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Cuxhaven hatte am 31.12.2025 49.545 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 49 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Cuxhaven
An der Nordspitze Niedersachsens steht ein hölzernes Gerüst im Watt, das aussieht wie ein Mast mit einem Korb. Die Kugelbake markiert, wo die Unterelbe aufhört und die Außenelbe beginnt, also die Grenze für die Binnenschifffahrt. Sie ist das Wahrzeichen des Ortes und zugleich das Motiv seines Wappens.
Alles andere hier folgt derselben Logik: Die Stadt liegt an zwei Seiten am Wasser, was dem Tourismus nützt und der Anbindung ans Hinterland schadet. Daraus wurden zwei Wirtschaftszweige — Fischerei und Fremdenverkehr — und eine ungewöhnliche Vorgeschichte. Denn dieser Landstrich war über fünf Jahrhunderte lang hamburgisch, und die Stadt selbst gibt es erst seit 1907. Ende 2025 zählte sie 49.545 Einwohner.
Der Landstrich ist alt, die Stadt ist jung. Urnenfunde und ein auf 4000 vor Christus datiertes Großsteingrab belegen eine lange Besiedlung, und über das Stadtgebiet verteilen sich Grabhügel, Ringwälle und die Reste einer Wallanlage bei Altenwalde. Auch der Ortsname ist nicht das, wonach er klingt: Die alten Schreibweisen Kuckshafen, Kukeshaven und Kuxhaven sprechen gegen eine Herleitung vom Koog, und ob im Grundwort überhaupt ein Hafen steckt, ist offen.
Die entscheidende Weichenstellung fiel 1394. In jenem Jahr traten die Herren Lappe das Schloss Ritzebüttel an Hamburg ab. Von da an war der Ort hamburgischer Stützpunkt gegen die Seeräuberei und Schutzhafen zugleich, und das Schloss wurde Sitz eines hamburgischen Amtmanns. Ein Teil des Baus stammt noch aus dem 14. Jahrhundert. 1530 und 1570 wurden zwei Köge eingedeicht, die der Elbstrom bis 1785 wieder abtrug.

Dann kam das Militär. Zur Durchsetzung der Kontinentalsperre entstanden 1812 zwei französische Forts, nach der Reichsgründung folgten weitere: Fort Kugelbake 1869 und 1879, Fort Thomsen ab 1905. Sie sollten die Elbmündung und die Zufahrt zum neuen Kanal zwischen Nord- und Ostsee decken. 1883 wurden die ersten Marineeinheiten stationiert. Aus dem Fort Kugelbake ist heute eine Spielstätte geworden, in der seit 2009 ein Freilichttheater auftritt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Küste zum Versuchsgelände: Zwischen 1945 und 1964 starteten in der Nähe der Stadt diverse Versuchsraketen. Im Wernerwald bei Sahlenburg zeugt davon eine U-förmige Bodenmulde, die beim Beseitigen der Startstelle der Operation Backfire entstand.

Die Stadtwerdung verlief in kleinen Schritten. Am 4. Dezember 1872 wurden der Flecken Ritzebüttel und die Hafensiedlung zur hamburgischen Landgemeinde Cuxhaven vereinigt; mit der Eingemeindung von Döse 1905 war die Zahl von 10.000 Einwohnern erreicht, und am 15. März 1907 kamen die Stadtrechte. Im selben Jahr entstand nach Plänen von Friedrich Duge der Seefischmarkt. 1922 gründete die Arbeiterbewegung die Cuxhavener Bauhütte, deren Klinkerfassaden das Stadtbild bis heute prägen — die Wohnhäuser an der Delftstraße und das Olfers-Eck gehen auf diese Zeit zurück.
Die Fischerei prägte den Ort über Generationen. Ihr gewidmet ist ein Museum im alten Umfeld des Fischumschlags, das auf rund 4000 Quadratmetern von Fangreisen, Funkbuden und Schiffbrüchen erzählt und dabei auch den Niedergang des Standorts nicht ausspart. Von den Bauten dieser Wirtschaft stehen der Fischversandbahnhof und eine Fischräucherei unter Denkmalschutz.
Ein zweiter Verkehr lief über denselben Kai: der nach Amerika. Ab 1889 unterhielt die Hamburg-Amerika-Linie hier eine Anlage; 1891 brach von ihr die Augusta Victoria zu einer Vergnügungsfahrt über See auf, mit der die Reederei ein neues Geschäft eröffnete. Die Hapag-Hallen sind als Auswandereranlage erhalten und werden gelegentlich noch für Kreuzfahrtgäste genutzt.
Wie die Kugelbake draußen im Watt dienen auch die Zeichen am Hafen der Schifffahrt. Am Ende der Elbpromenade liegt die Alte Liebe, ein früherer Anleger, daneben steht seit 1884 der Windsemaphor — ein Gerät, das ausfahrenden Schiffen Windrichtung und Windstärke auf Borkum und Helgoland anzeigt, kenntlich an zwei Buchstaben. Ein paar Schritte weiter steht der Hamburger Leuchtturm von 1804, der 1981 hierher kam.

Auch die schwimmenden Zeugnisse blieben. Das Feuerschiff Bürgermeister O’Swald II versah zuletzt als bemanntes Schiff den Dienst an der Position Elbe 1 und läuft, weil es seetüchtig blieb, noch heute zu Festen an der Küste aus. Der 1904 gebaute Gaffelschoner Hermine liegt als maritimes Denkmal am Schleusenpriel.
Der zweite Wirtschaftszweig liegt ein paar Kilometer westlich des Hafens. Döse, Duhnen und Sahlenburg sind die Kurteile, und was sie verkaufen, ist eine Landschaft, die zweimal am Tag verschwindet: das Watt. Die Flächen davor gehören zu zwei Nationalparks, die zum UNESCO-Weltnaturerbe zählen; die zu Fuß erreichbaren Bereiche liegen in der Erholungszone, während das Salzwiesengebiet Duhner Anwachs Ruhezone ist und Austernfischer, Rotschenkel, Silbermöwe und mehrere hundert Große Brachvögel beherbergt.
Die Duhner Heide ist eine Krähenbeer-Heide, wie sie nur an der Küste vorkommt, mit der herb duftenden Schwarzen Krähenbeere und dem Englischen Ginster. Hinzu kommen der Kurpark von 1936, der Schlosspark am alten Amtssitz und der Wernerwald bei Sahlenburg.
Der Kurbetrieb bringt einen eigenen Veranstaltungskalender hervor, von den Hafentagen bis zu Chorkonzerten; in der Stadt singen ein Shantychor, ein Lotsenchor und ein Seemannschor. Seit 2005 kommt im Sommer das Rockfestival Deichbrand hinzu.
Dass Strand und Kurteile bleiben, hängt am Deich. In den vergangenen hundert Jahren ist der Meeresspiegel hier um etwa 20 Zentimeter gestiegen; Prognosen erwarten bis 2100 zusätzlich 0,6 bis 1,1 Meter. Der Deich liegt heute je nach Abschnitt zwischen etwa 5,90 und 8 Metern über Normalhöhennull; bis 2100 ist für den Küstenschutz eine Höhe von etwa 8,7 bis 9 Metern geplant.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT_SEA, WH
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Vom Staatsgebiet Hamburgs trennte das Groß-Hamburg-Gesetz die Stadt 1937 ab; sie kam zur preußischen Provinz Hannover. Hamburg behielt sich Rechte an den Häfen vor, und der Amerikahafen mit dem Steubenhöft blieb bis zum 1. Januar 1993 hamburgisches Eigentum. Der Cuxhaven-Vertrag vom 3. Oktober 1961 gab 1969 die Inseln Neuwerk und Scharhörn an Hamburg zurück, das dort einen Tiefwasserhafen plante; Niedersachsen bekam Flächen für den Fischereihafen. Erst ein Staatsvertrag vom 28. Oktober 2005 hob die Containersperrklausel auf und gab den Hafen zur freien Entwicklung frei.







