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Biberach an der Riß hatte am 31.12.2025 34.275 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 72 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Biberach an der Riß
Biberach an der Riß liegt im nördlichen Oberschwaben, auf 533 m Höhe, und das Stadtgebiet umfasst 72,15 Quadratkilometer. Am 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 34.275 Einwohner. Sie ist Große Kreisstadt und Hochschulstadt und ein Mittelzentrum der Region Donau-Iller.
Was Biberach von seinen Nachbarn unterscheidet, ist die Geschichte einer Stadt, die zwei Konfessionen gleichberechtigt verwalten musste. Katholiken und Protestanten teilten sich Kirche und Rat, und diese Ordnung hat Straßenbild, Feste und Selbstbild bis heute geprägt. Dazu kommt eine Dichtertradition, die von Christoph Martin Wieland ausgeht.
Erstmals erwähnt wurde der Ort 1083. Um 1170 entstand die Marktsiedlung, die 1226 zum ersten Mal als Stadt erscheint, und 1281 erhob Rudolf von Habsburg Biberach zur Reichsstadt. 1312 wurde das Ulmer Recht eingeführt. Das Spital, um 1239 als karitative Einrichtung für alle Bürger gegründet, besitzt bis heute Wälder und betreibt das Bürgerheim. Anders als andere Reichsstädte bildete Biberach kein Territorium über die Stadtgrenze hinaus, das Umland gehörte stets anderen Herrschaften. Mit der Baumwolle, die im 14. Jahrhundert eingeführt wurde, wuchs die Stadt zu einer bedeutenden Weberstadt heran; Barchent und Leinwand wurden in ganz Europa verkauft. Das zum Spital gehörende Dorf Baltringen war 1524 ein Zentrum des Deutschen Bauernkriegs.
Im Dreißigjährigen Krieg wechselte die Stadt mehrfach den Besitzer. Am 20. April 1632 besetzten schwedische Truppen sie. Am 2. Juni 1632 scheiterte ein kaiserlicher Sturm unter schweren Verlusten, am 27. September 1633 aber übernahmen die Kaiserlichen die Stadt, und schon am 25. März 1634 eroberten die Schweden sie zurück. Trotz der Kriegsschäden wuchs Biberach im späten 18. Jahrhundert auf über 4000 Einwohner und zog damit an Ravensburg vorbei, das im Spätmittelalter als Fernhandelsplatz weit wichtiger gewesen war.
Am 25. September 1802 nahm Baden die Stadt in Besitz, am 24. Oktober 1806 Württemberg, und 1810 wurde Biberach Oberamtsstadt. Die Stadtbefestigung, die mit moderner Artillerie militärisch überflüssig geworden war, wurde ab 1790 teilweise abgerissen; als 1836 die Torsperre und das Torgeld fielen, verschwanden die meisten Tore und Türme. Am 26. Mai 1849 wurde die Stadt an die Württembergische Eisenbahn angeschlossen.
Zum Kriegsende kam es zur Zerstörung. Am 12. April 1945 bombardierten sieben alliierte Flugzeuge das Gebiet um den Bahnhof; 55 Menschen wurden getötet, und 37 Gebäude wurden zerstört. Am 23. April 1945 besetzten französische Truppen die Stadt, eine geplante Verteidigung unterblieb.
Nach dem Krieg begann ein neues Wachstum. Danach mussten rund 12.500 Vertriebene untergebracht werden, und Anfang der 1960er Jahre überschritt die Stadt die Schwelle von 20.000 Einwohnern. Zum 1. Januar 1962 wurde sie Große Kreisstadt, und mit der Eingliederung von vier Nachbargemeinden zwischen 1972 und 1975 erreichte das Stadtgebiet seine heutige Ausdehnung.
Zwischen 1337 und 1366 entstand die Stadtpfarrkirche St. Martin, gotisch gebaut und später barockisiert. Die Magdalenenkirche von 1404 war als Siechenkapelle die Keimzelle der Biberacher Reformation.
Die Reformation kam früh. 1521 verbreitete sich die lutherische Lehre, 1523 wurde erstmals lutherisch gepredigt, und 1529 stimmte die Mehrheit der Bürger für die Einführung der Reformation. 1531 wurde die katholische Messe verboten. Bei einem Bildersturm in diesem Jahr wurde auch der Hochaltar der Martinskirche zerstört. Bis zum Augsburger Interim von 1548 blieb die katholische Messe untersagt.

Dennoch gab es weiter Katholiken, und aus dem Nebeneinander wurde eine Ordnung. Seit 1548 gehört St. Martin beiden Konfessionen gemeinsam. Die Chorräume standen den Katholiken zu, das Langhaus den Protestanten.
Endgültig festgeschrieben wurde das Gleichgewicht nach dem Krieg. Durch den Westfälischen Frieden von 1648 wurde für Biberach, Ravensburg, Augsburg und Dinkelsbühl ein paritätisches Regierungs- und Verwaltungssystem eingeführt, mit Gleichberechtigung und exakter Ämterverteilung zwischen den Konfessionen. 1649 wurde die Parität beider Konfessionen offiziell eingeführt. Damit gehörte die Stadt zu den paritätischen Reichsstädten.
Das Bild der Stadt als Dichterort geht vor allem auf Christoph Martin Wieland zurück, der von 1733 bis 1813 lebte und in Biberach Gartenhäuser mietete, in denen heute das Wieland-Museum untergebracht ist. Der Kunst- und Altertumsverein gründete es 1907. Seit 1979 wird alle zwei Jahre der Christoph-Martin-Wieland-Übersetzerpreis verliehen.
Wielands Geschichte der Abderiten erzählt von Schildbürgern, die einen Prozess um den Schatten eines Esels führen, und gilt als Plädoyer für Bürgerfrieden und als Parabel auf den Verlust demokratischer Tugenden durch Zwietracht. Im Jahr 2000 wurde in der Stadt eine von Peter Lenk gestaltete Esel-Skulptur eingeweiht.

Das Ortsbild prägen der Marktplatz mit seinen Patrizierhäusern und dem Marktbrunnen, der Turm der Stadtpfarrkirche sowie zwei Türme, der Weiße Turm und der Gigelturm, die das ehemalige Weberviertel Weberberg überragen. Ein kleiner Teil der Stadtmauer zwischen Weißem Turm und Gigelbergturm blieb erhalten.

Das Ulmer Tor von 1365 ist das letzte erhaltene Stadttor der mittelalterlichen Befestigung. Das Hospital zum Heiligen Geist, Mitte des 13. Jahrhunderts als Stiftung für Bedürftige gegründet und Anfang des 16. Jahrhunderts erbaut, wurde von 1992 bis 2000 saniert; heute liegt darin das Museum Biberach, früher Braith-Mali-Museum. Der Salzstadel mit dem Weinkeller der Reichsstadt stammt von 1513, der Rote Bau ist ein Backsteinbau des 19. Jahrhunderts und beherbergt Stadtarchiv und Wieland-Archiv.
Aus dem 20. Jahrhundert stammt das Hugo-Häring-Haus, das 1949 und 1950 als Spätwerk des Architekten Hugo Häring gebaut wurde und heute als Museum zugänglich ist.
Das Schützenfest ist das Kinder- und Heimatfest der Stadt und findet in der letzten ganzen Schulwoche vor den Sommerferien statt. Die Schüler gehen an den Hauptfesttagen im Bunten Zug und im Historischen Zug mit; die oberen Klassen schießen parallel beim Biberschießen mit der Armbrust auf eine Zielscheibe mit einem Biber. Die Sieger im Schießen werden Schützenkönig und Schützenkönigin. Zum Schützenfest gehört auch ein eigenes Gebäck, der Schützenkrapfen aus Blätterteig mit Himbeerkonfitüre.
An Christi Himmelfahrt reiten die Biberacher Blutreiter seit 1735 nach Weingarten zur Reliquie des Heiligen Blutes. Das Filmfest Biberach gibt es seit 1978, es läuft im Herbst und nennt sich Familienfest des deutschen Films.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
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