen Kurparks eine neue Saline, in deren Gradierwerken die Sole auf einer Gesamtlänge von 2050 Metern rieselte. Das weiße Gold erreichte Jahresmengen von bis zu 2000 Tonnen Salz.

Im Jahr 1837 gründete der Apotheker Franz Leopold Koch eine Solbadeanstalt, als sich die Salzgewinnung nicht mehr lohnte. Im Jahr 1884 eröffneten die Brüder Friedrich und Wilhelm Hufnagel eine Kinderheilanstalt mit Solebädern. Die Salzgewinnung selbst wurde 1899 endgültig aufgegeben. Seit 1909 ist Bad Orb staatlich anerkanntes Heilbad. Für den Kurpark wurden alle Gradierwerke abgerissen bis auf eines, das 1806 errichtet worden war.

Nach einer Krise um die Jahrtausendwende setzte die Stadt auf die 2010 eröffnete Toskana-Therme. Heute hängen nach Angaben der Kur-Administration etwa 70 % der Arbeitsplätze an Gesundheitswesen, Kurbetrieb und Tourismus.
Als die Zigarrenindustrie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus Hanau ins Umland zog, kam sie auch nach Orb. Im Jahr 1865 kaufte die Hanauer Firma Oldenkott und Co. die Burg und baute sie zur Zigarrenfabrik um.
Um 1900 fanden rund 500 Frauen und Männer, jeder siebte Einwohner, ihren Lohn in einer der Fabriken. Die Marken hießen etwa Deutschmeister, Flottenchef oder Kurdirektor. Die letzte Zigarrenfabrik schloss 1974.
In der Revolutionszeit wehrte sich die Stadt gegen eine Einquartierung. Am 1. Dezember 1848 zogen 36 Soldaten in die zur Kaserne umfunktionierte Kleinkinderbewahranstalt am Untertor, und die Gemeinde musste sie bezahlen. Am 2. März 1849 alarmierte die Sturmglocke des Rathauses die Bürger, die die Kaserne einnahmen und die Truppe vertrieben.
Die Obrigkeit schickte ein Kommando mit 500 Soldaten, 70 Pferden und 4 Kanonen, das am 5. März vor der Stadt eintraf. Nach Blindschüssen ergab sich die Stadt ohne Widerstand. Im Mai 1850 wurden von 32 Beschuldigten nur neun verurteilt, mit milden Strafen.
Von Dezember 1939 bis April 1945 bestand das Stammlager IX B an der Wegscheide. Anfangs waren dort vor allem Franzosen, Briten und Polen gefangen, ab Mitte 1941 überwiegend Männer aus der Sowjetunion. Dort waren zwischen 20.000 und 30.000 Kriegsgefangene untergebracht, die bei der Salzgewinnung, in der Industrie und in der Landwirtschaft Zwangsarbeit leisten mussten. Viele starben an Hunger, schlechter Unterbringung und Typhus, allein 1.430 russische Gefangene liegen in Massengräbern, und im Januar 1945 wurden 350 Männer in das KZ Buchenwald deportiert.
Etwa einen Kilometer südlich des Lagers liegt heute der Waldfriedhof Wegscheide mit den Massengräbern der sowjetischen Gefangenen. Nach dem Krieg lebten in den Baracken bis 1955 zeitweise bis zu 3000 Heimatvertriebene.





Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: SPA
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