Kommst du über den Empfehlungslink einer Partnerin oder eines Partners zu uns, möchten wir dessen Kurzkennung 60 Tage lang im Cookie „ll_ref" speichern, damit eine spätere Registrierung richtig zugeordnet werden kann. Für die Nutzung von LageLuchs ist das nicht erforderlich — du kannst ohne Nachteil ablehnen und deine Entscheidung jederzeit über „Cookie-Einstellungen" im Seitenfuß ändern.
Cochem hatte am 31.12.2025 4.897 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 48 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Cochem
Die Mosel macht hier einen Bogen, für den sie deutlich mehr Weg braucht als der Zug, der seit 1877 durch den Berg fährt. Bei Bremm beginnt dieser windungsreiche Abschnitt, den man den Cochemer Krampen nennt, weil er aus der Vogelperspektive wie eine Klammer aussieht. Das Zentrum liegt etwa 85 Meter über dem Meeresspiegel, während ringsum die Höhen von Eifel und Hunsrück auf fast 300 Meter ansteigen, und über allem sitzt auf einem Bergkegel die Reichsburg.
Burg, Wein und das enge Flusstal bestimmen den Ort bis heute. Zum 31. Dezember 2025 zählte Cochem 4.897 Einwohner auf 21,18 Quadratkilometern.
Besiedelt war die Gegend schon zur Zeit der Kelten und Römer. Am 20. Dezember 866 taucht der Name Cuchuma zum ersten Mal auf, in einer Schenkungsurkunde der Abtei Prüm; der Ort war Reichsgut. Die oft genannte Ersterwähnung einer Burg im Jahr 1051 hält dagegen nicht stand: Die Urkunde dazu ist eine Fälschung aus der Zeit um 1263. Sicher genannt wird die Burg erst in einer Urkunde vom 17. März 1130, in der bereits ein Schiffszoll vor ihr erhoben wird. Die Schreibweise des Ortsnamens wandert dabei durch die Jahrhunderte — Chuckeme, Cochemo, Kuchema, Cocheme — und heißt bis ins 18. Jahrhundert Cochheim oder Cocheim.
1294 verpfändete König Adolf von Nassau Burg und Stadt mitsamt einem Gebiet von fünfzig Orten an den Trierer Erzbischof, um seine Krönung zu finanzieren; kurtrierisch blieb Cochem danach bis zur französischen Besetzung 1794. 1332 bekam der Ort die Stadtrechte, und bald darauf entstanden die Befestigungen, von denen bis heute Teile stehen. Zwischen 1423 und 1425 wütete eine Pestepidemie, und 1623 veranlasste Kurfürst Lothar von Metternich die Gründung eines Kapuziner-Konvents samt Kloster.

Im Pfälzischen Erbfolgekrieg nahmen französische Truppen unter dem Maréchal de Boufflers die Burg am 8. November 1688 mit großen Verlusten ein. Im März des folgenden Jahres besetzten sie ganz Cochem, und am 19. Mai 1689 wurde die Burganlage in Brand gesteckt, unterminiert und gesprengt; die Winneburg oberhalb des Enderttals hatten sie zuvor niedergebrannt. Der Wiederaufbau der Stadt verlief danach schleppend.
Französische Revolutionstruppen besetzten den Ort 1794; der Wiener Kongress schlug ihn 1815 dem Königreich Preußen zu, und mit der ganzen Region gehörte er fortan zur Rheinprovinz. Am 23. Januar 1927 weihte man mit der Skagerrak-Brücke die erste Moselbrücke ein, und erst danach, 1932, wurden die beiden Fischerorte Cond und Sehl eingemeindet. Im Zweiten Weltkrieg zerstörten Bomben große Teile der Altstadt und auch die Brücke; der Neubau wurde am 29. September 1949 eingeweiht. Wie lange der Krieg nachwirkt, zeigte sich 2011: Bei Umbauten der Deutschen Bahn wurde eine 500 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden und entschärft; eine kleinere, Jahre zuvor entdeckte Bombe war einbetoniert worden und liegt weiter an ihrem Platz. Seit 1946 gehört Cochem zu Rheinland-Pfalz, die zweite Moselbrücke kam am 3. September 1993 dazu, und seit dem 7. Juni 2009 ist die bis dahin verbandsfreie Stadt Teil der Verbandsgemeinde Cochem.
Die Burg diente im Mittelalter als Zollburg und wurde nach heutigem Forschungsstand wohl um 1100 oder in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtet. König Konrad III. belagerte und eroberte sie 1151 und machte damit den Streitigkeiten um sie ein Ende; danach war sie Verwaltungssitz für das umliegende Reichsgut.
Nach der Sprengung blieb von der mittelalterlichen Anlage im Wesentlichen ein unten fünfeckiger, oben quadratischer Hauptturm und daneben ein runder Treppenturm mit Freskomalereien. Am 26. September 1868 wechselten diese Reste den Besitzer: Der Berliner Kaufmann Louis Fréderic Jacques Ravené kaufte sie vom preußischen Domänenfiskus, um daraus einen Sommersitz im neugotischen Stil zu machen. Die Entschuttung begann noch im selben Jahr, 1869 folgte die Wiederherstellung der Ringmauer samt Zinnen, 1870 legte man die verschütteten Fundamente frei, und der eigentliche Wiederaufbau lief im Wesentlichen von 1874 bis 1877. Das Äußere wurde dabei meist frei erfunden — der Achteckturm bekam ein zusätzliches Geschoss mit vier Tourellen, der Hexenturm im Obergeschoss ein Badezimmer.
Zum Wiederaufbau gehörte ein Bild, dessen Geschichte die des Hauses spiegelt: 1877 erhielt der Hauptturm an der Nordwestseite ein 8 mal 4 Meter großes Mosaik des heiligen Christophorus von dem Italiener Antonio Salviati. 1942 verkaufte die Familie an das preußische Justizministerium; das Mosaik ließ die nationalsozialistische Obrigkeit dann wegen seines religiösen Inhalts durch Strafgefangene abschlagen. Erst Spenden aus der Bevölkerung brachten einen Neuentwurf zustande, der seit dem 1. Oktober 1960 wieder zu sehen ist. 1947 erhielt das neue Land Rheinland-Pfalz die Burg, 1978 kaufte die Stadt sie.
Das zweite Bild neben der Burg ist die Altstadt am Fluss. Das Stadtzentrum und der flussaufwärts gelegene Stadtteil Sehl liegen am linken, der Stadtteil Cond am rechten Moselufer. Unten in der Altstadt stehen Fachwerkhäuser, das Enderttor und das Balduinstor als Reste der Stadtmauer, von der noch weitere Teile erhalten sind, und das Martinstor, das einmal als Maut- oder Zolltor gedient hat. Das Rathaus am alten Marktplatz war ein kurfürstliches Amtshaus; Ende des 17. Jahrhunderts brannte es ab, zu Beginn des folgenden wurde es wieder aufgebaut, und 1739 bekam es sein Portal aus Basalt. Davor steht der Martinsbrunnen, dessen Vorgänger 1459 zum ersten Mal erwähnt ist. In Sehl hat sich der gotische Chor der 1493 genehmigten Kapelle erhalten, die im Volksmund Sehler Dom heißt; in Cond steht mit St. Remaclus eine Nachkriegskirche aus ortstypischem Schieferbruchstein, die am 12. Mai 1968 geweiht wurde. Vom Kapuzinerkloster ist der Bau geblieben, der seit 1998 als Kulturzentrum dient.
Die Bedeutung des Weinbaus ist in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Wo sich die Zahl der Winzerbetriebe im Vollerwerb früher im dreistelligen Bereich bewegte, sind es heute weniger als zehn, und die Mehrheit der Bevölkerung arbeitet längst in anderen Wirtschaftszweigen. Das ist die Gegenrichtung zu dem, was man an der Mittelmosel sieht — und es lässt sich an den Hängen ablesen.
Betroffen sind vor allem die Steillagen. Viele Hänge im Stadtgebiet trugen bis in die siebziger und achtziger Jahre noch Reben; die meisten der ehemaligen Weinbergslagen hat sich die Natur inzwischen zurückgeholt, und das Landschaftsbild hat sich dadurch stark gewandelt.
Im Jahreskalender ist der Wein trotzdem geblieben. Die Mosel-Wein-Woche beginnt am Mittwochabend vor Fronleichnam, das Moselweinlagenfest liegt Ende Juni in der Lage Cond, das Heimat- und Weinfest fällt auf das letzte Augustwochenende, und an den ersten beiden Novemberwochenenden wird Federweißen ausgeschenkt. Dazu kommt eine Spezialität, die kein Wein ist: der Rote Moselweinbergpfirsich, dem im April ein Blütenfest und im September eigene Tage gewidmet sind. Eine historische Senfmühle steht ebenfalls noch im Ort.
Zwischen 1962 und 1964 baute die Deutsche Bundesbank im hunsrückseitigen Stadtteil Cond eine 1500 Quadratmeter große Bunkeranlage, rund 30 Meter unter der Erdoberfläche. Von 1964 bis 1988 lagerten dort bis zu 15 Milliarden Mark einer Notstandswährung, mit der die Bundesrepublik im Fall einer durch den Kalten Krieg ausgelösten Hyperinflation hätte gegensteuern können. Die Standortwahl fiel bewusst auf das Moseltal, weil die enge Lage Schutz etwa vor einer atomaren Druckwelle bot.
Gedruckt war dafür eine eigene Serie der Deutschen Mark, die BBk II. Befürchtet wurde unter anderem eine Geldentwertung durch große Mengen Falschgeld aus dem Ostblock; die Notwährung sollte dann die Kaufkraft halten. Ein Prüfer der Bundesbank kontrollierte den Bestand alle drei Monate stichprobenartig, und außer diesen Prüfern durfte niemand die Anlage betreten.
1988 wurde die Notstandswährung vernichtet, 1994 verkaufte die Bundesbank die Anlage an die Volksbank Cochem, und 2014 ging sie samt den beiden oberirdischen Tarnwohnhäusern für unter 500.000 Euro an einen Unternehmer aus Treis-Karden, der sie instand setzte und in ein Museum verwandelte. Seit März 2016 steht der Bunker als Dokumentationsstätte auch Einzelpersonen für Führungen offen; von Mai bis Oktober fährt ein Pendelbus vom Endertplatz hinauf, und die früheren Tarnhäuser sind heute ein Hotel.
Etwa 24 Kilometer oberhalb der Stadt, bei Bremm, beginnt der windungsreiche Flussabschnitt, der Cochemer Krampen heißt. Diese Schleife misst rund 20 Kilometer; um sie abzukürzen, entstand zwischen Cochem und Ediger-Eller ein Tunnel, der Kaiser-Wilhelm-Tunnel, 4,2 Kilometer lang und 1877 fertiggestellt. Das Tal ist außerdem von tief eingeschnittenen Seitentälern geprägt, die Kraklebach, Ebernacher Bach, Sehlerbach, Falzbach, Märtscheltbach und Endertbach gebildet haben.
Im Winter und Frühjahr führt die Mosel an manchen Tagen Hochwasser; die enge Tallage sorgte früher dafür, dass Uferpromenade und angrenzende Straßen samt ihren ebenerdigen Geschäften und Restaurants regelmäßig unter Wasser standen, mitunter mehrfach in einem Winterhalbjahr. Die größeren Ereignisse der jüngeren Zeit liegen im Dezember 1993, im Januar 1995 und im Januar 2003. Die Bewohner der betroffenen Areale richten sich darauf ein: wasserresistente Wand- und Bodenbeläge, Türen und Fenster, Regale und Kücheneinrichtungen, die sich nach oben schaffen lassen, und bei Bedarf Stege aus Fertigteilen quer durch die Innenstadt.
Als Naturdenkmal geschützt ist die Lescherlinde oberhalb der Reichsburg — sie ist über 550 Jahre alt und prägt das Ortsbild; selbst vom Bahnhof aus lässt sie sich auf dem Berg erkennen. Über dem Stadtteil Cond liegt das Naturschutzgebiet Brauselay mit mediterraner Vegetation, moselabwärts bei Klotten das Dortebachtal. Der höchste Punkt des Stadtgebiets ist der Pinner Kreuzberg mit 299 Metern. Wer hinaufwill, nimmt die Sesselbahn zum Pinnerkreuz, von wo aus der Blick über Ort und Burg geht.






Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.

Heute ist Cochem Garnisonsstadt des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33; die Kaserne des Fliegerhorstes Büchel liegt im Stadtteil Brauheck auf der Eifelhöhe, etwa sechs Kilometer vom Zentrum entfernt, zusammen mit dem Gewerbegebiet. Wirtschaftlich ist der Ort heute vom Tourismus geprägt, und die Schwerpunkte liegen bei der Reichsburg, dem Freizeitzentrum im Stadtteil Cond und dem Wild- und Freizeitpark im benachbarten Klotten. Daneben ist Cochem Verwaltungssitz der Kreisverwaltung Cochem-Zell, hat ein Amtsgericht und ein Krankenhaus, und im Kloster Ebernach liegt ein Heim für Menschen mit Behinderung.







