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Einbeck hatte am 31.12.2025 29.472 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 42 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Einbeck
Einbeck ist zweimal berühmt geworden, und beide Male für etwas, das man sehen oder trinken kann. Das eine ist das Fachwerk: Mehr als 150 spätmittelalterliche Häuser prägen das Zentrum, entstanden in wenigen Jahren nach einem Stadtbrand. Das andere ist das Bier — die Bezeichnung Bockbier leitet sich vom Namen der Stadt ab.
Beides hängt zusammen. Der Reichtum, der den schnellen Wiederaufbau nach 1540 erlaubte, stammte aus dem Bierhandel, und die auffällig hohen Tore der Häuser an der Tiedexer Straße gibt es, weil dort Braupfannen hindurchpassen mussten. Wer durch diese Straße geht, läuft durch eine Wirtschaftsform, die in Stein und Holz erstarrt ist.
Die Stadt liegt im Einbeck-Markoldendorfer Becken, südlich des Höhenzugs Hube, und hat ihren Namen von einem Bach: dem Krummen Wasser, einem Zufluss der Ilme. Zur Stadt wurde der Ort im 13. Jahrhundert — 1252 sind Stadtrechte und ein Rat der Stadt belegt, 1279 verlieh Heinrich Mirabilis erweiterte Rechte, und 1264 wird eine Stadtmauer erwähnt, die Marktkirche und Stiftskirche umschloss. Die früheste Nennung stammt aus einer Urkunde Friedrich Barbarossas vom 1. Januar 1158.
Wirtschaftlich trug lange ein Produkt allein die Stadt. Für das Jahr 1351 sind die ersten Exporte des Einbecker Bieres belegt, jenes starken Bockbiers, das nach der Stadt benannt ist. Gebraut wurde nicht in einer Brauerei, sondern in den brauberechtigten Bürgerhäusern; organisiert und vermarktet hat das Ganze der Rat. Mehr als die Hälfte aller Gebäude besaß dieses Recht.

1368 trat Einbeck der Hanse bei, und das Absatzgebiet des Bieres dehnte sich erheblich aus: von Antwerpen bis Riga und von Stockholm bis München. Einbeck war damals eine der größeren Städte Norddeutschlands. Wie viel Geld dabei zusammenkam, zeigte sich, als 1540 ein Stadtbrand den Ort nahezu vollständig zerstörte — der Wiederaufbau ging schnell, weil das Vermögen da war. Neun Jahre später brannten in der südlichen Stadthälfte noch einmal 580 Häuser nieder.
Die Neuzeit brachte Rückschläge und neue Gewerbe. Zweimal wurde die Stadt im Dreißigjährigen Krieg besetzt, 1632 und 1641; Hunderte Häuser gingen dabei verloren. 1638 entstand der Einbecker Blaudruck, ein Familienbetrieb, der Textilien bis heute im traditionellen Verfahren färbt. 1879 kam der Anschluss an das Eisenbahnnetz über die Ilmebahn, und ab 1890 wuchs das Fahrradgeschäft August Stukenbroks zu einem der großen Versandhäuser des Landes, bis es 1931 in der Weltwirtschaftskrise Konkurs anmelden musste. Sein Sitz war ab 1907 eine preußische Kaserne von 1868, die seit 1996 als Neues Rathaus dient.

Für eine Stadt dieser Größe hat Einbeck erstaunlich viele Menschen hervorgebracht, deren Wirkung weit über Südniedersachsen hinausreicht. Der Sprachforscher Justus Georg Schottelius, einer der Begründer der deutschen Grammatikschreibung, stammt von hier. Ebenso Henry Melchior Mühlenberg, der als Organisator des Luthertums in Nordamerika gilt. Im Stadtbild haben zwei andere Einbecker Spuren hinterlassen: Nach dem Komiker Wilhelm Bendow ist das Theater der Stadt benannt, und der hannoversche Architekt Conrad Wilhelm Hase, der eine ganze Schule prägte, entwarf das Kriegerdenkmal zum Deutsch-Französischen Krieg. Betrieben wird das Theater heute vom Kulturring Einbeck.
Der Wiederaufbau nach 1540 folgte einem einheitlichen Baustil, und die neuen Häuser blieben dabei auf ihren alten Gewölbekellern stehen, die mehrere hundert Jahre älter waren. Genau das erklärt, warum der historische Kern heute ein so geschlossenes Bild einer spätmittelalterlichen Fachwerkstadt abgibt: Er ist in einem Zug entstanden. Die 1990 eingerichtete Deutsche Fachwerkstraße führt folgerichtig durch Einbeck.
Die Tiedexer Straße ist der geschlossenste dieser Straßenzüge; ihre denkmalgeschützten Fachwerkhäuser stammen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Hier stehen auch die hohen Toreinfahrten, durch die die Brauwagen passten. Als Einzelstück ragt das Eickesche Haus heraus, dessen reiche figürliche Renaissance-Schnitzerei es zu einem Baudenkmal von besonderer nationaler und kultureller Bedeutung macht.
Am Marktplatz steht als Wahrzeichen der Stadt das Alte Rathaus mit seinen drei spitzen Türmen; es stammt aus dem 16. Jahrhundert. Daneben liegt die Ratsapotheke, ein Fachwerkgebäude von 1590, und das Brodhaus von 1552, Sitz der Bäckerinnung. In einem Brunnen am Markt erinnert ein Denkmal an Till Eulenspiegel, der vorübergehend hier lebte. Die Kirchen setzen die Höhepunkte. Die Marktkirche St. Jacobi prägt den Platz mit einem 65 Meter hohen, schiefen Turm und bewahrt einen romanischen Taufstein. Die Münsterkirche St. Alexandri ist eine gotische Hallenkirche und geht auf ein Kollegiatstift zurück.

Vom jüdischen Leben der Stadt ist vor allem ein Gebäude geblieben. Während der Novemberpogrome 1938 brannte die Synagoge in der Bismarckstraße nieder. Die frühere Synagoge in der Baustraße überstand die Zeit nur, weil sie damals als privates Wohnhaus genutzt wurde. Als Alte Synagoge erinnert sie heute an die jüdische Gemeinde.
Vom alten Stadtgrün ist einiges erhalten. Nördlich der Altstadt liegt der Stiftsgarten, früher eine Gartenanlage des Stifts Alexandri. In seinem östlichen Teil steht die Stukenbrokvilla, in der heute eine Musikschule untergebracht ist. Westlich der Altstadt sind die historischen Wallanlagen mit Stadtmauer, Krähengraben und dem Mühlenwall samt Teich am besten erhalten.






Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
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Gewachsen ist die Stadt danach vor allem durch Zusammenlegung. 1971 und 1974 kamen Dutzende Dörfer hinzu, und am 19. Oktober 2011 beschloss der Rat die Vereinigung mit der Nachbargemeinde Kreiensen zum 1. Januar 2013. Heute besteht Einbeck aus der Kernstadt und 46 Ortsteilen und misst 231,92 Quadratkilometer; Ende 2025 zählte es 29.472 Einwohner. Die Wirtschaft steht auf mehreren Beinen: Die Einbecker Brauhaus AG führt die alte Brautradition fort, die KWS Saat züchtet Saatgut und beschäftigt in der Stadt rund 1.500 Mitarbeiter, dazu kommen Automobilzulieferer, ein Kettenhersteller und eine Bandweberei. Im ehemaligen Kornhaus eröffnete im Juli 2014 der PS-Speicher, eine Dauerausstellung zur Geschichte der Mobilität.






