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Eisenach, Stadt hatte am 31.12.2025 40.505 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 41 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Eisenach, Stadt
Über Eisenach steht die Wartburg, und in der Stadt kreuzen sich die Wege Martin Luthers und Johann Sebastian Bachs. Eisenach liegt im Tal der Hörsel am Nordrand des Thüringer Waldes, und zwar dort, wo sich das Tal beckenförmig aufweitet. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 40.505 Einwohner auf 104,17 Quadratkilometern. Seit dem 30. Juni 2021 ist Eisenach nicht mehr kreisfrei; mit der Einkreisung erhielt die Stadt als erste in Thüringen den Status einer Großen Kreisstadt.

Eisenach wurde in den 1180er Jahren als landgräfliche Civitas zum ersten Mal in einer Urkunde greifbar; nebenan bestand damals schon ein Dorf am Petersberg. Die Stadt geht auf drei zollrechtlich getrennte Marktsiedlungen zurück: den Sonnabendmarkt am heutigen Karlsplatz, den Mittwochmarkt am Frauenplan und den Montagsmarkt auf dem heutigen Marktplatz. Die Lage an der Kreuzung von Fernhandelsstraßen ermöglichte eine rasche Entwicklung von Handel und Gewerbe. Zum Schutz begann bereits 1130 der Bau der 2,84 Kilometer langen Stadtmauer; sie hatte insgesamt 22 Türme, darunter fünf Stadttore, von denen heute nur noch das Nikolaitor erhalten ist.
Ende des 12. Jahrhunderts wurde die Wartburg Hauptresidenz der Landgrafen; Eisenach selbst lag mitten im ludowingischen Herrschaftsgebiet und verband dessen hessische mit dessen thüringischen Teilen. Der Hof des Landgrafen Hermann des Ersten galt im Reich als Zentrum des Minnesangs; Ruhm verdankt die Burg der Poesie und den Legenden der Dichter Walther von der Vogelweide und Wolfram von Eschenbach. 1206 soll der legendäre Sängerkrieg auf der Wartburg stattgefunden haben.
Von 1211 bis 1228 verbrachte Elisabeth von Thüringen als Braut und Gemahlin Ludwigs des Vierten mehr als zwei Drittel ihres Lebens auf der Wartburg und am Thüringer Hof. In Eisenach trat sie als Wohltäterin auf; zu ihren Stiftungen zählte ein Hospital, in dem sie Arme, Kranke und Aussätzige selbst pflegte. 1235 sprach Papst Gregor der Neunte sie heilig. Ludwigs Nachfolger Heinrich Raspe stiftete ihr zu Ehren das Predigerkloster, bestätigte 1246 der Stadt ihre Rechte und Freiheiten und starb 1247 auf der Wartburg.
1498 kam Martin Luther als Lateinschüler zum ersten Mal nach Eisenach; er soll bis 1501 bei der wohlhabenden Familie Cotta gewohnt haben. Am 2. Mai 1521 predigte er in der Georgenkirche, als er vom Wormser Reichstag zurückkam. Nachdem er mit der Reichsacht belegt worden war, fand er als Junker Jörg auf der Wartburg Zuflucht — von Mai 1521 bis März 1522 —, und im Dezember begann er dort mit der Übertragung des Neuen Testaments aus der griechischen Fassung ins Deutsche. Sie erschien im September 1522 als Septembertestament. Diese Übersetzung markiert die Entstehung einer einheitlichen und allen zugänglichen deutschen Sprache.
Die Reformation kam die Stadt teuer zu stehen. Mit dem Eintreffen des Predigers Jacob Strauß begann 1523 der Eisenacher Zinswucherstreit, und in dessen Verlauf gingen Bürger gegen die Einrichtungen der Kirche vor: nahezu jede Kirche und jedes Kloster der Stadt wurde verwüstet oder brannte nieder. Am 7. Mai 1525 traf der Werrahaufen, ein Heerhaufen aufständischer Bauern, vor der Stadt ein; dem Stadtkommandanten gelang es, die Mehrzahl der Anführer in die Stadt zu locken, wo sie verhaftet und nach einem Schauprozess auf dem Markt hingerichtet wurden. 17 Sympathisanten aus der Eisenacher Bevölkerung teilten Wochen später dieses Schicksal. 1528 wurde Eisenach evangelisch.
Erstmals genannt wurde die Wartburg 1080, und zwar von Bruno in dessen Schrift über den Sachsenkrieg, De bello Saxonico. Die in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaute Burg ist auch unter künstlerischen und architektonischen Gesichtspunkten bedeutend: Die unteren Bereiche des aus Stein gebauten Palastes sind ein wichtiges Beispiel für die zivile Architektur der Normannenzeit, und dasselbe gilt für die gemauerten Abschnitte des Walls und den Südturm. 1999 wurde die Wartburg als Denkmal der feudalen Epoche in Mitteleuropa in die Welterbeliste aufgenommen.
Was Besucher heute sehen, ist allerdings zu einem großen Teil jünger. Obwohl die Burg einige sehr alte Teile umfasst, entstand ihre heutige Form im Zuge des Wiederaufbaus im 19. Jahrhundert; das Gesamterscheinungsbild mit Neuer Kemenate und Hauptturm geht auf Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach zurück, der die Burg von 1838 bis 1890 nach Entwürfen von Hugo von Ritgen wiederherstellen ließ. Die Burg steht seither auch für die Anfänge einer bürgerlichen, demokratischen Nation, die sich aus den Wartburg-Festen der deutschen Studentenbünde herleiten; durch ihre Lage an der ehemaligen innerdeutschen Grenze galt sie stets als Symbol für deutsche Integration und Einheit. Als Welterbestätte kooperiert sie heute mit dem Buchenwaldgebiet Hainich.

In der Stadt darunter steht das Rathaus am Markt, 1508 in spätgotischem Stil als Weinkeller erbaut; beim Umbau 1564 erhielt es seine heutigen Renaissance-Formen und wurde 1596 zum neuen Rathaus gewählt. Auf dem Markt steht seit mehr als 450 Jahren der Georgsbrunnen, dessen vergoldete Statue Hans Leonhard 1549 schuf. Ebenfalls am Markt liegt das Stadtschloss, ab 1742 unter Herzog Ernst August von Gottfried Heinrich Krohne in mehreren Abschnitten errichtet; von den einst vier Flügeln sind noch drei erhalten, und seit 1899 beherbergt es das Thüringer Museum.
Die Kirchen erzählen dieselbe Geschichte in Stein: In der um 1180 errichteten Georgenkirche soll die heilige Elisabeth getraut worden sein, und über ihrem Taufbecken stand später der kleine Johann Sebastian Bach. Kurz nach 1160 entstand die Nikolaikirche im romanischen Stil, im 19. Jahrhundert neoromanisch restauriert. Den Bau der Predigerkirche, errichtet auf dem Grund eines Dominikanerklosters, nahm man wenige Jahre nach Elisabeths Heiligsprechung in Angriff; geweiht wurde sie um 1240. Am Rand des Alten Friedhofes steht die profanierte Kreuzkirche; für sie wurden 1692 die Reste des Eisenacher Mariendoms wiederverwendet.
Die Burg über der Stadt ist auch ein politischer Ort. Am 18. Oktober 1817 fand dort das erste Wartburgfest statt, eine Protestkundgebung hunderter Studenten und einiger Professoren gegen reaktionäre Politik und für einen Nationalstaat mit eigener Verfassung; Anlass war der vierte Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig, zugleich gedachte man 300 Jahren Reformation. Ein weiteres Wartburgfest folgte im Revolutionsjahr 1848, und seit 1850 feierte der Wingolfsbund alle zwei Jahre sein eigenes Wartburgfest in Eisenach.
Auch die deutsche Parteiengeschichte hat hier eine Adresse. 1859 wurde im Gasthof Phantasie der Deutsche Nationalverein gegründet. 1869 gründeten August Bebel und Wilhelm Liebknecht im Gasthaus Goldener Löwe eine Partei, die Sozialdemokratische Arbeiterpartei, und schrieben ihr das Eisenacher Programm; bis 1890 wurde daraus über mehrere Zwischenschritte die SPD.
Und 1989 stand wieder eine Kirche im Mittelpunkt. Am 11. Oktober versammelten sich erstmals Tausende besorgte Eisenacher zum Friedensgebet in der Georgenkirche; am 23. und am 30. Oktober bot dieselbe Kirche wiederum den Rahmen, in dem Vertreter der Thüringer Landeskirche mit der entstehenden Oppositions- und Bürgerbewegung der Stadt zusammenkamen.
Am 21. März 1685 wurde Johann Sebastian Bach in Eisenach geboren; die Taufe empfing er in der Georgenkirche. Sein Vater Johann Ambrosius Bach stand der Ratstrompeterei der Stadt vor und versah daneben die Ämter des Stadtpfeifers und des herzoglichen Hoftrompeters. Eisenach war damit kein zufälliger Geburtsort, sondern ein Ort mit einem stehenden Musikbetrieb.
Das zeigt die Liste derer, die hier gleichzeitig oder kurz danach wirkten: Johann Pachelbel und Johann Christoph Bach als Organisten, Georg Philipp Telemann als Hofkapellmeister. 1907 wurde das Bachhaus eröffnet, das als Geburtshaus des Komponisten gilt.
In jenen Jahren wuchs auch das städtische Leben über die Musik hinaus: 1904 entstand der heutige Hauptbahnhof, 1906 das Volkshaus Stern, 1908 das erste Lichtspieltheater.
Eine zweite musikalische Spur führt nach Bayreuth. In der Reutervilla, wo einst der niederdeutsche Dichter Fritz Reuter wohnte, sitzt heute das Reuter-Wagner-Museum; eine umfangreichere Sammlung zu Richard Wagner als die dortige besitzt allein Bayreuth.
Seit 1898 werden in Eisenach Automobile konstruiert und gebaut. Das Werk hatte der Unternehmer Heinrich Ehrhardt 1896 als Fahrzeugfabrik Eisenach gegründet; ab 1904 umfasste die Produktion den Dixi. 1928 übernahm BMW das Werk, und das bedeutete den Einstieg dieses Konzerns in den Fahrzeugbau. Zwischen 1937 und 1945 stellte BMW außerdem Flugmotoren in einer eigenen Fabrik am Dürrerhof her, die nach Kriegsende vollständig demontiert wurde.
Die Rüstungsproduktion stützte sich auf Zwangsarbeit, die BMW in seinen Werken einsetzte: Ab 1940 kamen Kriegsgefangene aus den besetzten Ländern zur Zwangsarbeit vor allem in das BMW-Stadtwerk und das Flugmotorenwerk; gezählt wurden dabei 2154 Ukrainer, 1314 Russen und 390 Weißrussen, und auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof am Wartenberg wird an 1040 umgekommene Kriegsgefangene und 102 Zivilgefangene erinnert.
Von Februar 1944 bis Februar 1945 war die Stadt siebenmal Ziel alliierter Luftangriffe; 170 Bomber warfen über 400 Tonnen Bombenlast ab, das Automobilwerk war bei Kriegsende zu zwei Dritteln zerstört.
In der DDR bildete der Fahrzeugbau den Schwerpunkt der Stadt. 1956 rollte in Eisenach der erste Wartburg vom Band; die Jahresproduktion erreichte 1971 eine Menge von 42.700 Personenwagen und 1985 einen Höchststand von 74.000. Der Preis dafür war städtebaulich: Seit 1975 riss man Quartiere der Altstadt ab, damit dort industriell gefertigte Wohnblöcke entstehen konnten, und zwischen 1978 und 1985 kamen im Wohngebiet Eisenach-Nord 3745 Wohnungseinheiten für rund 12.000 Menschen zusammen. 1975 wurde die 1897 eröffnete Straßenbahn eingestellt und durch Gelenkbusse ersetzt.
Auch die Wende beendete den Fahrzeugbau nicht: Seit 1992 steht am westlichen Stadtrand die Fertigungsstätte der Opel Eisenach GmbH; BMW errichtete in den 1990er Jahren in unmittelbarer Nähe, im Gewerbegebiet Deubachshof der Nachbargemeinde Krauthausen, einen auf Großpresswerkzeuge spezialisierten Standort. Die Automobilindustrie beschäftigt in Eisenach über 4000 Mitarbeiter.





Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: WH, DZT
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An den Reformator erinnert das Lutherhaus, ein Fachwerkbau, in dem er bei der Familie Cotta gewohnt haben soll; seit 1956 wird es als Museum betrieben, und von 2013 bis 2015 wurde es saniert, durch einen Anbau erweitert und mit einer neuen Dauerausstellung ausgestattet. Im Zweiten Weltkrieg waren die Alte Residenz, das Alte Schloss und das Creutznacher Haus schwer getroffen, ebenso Rathaus, Lutherhaus und Bachhaus; der Großteil dieser Bauten wurde später wiederhergestellt.






