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Bad Wimpfen hatte am 31.12.2025 7.725 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 69 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Bad Wimpfen
Bad Wimpfen zeigt sich dem Neckartal in zwei Höhenlagen. Unten in der Aue liegt Wimpfen im Tal, der ältere Teil, oben auf der Hangkante steht Wimpfen am Berg mit den Resten der Kaiserpfalz. Beides steht am linken Neckarufer, gut 10 km nordnordwestlich von Heilbronn, und wirkt von weitem wie eine Kulisse aus Türmen und Giebeln. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 7.725 Einwohner.

Drei Eigenheiten machen den Ort ungewöhnlich. Die Staufer bauten hier eine Königspfalz, deren Mauern und Türme noch stehen. Im 19. Jahrhundert lebte die Stadt von Salzsole und wurde Kurort. Und sie gehört staatsrechtlich bis heute nicht zweifelsfrei zu dem Land, dessen Behörden sie verwalten — eine Erbschaft der Zeit, in der Wimpfen eine hessische Exklave war.

Der Ausgangspunkt liegt unten am Fluss. Gegenüber der Jagstmündung legten die Römer ein Kastell an, und aus der zugehörigen Zivilsiedlung wurde der Hauptort eines Verwaltungsbezirks namens Civitas Alisinensium, den Mauer und Graben schützten. Rund 19 Hektar lagen innerhalb dieser Mauern. Wie die Stadt lateinisch hieß, weiß man bis heute nicht — ein ungewöhnlicher Befund für einen Ort dieser Größe.
Im 9. Jahrhundert kam der Ort an die Bischöfe von Worms; als Wimpina erscheint er im Jahr 829 erstmals in einer Urkunde. Eine Urkunde Ottos I. brachte dem Ort 965 das Marktrecht, und der Talmarkt, der daraus hervorging, wird bis heute jedes Jahr gefeiert. Die Stiftskirche St. Peter in der Talstadt geht in ihren Anfängen auf diese Epoche zurück und steht unter Denkmalschutz.
Die Bergstadt entstand später und überholte die Talstadt rasch. Ausgrabungen datieren den Bau der Pfalz auf die Zeit zwischen 1160 und 1170. Um 1200 stammen die meisten der erhaltenen Pfalzbauten, darunter der 58 Meter hohe Blaue Turm, der als westlicher Bergfried gebaut wurde und bis ins frühe 20. Jahrhundert als Wachturm diente. Heinrich VI. hielt hier nachweislich mindestens drei Mal Hof, Friedrich II. mindestens acht Mal; 1235 traf dieser in Wimpfen auf seinen aufrührerischen Sohn Heinrich VII.

Nach dem Niedergang der Staufer wurde Wimpfen um das Jahr 1300 Reichsstadt, und das Bürgertum setzte eine Ratsverfassung durch, die für umliegende Städte zum Vorbild wurde. 1487 erlaubte Friedrich III. der Stadt einen zweiten Markt vor Weihnachten; aus ihm ist der Weihnachtsmarkt geworden, den es bis heute gibt. Im 16. Jahrhundert war die Stadt eine Hochburg der Reformation: 1546 beauftragte der Rat Johann Isenmann mit ihrer Durchführung, und die Einwohnerlisten von 1588 verzeichnen nur noch etwa 30 Katholiken.
Das Ende der Blüte kam mit dem Krieg. 1622 trafen unweit der Stadt die Truppen des kaiserlichen Generals Tilly auf das Heer des Markgrafen Georg Friedrich von Baden-Durlach. Die Stadt wurde in den folgenden Jahren mehrfach geplündert, und 1648 war die Bevölkerung auf ein Zehntel des Vorkriegsstands geschrumpft; für Neubauten trug man Teile der staufischen Burganlagen ab. Der Gemminger Hof unweit des Roten Turms und das Alte Spital mit Bauteilen aus dem 13. Jahrhundert gehören zu dem, was die Jahrhunderte überstanden hat.
Salz hat die Stadt aus ihrer langen Armut geholt. Im Jahr 1817 gelang in der Saline Ludwigshalle erstmals die Förderung von Sole. Sie war Rohstoff für die beginnende Industrie und ließ sich zugleich therapeutisch nutzen, und so eröffnete 1835 das erste Kurhotel am Ort.

Der neue Wohlstand ist am Baubestand ablesbar — und an seinen Lücken. 1836 bekam die Stadt ein neues Rathaus. Wie wenig das staufische Erbe damals galt, zeigt ein Umbau aus derselben Zeit. Im selben Jahrzehnt jedoch, 1837, wurde die damals über 600 Jahre alte Pfalzkapelle zu einer Scheune umgebaut und erst 70 Jahre später in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Was heute selbstverständlich wirkt, war es lange nicht: Die historische Altstadt steht inzwischen vollständig unter Denkmalschutz.
Der Bahnanschluss machte aus dem Bad ein Geschäft. 1868 ging der Wimpfener Bahnhof in Betrieb, und der Kurbetrieb bekam kräftigen Auftrieb; Bäder und Kureinrichtungen wurden nach und nach ausgebaut. Am 26. April 1930 erhielt die Stadt den offiziellen Bädertitel, der seither im Namen steht. Wer nach dem Kern dieser Kurtradition fragt, findet ihn nicht in einem Gebäude, sondern in der Sole unter der Stadt.
Mit dem Reichsdeputationshauptschluss wurde die Reichsstadt zwischen zwei Herren aufgeteilt: die Stadt kam zunächst an Baden, Stift und Wormser Hof an Hessen-Darmstadt. Am 5. April 1803 wurde der Besitzerwechsel verkündet; Baden ließ sich auf einen Gebietstausch ein, weil sein übriges Territorium weit entfernt lag. Als Baden und Württemberg 1805/1806 das Umland annektierten, lag Wimpfen als hessische Exklave zwischen beiden Staaten.
Die Lage blieb kurios, war aber komfortabel: Die Stadt bildete, 40 km jenseits der hessischen Grenze, immer eine gesonderte territoriale Einheit. Erst 1874 wurde sie Teil des Kreises Heppenheim.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus der Kuriosität ein Rechtsstreit. Am 19. September 1945 proklamierte die amerikanische Militärregierung die Länder Groß-Hessen und Württemberg-Baden, und die hessische Exklave war nun vollständig von Württemberg-Baden umschlossen. Bei einer Volksbefragung am 29. April 1951 stimmten 57,3 % für den Wechsel in den Landkreis Heilbronn und 41,9 % für Hessen. Der Landtag beschloss am 18. April 1952 ein Gesetz, das die Stadt zum 1. Mai 1952 in den Landkreis Heilbronn umgliederte.
Beendet ist die Sache damit nicht. Hessen hält daran fest, dass die Stadt staatsrechtlich zu ihm gehöre, räumt aber ein, dass sie wie ein Bestandteil Baden-Württembergs behandelt werde. Eine Besonderheit betrifft die Katholiken: Für sie gilt in Bad Wimpfen der in Rheinland-Pfalz übliche Kirchensteuersatz von 9 %, während er im übrigen Baden-Württemberg 8 % beträgt. Wer heute durch die Gassen geht, merkt von alldem nichts — der Blaue Turm steht, und der Streit um die Landeszugehörigkeit ist ein Aktenvorgang geblieben.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
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