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Frankfurt am Main hatte am 31.12.2025 760.656 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 64 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Frankfurt am Main
Frankfurt am Main liegt an einer Furt durch den Main und ist der Mittelpunkt eines Ballungsraums, in dem über 2,3 Millionen Menschen wohnen; die Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main kommt auf rund 5,8 Millionen. Parks und Landschaftsschutzgebiete nehmen mehr als 40 Prozent des Stadtgebiets ein; dazu zählt der Frankfurter Grüngürtel samt dem Stadtwald, den die Stadt seit 1372 besitzt. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 760.656 Einwohner auf 248,31 Quadratkilometern.
Erstmals fiel der Name Frankfurt am 22. Februar 794, und zwar in einer Urkunde, die Karl der Große für das Regensburger Kloster St. Emmeram ausstellte. Der lateinische Text lautet an dieser Stelle: actum super fluvium Moin in loco nuncupante Franconofurd, übersetzt: gegeben am Flusse Main in einem Orte, genannt Frankfurt. Im Juni desselben Jahres versammelten sich in der fränkischen Königspfalz wichtige Kirchenvertreter des Reiches zur Synode von Frankfurt. 843 wurde der Ort die zeitweise wichtigste königliche Pfalz der Ostfranken und Schauplatz von Reichstagen.
Die Selbstverwaltung wuchs schrittweise. 1220 schaffte Kaiser Friedrich der Zweite das Amt des Reichsvogtes ab; an seine Stelle rückte ein vom Kaiser bestellter Reichsschultheiß, der an der Spitze der ansonsten selbstverwalteten Bürgerschaft stand. Im 13. und 14. Jahrhundert erlangte die Stadt immer mehr Privilegien: 1240 die jährliche Herbstmesse, 1330 dazu eine Messe im Frühjahr. Der Rat, dem 42 Patrizier und zünftige Handwerksmeister angehörten, ist 1266 erstmals bezeugt, und seit 1311 wählte dieser Rat jährlich zwei Bürgermeister. Mit dem Erwerb des Schultheißenamts erreichte Frankfurt 1372 die volle Souveränität als Reichsstadt.
Der eigentliche Rang der Stadt lag aber in einer Zeremonie. In der Goldenen Bulle von 1356 wurde Frankfurt als rechtmäßige Wahlstadt der römischen Könige festgeschrieben; die meisten Königswahlen hatten ohnehin schon seit 1147 hier stattgefunden. Von 1562 an wurden hier auch die Kaiser gekrönt, zuletzt 1792 der Habsburger Franz der Zweite. Der Krönungsweg führte vom Kaiserdom St. Bartholomäus über den Markt zum Römer. 1742 war Frankfurt sogar für fast drei Jahre Residenzstadt, weil Kaiser Karl der Siebte nach seiner Krönung nicht in sein von habsburgischen Truppen besetztes Stammland zurückkehren konnte und bis Oktober 1744 im Palais Barckhaus an der Zeil lebte.
Mit dem Alten Reich endete auch die Souveränität. Am 12. Juli 1806 fiel Frankfurt unter die Herrschaft des Fürstprimas Karl Theodor von Dalberg; 1810 wurde dieser Großherzog von Frankfurt, und die Stadt war bis 1813 Hauptstadt eines Departements. Nach Dalbergs Abdankung am 28. Oktober 1813 wurde am 14. Dezember 1813 die Unabhängigkeit wiederhergestellt, und der Wiener Kongress beschloss am 8. Juni 1815 die Wiederherstellung Frankfurts als Freie Stadt im Deutschen Bund — neben Hamburg, Bremen und Lübeck eine von vier Freien Städten. Dann kamen die zwei Ereignisse, für die die Stadt politisch steht. 1848 tagte die Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche; aus ihren Beratungen ging die Paulskirchenverfassung hervor, die erste demokratische Verfassung für ganz Deutschland. Achtzehn Jahre später endete die Unabhängigkeit: Im Deutschen Krieg 1866 blieb Frankfurt bundestreu, wurde am 18. Juli von der preußischen Mainarmee besetzt und mit schweren Kontributionen belegt, und am 2. Oktober annektierte Preußen die Stadt. 1871 beendete der hier geschlossene Frankfurter Friede den Deutsch-Französischen Krieg offiziell.
Vor der NS-Zeit lebten rund 30.000 Jüdinnen und Juden in Frankfurt; viele Einrichtungen ihrer Gemeinde lagen im Ostend, wo die große orthodoxe Synagoge an der Friedberger Anlage 1938 zerstört wurde. Unter nationalsozialistischer Herrschaft wurden 11.134 Frankfurter Juden deportiert; nur 367 von ihnen überlebten den Holocaust. Insgesamt wurden fast 12.000 jüdische Frankfurterinnen und Frankfurter im Holocaust ermordet.
Sammelpunkt der Deportationen waren ab Oktober 1941 die Kellerräume der Großmarkthalle im Ostend, von deren Güterbahnhof die Züge abfuhren. Die Halle ist heute Teil des Neubaus der Europäischen Zentralbank; seit 2015 erinnert dort eine Erinnerungsstätte an die Deportierten.
Im Zweiten Weltkrieg starben mehr als 4800 Zivilisten und 12.700 Frankfurter Soldaten, und etwa die Hälfte der Wohnungen wurde zerstört. Am 26. März 1945 erreichten Einheiten der 3. US-Armee von Sachsenhausen her die Innenstadt, wobei sie die nur teilweise zerstörte Wilhelmsbrücke nutzten; am 29. März 1945 endeten die Kampfhandlungen im Stadtgebiet. Ende 1945 lebten 358.000 Menschen in der Stadt.
Die Grenzen des Stadtviertels Altstadt folgen bis heute der Staufenmauer, der alten Stadtmauer des 12. Jahrhunderts. Verändert wurde dieser Grundriss nicht erst im Krieg. Schon von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg wurden Straßendurchbrüche geschaffen, etwa die Braubachstraße, und ganze Quartiere abgerissen, darunter die Judengasse. Geschleift wurde auch die barocke Befestigung mit ihren mächtigen Bastionen, die Alt- und Neustadt seit dem 17. Jahrhundert umschlossen hatte; an ihrer Stelle entstanden die Wallanlagen als ringförmiger Park um die alte Stadt. 1827 wurde in der Wallservitut festgelegt, dass die in Spazierwege umgewandelten Wallanlagen nicht bebaut werden dürfen — eine Bestimmung, die bis heute gilt, auch wenn die Stadt einzelne Ausnahmen zugelassen hat.
Eine ganz andere Schicht kam in den zwanziger Jahren hinzu. 1925 begann das Neue Frankfurt als umfangreiches Städtebauprogramm; Oberbürgermeister Ludwig Landmann ernannte im selben Jahr den Architekten Ernst May zum Stadtbaurat, der mit einem Stab junger Architekten, Techniker, Künstler und Designer alle Aktivitäten leitete. Dazu gehören die Großmarkthalle, das Gesellschaftshaus des Palmengartens und Siedlungen wie Praunheim, Römerstadt und Westhausen. Aus demselben Programm stammen die Frankfurter Küche — der Urtyp der modernen Einbauküche — und die Schriftart Futura.
Die Altstadt hatte seit dem Hochmittelalter weder Krieg noch Großfeuer erlebt — und blieb doch nur in Resten erhalten: Alliierte Luftangriffe legten im Zweiten Weltkrieg rund 70 Prozent der Bausubstanz in Trümmer, nahezu die ganze Alt- und Innenstadt eingeschlossen, und das bis 1944 nahezu geschlossene mittelalterliche Stadtbild ging verloren. Von rund 1250 Fachwerkhäusern blieben genau zwei weitgehend heil: am Fahrtor das Haus Wertheim, dazu das Haus Mainkai 40.
Der Wiederaufbau ignorierte den alten Stadtgrundriss oft; er brachte der Stadt ein auf das Auto zugeschnittenes Straßennetz und eine Altstadtbebauung der 1950er und 1960er Jahre, die eher vorstädtisch wirkt. Erst 2010 leitete der Abriss des Technischen Rathauses eine Umkehr ein. Von 2014 bis 2018 stellte das Dom-Römer-Projekt den historischen Grundriss samt den Straßenzügen Markt und Hühnermarkt wieder her, über siebzig Jahre nach seiner Zerstörung. Von den 35 Neubauten bilden 15 frühere Altstadthäuser nach — als schöpferische Nachbauten bezeichnete Rekonstruktionen, unter ihnen das Haus zur Goldenen Waage, das Neue Rote Haus und das Goldene Lämmchen.
Was die Stadt heute von außen kenntlich macht, ist jünger als die Altstadt. Die Skyline Frankfurts ist eine Besonderheit in Deutschland und hat der Stadt die Bezeichnung Mainhattan eingebracht. Zu den historischen Wahrzeichen zählen daneben das Rathaus Römer, der Kaiserdom, das Goethe-Haus, die Alte Oper und das teilweise rekonstruierte Ensemble der Altstadt mit dem Römerberg und der Neuen Altstadt; außerhalb des Zentrums kommen die Höchster Altstadt, Gründerzeitviertel und die Wohngebiete des Neuen Frankfurt hinzu.
Frankfurt am Main ist die Geburtsstadt von Johann Wolfgang von Goethe. Sein Geburtshaus steht mitten in der Stadt, am Großen Hirschgraben 23 — genau genommen handelt es sich allerdings um eine Rekonstruktion, denn das ursprüngliche Haus brannte ab. Im Dichterzimmer finden sich gerettete Originale, etwa Schreibtisch und Arbeitspult; mehr Handschriften und Gemälde aus dem 18. Jahrhundert beherbergt das Goethe-Museum nebenan. Wer sehen will, wo sich der junge Goethe gern herumtrieb, nimmt die S-Bahn nach Höchst: Die alten Gasthäuser rund um den Schlossplatz, die Befestigungsanlage am Mainufer und die Justinuskirche stehen dort noch. In der Innenstadt ist die 1678 bis 1681 am Eingang der Zeil errichtete barocke Katharinenkirche eng mit der Familie Goethe verbunden.
Um das Buch herum hat sich in der Stadt eine ganze Infrastruktur angesammelt. In Frankfurt konzentrieren sich die Internationale Buchmesse, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der den Deutschen Buchpreis verleiht, die Deutsche Nationalbibliothek und zahlreiche Verlage. Die Frankfurter Buchmesse gilt zusammen mit der Musikmesse als Weltleitmesse ihrer Sparte. Auch die jüngere Literatur nutzt die Stadt. Die literarische Krimiszene bedient sich der kontrastreichen Kulisse der Main-Metropole mit den hohen Bankentürmen und dem Bahnhofsviertel.
Am Nordrand der Oberrheinischen Tiefebene, südöstlich des Taunus, breitet sich Frankfurt beiderseits des Untermains aus. In Ost-West-Richtung misst das Stadtgebiet 23,4 Kilometer, in Nord-Süd-Richtung 23,3 Kilometer; seinen höchsten natürlichen Punkt hat es an der Berger Warte im Stadtteil Seckbach mit 212,6 Metern über Normalnull, den tiefsten am Mainufer in Sindlingen bei 88 Metern.
Etwa ein Drittel dieser Fläche ist als Landschaftsschutzgebiet Frankfurter Grüngürtel ausgewiesen. Der Gürtel zieht sich ringförmig um den dicht besiedelten Stadtkern und besteht aus drei Landschaften: dem Berger Rücken im Nordosten, dem Niddatal im Westen und Norden und dem Frankfurter Stadtwald im Süden. Er umfasst über 8.000 Hektar; 1991 gab ihm eine kommunale Satzung, die Grüngürtel-Verfassung, einen rechtlichen Rahmen, wie ihn damals weltweit erst wenige Grüngürtel hatten; seit 1994 ist er Teil eines 10.850 Hektar großen Landschaftsschutzgebiets, das in zwei vor Bebauung geschützte Zonen eingeteilt ist.
Dass diese Flächen der Stadt gehören, ist keine Entscheidung der Gegenwart: Der Stadtwald ist seit 1372 Frankfurter Besitz. Zum Grüngürtel gehören unter anderem der Niddapark, 1989 für die Bundesgartenschau angelegt, die in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg entstandenen Volksparks Lohrberg und Huthpark sowie das Schwanheimer Unterfeld mit dem Naturschutzgebiet Schwanheimer Düne. Im Grüneburgpark, am Bornheimer Hang und im Ostpark ziehen sich Ausläufer bis fast in die Innenstadt.

Für die wirtschaftliche Entwicklung war ausgerechnet die preußische Annexion vorteilhaft. Zwischen 1877 und 1910 schluckte Frankfurt schrittweise eine Reihe von Nachbarorten; die Stadtfläche wuchs dabei von 70 auf 135 Quadratkilometer. Mit dem Bevölkerungswachstum kam der Ausbau der öffentlichen Infrastruktur: Schulen, Mainbrücken, Wasserversorgung, Kanalisation, eine moderne Berufsfeuerwehr, Vieh- und Schlachthof, Markthalle, Straßenbahnen, Bahnhöfe und Häfen. Von 1909 bis 1912 wuchs am Osthafen ein Industriegebiet heran; die dort neu erschlossene Fläche entsprach dem, was nördlich des Mains am Ende des 19. Jahrhunderts insgesamt bebaut war. 1914 wurde die von Frankfurter Bürgern gestiftete Universität eröffnet.

Heute ist Frankfurt ein internationaler Finanzplatz sowie Industrie-, Dienstleistungs- und Messezentrum. Hier sitzen die Europäische Zentralbank, die Deutsche Bundesbank, die Frankfurter Wertpapierbörse, zahlreiche Finanzinstitute, die Aufsichtsbehörden BaFin und EIOPA und die Messe Frankfurt. Die zentrale Lage macht die Stadt zu einem Drehkreuz des Verkehrs in Deutschland und Europa: Flughafen Frankfurt Main, Hauptbahnhof und Frankfurter Kreuz liegen hier; der Internetknoten DE-CIX zählt zu den wichtigen Austauschpunkten für Datenverkehr im Internet. Seit 1998 nennt sich Frankfurt als Zeichen der Verpflichtung zur europäischen Einigung Europastadt.





Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT, DZT_GOETHE, DZT_LIT, FW
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