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Bad Saarow hatte am 31.12.2025 6.242 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 58 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Bad Saarow
Bad Saarow liegt am Scharmützelsee, etwa 70 Kilometer südöstlich von Berlin. Die Gemeinde umfasst 50,36 Quadratkilometer und liegt auf 45 m Höhe. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Gemeinde 6.242 Einwohner.

Sie gehört zum Landkreis Oder-Spree, ist Verwaltungssitz des Amtes Scharmützelsee und trägt als Kurort die Artbezeichnung Thermalsole- und Moorheilbad. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2002 wurde der Gemeindename von Bad Saarow-Pieskow in Bad Saarow geändert. Auf der Regionalbahn RB 35 gelangt man von Fürstenwalde in den Ort. Über Schleusen und Kanäle besteht eine Wasserstraßenverbindung zur Spree.

Prägend sind die waldreichen, parkähnlichen Grundstücke der Villenkolonie, die Ludwig Lesser mitplante.
Urkundlich fassbar wird Saarow im Jahr 1463, als die von Löschebrand das Dorf am Nordende des Scharmützelsees erwarben. Sie blieben bis 1862 Besitzer. Um 1774 lebten in den drei Gutsdörfern Saarow, Pieskow und Silberberg zusammen nur 225 Menschen. Als Theodor Fontane 1881 vorbeikam, gab es dort nach seinen Worten nicht viel zu sehen.
Der Wandel begann 1905 mit einer regelmäßigen Dampfschifffahrtslinie auf dem See. Noch 1905 ging das Gut Saarow an die Landbank AG in Berlin. Diese ließ in den Jahren 1907/08 eine Landhaus-Kolonie in der Seestraße bauen, für die der Gartenarchitekt Ludwig Lesser die Pläne lieferte.
Der Wasserturm mit einem 1000-Kubikmeter-Behälter entstand in den Jahren 1908 bis 1909. Eine Badeanstalt eröffnete 1911. Die Bahnstrecke Fürstenwalde–Beeskow mit den Bahnhöfen Saarow und Pieskow war 1912 fertig. Das Moorbad entstand 1914 als dreiflügelige Anlage nach Plänen von Emil Kopp.
Am 7. August 1912 landete Viktor Hess mit seinem Ballon in Pieskow, nachdem er auf der Fahrt die Höhenstrahlung entdeckt hatte. Er erhielt 1936 den Nobelpreis für Physik.
Der Gutsbezirk Saarow bekam 1923 den Zusatz Bad und wurde zur Gemeinde Bad Saarow. Im Jahr 1927 erschloss man in 175 m Tiefe eine Chlor-Kalzium-Heilquelle.
Die Goldenen Zwanziger machten Bad Saarow zum bevorzugten Erholungsort, an dem sich die Berliner Film- und Kulturszene traf. Max Schmeling und Harry Liedtke erwarben hier Anwesen und Seegrundstücke. Maxim Gorki hielt sich 1922 und 1923 zur Erholung in Saarow auf.
Auch privat fand die Prominenz hier ihren Ort. Die evangelische Kirche, 1922 eingeweiht, entwarf Emil Kopp. Dort heiratete am 22. Juli 1933 Max Schmeling seine Verlobte Anny Ondra.
Heute zeigt seit 2002 der Verein KUNSTraum Saarow in einer Galerie wechselnde Ausstellungen, Lesungen und literarisch-musikalische Abende.
In der DDR blieben große Teile des Ortsgebiets fast 40 Jahre lang wegen militärischer Nutzung unzugänglich. Die Nationale Volksarmee besaß viele Anwesen, darunter das zentrale Armeelazarett, aus dem ab 1981 die Militärmedizinische Akademie der NVA wurde. Die GUS-Truppen räumten im August 1994 das Sanatoriumsgelände.
Der Bau der Erdfunkstelle Neu Golm begann 1972. Stillgelegt wurde die Anlage 1996.
Nach der Wende wandte sich der Ort wieder dem Kurbetrieb zu. Die unbefristete staatliche Anerkennung als Heilbad kam am 19. Dezember 1998, und am 15. Dezember 1998 wurde die SaarowTherme eröffnet. Die Artbezeichnung Thermalsole- und Moorheilbad erhielt Bad Saarow am 6. Dezember 2000. Das Helios Klinikum führt die Militärmedizinische Akademie fort und hat 17 Fachabteilungen.




Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: SPA
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