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Eisleben hatte am 31.12.2025 22.225 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 37 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Eisleben
Lutherstadt Eisleben liegt im östlichen Harzvorland in Sachsen-Anhalt, genauer im Mansfelder Land, rund 30 km westlich von Halle an der Saale; die Kernstadt sitzt morphologisch in einer langgestreckten Tieflandzunge, die Eislebener Niederung heißt. Etwa 25 mal 10 Kilometer misst das Stadtgebiet, denn im Lauf der Zeit sind mehrere Gemeinden des Umlands eingegliedert worden. Die amtliche Ortshöhe beträgt 114 m. Am 31. Dezember 2025 hatte die Stadt 22.225 Einwohner auf 143,87 Quadratkilometern.

Drei Linien prägen die Stadt: die Grafschaft Mansfeld, Martin Luther und der Kupferbergbau.
Im 9. und 10. Jahrhundert entstand am Westufer des Faulen Sees eine Wasserburg; eine Urkunde des späteren Kaisers Otto des Dritten vom 23. November 994 führt Eisleben als einen von sechs Orten auf, denen schon zuvor Marktprivilegien samt Münz- und Zollrecht zugestanden worden waren. Der Marktflecken, der sich an der Kreuzung zweier Handelsstraßen und unter dem Schutz der königlichen Wasserburg herausbildete, war Tafelgut des Königs: hier lieferten die Dörfer der Umgebung ihre Abgaben ab.
Im Jahr 1069 hatte Kaiser Heinrich der Vierte dem Geschlecht der Mansfelder das Gaugrafenamt verliehen; Eisleben wurde bald zum Hauptort dieser Grafschaft, und von 1121 an bestimmten die Grafen von Mansfeld einen Stadtvogt zur Regierung der Stadt. 1081 bestätigten in Eisleben die sächsischen Fürsten die Wahl Hermanns von Luxemburg, des Grafen von Salm, zum Gegenkönig gegen Heinrich den Vierten, der zu dieser Zeit in Italien weilte; Hermann bezog Quartier in der Eisleber Wasserburg, wo ihn Heinrichs friesische Truppen einschlossen, und weil vor den Burgmauern angeblich reichlich Knoblauch wuchs, bekam er den Beinamen Knoblauchkönig.

Um 1150 begann die Trockenlegung des Faulen Sees, eines Feuchtgebiets am Ostrand der Siedlung: Bischof Wichmann von Magdeburg holte Friesen und Flamen ins Land, die Entwässerungsgräben und Dämme anlegten und sich im späteren Nicolaiviertel niederließen. Im Jahre 1180 wurde Eisleben als Stadt mit zwölf Ratsmännern unter einem Stadtvogt zum ersten Mal urkundlich fassbar, und aus dem Jahr 1183 ist eine Prägung der Eisleber Münze überliefert. 1371 wurde das Heilig-Geist-Stift erstmals urkundlich erwähnt, 1408 ein steinernes Rathaus; 1462 weihte man den Chor der St.-Nicolai-Kirche ein, die auf den Grundmauern der Gotthardkirche stand, und für das Jahr 1440 sind 530 Hausbesitzer und annähernd 4000 Einwohner überliefert.
1498 verwüstete ein verheerender Brand die Stadt bis an den ersten Mauerring: mit zahlreichen Wohnhäusern ging auch das Rathaus in Flammen auf, die St. Andreaskirche nahm Schaden, und nur weil die Mansfelder Grafen fünf Jahre lang auf Steuern verzichteten, wanderte die Bevölkerung nicht in großer Zahl ab. 1601 zerstörte ein Brand 253 Wohnhäuser, dazu die Superintendentur, die Waage, die Türme der Andreaskirche und die Stadtschlösser der Mansfelder Grafen; einem weiteren Stadtbrand fielen 1653 noch einmal 166 Wohnhäuser zum Opfer, und Luthers Geburtshaus brannte 1689 bis auf das Erdgeschoss nieder.
Am 10. November 1483 wurde Martin Luther in der Langen Gasse geboren, die heute Lutherstraße heißt; einen Tag darauf, am Martinstag, empfing er in St.-Petri-Pauli die Taufe, und obwohl die Familie schon im Frühjahr 1484 fortzog, blieb Luther über diese Taufe der Stadt zeitlebens verbunden. Im Jahr 1514 forderte Kaiser Maximilian der Erste den Grafen Albrecht auf, der Neustadt das Stadtrecht wieder zu nehmen; statt zu gehorchen, gründete Albrecht ein Augustiner-Eremitenkloster mit Kirche, das Annenkloster, in dem er 1518 auf Luther traf, der Generalkonvent der Augustiner erklärte sich dort 1520 für dessen Lehre, und 1523 wurde das Haus aufgelöst.
Während die Grafen von Mansfeld-Vorderort an ihrem katholischen Glauben festhielten, wandte sich die Linie Mansfeld-Hinterort der Reformation zu und setzte 1525 die evangelische Lehre durch; im selben Jahr entstand unter Agricola eine evangelische Knabenschule, aus der jene Lateinschule hervorging, wie sie die Lutherischen Verträge von 1546 vorsahen. 1546 kam Luther zum letzten Mal in die Stadt: am 16. Februar setzte er gemeinsam mit Justus Jonas seine Unterschrift unter die Stiftungsurkunde eben dieser Lateinschule, aus der das heutige Martin-Luther-Gymnasium wurde, und am 18. Februar 1546 starb er hier.
Zum Welterbe zählen in Eisleben Luthers Geburtshaus und sein Sterbehaus — Letzteres ein spätgotisches Bürgerhaus am Andreaskirchplatz, das der Chronist Eusebius Francke 1726 versehentlich dafür hielt; nach heutigem Forschungsstand starb Luther am Markt 56, im heutigen Hotel Graf von Mansfeld. Die Lutherstätten in Eisleben und Wittenberg stehen seit 1996 auf der Welterbeliste. Das Eislebener Geburtshaus wurde nach dem Stadtbrand von 1689 als Gedenkbau neu errichtet und schon 1693 unter Denkmalschutz gestellt; im 19. Jahrhundert richtete man die Häuser im Geist des Historismus als Personengedenkstätten her — ein Umstand, den die UNESCO in ihrer Begründung eigens hervorhebt.

Das Zisterzienserinnen-Kloster St. Maria wurde durch den Mansfelder Grafen Burchard im Jahre 1229 ins Leben gerufen und stand zunächst unweit der Burg Mansfeld; 1258 betrieb die Äbtissin Gertrud von Hackeborn die Verlegung nach Helfta, heute ein Ortsteil von Eisleben, und schon 1284 plünderte Gebhard von Querfurt die Anlage. Die Reformation erzwang 1542 die Einführung des protestantischen Gottesdienstes; als alle Versuche fehlschlugen, die Frauen für den Protestantismus zu gewinnen, hob Graf Georg von Mansfeld-Eisleben, selbst zum Protestantismus übergetreten, das Kloster 1546 auf. In der Folge verfiel das Kloster; in DDR-Zeiten diente es als Lagerhalle, und 1998 begann der Wiederaufbau, für den sich seit 1988 mehrere Initiativen stark gemacht hatten.
Durch den Staueffekt des basalen Zechstein-Tonsteins — des Kupferschiefers — sammelten sich in der Mansfelder Mulde große Lagerstätten von Kupfer, Silber und weiteren Metallsulfiden an; im sogenannten Mansfelder Revier sind sie seit dem Jahre 1200 urkundlich bezeugt, wurden bis 1960 abgebaut und haben der Gegend lange Zeit Wohlstand eingetragen. Als Zeugen dieses Abbaus stehen viele kleinere und mittelgroße Halden rings um Eisleben, dazu drei Spitzkegelhalden von über 100 m Höhe; die des Fortschrittschachtes ist von der Stadt aus gut auszumachen.
Um das Jahr 1200 schlug man am Kupferberg in Hettstedt zum ersten Mal ein Kupfererzvorkommen an — der Sage nach durch die Bergknappen Nappian und Neucke, die bis heute als Symbolfiguren des Mansfelder Bergbaus gelten; das Bergrecht erhielten die Mansfelder Grafen 1215 von Kaiser Friedrich dem Zweiten, und 1364 bestätigte es Karl der Vierte. Der Bergbau veränderte die wirtschaftliche Struktur von Grund auf und wurde zur Quelle jenes Reichtums, von dem die Grafen ebenso lebten wie die Stadt.
1852 fusionierten die fünf Mansfelder Bergbaubetriebe zur Mansfeldischen kupferschieferbauenden Gewerkschaft; nachdem Ober- und Mittelhütte stillgelegt worden waren, nahm man 1870 im Westen der Stadt die Förderung in der Krughütte und in der Kupferrohhütte auf, und 1871 verband eine Drahtseilbahn den Martinsschacht mit der Krughütte, über die Erz und Abraum liefen.
1892 begann das Wasser des Salzigen Sees in die darunter liegenden Schächte zu sickern, die inzwischen bis unter die Innenstadt reichten; um sie zu retten, pumpte man den See ab 1893 leer, und damit war er von der Landkarte verschwunden. Bedrohliche Erdsenkungen zeigten sich daraufhin auch im Stadtbereich Eislebens; bis 1898 nahmen dadurch mehr als 440 Häuser Schaden, viele mussten fallen, und an etlichen Gebäuden lassen sich die Risse oder die Reparaturen bis heute ablesen. 1896 stellte die Mansfeldische kupferschieferbauende Gewerkschaft 500.000 Mark bereit, um die Hauseigentümer zu entschädigen.
Am 12. Juni 1900 zog die Stadt zum 700-jährigen Bergbaujubiläum mit einem großen Festumzug auf, bei dem Kaiser Wilhelm der Zweite und seine Gemahlin zugegen waren; weil der Bergbau florierte, stieg die Einwohnerzahl vor dem Ersten Weltkrieg über 25.000. Seit 1931 wurde die Kupfergewinnung staatlich subventioniert, damit die Mansfelder Betriebe nicht schließen mussten — die Region hing wirtschaftlich weitgehend an ihnen. 1963 wurde der Fortschrittsschacht als letzter Kupferschieferschacht in Eisleben dichtgemacht, bis 1969 endete der Bergbau in der Mansfelder Mulde ganz, und im Sangerhäuser Revier lief er noch bis 1990 weiter; seit Mitte der sechziger Jahre geht die Einwohnerzahl durch Abwanderung und Geburtenrückgang beständig zurück, obwohl Eingemeindungen das Stadtgebiet immer wieder vergrößert haben.





Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: WH
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
1628 kam mit Wallenstein der Dreißigjährige Krieg nach Eisleben; Söldner der Katholischen Liga verheerten die Stadt, der Bergbau kam darüber zum Erliegen, und 1681 raffte die Pest 900 Menschen dahin. 1815 wurde die ehemalige Grafschaft Mansfeld als Resultat des Wiener Kongresses Teil des Königreichs Preußen, und ab 1816 gehörte die Stadtgemeinde Eisleben zum Mansfelder Seekreis, dessen Kreissitz sie zugleich war. Am 1. Juli 2007 wurde Eisleben dem neugeschaffenen Landkreis Mansfeld-Südharz zugeschlagen, dessen Verwaltung in Sangerhausen sitzt; damit war die Stadt keine Kreisstadt mehr.
1946 wurde der Stadt zum vierhundertsten Todestag Martin Luthers der Namenszusatz Lutherstadt zuerkannt, und die Feier zum fünfhundertsten Geburtstag im Jahre 1983 bereitete man lange und mit großem Aufwand vor: Gäste aus 36 Ländern kamen, die Lutherstätten waren zuvor restauriert und die Fassaden am Markt erneuert worden. 2016 wurde Eisleben der Ehrentitel Reformationsstadt Europas zuerkannt, verliehen von der evangelischen Kirchengemeinschaft in Europa.







