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Freiburg im Breisgau hatte am 31.12.2025 238.299 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 58 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Freiburg im Breisgau
Freiburg liegt im Südwesten Baden-Württembergs am südöstlichen Rand des Oberrheingrabens, großteils in der Freiburger Bucht und am westlichen Fuß des Schwarzwaldes; durch die Stadt fließt die Dreisam. Die Ausdehnung beträgt in nordsüdlicher Richtung 18,6 Kilometer und in ostwestlicher 20 Kilometer, bis zur französischen Grenze sind es von der Gemarkungsgrenze aus 3 Kilometer und bis zur Schweizer 42 Kilometer. Bemerkenswert ist der Höhenunterschied im Stadtgebiet: über 1000 Meter, von Waltershofen auf 196 m bis zum Schauinsland auf 1284 m. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 238.299 Einwohner auf 153,04 Quadratkilometern.

Siedlungen im Gebiet des heutigen Freiburg — Wiehre, Zähringen, Herdern — werden in einem Dokument von 1008 zum ersten Mal genannt. Auf dem Schlossberg errichtete der Zähringer-Herzog Bertold der Zweite um 1091 das Castrum de Friburch; die Dienstleute und Handwerker, die sich unten am Berg ansiedelten, erhielten 1120 von seinem Sohn Konrad das Markt- und Stadtrecht. Mit dem Aussterben der Zähringer ging die Herrschaft 1218 an die Grafen von Urach über, die sich seither Grafen von Freiburg nannten.

Das Verhältnis zu diesen Grafen wurde teuer, und die Bürgerschaft beendete es mit Geld. Nach häufigen Streitigkeiten um die Finanzen zahlte sie 1368 die Summe von 15.000 Mark Silber und machte sich damit von dem wenig beliebten Egino dem Dritten frei; Schutzherr wurde stattdessen das Haus Habsburg. Das hatte Folgen: Freiburg musste den neuen Herren Kriegsleute stellen und Finanzhilfe leisten, und in der Schlacht bei Sempach siegten die Schweizer Eidgenossen 1386 gegen Herzog Leopold den Dritten und löschten dabei einen Großteil des Freiburger Adels aus. Danach beherrschten die Zünfte den Stadtrat. Reichsstadt war Freiburg bis 1427.
Die Jahrzehnte um die Reformation brachten Aufstände und Zuflucht: 1498 hielt Maximilian der Erste Reichstag in Freiburg. Unter dem Zeichen des Bundschuhs erhoben sich in derselben Zeit die Bauern am Oberrhein; der Aufstand bei Freiburg unter Joß Fritz wurde 1513 verraten. Im Deutschen Bauernkrieg besetzten 1525 Bauern unter Hans Müller die Stadt und nötigten den Stadtrat, einer evangelisch-christlichen Vereinigung beizutreten. Erasmus von Rotterdam und das Basler Domkapitel wiederum flohen ins katholische Freiburg, als 1529 in Basel die Bilderstürmer dem Protestantismus zum Durchbruch verhalfen.
Im Dreißigjährigen Krieg wechselte die Stadt mehrfach den Besitzer: 1632 besetzten die Schweden unter General Horn Freiburg, 1644 nahm es eine kaiserlich-bayrische Armee unter Franz von Mercy und Jan van Werth ein, und danach standen sich in der Schlacht bei Freiburg die Bayern und die französisch-weimarischen Truppen gegenüber.
Der erste Freiburger Kirchenbau, die konradinische Kirche, stammte aus der Gründungsphase der Stadt um 1120 bis 1140; von ihm existieren nur noch Fundamentreste. An Stelle der inzwischen zu kleinen Kirche veranlasste Bertold der Fünfte um 1200 den Bau des heutigen Münsters. Bezahlt wurde er vor allem aus den Einkünften der Silberminen im Schwarzwald, die wesentlich zum Wohlstand der Freiburger Bürger beitrugen — die Kirche steht also buchstäblich auf dem Bergbau.
Das Münster wurde im romanischen Stil begonnen und größtenteils gotisch und spätgotisch vollendet. Sein Westturm ist 116 Meter hoch, die Gesamtlänge beträgt 125,83 m, die Innenhöhe des Mittelschiffes 25,70 m und die Vierungskuppel 30,36 m. Der Hochchor wurde 1513 durch den Konstanzer Weihbischof geweiht. 1827 wurde die Kirche im Zuge der Gründung der Kirchenprovinz Freiburg zum Bischofssitz des Erzbistums erhoben und ist seither offiziell eine Kathedrale, wird traditionell aber weiterhin Münster genannt.
Das zweite Wahrzeichen liegt am Boden. Die Freiburger Bächle — schmale Wasserrinnen, die in fast allen Gassen und Straßen der Altstadt am Straßenrand entlanglaufen — erscheinen 1220 zum ersten Mal in einer Urkunde. Mit Rheinkieselmosaiken sind viele Gehwege der Innenstadt gepflastert, in die an vielen Stellen Ornamente oder — etwa vor Geschäften — symbolische Darstellungen eingearbeitet sind; vor dem Alten und Neuen Rathaus liegen die Wappen der Partnerstädte.

Vom Berg aus lässt sich beides überblicken. Der Schlossberg, ein Ausläufer der Vorbergzone, ragt direkt ins Innenstadtgebiet; das Gestein unterhalb des Greiffeneggschlössles und westlich am Augustinerweg brach man ab, um daraus die hochmittelalterliche Stadtmauer zu errichten. An den Straßennamen Auf der Zinnen erinnert die Stadtmauer bis heute — und etwa 200 Meter nördlich davon verläuft der 48. nördliche Breitengrad, in Pflastersteinen verschiedener Farben markiert.
Der Schlossberg am Rande der Altstadt ist Naturschutzgebiet und mit 80 Hektar die ausgedehnteste Parkanlage der Stadt; über ihn führen zahlreiche Spazierwege und Nordic-Walking-Strecken. Auf der Höhe steht seit 2002 der Schlossbergturm, von dem aus man die Gesamtstadt, den östlich gelegenen Schwarzwald und bis zu den Vogesen im Westen überblickt. Ein zweites Naturschutzgebiet ist der Arlesheimer See, ein ehemaliger Baggersee im Mooswald am westlichen Stadtrand.
Im Westen ruhen die Stadtteile großenteils auf einem Schwemmkegel aus der letzten Eiszeit; im Süden erhebt sich der Schönberg, ein Stück der Vorbergzone. Zu den Naturschutzgebieten auf Freiburger Gemarkung zählen unter anderem der Honigbuck bei Sankt Georgen mit 7,5 Hektar und Schangen-Dierloch bei Hochdorf mit 131,3 Hektar; vom Schutzgebiet Schauinsland mit 1053 Hektar liegen 239,7 Hektar im Stadtgebiet.
Der eigentliche Hausberg liegt weiter südöstlich. Der Gipfel des Schauinslands auf 1284 m gehört noch zur städtischen Gemarkung; 1930 nahm dort die Schauinslandbahn den Betrieb auf, die erste Seilbahn, die nach dem Umlaufprinzip arbeitete, und der Aussichtsturm oben trägt den Namen des ehemaligen Oberbürgermeisters Eugen Keidel. Im Schaubergwerk lässt sich nachvollziehen, woher das Geld für das Münster kam: Erzbergbau wurde hier vom Mittelalter bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts betrieben.
Erzherzog Albrecht, Herr der österreichischen Vorlande, stiftete die Freiburger Universität im Jahr 1457. Sie trägt heute den Namen Albert-Ludwigs-Universität, und mit ihr zählt Freiburg zu den klassischen deutschen Universitätsstädten. Kurz nach Beginn des Dreißigjährigen Krieges, 1620, übernahmen die Jesuiten die Hochschule.
Den Bruch brachte 1933. Unter dem Rektorat Martin Heideggers wurde die Universität gleichgeschaltet; seine Rektoratsrede Die Selbstbehauptung der deutschen Universität vom 27. Mai 1933 verstanden viele als öffentliche Bejahung des Regimes. Während der Diktatur verlor die Universität 22 Prozent ihres Lehrkörpers durch Entlassungen, vor allem jüdische Hochschulangehörige, und war damit stärker betroffen als die meisten deutschen Hochschulen. Bei Kriegsende waren ihre Gebäude zu 65 bis 80 Prozent zerstört; wenige Monate später nahm sie den Betrieb wieder auf.
Die Hochschulen prägen die Stadt bis heute. Als Freiburg 1996 die Bevölkerungszahl von 200.000 Einwohnern überschritt, zählten rund 30.000 davon zu den Studierenden der Universität und der vier anderen Hochschulen. Zusammen mit der verkehrsgünstigen Lage und den Forschungseinrichtungen machte das die Stadt zu einem Platz für Tagungen, Messen und Kongresse — das Konzerthaus Freiburg und die Messe Freiburg bieten dafür die Häuser.
Zweimal wurde Freiburg im Zweiten Weltkrieg bombardiert, und das erste Mal war ein Irrtum der eigenen Seite. Die Luftwaffe führte den Bombenangriff auf Freiburg am 10. Mai 1940 irrtümlich durch; 57 Menschen kamen dabei ums Leben. Am Abend des 27. November 1944 bombardierte die britische Royal Air Force die Stadt unter dem Decknamen Operation Tigerfish; rund 2800 Einwohner kamen dabei um. Aus den Trümmern der im nördlichen Teil gänzlich zerstörten Altstadt ragte danach nur noch das vergleichsweise unbeschädigte Münster — die Detonationswellen hatten allerdings das Kirchenschiff abgedeckt. Mit Ziegeln, die aus Basel gespendet wurden, konnte es bis Januar 1946 wieder fast vollständig gedeckt werden.
Die Stadt kapitulierte nach dem Bericht des französischen Armeegenerals Lattre de Tassigny zum 21. April 1945 fast kampflos; der SS-General Georg Keppler hatte eine Verteidigung für sinnlos gehalten und die dafür bestimmten Kräfte entgegen dem Führerbefehl herausgezogen. 1946 wurde Freiburg Hauptstadt des neu gebildeten Landes Baden; als Ministerpräsident amtierte Leo Wohleb, ein gebürtiger Freiburger, und der Landtag tagte im Historischen Kaufhaus. Nach einer Volksabstimmung ging Südbaden 1951 im Bundesland Baden-Württemberg auf, das am 25. April 1952 gegründet wurde.
Die politische Prägung, für die Freiburg heute bekannt ist, entstand aus einem Konflikt um ein Kraftwerk. Die Studentenunruhen der späten 1960er Jahre fanden auch hier ihren Niederschlag, und in den 1970er Jahren schlossen sich viele Freiburger dem Widerstand an, mit dem die Kaiserstühler Bauern das geplante Kernkraftwerk Wyhl erfolgreich verhinderten. Daraus entwickelten sich eine starke autonome Szene und ein breites ökologisch orientiertes Spektrum; die Stadt wurde zu einer Hochburg der neu gegründeten Grünen. Bei bundesweiten Wahlen erreicht Bündnis 90/Die Grünen hier stets eines ihrer stärksten Ergebnisse.

Aus dieser Prägung wurde eine Bauaufgabe und schließlich ein Stadtmarketing. 1986 war Freiburg bereits Gastgeber der siebten Landesgartenschau Baden-Württembergs, was für die westlichen Stadtteile große Bedeutung hatte und die Einrichtung der Ökostation nach sich zog. Auf einem 1992 von der französischen Garnison verlassenen Kasernengelände entstand der Stadtteil Vauban; 1993 erfolgte der Spatenstich zum Stadtteil Rieselfeld. Seit 2008 schmückt und vermarktet sich Freiburg wegen seiner Klimaschutz- und Umweltschutz-Aktivitäten mit dem Titel Green City, und bei der Expo 2010 in Shanghai trat sie unter diesem Namen auf.





Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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Dann wurde Freiburg für Jahrzehnte französisch. Nach dem Holländischen Krieg musste Kaiser Leopold der Erste die Stadt 1679 im Frieden von Nimwegen der Krone Frankreichs überlassen. Ludwig der Vierzehnte wies Sébastien Le Prestre de Vauban an, sie zu einer modernen Festung auszubauen, und besuchte 1681 selbst die Baustelle. Im Frieden von Rijswijk 1697 musste er Freiburg an die Habsburger zurückgeben. 1713 besetzte Marschall Villars die Stadt erneut, und 1744 nahmen die Franzosen sie im Erbfolgekrieg abermals ein; beim Abzug zerstörten sie die Festungsanlagen gründlich, und vom Werk Vaubans blieb nur das Breisacher Tor. 1805 fiel der Breisgau durch Verfügung Napoleons an Baden, und der Wiener Kongress bestätigte 1815 den Verbleib Freiburgs beim Großherzogtum.
Jüdische Familien lebten spätestens seit 1230 in der Stadt, 1338 stellten ihnen die Grafen einen Schutz- und Freiheitsbrief aus. Er galt nichts mehr, als man ihnen die Verbreitung der Pest vorwarf, obwohl diese Freiburg noch gar nicht erreicht hatte: Am 31. Januar 1349 wurden alle Freiburger Juden außer den Schwangeren verbrannt, ihre Kinder zwangsgetauft. 1424 bestätigte König Sigismund die Ewige Vertreibung, und erst 1809 durften sich Juden wieder dauerhaft in Freiburg niederlassen; 1836 gründeten sie eine neue Gemeinde.
In der Pogromnacht 1938 steckten Nationalsozialisten die Synagoge von 1870 in Brand und plünderten jüdische Geschäfte und Wohnungen, ohne dass Polizei oder Feuerwehr eingriffen; wohlhabende jüdische Männer wurden nach Buchenwald und Dachau verschleppt. Am 22. Oktober 1940 wurden die verbliebenen badischen Juden zusammen mit den pfälzischen in das Lager Gurs in Südfrankreich deportiert, einer der Freiburger Sammelplätze war der Annaplatz in der Wiehre. Heute erinnern Stolpersteine im Pflaster an die Opfer.






