Kommst du über den Empfehlungslink einer Partnerin oder eines Partners zu uns, möchten wir dessen Kurzkennung 60 Tage lang im Cookie „ll_ref" speichern, damit eine spätere Registrierung richtig zugeordnet werden kann. Für die Nutzung von LageLuchs ist das nicht erforderlich — du kannst ohne Nachteil ablehnen und deine Entscheidung jederzeit über „Cookie-Einstellungen" im Seitenfuß ändern.
Bad Windsheim hatte am 31.12.2025 12.329 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 55 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Bad Windsheim
Bad Windsheim liegt in der Windsheimer Bucht, am südlichen Ende des Naturparks Steigerwald und nördlich des Naturparks Frankenhöhe. Unmittelbar südlich der Stadt fließt die Aisch, in die im Südwesten die Rannach mündet. Die Stadt sitzt auf 321 m und umfasst 78,24 Quadratkilometer. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 12.329 Einwohner.
Drei Linien prägen den Ort: die Sole, die lange Geschichte als Reichsstadt und ein großes Museum unter freiem Himmel. Den Zusatz Bad darf die Stadt seit dem 20. Juni 1961 führen.

Ein erster urkundlicher Hinweis auf eine Siedlung namens Uuinedisheim stammt aus dem Jahr 741, und aus ihm geht hervor, dass es im Ort schon eine Martinskirche gab. Der Name geht auf einen Personennamen Winid zurück, und die verbreitete Ableitung vom Weinbau gilt als falsch. Anlässlich der Gründung des Bistums Würzburg soll Herzog Karlmann die Windsheimer Martinskirche dem Würzburger Dom geschenkt haben, und für das Jahr 822 ist eine Bestätigung durch Kaiser Ludwig den Frommen belegt. Zuletzt wurde die Martinskirche 889 erwähnt, woraus auf eine Ursiedlung Kleinwindsheim geschlossen wird, während die heutige Stadt etwas später als zweite Siedlung entstand.
Noch 1234 wird Windsheim als Markt bezeichnet, und 1248 ernannte Kaiser Friedrich der Zweite den Ort zur Reichsstadt, die dem Kaiser unmittelbar unterstand. Im Jahr 1343 bestätigte Ludwig der Bayer der Stadt ihre Privilegien, und ein Jahr später ging sie eine enge politische Verbindung mit Nürnberg ein. Das Kloster Windsheim war 1291 gestiftet worden, und das Kloster Heilsbronn erwarb 1304 einen Hof, der den Mönchen als Quartier diente. Im Städtekrieg brannte Windsheim 1381 einmal nieder, und beim Zug von 1499 legte man den Weinturm nieder. Zwischen 1393 und 1402 wurde eine Lateinschule gegründet, und 1509 schuf Tilman Riemenschneider den Zwölfbotenaltar für die Kilianskirche.

Der Fränkische Reichskreis, dem Windsheim ab 1500 angehörte, hielt dort zahlreiche Kreistage ab. Die Mediatisierung nahm der Stadt 1802 ihren Reichsstadt-Status und übergab sie an Bayern. Ein kurzes preußisches Zwischenspiel im Jahr 1804 blieb Episode, denn 1810 fiel die Stadt endgültig an das Königreich Bayern. Mit dem zweiten Gemeindeedikt von 1818 erhielt sie den Rang einer Stadt mit Magistrat zweiter Klasse.
Seit 1522 wird in Windsheim nach der Weise Luthers gepredigt, und schon 1524/25 führte die freie Reichsstadt die Reformation ein. Im Jahr 1525 schlugen Bauernhaufen unter Florian Geyer und Gregor von Burgbernheim den Markgrafen Kasimir bei Windsheim. Auf dem Reichstag zu Speyer 1529 gehörten Vertreter der Stadt zur protestantischen Minderheit, was für eine kleine Reichsstadt ein gewagter Schritt war. 1530 trat Windsheim auf dem Reichstag dem Augsburger Bekenntnis bei, das Bürgermeister Hagelstein unterzeichnete.
In die Jahrzehnte nach der Reformation fällt auch die Hexenverfolgung der Reichsstadt. In den Jahren 1596 und 1597 wurden in Windsheim 25 Frauen als Hexen verbrannt.
Im Dreißigjährigen Krieg standen 1632 zweimal die Schweden unter Gustav Adolf in der Stadt. Danach wurde Windsheim zum Ausgangspunkt einer Frömmigkeitsbewegung. Der Pietismus verbreitete sich von Windsheim aus im Aischgrund; an seinem Anfang stand der Pfarrer Johann Heinrich Horb, an seinem Ende zu Beginn des 18. Jahrhunderts Bürgermeister Tobias Schumberg.
Im Novemberpogrom 1938 wurde das jüdische Gemeindehaus teilweise zerstört, und sechs jüdische Bürger wurden nach Dachau gebracht. Nach dem Krieg wurde die Stadt für einige Jahre Zuflucht für Überlebende. Unmittelbar nach dem Krieg entstand ein UNRRA-Lager für jüdische Verschleppte und Flüchtlinge, das Ende 1946 knapp 3000 Menschen beherbergte. Für jüdische Displaced Persons im Süden Deutschlands wurde die Stadt so zu einem wichtigen Anlaufort; es gab eine Jeschiwa und ein Rabbinat, und das Lager wurde Ende 1949 aufgelöst.
Die Solequellen beschrieb 1752 Wilhelm Simon Carl Hirsching als Gesundbrunnen auf dem Kehrenberg. In den Jahren 1902 und 1907 wurden Solequellen erbohrt, und 1906 entstand das Kurhaus. Als Bad wurde die Stadt am 20. Juni 1961 anerkannt, und 1971 entstand die Stiftsklinik Augustinum, aus der die heutige Klinik hervorging. Das Kur- und Kongress-Center öffnete 1999, und 2005 folgte mit der Franken-Therme eine Thermalbadelandschaft mit Wellness- und Saunabereich.
Der Salzsee der Therme misst 750 Quadratmeter, enthält eine vollgesättigte Sole von 26,9 Prozent und erhielt 2007 den Deutschen Tourismuspreis. Der Kurpark ist etwa 30 Hektar groß, und sein Kern ist eine Allee, die um 1730 erstmals angelegt wurde. Von April bis Oktober gibt es Promenadenkonzerte am Seerosenbrunnen im Kurpark.

Bei einem Feuer im Jahr 1730 wurde ein großer Teil der Stadt zerstört. Das Rathaus, ein schlossartiger Barockbau, entstand zwischen 1713 und 1717, brannte 1730 aus und wurde bis 1732 wieder errichtet. Die evangelische Stadtkirche Sankt Kilian wurde 1289 erstmals erwähnt und nach dem Stadtbrand von 1730 bis 1733 wieder aufgebaut. Andere Bauten sind älter. Die Seekapelle Sankt Maria am See wurde zwischen 1400 und 1405 erbaut. Der alte Bauhof von 1441 bis 1443 überspannt 360 Quadratmeter und gehört seit 1989 zum Fränkischen Freilandmuseum. Das 1291 gestiftete Augustiner-Eremiten-Kloster wurde 1525 aufgelöst, und für die 1559 gegründete Stadtbibliothek baute man um 1620 den erhaltenen Chor um.

Der 1928 als Kriegerdenkmal errichtete Roland ist acht Meter hoch und Teil einer elf Meter hohen Säule. Das Fränkische Freilandmuseum wurde 1982 eröffnet, und 2006 folgte in der sanierten Spitalkirche das Museum Kirche in Franken. Auf dem Museumsgelände zeigt das Freilandtheater seit 2004 im Sommer Eigenproduktionen. Der Tag der Franken fand 2009 und 2023 im Freilandmuseum statt.
Die Gießerei Heunisch-Guss beschäftigt in Bad Windsheim 586 Mitarbeiter. Am Bahnhof besteht eine Zustiegsmöglichkeit zur Nebenbahn zwischen Neustadt an der Aisch und Steinach bei Rothenburg. Für Luftfahrzeuge bis zu einem Abfluggewicht von 2000 kg steht der Sonderlandeplatz Bad Windsheim bereit.
Die Windsheimer Zeitung gibt es seit 1849, und seit 2022 gehört sie zur Fränkischen Landeszeitung. Als Ausrichter der Landesgartenschau ist Bad Windsheim für das Jahr 2027 vorgesehen.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: FW, SPA
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
