Kommst du über den Empfehlungslink einer Partnerin oder eines Partners zu uns, möchten wir dessen Kurzkennung 60 Tage lang im Cookie „ll_ref" speichern, damit eine spätere Registrierung richtig zugeordnet werden kann. Für die Nutzung von LageLuchs ist das nicht erforderlich — du kannst ohne Nachteil ablehnen und deine Entscheidung jederzeit über „Cookie-Einstellungen" im Seitenfuß ändern.
Bockenem hatte am 31.12.2025 9.362 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 43 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Bockenem
Bockenem liegt im Zentrum des Ambergaus, einer Beckenlandschaft am nordwestlichen Harzvorland. Der Ambergau misst etwa neun mal zehn Kilometer. Nach Seesen sind es auf der Bundesstraße 16 Kilometer, nach Hildesheim 25 Kilometer.

Ende 2025 zählte die Stadt 9.362 Einwohner. Wirtschaftlich prägen Industrieunternehmen den Ort.
Urkundlich taucht Bockenem 1154 auf, als dem Goslarer Kloster Riechenberg dortiger Besitz bestätigt wurde; eine ältere Angabe von 1131 hat sich als Fälschung erwiesen. Der Name wird als Heimstatt in einem Buchenwald gedeutet.
Am 16. Oktober 1300 erhielt Bockenem Stadtrecht nach Hildesheimer und Goslarer Recht durch die Grafen von Wohldenberg. Schon 1314 verkaufte einer von ihnen die junge Stadt an den Hildesheimer Bischof. Am 10. April 1427 schloss sich die Stadt der Sächsischen Hanse an.
Die Hildesheimer Stiftsfehde von 1519 beendete die Blütezeit. 1522 vernichtete ein Stadtbrand drei Viertel aller Gebäude. Nach dem Friedensschluss von 1523 gehörte Bockenem bis 1643 zum Herzogtum Braunschweig.
Nach einer Visitation des Reformators Johannes Bugenhagen am 19. Oktober 1542 wurde die Stadt protestantisch. Der Dreißigjährige Krieg brachte Zerstörungen, hohe Kontributionen und die Pest, und die Bevölkerung schrumpfte um ein Drittel. Nach einem Sonderfrieden am 9. April 1643 fiel Bockenem an das Bistum Hildesheim zurück.
Beim Stadtbrand vom 9. April 1847 brannten 235 der 325 Wohngebäude völlig nieder; unter Bürgermeister Buchholz dauerte der Wiederaufbau bis etwa 1870. Mit der Turmuhren- und Glockenfabrik Weule sowie einer Zucker- und einer Konservenfabrik kam Industrie in die Stadt, und 1887 folgte der Bahnanschluss zwischen Derneburg und Seesen.

Fast die gesamte Bausubstanz stammt aus der Zeit nach dem Stadtbrand von 1847; seit 1990 gehört Bockenem zum Städteverband Deutsche Fachwerkstraße. Das ummauerte Stadtgebiet maß früher etwa 400 mal 400 Meter.
Einige Bauten reichen jedoch weiter zurück, als Überreste der Stadt vor dem Brand. Um 1350 entstanden im Südwesten der Altstadt die Heiliggeistkapelle und das Beguinenhaus, in dem lange ältere alleinstehende Frauen lebten.
Die gotische Hallenkirche St. Pankratius entspricht äußerlich dem 1403 geweihten Gotteshaus; nach schweren Schäden beim Brand von 1847 wurde sie 1850 wieder aufgebaut.
Die frühere Superintendentur am Kirchhof hat den Brand überstanden: ein Fachwerkbau von 1523 mit einem Anbau von 1584. 1626 wohnte hier der kaiserliche General Tilly, später wahrscheinlich auch Wallenstein.

Aus der Frühzeit der Industrie ist die Turmuhren- und Glockenfabrik Weule in Erinnerung geblieben: Stücke aus ihrer Produktion zeigt heute das „Museum der Zeit“ am Buchholzmarkt.
Heute bestimmen vor allem Industrieunternehmen die Wirtschaftsstruktur, und ihre Produkte sind sehr verschieden. Meteor Elastomer Solutions stellt mit rund 1100 Beschäftigten hauptsächlich Dichtungssysteme aus Kautschuk für die Automobilindustrie her. Daneben schützt HAW-Linings im Ortsteil Bornum Großbehälter und Kesselwagen vor Korrosion.
Zugleich hat die Stadt mit dem Strukturwandel zu kämpfen. Seit der Jahrtausendwende setzen demografischer Wandel und Abwanderung jüngerer Menschen ihr zu, und das traditionelle Geschäftsleben ist erheblich eingebrochen. Auch die Bahn hilft nicht: Seit 1990 hält hier kein Personenzug mehr; am 9. September 2019 beschloss der Rat, die Reaktivierung des Bahnhofs für den Personennahverkehr zu fordern.






Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.