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Beelitz hatte am 31.12.2025 14.102 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 61 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Beelitz
Beelitz liegt südwestlich von Berlin und Potsdam am Rand der Zauche, und wer den Namen hört, denkt zuerst an Spargel. Seit 2013 steht das sogar auf den Ortsschildern: Die Stadt führt offiziell den Zusatz Spargelstadt. Doch Beelitz ist mehr als ein Feld mit weißen Stangen. Es ist ein alter Wallfahrtsort und eine Garnisonsstadt, und in seinem Umland liegen zwei große Anlagen des 20. Jahrhunderts: die Heilstätten, erst Lungenklinik für Arbeiter und später Militärhospital, und eine frühere Funkempfangsstelle.
Heute gehört Beelitz zum Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg und ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes. Wer sie verstehen will, muss die Heilstätten, die Funkempfangsstelle und die Landwirtschaft zusammen sehen. Das Stadtgebiet misst 181,3 Quadratkilometer und liegt etwa 40 Meter über dem Meeresspiegel. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 14.102 Einwohner.
Im Jahr 997 wurde in einer Urkunde ein slawischer Ort namens Belizi im Gau Bloni erwähnt. Sowohl Beelitz als auch das benachbarte Bad Belzig beanspruchen diese Urkunde für sich und damit eine mehr als tausendjährige Geschichte. Sicherer ist das Jahr 1247. Damals machte die Wunderblutlegende, nach der eine Hostie Bann- und Heilkraft erlangte, Beelitz zum Wallfahrtsort. Aus dieser Zeit stammt die Stadtpfarrkirche St. Marien und St. Nikolai, die schon 1247 erwähnt wird und seit 1511 eine Hallenkirche ist.
Als Garnisonsstadt wurde Beelitz 1731. Der Soldatenkönig brachte die Soldaten seiner neu aufgestellten Husareneskadrons in den Bürgerhäusern unter, unter ihnen Rittmeister Hans Joachim von Zieten. Ein paar Jahrzehnte später, 1789, baute der Bürgermeister und Postmeister Gottlieb Ferdinand Kaehne die Alte Posthalterei im Stil des spätbarocken Klassizismus, in der seit 1999 wieder das Heimatmuseum sitzt. Auch das Rathaus und die Bockwindmühle gehören zu den denkmalgeschützten Zeugen der Stadtgeschichte. Der Wasserturm von 1928 ist mit 44 Metern eines der Wahrzeichen der Stadt und beherbergte lange das Zauche-Museum. Bis 1849 war Beelitz Sitz eines königlichen Land- und Stadtgerichts, danach gab es zunächst eine Zweigstelle des Kreisgerichts Potsdam und seit 1879 ein Amtsgericht, das bis 1952 bestand. Ein Gebäude dieses Amtsgerichts steht bis heute unter Denkmalschutz.
Der Krieg berührte die Stadt 1813. Auf dem Rückzug aus Russland wurde der Nachtrupp der napoleonischen Armee im März bei Beelitz von Kosaken angegriffen, unterstützt von bewaffneten Beelitzern. Noch heute steckt eine Kanonenkugel in einer Hauswand an der Trebbiner Straße.

Der erste feldmäßige Spargelanbau in Beelitz geht auf das Jahr 1861 zurück. Damals legte der Glasermeister und Ackerbürger Karl Friedrich Wilhelm Herrmann die ersten Felder an. Aus diesem Anfang wurde ein Ruf, der bis heute trägt.
Heute ist der Spargel die Visitenkarte der Stadt. Das Spargelfest findet am ersten Juniwochenende statt, und ein Spargelmuseum erzählt von der Geschichte des Anbaus. Dass Beelitz seit 2013 offiziell Spargelstadt heißen darf, ist die späte Bestätigung einer Entwicklung, die im 19. Jahrhundert begann. Auf die Ernte folgt im September die Kürbisausstellung im Ortsteil Klaistow.
Die zweite Besonderheit liegt im Wald. Zwischen 1898 und 1930 errichtete die Landesversicherungsanstalt Berlin die Arbeiter-Lungenheilstätten, einen Klinikkomplex für Lungenkranke. Er bildete einen umfangreichen Krankenhauskomplex im Berliner Umland, und noch heute stehen die Neuen Heilstätten unter Denkmalschutz.
Nach 1945 änderte sich ihre Rolle: Bis 1994 diente die Anlage als Militärhospital der sowjetischen Armee. Hier lag von April 1990 bis März 1991 der an Leberkrebs erkrankte Erich Honecker, bevor er nach Moskau ausgeflogen wurde. Danach verfiel ein großer Teil der Gebäude, und Vandalismus richtete viel Schaden an.
Inzwischen wird das Gelände neu erfunden. Im Jahr 2015 wurde ein Baumkronenpfad eröffnet. Seit 2017 werden viele Gebäude saniert, zu Wohnraum umgebaut und durch Neubauten ergänzt. Einige Häuser dienen wieder der medizinischen Nutzung. Das Gelände ist damit zugleich Denkmal, Ausflugsziel und Neubaugebiet.
Die dritte Geschichte beginnt 1928. Die Firma Telefunken baute damals bei Schönefeld eine Empfangsstation für Verbindungen nach Übersee, zunächst vor allem mit den USA und Südamerika. Empfangen wurden Telegramme, Funkgespräche und Bildtelegramme, die über Lang- und Kurzwellen kamen und per Kabel nach Berlin weitergeleitet wurden. Später nutzte die DDR-Post die Anlage für Verbindungen nach Moskau, Peking, Kairo und Havanna.
Die Antennenanlagen waren weitläufig; zu ihnen gehörte eine Tannenbaum-Antenne aus vielen einzelnen Dipolen an hohen Stahlmasten. Um 1930 soll der Begriff Ohr zur Welt für Beelitz entstanden sein. Im April 1991 lief die letzte Sendung von Rügen Radio; danach wurde die Kurzwellen-Übertragung und mit ihr die Empfangsstelle überflüssig.
Von 1908 bis 1942 bestand in Beelitz die Israelitische Erziehungsanstalt, ein Heim für geistig behinderte Kinder und Jugendliche in der Trägerschaft des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes. Das Grundstück hatte die Stadt geschenkt, und im November 1908 begann der Unterricht mit zwanzig Jungen und vierzehn Mädchen, die hier eine schulische und handwerkliche Ausbildung erhielten. Im Jahr 1937 wurden dort noch 56 Kinder betreut. Im April und im Juni 1942 deportierte man die Kinder und ihre Erzieher in das Ghetto Warschau und in das Vernichtungslager Sobibor. Seit Ende der 1990er Jahre erinnert am Gymnasium eine Gedenktafel mit Davidstern an ihr Schicksal.
Der jüdische Friedhof an der Straße des Aufbaus wurde von den Nationalsozialisten zerstört und in der DDR-Zeit instand gesetzt. Seit 1988 erinnert dort eine Gedenktafel.
Zum 31. Dezember 2001 entstand die heutige Großgemeinde, als sich Beelitz mit den Orten des ehemaligen Amtes zusammenschloss.

Ein Ereignis der jüngeren Zeit hat die Stadt sichtbar gemacht: Von April bis Oktober 2022 fand hier die Landesgartenschau unter dem Motto Gartenfest für alle Sinne statt, mit 560.722 Besuchern.
Im Juni desselben Jahres breitete sich bei Beelitz ein Waldbrand auf etwa 200 Hektar aus. Der Brand gehörte zu einer Reihe großer Feuer, die in jenem Dürresommer vor allem Brandenburg und Sachsen trafen, und erreichte seinen Höhepunkt um den 18. Juni.



Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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