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Bad Reichenhall hatte am 31.12.2025 18.284 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 63 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Bad Reichenhall
Zwischen den Ausläufern der Berchtesgadener und der Chiemgauer Alpen liegt Bad Reichenhall im Saalachtal, auf 470 m Höhe. Das Stadtgebiet umfasst 41,92 Quadratkilometer, und am 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 18.284 Einwohner. Sie ist Große Kreisstadt und Kreisstadt des Landkreises Berchtesgadener Land.

Vier Jahrtausende Siedlungsgeschichte hängen hier eng mit der Salzgewinnung aus Sole zusammen, und das Alpensalz der Stadt hat in Deutschland einen Marktanteil von über 50 Prozent. Aus dem Salzort wurde im 19. Jahrhundert ein Kurort.
Grabfunde der Urnenfelderzeit und ein keltisches Kultzentrum im Langackertal belegen eine frühe Besiedlung. In der römischen Provinz Noricum trieben die Römer die Salzproduktion voran, und ad salinas wurde zu einer leistungsfähigen Saline. Ab etwa 700 lässt sich die Geschichte des Gebietes aus Quellen beschreiben; der Ortsname lautete zunächst nur Hal, wahrscheinlich nach dem althochdeutschen Wort für Salzbergwerk oder Saline. Durch eine Schenkung des Herzogs Theodo an den Bischof Rupert besaß das Bistum Salzburg ein Drittel der Saline, und Reichenhall war für etwa 500 Jahre ein wirtschaftlich bedeutender Standort der Salzburger Kirche.

Eine eigene Hallgrafschaft unter dem Grafen Arnold von Dießen, um 1070 gebildet, organisierte und überwachte den Salzhandel. Ein Castrum Halla ist 1144 erstmals belegt, 1159 wird der Ort als civitas bezeichnet; aus diesem Anlass feierte die Stadt 2009 ihr 850-jähriges Stadtjubiläum. Der Salzhandel schuf noch vor der ersten Jahrtausendwende den Handelsweg Goldener Steig nach Böhmen.
Der Streit um das Salz endete mit Zerstörung. 1185 kaufte der Salzburger Erzbischof Salzlagerstätten am Dürrnberg und brach damit das Monopol der Reichenhaller Saline. 1196 führte eine Strafexpedition des Erzbischofs Adalbert gegen die Stadt zu ihrer nahezu völligen Vernichtung, nur das Kloster St. Zeno blieb verschont. Die Stadt wurde auf kleinerer Fläche neu errichtet und erhielt eine Stadtmauer, die heute noch teilweise steht.

Weil die Saline an ihre Kapazitätsgrenze stieß, wurde die Sole zwischen 1617 und 1619 über eine Leitung nach Traunstein geführt, von 1808 bis 1810 weiter bis nach Rosenheim, und 1817 kam eine 29 Kilometer lange Leitung vom Salzbergwerk Berchtesgaden nach Reichenhall hinzu. Um Brennholz zu sparen, wurden ab 1745 Gradierwerke gebaut, die schließlich 720 Meter lang wurden und das Tal prägten. Zwischen 1782 und 1784 modernisierte Johann Sebastian von Clais die Saline; die Baukosten von 100.000 Gulden amortisierten sich wegen der besseren Abwärmenutzung schon nach kurzer Zeit.
Am Abend des 8. November 1834 gegen 22:30 Uhr geriet das hölzerne Dach des Karl-Theodor-Sudhauses durch brennenden Ruß in Brand, und ein Stadtbrand brach aus. Starker Südwestwind trug das Feuer über große Teile der Stadt. 278 der 302 Häuser waren völlig zerstört, dazu die Anlagen der Saline mit Brunnhaus, Sudhäusern und Verwaltung. Etwa ein Dutzend Menschen starben.
König Ludwig I. wollte einen repräsentativen Neubau der Saline. Er stellte 10.000 Gulden bereit, um angrenzende Bürgerhäuser zu erwerben und Freiflächen gegen Brandübergriffe zu schaffen, insgesamt 51 Brandstätten. An der Planung waren Friedrich von Gärtner und Joseph Daniel Ohlmüller beteiligt. 1838 wurde der Grundstein des Hauptbrunnhauses gelegt, ab 1840 liefen die Pumpen, 1844 nahm das erste Sudhaus den Betrieb auf und 1851 war das letzte fertig. Die Alte Saline war bis 1929 in Betrieb und ist heute als Industriedenkmal zu besichtigen. Den Florianibrunnen bauten die Anwohner 1885 aus Dank dafür, dass ihre Häuser vom Feuer verschont geblieben waren.
Die Kirchbergquelle wurde 1713 erstmals als Heilquelle belegt. Den ersten Kurbetrieb eröffnete 1846 Ernst Rinck mit der Sole- und Molkenkuranstalt Achselmannstein, und der Apotheker und Bürgermeister Mathias Mack begründete gemeinsam mit ihm den Kurbetrieb in Reichenhall. König Maximilian II. machte im Sommer 1848 einen Kuraufenthalt, ihm folgte der Adel aus Deutschland, Österreich-Ungarn und Russland. 1856 gelang Mack erstmals die Gewinnung von Latschenkiefernöl, das ein wichtiges Kurmittel wurde.
Seit dem 7. Juni 1890 darf die Stadt den Zusatz Bad führen, 1899 wurde sie Königlich Bayerisches Staatsbad. 1900 entstand das Kurhaus, das als Altes Kurhaus bis heute existiert, und 1911 wurde das erste Sanatorium eröffnet. Bis zur Jahrhundertwende entstanden in der Stadt unzählige Villen und Hotels für die Gäste. Zum Kurbetrieb gehörten auch die Predigtstuhlbahn und das Kurmittelhaus der Zwischenkriegszeit.

Der Kurbetrieb kam 1944 zum Erliegen, der Ort wurde zu einem riesigen Lazarett. Bis Ende 1944 wurden in Stadt und Umgebung 23 Lazarette eingerichtet, unter anderem in Pensionen, Kuranstalten und Schulen. Das Grandhotel Axelmannstein wurde als Ausweichkrankenhaus für das stark bombardierte München umgerüstet. Am 25. April 1945 folgte kurz vor Kriegsende ein alliierter Bombenangriff mit mindestens 215 Todesopfern, überwiegend Frauen und Kindern.
Mit dem Kriegsende begann auch politisch ein Neuanfang. Nach dem Krieg gehörte Bad Reichenhall zur amerikanischen Besatzungszone, und am 4. Januar 1946 wurde Hitler und weiteren Nationalsozialisten die 1933 verliehene Ehrenbürgerwürde wieder aberkannt. Auch der Kurbetrieb wuchs danach wieder. Am 20. Juli 1988 wurde das Kurgastzentrum eröffnet, das mit rund 60 Millionen DM überwiegend der Freistaat finanzierte. Dann kam die Gesundheitsreform von 1996, die Kuren als Kassenleistung stark einschränkte und zu einem spürbaren Rückgang der Kurgastzahlen führte. Die Stadt versuchte gegenzusteuern, unter anderem mit der 2005 errichteten Rupertustherme, die 32 Millionen Euro kostete.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: SPA
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Am Ende gewann Bayern. Ab 1493 kaufte Herzog Georg der Reiche die meisten Sudhäuser auf, sein Nachfolger führte die Verstaatlichung fort und ließ durch Erasmus Grasser einen neuen Salzbrunnen und ein steinernes Brunnhaus mit Kapelle bauen, die 1512 fertig waren. 1529 legte der Mühldorfer Vertrag im Waldbuch die Grenzen der Salinenwälder fest, um das Holz für das Sieden nachhaltig zu sichern. Im September und Oktober 1809 belagerten Tiroler unter Josef Speckbacher die Stadt, und die Stadtmauer bewahrte sie vor Eroberung.






