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Dresden hatte am 31.12.2025 562.764 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 55 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Dresden
Dresden liegt an der Elbe, war über Jahrhunderte Residenz der sächsischen Herrscher und ist heute wieder Hauptstadt des Landes Sachsen. Zu großen Teilen liegt Dresden im Elbtalkessel, links und rechts des Flusses, umschlossen von den Ausläufern des Osterzgebirges, vom Steilabfall der Lausitzer Granitplatte und vom Elbsandsteingebirge. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 562.764 Einwohner auf 328,48 Quadratkilometern.
Der Name der Stadt ist slawisch: Er leitet sich vom altsorbischen drežďany ab, was Sumpf- oder Auwaldbewohner bedeutet. Dresdene lag im Gau Nisan, der 1142 von Böhmen an den deutschen König Konrad den Dritten fiel; das nahe Meißen war seit 968 Sitz der Markgrafen. Erstmals fällt der Name in einer erhaltenen Urkunde vom 31. März 1206, und zwar in der Formel Acta sunt hec Dresdene. In einer Urkunde vom 21. Januar 1216 erscheint der Ort dann als Stadt: in civitate nostra Dreseden. Lange waren es zwei Städte. 1350 erscheint auf der rechten Elbseite erstmals eine eigenständige Siedlung namens Antiqua Dressdin — die heutige Innere Neustadt; dass dieses Altendresden Stadtrecht erhielt, ist nicht urkundlich festgehalten, soll aber am 21. Dezember 1403 geschehen sein. Zu einer Einheit wurden die Teile links und rechts des Flusses unter Kurfürst Moritz erst am 29. März 1549.
Als die Stadt am 17. September 1455 das Stapelrecht bekam, war sie noch von geringem Gewicht. Das änderte die Leipziger Teilung der wettinischen Länder 1485: Dresden wurde für Jahrhunderte herzogliche Residenzstadt der sächsischen Herrscher. Mit dem Übergang der kurfürstlichen Würde innerhalb des Hauses Wettin wurde die Stadt zur Hauptstadt des wichtigsten protestantischen Landes im Heiligen Römischen Reich. Die von Kurfürst August 1556 in unmittelbarer Nähe des Residenzschlosses errichtete Münzstätte blieb nach Schließung sämtlicher Landesmünzstätten als alleinige Prägestätte des Kurfürstentums übrig.
Geplündert oder zerstört wurde die Stadt im Dreißigjährigen Krieg nie, doch Pest, Hungersnot und wirtschaftlicher Stillstand warfen sie um 1632 in ihrer Entwicklung zurück. 1685 brannte Altendresden komplett ab; über mehrere Jahrzehnte wiederaufgebaut, wurde es 1732 als Neue Königliche Stadt vollendet, weshalb der Stadtteil bis heute Neustadt heißt. Unter August dem Starken errang Dresden durch den Dresdner Barock und die Hoffeste die kulturelle Geltung, die es bis in die Moderne hat.
Danach kam die Stadt aus den Kriegen kaum heraus. Im Dezember 1745 wurde sie im Österreichischen Erbfolgekrieg zum ersten Mal von Preußen erobert; im Siebenjährigen Krieg besetzten die Preußen sie 1756 erneut, und als sich die österreichische Armee näherte, ließ der preußische Gouverneur Teile der Stadt in Brand stecken. Eine preußische Belagerung scheiterte 1760, der Beschuss traf dabei die Innenstadt.
Neben den Kriegen hinterließ diese Zeit auch ein Gedicht und eine politische Erklärung, die mit Dresden verbunden sind. Hier verfasste Friedrich Schiller 1785 für die Tafel einer Freimaurerloge das Gedicht An die Freude, das Ludwig van Beethoven später für seine neunte Sinfonie vertonte. 1791 riefen im nahen Pillnitz die europäischen Monarchen mit der Pillnitzer Deklaration zur Zerschlagung der Französischen Revolution auf.
Den Aufstieg zum Florenz an der Elbe verdankt Dresden vor allem dem sächsischen Kurfürsten August dem Starken. Der Langzeitregent liebte nicht nur den Prunk, sondern auch die Architektur, und beides zusammen führte Anfang des 18. Jahrhunderts zu einer Reihe großer Bauwerke. Von 1711 bis 1728 wuchs der Zwinger heran, barock und gedacht für königliche Feste wie für Kunstausstellungen, angelegt auf einer ehemaligen Bastion der Stadtfestung; auf der Südseite blieben Reste der Stadtmauer erhalten, und dort steht auch das der königlichen Krone nachempfundene Kronentor. Die Sempergalerie kam erst von 1847 bis 1854 hinzu.
Nebenan steht die Semperoper. Der heutige Bau folgt den Originalplänen des zweiten Opernbaus von Gottfried Semper, der von 1878 bis 1945 bestand; wieder errichtet wurde er von 1977 bis 1985. Er gilt als Bauwerk des Historismus und trägt vor allem Elemente des Klassizismus. Zwinger und Semperoper fügen sich mit der Hofkirche, der Altstädtischen Hauptwache und dem Italienischen Dörfchen zur baulichen Einheit des Theaterplatzes.

Die Brühlsche Terrasse zieht sich entlang des Elbufers auf der alten Stadtbefestigung, etwa zehn Meter über dem Fluss; sie trägt den Beinamen Balkon Europas. Zu ihr zählen unter anderem das Albertinum, die Kunstakademie und die Sekundogenitur, und die Kasematten darunter — die ehemals unzugänglichen Wehranlagen — sind heute als Museum begehbar.

Die etwa 5000 jüdischen Dresdner, die 1933 noch Gemeindemitglieder waren, wurden vertrieben oder später in Konzentrationslager deportiert; nach dem Zweiten Weltkrieg zählte die jüdische Gemeinde der Stadt noch 41 Menschen. Während der Novemberpogrome 1938 wurde die Alte Synagoge niedergebrannt. Zwischen 1939 und 1945 bestanden in der Stadt KZ-Außenlager, in denen mehrere hundert Frauen Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie leisten mussten.

In vier aufeinander folgenden Wellen warfen britische und US-amerikanische Bomber vom 13. bis 15. Februar 1945 ihre Last über der Stadt ab und beschädigten weite Teile des Stadtgebietes schwer. 60 Prozent des Stadtgebietes waren schwer betroffen, 15 km² ausgehend von der Innenstadt wurden total zerstört; Stadtteile im Norden und Nordwesten blieben dagegen weitgehend verschont. Am 8. Mai 1945, dem Tag der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht, besetzte die Rote Armee die Stadt.
Über die Zahl der Toten kursieren bis heute falsche Angaben. Bis weit in die 1990er Jahre fand sich in einzelnen Publikationen die Angabe von rund 350.000 Toten, gelegentlich auch 250.000; der Report of the Joint Relief des Internationalen Roten Kreuzes kolportierte 275.000. Die von der Stadt eingesetzte Historikerkommission setzte die Zahl der Toten der Februarangriffe dagegen auf mindestens 22.700 und höchstens 25.000 fest. Nach der Kommission und nach dem Historiker Frederick Taylor geht die hohe Zahl auf eine Fälschung der Nationalsozialisten selbst zurück: an die Anfang März 1945 bekannte Opferzahl von 20.294 habe das Propagandaministerium schlicht eine Null angehängt, und die so entstandenen 202.940 seien vor allem ins neutrale Ausland gestreut worden.
In der DDR wurden viele Reste der zerstörten Stadt beseitigt, darunter die Überreste der Sophienkirche und vor allem die historische Wohnbebauung. Wiederhergestellt wurden vor allem die Monumentalbauten: bis 1987 das Japanische Palais, bis 1985 die Semperoper, bis 1965 die Katholische Hofkirche, bis 1963 der Zwinger, bis 1955 die Kreuzkirche, 1949 die Augustusbrücke und 1946 das Ständehaus. Als Mahnmal gegen den Krieg sollte die Ruine der Frauenkirche auf dem Neumarkt stehen bleiben. Die im Krieg nahezu unzerstörte Äußere Neustadt, der in den 1980er Jahren der Abriss drohte, blieb aufgrund von Bürgerprotesten erhalten.
Vom 30. September bis zum 5. Oktober 1989 rollten Sonderzüge über Dresden und Plauen in die Bundesrepublik, besetzt mit den Flüchtlingen aus der bundesdeutschen Botschaft in Prag. Vor allem in der Nacht zum 5. Oktober drängten sich Tausende am Hauptbahnhof, und es kam zu gewaltsamen Zusammenstößen: Sicherheitskräfte auf der einen Seite, auf der anderen Bürger, die teils demonstrierten und teils auf die Züge wollten, um zu fliehen.
Rund 20.000 Menschen zogen am 8. Oktober durch die Stadt und forderten unter anderem Reise- und Meinungsfreiheit; einen großen Teil von ihnen kesselte die Polizei auf der Prager Straße ein. Spontan entstand daraus die Gruppe der 20, die tags darauf die Forderungen der Demonstranten bei SED-Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer vortrug. Einen Tag später fand in Leipzig die erste große Montagsdemonstration statt.
Mit der politischen Wende 1989 und der Wiedervereinigung 1990 kehrte der Stadt der Rang der Hauptstadt des neu gebildeten Landes Sachsen zurück; von 1952 bis 1990 war es Hauptstadt des Bezirks Dresden gewesen.
Im Oktober 2014 nahm in der Stadt die islam- und fremdenfeindliche Bewegung Pegida ihren Anfang.
Am 21. April 2015 erhielt Dresden zusammen mit der schwedischen Stadt Vara den Europapreis, den das Ministerkomitee des Europarats jährlich an Gemeinden verleiht, die sich um den europäischen Gedanken verdient gemacht haben.
Die Halbleiterindustrie ist in Dresden kein Produkt der Wende. Die Mikroelektronik besaß hier schon vor 1989 ein Zentrum und wurde danach ausgebaut, und aus der engen Zusammenarbeit von Industrie, Universität und Forschungseinrichtungen entwickelte sich ein Schwerpunkt der europäischen Halbleiterfertigung. Fertigungsstätten von Globalfoundries und Infineon entstanden über die Jahre; 2021 nahm ein Halbleiterwerk der Robert Bosch GmbH den Betrieb auf, 2025 eine Fabrik der Jenoptik AG. Weil sich auch die Zulieferer — Reinraumtechnik, Spezialmaschinenbau, Siliziumwafer — in und um Dresden niederlassen, spricht man in Anlehnung an das kalifornische Silicon Valley vom Silicon Saxony.
Dazu kommt seit kurzem ein Werk des taiwanesischen Chip-Herstellers TSMC, das als Einzelinvestition alles übertrifft, was ein Unternehmen seit 1990 in Sachsen ausgegeben hat. Der erste Spatenstich für das ESMC-Werk im Airport-Park in Dresden-Rähnitz erfolgte am 20. August 2024; die Investition beträgt 10,5 Milliarden Euro, gefördert mit fünf Milliarden Euro Subventionen. Ende 2027 soll die Produktion mit rund 2.000 vorgesehenen Arbeitsplätzen beginnen, vor allem mit Chips für die Autoindustrie. Das Unternehmen sucht dabei ausdrücklich die Nähe zu den Universitäten in Dresden, Chemnitz und Freiberg.
Daneben steht eine ältere industrielle Schicht. Volkswagen ließ in der Gläsernen Manufaktur am Großen Garten zunächst den Phaeton bauen; im März 2016 wurde diese Fertigung eingestellt, im April 2017 lief nach einem Umbau der e-Golf an, von 2021 bis 2025 der ID.3. Die Elbe Flugzeugwerke, ein Tochterunternehmen der Airbus-Gruppe, bauen Flugzeuge um. Bei Pharmazeutika und Arzneimitteln redet die Stadt seit über hundert Jahren mit; das frühere Sächsische Serumwerk gehört inzwischen zum GSK-Konzern und liefert Grippeimpfstoffe in viele Länder.






Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT, DZT_BAR
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Das Residenzschloss war Wohnsitz der sächsischen Kurfürsten und späteren Könige und wurde so oft erweitert, dass es in seinen Flügeln sehr viele Baustile trägt. Auf Stichen des 15. Jahrhunderts sind die frühesten Strukturen zu erkennen, und mit dem Georgenbau steht einer der wenigen Renaissancebauten der Stadt noch. Der Wiederaufbau begann 1986 und dauert an; als erstes eigenständiges Element wurde der Stallhof fertiggestellt. Am Stadtrand liegt direkt an der Elbe das Schloss Pillnitz aus drei Palais im barocken und chinamodischen Baustil, das als Sommerresidenz diente.

Am 30. Oktober 2005 wurde die Frauenkirche nach einem zehnjährigen, weitgehend aus Spenden finanzierten Wiederaufbau geweiht. Vier Jahre zuvor hatte die Stadt einen Titel bekommen, den sie wieder verlor: Die Kulturlandschaft Dresdner Elbtal, ausgedehnt von Schloss Pillnitz bis Schloss Übigau, wurde 2004 in die Welterbeliste aufgenommen und 2009 mit dem Bau der Waldschlößchenbrücke wieder daraus gestrichen, weil die UNESCO in der Brücke eine Gefährdung sah. Die Brücke ging 2013 in Betrieb. 2002 hatte außerdem die Jahrhundertflut die Stadt getroffen; die Elbe erreichte dabei einen Pegelstand, der das bis dahin schwerste Hochwasser von 1845 übertraf.





