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Dieburg hatte am 31.12.2025 15.791 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 56 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Dieburg
Dieburg liegt in Südhessen rund 15 km östlich von Darmstadt im Tal der Gersprenz, in der Dieburger Bucht nördlich des auslaufenden Odenwalds. Die Stadt umfasst 23,08 Quadratkilometer, der Ort liegt auf 144 m. Zum 31. Dezember 2025 zählte Dieburg 15.791 Einwohner.
Bis 1977 war Dieburg Kreisstadt; als der Landkreis Dieburg in jenem Jahr mit dem Landkreis Darmstadt zum Landkreis Darmstadt-Dieburg vereinigt wurde, verlor die Stadt diesen Status. In der hessischen Gebietsreform blieb Dieburg als eine von nur 31 Kommunen unverändert; die Nachbarn Semd und Klein-Zimmern wollten 1972 eingemeindet werden, doch die Stadt lehnte ab. Dieburg beherbergt einen Campus der Hochschule Darmstadt.
Zwischen den Jahren 85 und 90 nach Christus wurde die Dieburger Bucht in die Provinz Obergermanien eingegliedert. Um das Jahr 125 nach Christus wurde die Civitas Auderiensium gegründet, deren Hauptort das heutige Dieburg war. Kultgegenstände, darunter ein Zeugnis des Mithraskultes, sind heute im Stadtmuseum zu sehen. Ab 260 nach Christus zog sich das Römische Reich trotz einer Stadtmauer auf linksrheinische Gebiete zurück; man spricht vom Limesfall. Die heutige Wallfahrtskirche steht im westlichen Bereich des römischen Forums, und römische Vorgängerbauten bestimmen ihren Grundriss.
Der Name Dieburg steht 1207 in einer Urkunde des Klosters Eberbach, in der eine „Judta de Dieburch“ als Zeugin auftritt; 1208 trägt eine weitere Urkunde das Siegel ihres Bruders Heinrich von Dieburg. Die Stadt wurde planmäßig zwischen der Wasserburg in der Gersprenz und der „Altenstadt“ angelegt; Grundriss, Stadtmauer, Burg und Markt sind noch im Stadtplan zu erkennen. Nach neueren Forschungen wollten die Staufer Dieburg zur Reichsstadt ausbauen, doch die Stadt geriet schnell in die Abhängigkeit des Erzbistums Mainz.
Um 1220 entstand die Stadtmauer, und ab 1239 besaßen die Herren von Münzenberg die Burg. 1277 bestätigte Rudolf von Habsburg auf Bitten des Mainzer Erzbischofs Werner von Eppstein die Stadtrechte des „oppidum Dippurch“ und gewährte ihm alle Freiheitsrechte. 1310 wurde Dieburg vollständig kurmainzisch.
Dieburg gehörte dem Neunstädtebund an, der sich im Bauernkrieg auf die Seite der Aufständischen stellte; 1525 wurden Schloss und kurfürstlicher Vorratskeller geplündert, und die Stadtordnung von 1527 nahm dem Bund seine Vorrechte. Von 1600 bis 1630 sind für das Erzstift Mainz 1879 Todesopfer der Hexenverfolgung dokumentiert; in Dieburg starben etwa 60 Menschen auf dem Scheiterhaufen. Der Glöckner und Kupferschmied Lorenz Drach, der „Drache zu Dieburg“, wurde am 18. April 1603 in Aschaffenburg hingerichtet, nachdem er mit anderen Männern eine Schmähschrift gegen die Hexenprozesse verfasst hatte.

Beim Friedensschluss des Dreißigjährigen Krieges war Dieburg halb zerfallen, die Vorstädte waren zerstört, und von der Bevölkerung waren nur noch 500 Menschen übrig. Barocke Pracht kam mit den Schlössern Stockau (Schlossgarten 1699) und Fechenbach (1717). 1803 kam das kurmainzische Dieburg an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, und 1832 wurde es Kreisstadt des Kreises Dieburg. Die alte Burg wurde um 1810 fast vollständig abgerissen und zum Albinischloss umgestaltet; seit 1857 gehört es der Stadt und dient noch als Landratsamt.
Mit dem Bahnhof, 1861 gebaut und 1863 fertiggestellt, hatte Dieburg Anschluss an die Hessische Ludwigsbahn und konnte sich industriell entwickeln.
Nach der Bahn kamen Behörden und Bildung. Die Deutsche Bundespost eröffnete 1968 am Ostrand eine Ingenieur-Akademie für Nachrichtentechniker, die 1971 zur staatlich anerkannten Fachhochschule der Bundespost wurde. Heute prägt auch die Logistik den Ort. 2019 nahm das Logistikunternehmen Fiege eine Reifen-Lagerhalle von etwa 90.000 m² in Betrieb, die gesellschaftlich umstritten war.
Bewirtungen am Aschermittwoch sind 1508 urkundlich belegt und gelten als Beleg für die Dieburger Fastnacht. Alle zwei Jahre feiert Dieburg zum Sommeranfang die Blaue Nacht, jeweils in einem Jahr mit ungerader Jahreszahl.

Zur Stadt gehören auch geschützte Naturräume. Zwei Feuchtgebiete stehen unter Naturschutz: das Große Hörmes und die Fohlenweide.



Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
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