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Bad Urach hatte am 31.12.2025 12.705 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 53 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Bad Urach
Bad Urach liegt im Tal der Erms, an der Stelle, an der die Elsach in den Fluss mündet. Die Stadt sitzt auf 463 m und umfasst 55,42 Quadratkilometer. So tief das Tal auch eingeschnitten ist: Gesteinsuntergrund und Umgebung gehören in allen Richtungen zur Schwäbischen Alb, und mehrere Seitentäler laufen hier zusammen, weshalb von einem Talknoten die Rede ist. Am 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 12.705 Einwohner.

Der Name geht auf die Wörter für Auerochse und Bach zurück, gemeint ist also eine Siedlung am Auerochsenbach.
Was Besucher hierherzieht, sind vier Dinge, die selten zusammenfinden: eine württembergische Grafenresidenz, ein Marktplatz mit Fachwerk, ein Wasserfall am Albtrauf und Thermalwasser aus großer Tiefe. Dazu kommt ein Schäferfest, das nur alle zwei Jahre stattfindet.
Lange bevor es die Stadt gab, war der Runde Berg über dem Tal besiedelt. Auf ihm lag in der Spätantike und im frühen Mittelalter eine bedeutende alamannische Höhensiedlung, ein Machtzentrum der Alamannen. Die heutige Siedlung entstand wahrscheinlich um 1100 mit Markt und Pfarrei, nachdem die Vorfahren der Grafen von Urach und Achalm ihren Stammsitz in Dettingen aufgegeben hatten.
Mit dem Verkauf der Burg Hohenurach begann der Aufstieg zur Residenz. 1265 verkaufte Graf Heinrich von Fürstenberg die Burg und die meisten Besitzungen an Graf Ulrich von Württemberg. Als Württemberg geteilt war, von 1442 bis 1482, diente Urach als Sitz des Grafen der Uracher Linie. Weit über die Stadt hinaus bekannt wurde die Uracher Hochzeit zwischen Eberhard im Bart und Barbara Gonzaga, bei der der Graf seine Macht vorführte.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort zum Schauplatz einer Belagerung. Wenige Tage nach der verlorenen Schlacht bei Nördlingen erschienen am 9. September 1634 bayerische Reiter in der Gegend. Zwölf Tage lang hielt die Stadt der Übermacht stand und lehnte mehrere Aufforderungen zur Kapitulation ab. Am 2. November 1634 explodierte im Hundsstall der Pulverturm, worauf der Verteidiger die Stadt aufgab und auf die Burg floh. Zur Strafe wurde Urach fünf Tage lang der Plünderung preisgegeben.
Die Folgen trafen das ganze Amt. Allein bis Ende 1637 wurden 18.000 Soldaten in Stadt und Amt einquartiert; 27 Dörfer gingen dabei in Flammen auf. Wirtschaftlich musste der Ort nach dem Krieg neu anfangen, und er tat es mit Leinen. Der Kaufmann Stephan Schwan bemühte sich ab 1641, die Leinenweberei wieder aufzubauen, und wollte mit einer Monopolgesellschaft den Leinwandhandel in Stadt und Amt kontrollieren. Er starb kurz vor der herzoglichen Bewilligung, und so gründeten nach seinem Tod im Jahr 1661 seine Erben die Uracher Leinwandhandlungs-Compagnie, an der sich der Herzog selbst beteiligte.
Später blieb Urach Verwaltungssitz. Auch nach der Gründung des Königreichs Württemberg war es Sitz eines Oberamts, und 1873 kam mit der Ermstalbahn der Anschluss an die Schiene. 1938 wurde das Oberamt aufgelöst, die Stadt fiel an den Landkreis Reutlingen.
Das Bild der Stadt prägen Bauten, die fast alle aus der Zeit der Grafenresidenz stammen. Die Stiftskirche St. Amandus ist eine bedeutende spätgotische Kirche mit Netz- und Sterngewölbe. Sie wurde von 1475 bis 1499 unter Eberhard im Bart gebaut, zunächst unter dem Werkmeister Hans Koch, nach dessen Tod vollendete sie ab 1481 der Steinmetz Peter von Koblenz. Ihr Turm wurde von 1896 bis 1901 erhöht.
An der Nordseite liegt das Stift Urach, das Eberhard im späten 15. Jahrhundert für die Brüder vom gemeinsamen Leben gründete. Seit 1980 ist es das Einkehrhaus der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Kirche und Stift bilden zusammen ein klösterliches Ensemble.
Das Schloss Urach wurde im 15. Jahrhundert erbaut und diente ab 1442 als Residenz, solange Württemberg geteilt war. Hier kamen Eberhard im Bart und Herzog Christoph von Württemberg zur Welt. Im Palmensaal hängt eine Ahnenprobe, die die enge Verwandtschaft des Hauses Württemberg mit europäischen Fürstenhäusern belegen sollte. Heute ist das Schloss ein Museum, in dem auch eine Ausstellung barocker Prunkschlitten aus dem Landesmuseum Württemberg zu sehen ist.
Einen ganz anderen Zweck hatte die Webervorstadt. Vier Häuserzeilen mit zusammen 29 Häusern bilden die Webervorstadt, entworfen von Heinrich Schickhardt; gebaut wurde sie 1599 unter Herzog Friedrich dem Ersten. Das Rathaus am Markt stammt aus dem Jahr 1440 und wurde 1562 erweitert. Den spätmittelalterlichen Marktplatz säumen Fachwerkhäuser, unter ihnen das Beginenhaus.

Das Fest, das die Stadt weit über das Tal hinaus bekannt macht, ist der Uracher Schäferlauf. Er findet nur in ungeraden Jahren statt und wechselt sich mit dem Stadtfest ab. Zum 300-jährigen Jubiläum stellte man 2023 auf dem Marktplatz ein Denkmal von Peter Lenk auf, das das Schäferfest in seinem ursprünglichen Kern zeigt.
Neben dem Schäferlauf gibt es Feste anderer Art, etwa die Herbstlichen Musiktage als Festival der klassischen Musik und die Rock Days, ein zweitägiges Festival mit Bands aus der Region.
Und auch eine Sage gehört zur Stadt: Einer Sage zufolge wurde die Brezel in Bad Urach erfunden, und zwar vom Hofbäcker Frieder, den der Graf vor die Aufgabe stellte, ein Gebäck zu backen, durch das dreimal die Sonne scheint. Ähnliche Sagen gibt es allerdings auch an anderen Orten, etwa im nahen Altenriet.
Seit 1983 trägt die Stadt das Bad im Namen: Sie ist staatlich anerkannter Luftkurort und Heilbad. Im Kurzentrum liegen die AlbThermen, deren Wasser aus zwei Heilquellen in 770 Metern Tiefe stammt. Es hat eine Quelltemperatur von 61 Grad und speist Becken mit Badetemperaturen zwischen 32 und 38 Grad.
Der Kurpark verbindet die Thermen mit dem Haus des Gastes, zwei Kliniken und zwei Hotels, die Erms durchfließt ihn, und mehrere Bronzestatuen stehen darin. Zur Erholung, die der Kurort verspricht, gehört auch die Landschaft am Albtrauf. Der Uracher Wasserfall wird aus einem kalkhaltigen Quellgebiet gespeist und hat im Lauf der Zeit eine Spitze an den Hang der Alb gebildet. Seit Januar 2014 gibt es fünf geprüfte Premiumwanderwege, die zusammen die Grafensteige bilden.
So verbindet die Stadt, was anderswo getrennt bleibt: Wer hier ankommt, badet am Morgen im Thermalwasser, steht mittags im Palmensaal der Grafen und geht abends am Wasserfall entlang.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: IKE, FW
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