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Blaubeuren hatte am 31.12.2025 12.669 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 61 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Blaubeuren
Blaubeuren liegt am Fuß der Schwäbischen Alb im Blautal, 16 Kilometer westlich von Ulm. Die Stadt sitzt auf 516 m und umfasst 79,11 Quadratkilometer, weil zu ihr neben dem Hauptort weitere Dörfer auf der Hochfläche und im Tal gehören. Am 31. Dezember 2025 zählte sie 12.669 Einwohner.
Alles dreht sich um einen Quelltopf. Am Blautopf, aus dem die Blau entspringt, gründeten Mönche ihr Kloster, und um dieses Kloster herum wuchs die Stadt. In den Höhlen der Umgebung fanden Archäologen Zeugnisse eiszeitlicher Jäger, und im 19. Jahrhundert brachte der Kalk der Talhänge eine Zementindustrie hervor.

Schon in alemannischer Zeit gab es an der Blau eine Siedlung namens Beuren, und am Rucken wurden Gräber aus dieser Zeit gefunden. Die Keimzelle der heutigen Stadt ist jedoch das Benediktinerkloster, das die Grafen von Tübingen um 1085 am Blautopf gründeten und das von Mönchen aus Hirsau bezogen wurde. Das Kloster zog Handwerker und Dienstleute an und besaß das Marktrecht, sodass um die Mauern rasch eine weltliche Gemeinde entstand. In Urkunden vom 24. Dezember 1267 erscheint sie erstmals, schon als befestigte Stadt der Pfalzgrafen von Tübingen.
Danach wechselten die Herren. 1282 erbten die Grafen von Helfenstein die Stadt durch eine Heirat, und 1303 verkaufte sie Ulrich der Dritte an die Herzöge von Österreich, erhielt sie aber sofort als Erblehen zurück. 1418 erweiterte König Sigismund das Marktrecht, und um 1425 wurde das Spital gegründet. Erst 1447 kam Blaubeuren durch Verkauf an die Grafen von Württemberg. Damit wurde es Sitz eines Amtes und erhielt eine wichtige Verwaltungsfunktion für die umliegenden Orte.
Die Reformation wurde ab 1534 ohne große Schwierigkeiten durchgeführt. Das Kloster wurde aufgehoben und zur evangelischen Klosterschule, die im seit 1817 bestehenden evangelischen Seminar, einem altsprachlichen Gymnasium, fortlebt. Im Dreißigjährigen Krieg beanspruchte die Erzherzogin Claudia von Österreich-Tirol Kloster, Stadt und Amt; Kaiser Ferdinand räumte ihr 1637 diese Besitzungen ein, das Kloster fiel an die katholische Kirche zurück, und der Ort wurde nach 1635 teilweise verwüstet. Nach dem Westfälischen Frieden von 1648 kam Blaubeuren zu Württemberg zurück.

Später blieb die Stadt Amtsstadt. Das Oberamt bestand bis 1934, dann als Kreis Blaubeuren, und wurde 1938 aufgelöst, sodass die Stadt an den Landkreis Ulm fiel. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts wuchs sie nicht über die mittelalterliche Stadtmauer hinaus; erst 1830 wurde die Mauer im Zuge der Industrialisierung teilweise abgetragen. Nach 1868 dehnte sich die Stadt nach Süden aus, als der Bahnhof an der Strecke von Ulm nach Sigmaringen eröffnet wurde. 1934 kam Gerhausen hinzu, und bei der Gebietsreform folgten 1974 und 1975 sechs weitere Gemeinden. Seit der Kreisreform 1973 gehört Blaubeuren zum Alb-Donau-Kreis.
Direkt am Blautopf liegt das ehemalige Kloster Blaubeuren, das 1085 gegründet wurde. Zur Ausstattung der Klosterkirche gehören ein Hochaltar der Ulmer Schule und ein spätgotisches Chorgestühl des Jörg Syrlin des Jüngeren, beide von 1493. Im Klostergelände befinden sich außerdem das ehemalige Badhaus der Mönche mit historischen Badeeinrichtungen und dem Heimatmuseum sowie das Amtshaus mit der literarischen Gedenkstätte Schubartstube.
Die gesamte Altstadt ist als Gesamtanlage geschützt und hat zahlreiche Fachwerkbauten. Ein großer Gebäudekomplex ist das ehemalige Spital, wie üblich in der Nähe eines Stadttors gelegen, hier des Ulmer Tors.
Im Stadtgebiet liegen die Reste mehrerer Burgen, darunter Ruck und Blauenstein, Hohengerhausen im Ortsteil Gerhausen, Sirgenstein im Ortsteil Weiler und Gleißenburg im Ortsteil Beiningen.
Eine andere Spur liegt über der Stadt und gehört der Erinnerung. Das Ruckenkreuz auf einem Felsberg, 1926 aus Stahlbeton errichtet, misst 8,40 Meter und erinnert an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.
Der Blautopf ist eine Karstquelle, aus der die Blau entspringt. Er ist 21 Meter tief, und aus ihm strömen je nach Wetter zwischen 310 und 32.000 Litern in der Sekunde. Wer Blaubeuren als Ausflugsziel kennt, kennt ihn.
Im Blau- und Aachtal in der Nachbarschaft der Stadt liegen mehrere Höhlen, in denen eiszeitliche Jäger und Sammler bedeutende Spuren hinterlassen haben. Zu den Fundstellen zählen die Brillenhöhle, das Geißenklösterle und der Hohle Fels bei Schelklingen. Ihre Funde zeigt das Urgeschichtliche Museum, verbunden mit dem Institut für Urgeschichte der Universität Tübingen; ausgestellt sind auch Flöten aus Vogelknochen und Mammutelfenbein und die Venus vom Hohlefels. Die Höhlen rund um Blaubeuren wurden von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt.

Geologisch auffällig sind im Achtal bei Weiler das Felsenlabyrinth, das Geißenklösterle und das Felsplateau der früheren Günzelburg.
Die Zementindustrie ließ sich in Blaubeuren Mitte des 19. Jahrhunderts nieder, weil im Blautal Kalk lag. 1875 gründete Julius Spohn die Cementfabrik Blaubeuren Gebrüder Spohn. Unter ihrer Führung schlossen sich 1903 die süddeutschen Zementfabriken zu einem Kartell zusammen.
Im Jahr darauf wurde das Werk eine Aktiengesellschaft, 1938 übernahm die Portland-Zementwerke Heidelberg AG die Mehrheit, und 1966 war das Werk vollständig in den Heidelberger Konzern integriert. Dann folgte das Ende: Das unrentabel gewordene Zementwerk wurde 1998 und 1999 ersatzlos abgebrochen. Damit endete die Geschichte Blaubeurens als bedeutender Standort der europäischen Zementindustrie.
Einmal im Jahr findet in Gerhausen das Patenterrennen statt. Teams aus Lenker und Bremser treten mit historischen Schlitten gegeneinander an; nach der Patentschrift des Kaiserlichen Patentamtes von 1911 ist ein Patenter ein lenkbarer Rodelschlitten mit elastischen Kufen.

Seit 2018 zieht der Blaubeurer Bardentreff jedes Jahr im Hochsommer knapp 5000 Besucher an. Etwa 40 Musiker spielen einen Tag lang solistisch oder im Kleinensemble unter freiem Himmel, verteilt auf etwa drei Bühnen in der Altstadt und eine Hauptbühne im Klosterhof. Die Stadt richtet ihn gemeinsam mit dem Verein Blautöne aus. Seit 2019 gibt es im Spätsommer außerdem eine Kulturnacht, bei der zwischen 18 und 23 Uhr an vielen Orten Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Theatervorführungen zu sehen sind.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: WH
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