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Bielefeld hatte am 31.12.2025 331.419 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 53 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Bielefeld
Bielefeld liegt auf der Wasserscheide zwischen Weser und Ems, genauer: an einem Pass durch den Teutoburger Wald. Das ist der ganze Grund, warum es diese Stadt gibt. Wer hier durchwollte, musste durch diese Lücke, und wer die Lücke kontrollierte, kontrollierte den Handel der Grafschaft Ravensberg.
Ende 2025 zählte die Stadt 331.419 Einwohner, auf einem für eine Großstadt großen und ungewöhnlich grünen Gebiet, das drei Naturräume berührt. Ihre Geschichte ist keine von Bischöfen und Kaisern, sondern von Kaufleuten, Webern und Fabrikanten; entsprechend erzählt sie sich weniger über Kirchen als über Firmen.
Erwähnt wird der Ort schon zur Mitte des 9. Jahrhunderts, als dem Kloster Corvey ein Hof in Bylanuelde übertragen wurde. Als Stadt erscheint Bielefeld aber erst 1214, und das nicht zufällig: Die Landesherren legten sie planmäßig als Kaufmannsstadt und Hauptort der Grafschaft Ravensberg an, weil sie an der Südgrenze ihres Gebiets Herrschaft sichern wollte. Oben auf dem Berg stand die Versicherung dafür. Die Sparrenburg diente als Wohnsitz des Landesherrn und schützte zugleich Stadt und Pass; ihr Bergfried ist 37 Meter hoch, und unter der Anlage liegen begehbare Gänge. Nach neueren Erkenntnissen entstand sie schon um 1200. Ab 1293 kam die Neustadt dazu, in der vor allem Bedienstete und Versorger der Burg wohnten.
Wohlhabend wurde die Stadt durch Handel. Im 15. Jahrhundert trat Bielefeld der Hanse bei, und der Wohlstand von Kaufleuten und Handwerkern wuchs. Aus dieser Zeit stammen die Altstädter Nicolaikirche, die Neustädter Marienkirche und das Alte Rathaus; Bauten wie das Crüwell-Haus, der Spiegelshof und das Kachelhaus zeigen, wie die Oberschicht wohnte.

Die Rückschläge kamen von außen. Im Dreißigjährigen Krieg wechselte die Sparrenburg mehrfach den Besatzer — Holländer, Spanier, Schweden, Franzosen —, und die Pest kostete in den Jahren 1636 und 1637 rund 350 Menschen das Leben.

Im 20. Jahrhundert traf die Gewalt zuerst die jüdische Gemeinde. 1938 lebten rund 900 Bürger jüdischen Glaubens in der Stadt. 1905 weihte die jüdische Gemeinde eine Synagoge an der Turnerstraße ein; in der Nacht zum 10. November 1938 wurde sie ausgeraubt und in Brand gesteckt. Zwei Tage danach, am 12. November 1938, brachte man 406 jüdische Männer aus der Stadt und der Region ins KZ Buchenwald; ab Herbst 1939 wies man jüdische Familien in sogenannte Judenhäuser ein, und am 13. Dezember 1941 begann die erste Deportation, der acht weitere folgten. Namentlich bekannt sind bisher 1604 Menschen jüdischer Herkunft, die zwischen 1941 und 1945 von hier aus verschleppt wurden; die tatsächliche Opferzahl liegt höher. Seit September 2008 hat die heutige jüdische Gemeinde mit der Synagoge Beit Tikwa an der Detmolder Straße wieder ein Gotteshaus, entstanden aus der ehemaligen Paul-Gerhardt-Kirche.
Am 30. September 1944 zerstörte der schwerste Luftangriff des Zweiten Weltkriegs fast den gesamten Fachwerkkern um den Burgberg und kostete 649 Menschen das Leben. Dieser Kern wurde nicht wieder aufgebaut. Rund 25 Prozent des heutigen Gebäudebestands stammen aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg — vor allem in den Vierteln ringsum, kaum in der Mitte selbst. Wer das mittelalterliche Bielefeld sehen will, muss auf den Berg steigen oder in die Ortskerne von Heepen und Schildesche fahren.
Im 17. Jahrhundert begann die Entwicklung zur Leinenstadt. Die Bauern des Ravensberger Landes bauten auf ihren Feldern statt Korn den staatlich geförderten Flachs an und verarbeiteten ihn zu Hause zu Leinen; die Stadt handelte damit. Es war eine Heimindustrie, verteilt über hunderte Höfe, mit Bielefeld als Umschlagplatz.
Um 1830 brach dieses Modell zusammen, weil in Irland, England und Belgien maschinell gewebte Stoffe auf den Markt kamen. Die wirtschaftliche Not führte 1848 zu Unruhen, und viele Ostwestfalen wanderten nach Amerika aus. Die Antwort auf die Krise war, das Verfahren zu übernehmen, das sie ausgelöst hatte: Die Spinnerei Vorwärts Carl Bozis nahm 1852 ihren Betrieb auf, die als Aktiengesellschaft gegründete Ravensberger Spinnerei folgte 1857. Aus Heimspinnern wurden Fabrikarbeiter.
Die Eisenbahn machte das möglich. Die Cöln-Mindener Eisenbahn wurde ab 1843 gebaut und fuhr ab 1847 auf ganzer Strecke; mit ihr wurde aus der Handelsstadt eine Industriestadt. Der Bielefelder Hauptbahnhof und die Fabrikbauten der Ravensberger Spinnerei stehen heute unter Denkmalschutz, die Spinnerei als Kulturzentrum mit Park.
Danach kam die Verzweigung. Neben der Textilindustrie entwickelte sich der Maschinenbau, und zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Nahrungsmittelindustrie wichtig — der Name Oetker steht dafür; Rudolf-August Oetker wurde hier geboren. 1867 waren im heutigen Stadtteil Gadderbaum bereits die von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel gegründet worden, eine diakonische Einrichtung, die selbst zu einem der großen Arbeitgeber wurde. Zionskirche und Pförtnerhäuschen gehören zu ihrem Denkmalbestand, und ihre Baugeschichte und Entwicklung zeigt heute eine eigene Historische Sammlung.

Was von der Leinenzeit blieb, steht auf dem Altstädter Kirchplatz: das 1909 von Hans Perathoner geschaffene Leineweberdenkmal, eine Brunnenanlage zur Erinnerung an die wirtschaftlichen Anfänge der Stadt. Ein Denkmal für einen Beruf, den es nicht mehr gibt — gesetzt in dem Jahrzehnt, in dem er endgültig verschwand.
Die Universität Bielefeld wurde 1969 gegründet und veränderte die Stadt stärker als jede Fabrik der Nachkriegszeit. Mit ihr kamen Studierende, Forschungsinstitute und ein akademisches Milieu in eine Stadt, die vorher vor allem aus Betrieben und Verwaltung bestand.
Eine zweite Prägung war militärisch und ist gerade erst zu Ende gegangen: Zwischen 1945 und 2020 lagen britische Streitkräfte in der Stadt, seit 2012 mit ihrem Hauptquartier. Zusammen mit der Planstadt Sennestadt im Süden gehört das zu den Nachkriegsschichten, die sich im Stadtbild nicht verstecken lassen.
Zum Stadtbild gehören auch ältere Schichten: ein Kulturbau der Bürgerschaft, die Rudolf-Oetker-Halle am Bürgerpark, und außerhalb der Mauern der Bismarckturm, die Hünenburg und die Reste eines römischen Lagers.







Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT_IND
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