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Eichstätt hatte am 31.12.2025 14.066 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 61 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Eichstätt
Eichstätt liegt in Oberbayern an der Altmühl, mitten im Naturpark Altmühltal, dessen Verwaltung hier sitzt. Die Stadt umfasst 47,78 Quadratkilometer. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 14.066 Einwohner.

Katholisch geprägt ist die Stadt seit alters her. Ein Kloster des Angelsachsen Willibald wurde zur Keimzelle des Bistums, im Barock bekam die Stadt ihr heutiges Gesicht, und seit 1980 gibt es hier eine Katholische Universität.
Vor etwa 150 Millionen Jahren lag hier der Nordrand des Jurameeres, mit Korallenriffen und Lagunen. Auf ihrem Grund lagerte sich Kalk in Schichten ab und schloss Tiere und Pflanzen ein, darunter Archaeopteryx, von dem einige Exemplare in Eichstätter Steinbrüchen gefunden wurden.
Noch heute werden in den Brüchen der Umgebung die Solnhofener Platten gewonnen, die durch die Lithographie bekannt wurden, sowie Jura-Marmor. Das Jura-Museum in der Willibaldsburg zeigt einen fossilen Archaeopteryx aus Solnhofen.
Erste menschliche Spuren werden auf die Zeit um 10.000 v. Chr. datiert, und in der Zeit der Kelten trug eine kleine Siedlung an der Stelle des Doms den Namen Eistedd. Die erste urkundliche Erwähnung von „Eihstat“ fällt ins Jahr 740, als Bonifatius das Gebiet von einem Adligen namens Suitger geschenkt bekam. Um 741 oder 742 weihte er den angelsächsischen Mönch Willibald zum Bischof und schickte ihn dorthin. Willibald fand eine verwüstete Gegend vor, in der bis auf eine Marienkirche kein Haus stand, und errichtete im Bereich des heutigen Doms ein Kloster. Um 880 wurden die Gebeine seiner Schwester Walburga hierher überführt, und an ihrem Grab entstand 1035 ein Benediktinerinnenkloster.
Der Stadt selbst gilt der 5. Februar 908 als Gründungsdatum. An diesem Tag erhielt der Bischof das Markt-, Münz- und Zollrecht und außerdem das Recht, den Ort mit einer Mauer zu umgeben. 1042 durfte sich der Ort erstmals Stadt nennen. Von 1305 bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts herrschten die Bischöfe über Stadt und Hochstift.
Die Herrschaft der Bischöfe hatte eine dunkle Seite. Zwischen 1582 und 1723 wurden im Hochstift mindestens 241 Menschen wegen angeblicher Hexerei verhaftet, von ihnen starben nachweislich 222 in Prozessen als Verurteilte. Die Hauptphase fiel in die Jahre von 1617 bis 1630, als Fürstbischof Johann Christoph von Westerstetten regierte.
Im Dreißigjährigen Krieg brannte die Stadt. Am 12. Februar 1634 lag die Innenstadt weithin in Trümmern, denn 444 Häuser und sechs Kirchen waren vernichtet. Verschont blieben nur 127 Häuser; dazu kamen Dom, Stadtpfarrkirche, Kloster St. Walburg, Dominikanerkirche und Johanneskirche. Nach dem Brand wurde die Stadt im Barock neu gestaltet, und diese Bauten prägen sie bis heute.
1805 fiel sie an das Königreich Bayern, und 1870 bekam sie durch die Bahnstrecke von Treuchtlingen nach Ingolstadt einen Anschluss. Mit der Gebietsreform von 1972 wechselte sie von Mittelfranken nach Oberbayern und verlor den Status als kreisfreie Stadt.
Was Eichstätt heute zeigt, ist überwiegend barock und blieb im Zweiten Weltkrieg nahezu unversehrt. Der Residenzplatz geht auf den fürstbischöflichen Baumeister Gabriel de Gabrieli zurück, Maurizio Pedetti gestaltete ihn zwischen 1776 und 1780 weiter und ergänzte einen Brunnen mit Mariensäule. Am 25. Oktober 1985 wurde der wiederhergestellte Platz eingeweiht.

Über der Stadt liegt die Willibaldsburg, auf der ab 1597 der Hortus Eystettensis angelegt wurde. Der Garten wurde im Dreißigjährigen Krieg verwüstet, und heute erinnert ein bis 1998 neu angelegter Bastionsgarten an seine Pflanzenwelt. Im Hofgarten der Sommerresidenz, der ab 1735 entstand, wurden im 19. Jahrhundert Teile in einen Englischen Garten verwandelt.

Das typische Bürgerhaus der Gegend ist das Jurahaus. Es hat eine gedrungene Form, ein flach geneigtes Dach und eine Deckung aus Kalkplatten, wie sie der Jura hergibt. Später kamen moderne Bauten des Diözesanbaumeisters Karljosef Schattner hinzu, etwa die Pfarrkirche Heilige Familie und der Ulmer Hof.

Bei der Reichstagswahl am 5. März 1933 kam die NSDAP in Eichstätt nur auf 1558 Stimmen, die Bayerische Volkspartei dagegen auf 2493. Als Gründe gelten die Abgelegenheit der Stadt und vor allem die starke Stellung der katholischen Kirche. Dennoch übernahmen die Nationalsozialisten schnell die Kontrolle: Schon am 9. März 1933 hisste die SA mit Duldung der Stadtverwaltung eine Hakenkreuzfahne im Rathaus.
Beim Novemberpogrom am 10. November 1938 wurde die letzte jüdische Familie aus der Stadt vertrieben. Zwischen 1939 und 1945 lag in der Ostenvorstadt das Kriegsgefangenenlager Oflag VII B, und die Willibaldsburg diente von Oktober 1944 bis Januar 1945 als Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg, in dem 22 Häftlinge untergebracht waren. Am 25. April besetzten US-Truppen die Stadt, nachdem am Vortag zwei Männer von SS-Leuten auf dem Leonrodplatz erhängt worden waren, weil sie die Sprengung der Spitalbrücke verhindern wollten.
Heute lebt die Stadt vor allem von Behörden, Bistum, Schulen und Universität. Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt hat hier ihren Hauptsitz und trägt seit 2001 diesen Doppelnamen, weil 1989 in Ingolstadt eine wirtschaftswissenschaftliche Fakultät gegründet wurde.
Große Industrie hat Eichstätt nie getragen: Schulstadt und Verwaltungssitz blieb der Ort im späten 19. Jahrhundert ebenso wie in der ersten Hälfte des folgenden. Im Winter 1932/33 waren 1800 Personen arbeitslos gemeldet. Osram unterhielt ab 1962 ein Werk im Industriegebiet, das 2020 mit seinen 140 Beschäftigten geschlossen wurde. Auch der Nachfolgebetrieb Aurora Lichtwerke stellte 2023 den Betrieb ein.
Ein zweites Standbein ist der Tourismus. Wanderwege wie der Altmühltal-Panoramaweg, der Main-Donau-Weg und der Ostbayerische Jakobsweg führen um und durch die Stadt, und fossilienreiche Steinbrüche, Dom und Willibaldsburg ziehen jedes Jahr Hunderttausende Besucher an, überwiegend für einen Tagesausflug. Bei den Übernachtungen ging es zuletzt bergab: 2025 zählte die Stadt 109.733 Übernachtungen, 8,5 Prozent weniger als im Vorjahr.






Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: GEO
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