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Coburg hatte am 31.12.2025 40.970 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 54 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Coburg
Über Coburg liegt eine Burg, und am Fuß des Berges liegt ein Schloss — das ist keine Kulisse, sondern der Grundriss einer Residenzstadt. Der Marktplatz liegt auf 296 Meter, die Veste auf 451 Meter, und dazwischen fließt die Itz, in die im Stadtgebiet die Lauter mündet. Von 1586 bis 1633 und dann wieder ab 1735 war Coburg Residenz, bis 1918 die Monarchie endete. Zum 31. Dezember 2025 zählte Coburg 40.970 Einwohner auf 48,29 Quadratkilometern.
Zum ersten Mal in einer Urkunde greifbar wird Coburg 1056: Die im Exil lebende Polenkönigin Richeza übertrug damals dem Kölner Erzbischof Anno das Land um die Stadt. Stadtrecht und eigene Gerichtsbarkeit erhielt der Ort 1331 von Kaiser Ludwig dem Bayern. Zweiundzwanzig Jahre später, 1353, erbte Markgraf Friedrich von Meißen und damit das Haus Wettin die Herrschaft Coburg von dem Henneberger Grafen Heinrich. Als die Hussiten 1430 Teile des Coburger Landes plünderten, blieb die Stadt selbst unangegriffen; im selben Jahr erschien der heilige Mauritius im Stadtwappen.
Nach der Leipziger Teilung von 1485 gehörte Coburg den Ernestinern, und weil die sächsischen Kurfürsten die Reformation unterstützten, konnte diese hier schon bis 1524 eingeführt werden. 1530 hielt sich Martin Luther ein halbes Jahr auf der Veste auf: Über ihn war die Reichsacht verhängt, und deshalb konnte er nicht am Reichstag zu Augsburg teilnehmen. Von 1586 bis 1633 war Coburg zum ersten Mal Residenz und Hauptstadt des selbständigen Herzogtums Sachsen-Coburg; unter Herzog Johann Casimir entstanden damals die Renaissancebauten, die das Stadtbild bis heute prägen. Nach einer Zwischenzeit unter Herzog Albrecht wurde die Stadt 1735 erneut Residenz: zunächst für die Herzöge von Sachsen-Coburg-Saalfeld, ab 1826 für jene von Sachsen-Coburg und Gotha. Die Kehrseite dieser Residenzzeit steht in den Prozessakten. Ab 1532 kam es in Coburg zu einzelnen Hexenprozessen; für die Regierungszeit Johann Casimirs lassen sich in den Jahren 1612 bis 1619 sowie 1628 bis 1632 etwa 178 Verfahren mit intensiven Verfolgungen belegen. Insgesamt zählt man in Coburg und Umgebung für das 16. und 17. Jahrhundert mindestens 228 Hexenprozesse.

Anfang des 19. Jahrhunderts ließ Herzog Ernst der Erste das Residenzschloss Ehrenburg neu gestalten, und der Schlossplatz bekam mit Hoftheater, Arkaden und erweitertem Hofgarten sein heutiges Aussehen. 1858 kam der erste Eisenbahnanschluss an die Werrabahn — und mit ihm für sechzig Jahre der Besuch von Kaisern, Zaren, Königen und Fürsten, die hier ihre Verwandtschaft besuchten. Unter Herzog Ernst dem Zweiten wurde die Stadt um 1860 zu einem Sammelpunkt jener deutschen Nationalbewegung, die sich damals in Vereinen zusammenschloss. Mit dem Rücktritt Herzog Carl Eduards am 14. November 1918 ging die Monarchie zu Ende. Bei einer der ersten demokratischen Volksbefragungen auf deutschem Boden sprachen sich am 30. November 1919 insgesamt 9402 Einwohner gegen den Zusammenschluss des Freistaates Coburg mit Thüringen aus, 1624 dafür; am 1. Juli 1920 kam Coburg damit zum Freistaat Bayern.
Ab 1922 wurde die Stadt zu einer Hochburg des Nationalsozialismus: 1929 erhielt die NSDAP hier als erste deutsche Stadt bei Stadtratswahlen die absolute Mehrheit der Sitze, 1932 verlieh Coburg als erste deutsche Stadt Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde. Die Kapelle St. Nikolaus am südlichen Altstadtrand, 1442 als Siechenkapelle für Leprakranke erbaut, war von 1873 an die Synagoge der jüdischen Gemeinde, bis die Stadt ihr das Nutzungsrecht zum Jahresende 1932 kündigte. 1925 lebten 316 jüdische Einwohner in der Stadt, 1933 noch 233; im Gedenkbuch des Bundesarchivs stehen die Namen von 65 Coburger Jüdinnen und Juden, die verschleppt und überwiegend ermordet wurden.
Zerstört wurde die Stadt im Zweiten Weltkrieg zu 4,1 Prozent; am 11. April 1945 rückte die elfte US-Panzerdivision ein. Die Entscheidung von 1919 bekam damit eine zweite Bedeutung: Coburg lag im Westen, das thüringische Hinterland im Osten, und bis 1989 blieb es Zonenrandgebiet.
Die Veste Coburg erhebt sich 170 Meter über der Stadt. Urkunden nennen sie erstmals 1225; im 17. Jahrhundert erhielt sie einen dreifachen Mauerring und wurde so zur Landesfestung, heute sind darin die Kunstsammlungen der Veste Coburg untergebracht.
Am Fuß des Festungsbergs liegt der Schlossplatz, den man zwischen 1830 und 1837 gestaltete; in seiner Mitte steht das Denkmal Herzog Ernsts des Ersten. Begrenzt wird er vom Residenzschloss Ehrenburg, vom Landestheater, vom Palais Edinburgh und von den Arkaden mit dem Hofgarten. Den Grundstein der Ehrenburg legte 1543 Herzog Johann Ernst von Sachsen; von 1623 bis 1627 erweiterte Johann Casimir die Residenz zu einem Renaissanceschloss, im Westflügel steht die 1701 fertiggestellte barocke Schlosskirche. Im 19. Jahrhundert ließ Ernst der Erste nach Entwürfen Karl Friedrich Schinkels eine Fassade anbringen, die der englischen Neugotik folgt. Heute sind Landesbibliothek und Museum darin.

Nebenan liegt der Marktplatz, eingerahmt von Rathaus und Stadthaus. Das Rathaus errichtete ab 1577 der Baumeister Hans Schlachter; es trägt den zweigeschossigen Coburger Erker, sein Ratssaal misst 27 Meter in der Länge und 13 in der Breite, und in den Jahren 1750 und 1903 wurde größer umgebaut. Gegenüber ließ Johann Casimir 1601 die herzogliche Kanzlei errichten, heute das Stadthaus — ein Bau der Spätrenaissance mit reich verzierter Fassade und vielfarbigen Wandmalereien. In der Mitte des Platzes steht das Prinz-Albert-Denkmal — Königin Victoria hatte es der Heimatstadt ihres verstorbenen Gatten geschenkt; sie war am 26. August 1865 selbst bei der Enthüllung dabei.
Die Morizkirche in der Innenstadt entstand zwischen 1320 und 1586; sie dient der evangelischen Stadtgemeinde als Hauptkirche, ihr Ostchor stammt von 1330, das Westportal mit den beiden ungleichen Türmen von etwa 1420. In der Osterwoche 1530 predigte Luther hier. Die katholische Stadtpfarrkirche St. Augustin hinter dem Landestheater entstand zwischen 1855 und 1860 nach Entwürfen von Vincenz Fischer-Birnbaum. Die Salvatorkirche, Friedhofskirche des 1494 angelegten Salvatorfriedhofs, wurde von 1660 bis 1662 gebaut.
Seit 1992 findet in Coburg jedes Jahr an drei Tagen im Juli ein Samba-Festival statt. Die Besucherzahlen schwanken erheblich: 2007 waren es rund 200.000, 2024 noch 51.000. Wie groß der Aufwand ist, zeigt ein Jahrgang im Detail — vom 7. bis zum 9. Juli 2006 traten über 80 Sambagruppen mit mehr als 2200 Sambistas aus acht Nationen auf neun Bühnen in der Innenstadt auf.
Der übrige Jahreslauf ist älter. Anfang August richtet die Schützengesellschaft Coburg von 1354 auf der Freifläche Anger das Vogelschießen aus, im Frühjahr steht dort das Frühlingsfest. Mitte Juli wird zwischen Ehrenburg und Landestheater das Schlossplatzfest gefeiert, im August läuft auf demselben Platz der Open-Air-Sommer mit Konzerten. Seit 2004 gibt es im September die Museumsnacht, die rund 10.000 Menschen besuchen, seit 2002 auf der Veste die Zeitreise mit mehr als 100 Darstellern, und seit 1989 im Mai die Coburger Designtage. Zu Pfingsten kommt der Coburger Convent, ein Verband von Turnerschaften und Landsmannschaften, zu seinem Kongress zusammen.

Eine Coburger Eigenheit erinnert an einen Wiener: Alle drei Jahre finden die Deutschen Johann-Strauss-Tage statt. Der Walzerkönig wurde 1887 Coburger Bürger und blieb es bis zu seinem Tod.
Die Coburger Bratwurst gilt als das Nationalgericht der Stadt. Sie besteht aus Schweine- und Rindfleisch, enthält keinen Majoran, dafür bis zu fünf Prozent Ei, und gegrillt wird sie weder über Holz noch über Holzkohle, sondern über gut getrockneten Kiefernzapfen, die im Volksmund Kühle heißen. Ihre Länge soll 30 bis 32 Zentimeter betragen — so lang wie der Marschallstab in der Hand jener Mauritius-Figur, die als Stadtheiliger auf dem Rathausgiebel steht. Seit Dezember 2025 zeigen mehrere Fußgängerampeln in der Innenstadt ein Ampelmännchen, das eine solche Bratwurst trägt.
Süß wird es mit den Coburger Schmätzchen, die eine örtliche Lebkuchenmanufaktur herstellt: Honigteig mit Nüssen, Mandeln, Orangeat, Zitronat und Gewürzen, in der Goldvariante zusätzlich mit Schokoladenüberzug und einem Tupfer Blattgold. Verteilt wurden sie früher am Gregoriustag an die Coburger Grundschüler; zum letzten Mal wurde der am 13. Juli 1971 gefeiert.
Dazu kommen die Coburger Klöße, im Volksmund Rutscher genannt: Kartoffelklöße je zur Hälfte aus rohen und gekochten Kartoffeln, im Inneren geröstete Weißbrotwürfel. Den Hof-Likör stellt die Hofapotheke nach einem Rezept her, das geheim bleibt, und die Coburger Rolle ist ein Weichkäse in verschiedenen Geschmacksrichtungen.
Ein großer Teil der wirtschaftlichen Grundlage dieser Stadt hängt an einer Adresse. 1950 verlegte die Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands, die heutige Versicherungsgruppe HUK-Coburg, ihren Sitz von Erfurt nach Coburg; über 5700 Menschen arbeiten hier für sie, verteilt auf einen Verwaltungskomplex am Bahnhof und einen größeren auf der Bertelsdorfer Höhe. Die Folge steht in der Steuerstatistik: 2017 betrug die gemeindliche Steuerkraft 2919 Euro je Einwohner.

Daneben trägt das produzierende Gewerbe. Das Familienunternehmen Brose produziert seit 1919 in Coburg, hat hier seinen Hauptsitz und beschäftigt in zwei Werken im Süden der Stadt 2500 Menschen. Die ebenfalls 1919 von Carl Kaeser gegründete Kaeser Kompressoren SE hat über 1600 ihrer Beschäftigten im Stadtteil Bertelsdorf.
Der Werkzeugmaschinenbau ist mit vier Namen vertreten. Waldrich Coburg, 1920 von Adolf Waldrich gegründet, baut Präzisionsbearbeitungszentren mit rund 800 Mitarbeitern. Sein Schwiegersohn Bernhard Kapp legte 1953 den Grundstein für ein eigenes Werk, das heute mit etwa 500 Beschäftigten Schleifmaschinen herstellt. Lasco wurde bereits 1863 als Eisengießerei und Maschinenfabrik gegründet und fertigt mit 340 Mitarbeitern Umformanlagen. Dazu kommt die kunststoffverarbeitende Industrie: Hermann Koch ist seit 1914 in der Stadt, Hermann Ros gründete 1926 eine Kunstharzpresserei, und das Presswerk, das der jüdische Chemiker Alfred Sauder ab 1929 aufgebaut hatte, wurde 1936 arisiert.
Ein kleinerer Betrieb erzählt von einem noch älteren Gewerbe. Die Thüringer Fahnenfabrik, 1857 von Christian Heinrich Arnold gegründet, fertigt bis heute handgestickte Vereinsfahnen in Coburg — das Handwerk der Gebildsticker ist hier seit über 150 Jahren vertreten.





Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Die Besonderheit Coburgs ist aber kein Einzelbau, sondern ein Ring. Im 19. Jahrhundert griffen Baumeister wie Julius Martinet die Neogotik auf — eine Verbeugung vor dem britischen Königshaus, das damals noch den Namen Saxe-Coburg and Gotha trug. Ein nahezu geschlossenes Ensemble neugotischer Bauten zeichnet den Verlauf der einstigen ringförmigen Stadtmauer nach und umschließt über fast zwei Kilometer den größeren Teil der Altstadt; alte Stadtmauerreste dienten dabei manchem Bürgerhaus als Fundament. Dazu kommt ein Bestand an Jugendstilbauten, unter ihnen das Sonnenhaus von Carl Otto Leheis aus dem Jahr 1902 und das Bankgebäude der früheren Creditkasse im Steinweg von Max Böhme aus den Jahren 1906 bis 1912.






