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Bad Zwischenahn hatte am 31.12.2025 29.613 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 64 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Bad Zwischenahn
Bad Zwischenahn liegt im Ammerland, 17 Kilometer westlich von Oldenburg, am Ufer des Zwischenahner Meeres. Das Meer, ein See über einem tief reichenden Salzstock, ist Mittelpunkt und Postkartenmotiv, doch der Ort ist mehr als Ausflugsziel. Moor, Baumschulen und ein Kurbetrieb geben ihm seinen Ton.

Ende 2025 zählte die Gemeinde 29.613 Einwohner. Eine Stadt ist Bad Zwischenahn trotz dieser Größe nie geworden: Ein Antrag auf Stadtrecht im Jahr 1974 blieb erfolglos, und so bleibt es eine Gemeinde, die von ihrem Ruf als Bad lebt.
Erste schriftliche Zeugnisse stammen aus dem Jahr 1124, als der Oldenburger Graf Egilmar die St.-Johannes-Kirche gründete; auf dieses Jahr legt man die Gründung des Ortes.

Die Chaussee von Oldenburg nach Westerstede 1837 und die Bahnstrecke Oldenburg–Leer dreißig Jahre später ließen Bevölkerung und Fremdenverkehr wachsen, und schon damals galt Zwischenahn als Naherholungsort. 1919 erhielt der Ort den Titel „Bad“, 1964 das Prädikat „Staatlich anerkanntes Moorheilbad“.
Die Kureinrichtungen betreibt die 1956 gegründete Kurbetriebsgesellschaft. Das Alte Kurhaus entstand 1874 und steht unter Denkmalschutz. 1997 wurde der Klinikbetrieb dort beendet, seither beherbergt es die Bibliothek am Meer.
Für die Landesgartenschau 2002 entstand im Ortsteil Rostrup ein Gelände, das heute Park der Gärten heißt, rund 14 Hektar groß mit 43 Themengärten. Das Freilichtmuseum Ammerländer Bauernhaus besteht seit 1910 und umfasst inzwischen 17 Häuser und Nebengebäude.
Die NSDAP hatte hier früh starken Rückhalt. Am 27. Mai 1932 sprach Adolf Hitler in Bad Zwischenahn vor über 10.000 Menschen, und bei der Landtagswahl im Freistaat Oldenburg zwei Tage später errang die Partei die absolute Mehrheit.
Aus jenen Jahren stammt der Wasserturm. In Teilen der Bevölkerung galt er lange als Beleg für die Aufbauleistung des Regimes; 2022 kam heraus, dass er nicht zuletzt den im Aufbau befindlichen Militärflughafen Adlerhorst in Rostrup versorgte, von dem später Bomber starteten.
In der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen, der heutigen Karl-Jaspers-Klinik, wurden über 1500 Menschen Opfer der Euthanasie; sie gehörte damit zu deren Hauptorten im Weser-Ems-Gebiet. Auf dem Gelände erinnert die Alte Pathologie Wehnen als Gedenk- und Dokumentationsstätte an die Opfer.
Gegen Kriegsende wurde der Bahnhof zum Ort eines schweren Eisenbahnunglücks. Am 20. November 1944 fuhr im Bahnhof ein Zug mit 1500 niederländischen Gefangenen aus der Razzia von Rotterdam auf einen stehenden Zug auf; 29 Menschen starben, 67 wurden verletzt.
Wirtschaftlich lebt die Gemeinde heute nicht nur vom Kurbetrieb. Das Landschaftsbild prägen die Baumschulen des Ammerlandes, denen das feuchte, küstennahe Klima zugutekommt; besonders Rhododendren gedeihen hier.
Dazu kam nach dem Krieg ein Unternehmen, das seine Herkunft im Namen trägt. Die Rügenwalder Mühle wurde 1834 in Rügenwalde in Pommern gegründet und 1946 ins Ammerland verlegt; seither hat sie ihren Sitz in Bad Zwischenahn.






Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: SPA
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