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Cadolzburg hatte am 31.12.2025 11.203 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 52 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Cadolzburg
Cadolzburg liegt etwa acht Kilometer westlich von Fürth, und das Gelände weist beträchtliche Höhenunterschiede auf. Der Name geht auf die Burg zurück und bedeutet Burg des Kadold. Die Burg über dem Ort war einst Residenz der Hohenzollern.
Der Markt sitzt auf 352 m und umfasst 45,39 Quadratkilometer. Zur Gemeinde gehören 16 Gemeindeteile, und die Gemarkungen heißen Cadolzburg, Deberndorf, Roßendorf und Steinbach. Zum 31. Dezember 2025 zählte der Markt 11.203 Einwohner.
Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort 1157, als der Vogt von Kadolzburg, ein Helmericus, einem Gütertausch zwischen dem Bistum Würzburg und dem Kloster Heilsbronn zustimmte. Ob die Burg auf den Grafen Kadold zurückgeht, der um 793 das Kloster Herrieden gründete, ist offen, und aus dieser frühen Zeit ist nichts erhalten. Um 1250 bauten die Hohenzollern, der Nürnberger Burggraf Konrad und dessen Sohn Friedrich, die Burg zur Residenz aus. Im Jahr 1260 zogen die Burggrafen, die seit etwa 1192 auf der Nürnberger Burggrafenburg amtiert hatten, mit ihrem Hauptsitz nach Cadolzburg. Als Besitzer der Anlage erscheinen die Hohenzollern erstmals 1265 in einer Urkunde.
Friedrich der Sechste bekam 1397 das untergebirgische Land mit der Residenz Cadolzburg, wurde 20 Jahre später Kurfürst von Brandenburg und so zum Stammvater der preußischen Könige und der deutschen Kaiser seit 1871. Friedrich starb 1440 auf der Cadolzburg. Sein Sohn Albrecht Achilles machte die Cadolzburg zur Jagdresidenz. Im Jahr 1427 verkauften die Burggrafen ihr Amt samt der Nürnberger Burg an die Reichsstadt, behielten aber die umliegenden Gebiete. Aus den beiden Landesteilen gingen später die Fürstentümer Bayreuth und Ansbach hervor. Den Ort umgab man ab 1443 mit einem Palisadenzaun, und nach den Brandschatzungen des Ersten Markgrafenkrieges ersetzte man ihn nach 1449 durch eine Mauer aus Steinquadern. Am Torturm der erhaltenen Stadtmauer steht die Jahreszahl 1476. Der Ort zählte als Teil des Fürstentums Ansbach zwischen 1500 und 1806 zum Fränkischen Reichskreis. Als Kurfürst nutzte Albrecht Achilles ab 1470 das neue Berliner Schloss, hielt sich aber lieber auf der Cadolzburg auf, wo er jagte und Feste feierte. Der Erkersaal mit seinem spätgotischen Sterngewölbe wurde 2012 weitgehend rekonstruiert. Später wanderte der Hauptsitz der Linie nach Ansbach, die Burg verwahrloste, blieb aber im Dreißigjährigen Krieg unversehrt. Die Reformation führte Georg der Fromme 1528 ein. Mit Markgraf Alexander starb 1806 der letzte fränkische Hohenzoller, der die Herrschaft über Ansbach und Bayreuth bereits 1792 an die preußische Linie der Familie abgetreten hatte.
Im Herbst 1631 war Cadolzburg im Dreißigjährigen Krieg schweren Plünderungen ausgesetzt. Zum Königreich Bayern kam der Ort 1806, und 1818 wurde Cadolzburg zum Markt ernannt. Ab 1862 gehörte es zum Bezirksamt Fürth, das 1939 in Landkreis Fürth umbenannt wurde. Bei der Gebietsreform kamen 1972 Teile von Deberndorf sowie Roßendorf zur Gemeinde, und am 1. Mai 1978 folgten Steinbach und Seckendorf.
Wie die Burg heute dasteht, ist das Ergebnis eines Wiederaufbaus, der erst Jahrzehnte nach ihrer Zerstörung begann. Die Hitlerjugend richtete im Neuen Schloss der Burg von 1933 bis 1945 eine Gebietsführerschule ein. Im Jahr 1945, am Ende des Krieges, brannte die Burg aus und lag jahrzehntelang in Trümmern.

Sie gehört dem Freistaat Bayern, und seit 1979 betreut die Schlösserverwaltung den Wiederaufbau, der 1982 begann und 2007 mit den Außenanlagen einen vorläufigen Abschluss fand. Im Juni 2017 öffnete in der Burg ein Erlebnismuseum, nachdem 2013 der vollständige Ausbau des Alten Schlosses beschlossen worden war. Südlich vor der Hauptburg liegt eine große Vorburg mit Bauten vor allem des 17. und 18. Jahrhunderts, und der Torturm mit dem Uhrtürmchen ist ein gotisches Bauteil.

Die evangelische Pfarrkirche, eine Markgrafenkirche der heiligen Cäcilie, entstand 1750/51 als Saalbau in klassizistischen Barockformen über einem wohl gotischen Vorgängerbau. Für die Pfarrkirche stiftete Friedrich um 1420/25 den Cadolzburger Altar, der ihn mit seiner Gemahlin Elisabeth als Stifterpaar zeigt. Auf den Seitenflügeln erscheinen die Kirchenpatronin Cäcilie und ihr Bräutigam Valerian. Der Altar ging 1873 als Geschenk an den preußischen Kronprinzen und hängt heute im Jagdschloss Grunewald in Berlin, während eine Kopie ihn in der evangelischen Burgkapelle ersetzt. Im 1668 erbauten ehemaligen Rathaus eröffnete 2017 das Historische Museum, das auch dem Barockmusiker Johann Georg Pisendel gewidmet ist.
Das Landgut Pleikershof gehörte ab 1936 dem NS-Gauleiter Julius Streicher. Er ließ die alten Gebäude fast vollständig abtragen und bis 1942 nach Plänen von Franz Ruff ein modernes Mustergut errichten. Als Streicher 1940 seiner politischen Ämter enthoben wurde, verbannte man ihn auf das Gut, von wo aus er weiter die antisemitische Hetzschrift „Der Stürmer“ herausgab. Nach Kriegsende beschlagnahmte die amerikanische Militärregierung den Hof, und ab Juli 1945 lebten dort zunächst Wissenschaftler eines landwirtschaftlichen Instituts. Zwischen Dezember 1945 und dem Jahreswechsel 1948/49 bestanden dort ein Lager für jüdische Displaced Persons und der Kibbuz Nili, wo junge Juden für ihre Auswanderung nach Israel eine landwirtschaftliche Ausbildung erhielten. Danach wohnten Flüchtlinge aus Lettland, Polen und Tschechien auf dem Hof, ab 1950 deutsche Umsiedler. Wegen seiner geschichtlichen und architekturgeschichtlichen Bedeutung steht der Hof heute unter Denkmalschutz.
Im April 2016 lehnten die Bürger bei einem Entscheid eine Ortsumfahrung mit 69,61 Prozent ab. Zu den ansässigen Unternehmen zählen der Containerhersteller Cadolto und die Schokoladenfabrik Riegelein, die seit 1953 besteht. Durch den Ort verläuft außerdem die Rangau-Linie des Main-Donau-Wegs.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Den Bahnanschluss brachte der 14. Oktober 1892, als die Rangaubahn über Zirndorf hinaus nach Cadolzburg verlängert wurde. Im neugotischen Stil errichtete die Lokalbahn Aktien-Gesellschaft München 1893 den 25 Meter hohen Aussichtsturm, umgangssprachlich Bleistift genannt, um Ausflügler nach Cadolzburg zu locken. Früher fuhren vor allem Fürther am Wochenende oder zur Kirschbaumblüte mit der Bahn hierher. Bei klarem Wetter reicht der Blick vom Turm weit ins Land; ein quadratisches Holztreppenhaus führt über fünf Stockwerke hinauf zur überdachten Plattform.
