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Buxtehude hatte am 31.12.2025 41.103 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 58 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Buxtehude
Der Name klingt nach Erfindung, ist aber Topografie. Bei seiner ersten Erwähnung 959 hieß der Ort Buochstadon; 1135 taucht die Form Buchstadihude auf, aus der über die Jahrhunderte Buxtehude wurde. Die Endung gehört zu einer Gruppe von Ortsnamen, die es von Schleswig-Holstein über die Niederlande bis nach England gibt und die eine Landestelle für Schiffe bezeichnet — eine solche, aus Pfählen gebaut, ließ sich hier nachweisen.
Die Stadt hat also zwei Anfänge: eine bäuerliche Siedlung an der Este und, gut einen Kilometer nördlich davon, eine planmäßig angelegte Festung des Bremer Erzbischofs. Aus der Festung wurde die Stadt, aus der Este führte ein grachtartiges Fleth mitten hindurch, und aus dem ungewöhnlichen Namen wurde später ein Kindermärchen, das den Ort bekannter machte als jede Urkunde. Ende 2025 zählte die Stadt auf 76,69 Quadratkilometern 41.103 Einwohner.
Seit 959 bestand an der Este die bäuerliche Siedlung, erwähnt in einer Schenkungsurkunde König Ottos an das Magdeburger Mauritiuskloster. 1197 kam auf der Geest ein Benediktinerinnenkloster hinzu, das später Altkloster hieß. Zwischen 1280 und 1285 ließ Erzbischof Giselbert von Bremen die Stadtfestung anlegen, zunächst Neustadt genannt. Die Este lief als Fleth durch sie hindurch, den Graben bezeichnete man mit dem niederländischen Wort Viver. Fünf Zwinger sicherten den Ring; erhalten blieb der Marschtorzwinger am Liebfrauenkirchhof, der heute Ausstellungen und Lesungen beherbergt. Als Gründungsjahr gilt 1285. Ein Jahr darauf wurde das Neue Kloster in Bredenbeck angesiedelt, das seither Neukloster heißt.
Die Rechtsgeschichte verlief in klaren Schritten. 1328 verlieh Erzbischof Borchard das Stader Stadtrecht, womit die Stadt Selbstverwaltung und wirtschaftliche Unabhängigkeit durch eine Ratsverfassung erhielt. 1363 wurde Buxtehude Mitglied der Hanse und erlebte seine Blütezeit. An diese Zeit knüpft die Stadt bis heute an: Den Beinamen Hansestadt trägt sie seit 2014 wieder im Namen, und sie gehört dem Städtebund Die HANSE an.
Weltlich gehörte Buxtehude seit dem 11. Jahrhundert zum Fürsterzbischof von Bremen, kirchlich bis zur Reformation zur Diözese Verden. 1541 predigte der erste lutherische Geistliche, und damit begann hier die Reformation. Danach wechselten die Herren im Takt der europäischen Kriege. Nach Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges kam die Pest; ab 1627 folgte kurz eine katholische Restitution unter Tilly, 1632 eroberte der schwedische General Tott die Stadt. Mit dem Westfälischen Frieden fiel das Erzstift 1648 als Herzogtum Bremen-Verden an Schweden, 1712 an Dänemark und 1715 durch Verkauf an das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg. Von 1811 bis 1814 gehörte Buxtehude als Kanton zum französischen Département des Bouches de l’Elbe. Nach dem Wiener Kongress gehörte das Gebiet zum Königreich Hannover, ab 1866 zu Preußen und seit 1946 zu Niedersachsen.
Vom historischen Baubestand steht weniger, als die Altstadt vermuten lässt. Am 14. August 1911 vernichtete ein Feuer das mittelalterliche Rathaus von 1408 und zahlreiche ältere Wohnbauten; der Neubau entstand 1913 nach Entwürfen von Alfred Sasse in der Heimatschutzarchitektur. Die Petrikirche, eine gewölbte Backsteinbasilika, entstand gegen Ende des 13. Jahrhunderts und wurde um 1320 fertig; ihren Turm zerstörte 1853 ein Blitzschlag. Die Stadt gehört dem Verein Europäische Route der Backsteingotik an. Erhalten blieben einzelne Steinbauten wie Lange Straße 25 aus dem zweiten Viertel des 16. Jahrhunderts und Fachwerkhäuser derselben Zeit.
Ein Kapitel dieser Stadtgeschichte ist genau gezählt: Zwischen 1540 und 1644 gab es in Buxtehude 21 Hexenprozesse, 18 Frauen wurden hingerichtet. Die Hochphase lag im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert.

Bemerkenswert ist der rechtliche Rahmen. Die 1603 erlassene Kriminalgerichtsordnung des Bremer Erzbischofs, das Edikt vom Prozeß in Zauberei-Sachen, lehnte sich fast wörtlich an die Carolina an und behandelte Hexerei als ein Delikt unter vielen — nicht als Ausnahmeverbrechen mit eigenem Verfahren. Der Hexenhammer wurde vor norddeutschen Gerichten deshalb nicht zur Urteilsbegründung herangezogen. Beendet wurden die Verfahren durch einen Erlass der schwedischen Königin Christina von 1649, der im Herzogtum Bremen-Verden ihr Ende einleitete.
Der Umgang damit ist jung. Am 19. April 2016 beschloss der Rat eine symbolische Wiedergutmachung; seit November 2017 stehen am historischen Rathaus drei Bronzetafeln. Damit gehört Buxtehude zu den Kommunen, die diesen Teil ihrer Vergangenheit förmlich aufgearbeitet haben, statt ihn den Stadtführungen zu überlassen.
Wilhelm Schröders Märchen vom Hasen, der gegen den Igel verliert, ist hier angesiedelt — gehört hatte der Autor die Geschichte allerdings im ähnlich klingenden Bexhövede. Die beiden Tiere gehören seither zu den Wahrzeichen der Stadt, neben dem Turm der Petrikirche und dem Marschtorzwinger, und stehen seit 1968 als Brunnen von Fritz Fleer in der Stadt. Seit Ende 2007 liegt Buxtehude an der Deutschen Märchenstraße.
Der Name taucht in weiteren Kinderbüchern auf: In Otfried Preußlers Räuber Hotzenplotz fliegt der Zauberer Petrosilius Zwackelmann zu einem Kollegen nach Buxtehude. Dazu kommt eine Redensart, nach der hier die Hunde mit dem Schwanz bellen. Eine Bronzetafel erklärt sie aus einem niederländischen Ausspruch über läutende Kirchenglocken — eine Herleitung, die sich nicht belegen lässt, zumal Glocken im Niederländischen nie Hunte hießen. Andere Erklärungen vermuten eine Übertragung aus Ostpreußen.

Aus dem Ruf als Märchenstadt ist eine Literaturförderung geworden. Die Stadt verleiht jährlich den Buxtehuder Bullen für das beste erzählende Jugendbuch in deutscher Sprache; von 1971 bis 1980 vergab ihn eine Buchhandlung, seit 1981 die Stadt selbst. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert, und die Jury ist zur Hälfte mit Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren besetzt. Als Bilderbuchpreis kommt das Buxtehuder Kälbchen hinzu.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT_HANSE
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Die Geschichte der Stadt erzählt ihr Museum. Das Gebäude wurde 1911 als Museumszweckbau mit aufwendiger Fachwerkfassade errichtet, am 9. Februar 1913 als Heimatmuseum eröffnet, 1992 durch einen Neubau erweitert und 2021 nach einer weiteren Erweiterung wiedereröffnet. Gezeigt werden Regionalgeschichte und Kunst nebeneinander: der mittelalterliche Passionsaltar und eine Triumphkreuzgruppe ebenso wie zeitgenössische Arbeiten — und 1997 machte der britische Künstler Michael Craig-Martin aus den Räumen ein begehbares Gemälde.






