Kommst du über den Empfehlungslink einer Partnerin oder eines Partners zu uns, möchten wir dessen Kurzkennung 60 Tage lang im Cookie „ll_ref" speichern, damit eine spätere Registrierung richtig zugeordnet werden kann. Für die Nutzung von LageLuchs ist das nicht erforderlich — du kannst ohne Nachteil ablehnen und deine Entscheidung jederzeit über „Cookie-Einstellungen" im Seitenfuß ändern.
Füssen hatte am 31.12.2025 15.334 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 68 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Füssen
Im Süden Schwabens, in der Region Allgäu, liegt Füssen: nach Osten hin schließen die Ammergauer Alpen an, nach Süden die Allgäuer und die Lechtaler Alpen, im Westen der Weißensee, im Norden Hopfensee und Forggensee. Der Lech, der im Lechquellengebirge entspringt und bei Rain die Donau erreicht, durchquert die Stadt; kurz zuvor, am südlichen Stadtrand nahe der Tiroler Grenze, stürzt er über den Lechfall. Die amtliche Ortshöhe beträgt 808 m. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 15.334 Einwohner auf 43,48 Quadratkilometern.

Bis in die Römerzeit lassen sich die Anfänge der Stadt verfolgen: sie wuchs an der Via Claudia Augusta heran, jener Straße von Norditalien nach Augsburg, die Kaiser Claudius um 50 nach Christus anlegen ließ. Auf dem Schlossberg legten Grabungen die Grundmauern eines spätrömischen Kastells des 4. und 5. Jahrhunderts frei; die Notitia Dignitatum verzeichnet hier um 400 nach Christus eine Abteilung der legio III Italica. Wahrscheinlich stand an diesem strategisch günstigen Punkt allerdings schon vor 260 ein römisches Lager, das Kastell Foetibus. Als latinisierte Form des germanischen fot deutet man diesen Namen; gemeint wäre die Lage zu Füßen der Berge, und über die Zwischenstufen Fozen, Fozin, Fuozzen und Füzzen führt er zur heutigen Schreibung, die ab 1424 bezeugt ist.
Geräumt wurde das römische Kastell in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts; 748 soll dann der aus St. Gallen stammende Missionar Magnus, später heiliggesprochen, hier eine Zelle bezogen haben. Weil weitere Mönche nachkamen, wuchs daraus das Benediktinerkloster St. Mang, das seinen Namen trägt und den Augsburger Bischöfen unterstellt war; ungefähr gleichzeitig dürfte daneben ein fränkischer Königshof entstanden sein. Zwischen Süd- und Nordeuropa diente der Ort als Umschlagplatz: unterhalb des Lechfalls war der Fluss schiffbar, und was die Saumpferde der Via Claudia Augusta über die Alpen getragen hatten, wurde hier auf Schiffe gebracht. Im Mittelalter zählte die Route vor allem als Weg des Salzes.
Anfangs lag die Vogtei über das Hochstift Augsburg bei den Welfen; ab 1191 gehörte sie durch einen Kaufvertrag zu jenen welfischen Erbgütern, die an die Staufer fielen. Mit Konradin starb 1268 in Neapel, wo man ihn hinrichtete, der letzte Staufer; das Herzogtum Schwaben fiel daraufhin ans Reich zurück, und um die Vogtei über das Augsburger Hochstift stritten fortan die Bischöfe von Augsburg und die bayerischen Herzöge. Verpfändet hatte Konradin die Vogtei 1266 und 1267 zu Unrecht an seinen Onkel, den Herzog von Bayern; um seinen Anspruch auf das Füssener Gebiet zu sichern, ließ Herzog Ludwig der Zweite über dem Kloster eine Burg errichten — das Hohe Schloss. Ansprüche erhob ebenso Konradins Stiefvater, der Tiroler Graf Meinhard der Zweite: er ließ 1270 unweit der Stadt an der Grenze die Burg Falkenstein bauen.
Nach harten Auseinandersetzungen einigte man sich 1292 darauf, dass der Herzog auf die Burg Füssen und auf weitere Befestigungen in der Gegend verzichtete. Dann wurde die Stadt zum Pfand: wegen einer Schuld von 400 Mark Silber gab Kaiser Heinrich der Siebte 1313 Ort und Gebiet an den Bischof von Augsburg, eingelöst wurde das Pfand nie, und seine Nachfolger auf dem Thron erkannten es 1314 und 1322 als bestehend an. Den Burgberg bekam das Hochstift 1322 zusätzlich durch Tausch und richtete auf der Veste den Sitz des Pflegamtes Füssen ein; 1363 gehörte die Burg bereits zur Stadtbefestigung. Wann die Siedlung unten am Lech Stadtrecht erhielt, ist dagegen nicht gesichert; vermutet wird ein Erwerb 1286 oder 1294.
Zurück auf das Wirken des heiligen Magnus um 750 geht das Kloster St. Mang, doch der heutige Barockbau ist rund tausend Jahre jünger. Kirche und Klosteranlage entstanden ab 1701. Entworfen hat die symmetrische, italienisch wirkende Barockanlage der aus dem Ort stammende Baumeister Johann Jakob Herkomer, der sein Handwerk vor allem in Venedig gelernt hatte. Im Zentrum liegt der Fürstensaal, reich mit Stuck und Fresken ausgestattet; den Entwurf dazu lieferte der Innenarchitekt Carlo Andrea Maini aus Arogno, ausgeführt hat ihn der Kemptener Hofmaler Franz Georg Hermann.
Über dem Kloster erhebt sich das Hohe Schloss, eine weitläufige spätgotische Burganlage, in der die Fürstbischöfe von Augsburg — zugleich Herren der Stadt — jahrhundertelang den Sommer verbrachten. Eine Filialgalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen bespielt den Nordflügel und stellt in den einstigen Residenzräumen spätgotische Tafelbilder und Skulpturen aus; sehenswert ist dort der Rittersaal, dessen Kassettendecke und Reliefs die Bistumsheiligen Ulrich, Afra und Simpert zeigen. Wie reich das kulturelle Leben unter Kaiser Maximilian dem Ersten war, ahnt man vor den Glasgemälden von Hans Holbein dem Älteren und Hans Burgkmair dem Älteren.
Nahezu unversehrt kam die Stadt durch den Zweiten Weltkrieg; nur die Lechbrücke sprengten in den letzten Kriegstagen die eigenen Truppen, wobei auch angrenzende Häuser Schaden nahmen. Unten in der Altstadt sind spätgotische Gassen und Plätze erhalten geblieben, ebenso das Kornhaus und, am Sebastiansfriedhof, Reste der mittelalterlichen Mauern samt Wehrtürmen und Wehrgang. Am Schrannenplatz steht das Gesellenhaus, in dem früher die Stadtvogtei saß. Jenseits des Lechs errichtete Johann Schmuzer 1682/83 die Frauenkirche am Berg auf dem Platz eines Vorgängerbaus; 1854 setzte man in ihren Chor eine Kapelle, mit der der Füssener Kalvarienberg beginnt. Von Franz Karl Fischer stammt die Spitalkirche Heilig Geist, entstanden 1748/49 und außen mit Fresken bemalt; die Franziskanerkirche wiederum wurde von 1763 bis 1767 gebaut und im Rokoko ausgestattet.
Gewicht bekam die Stadt vom 15. bis ins 18. Jahrhundert durch ein Spezialhandwerk, das sich hier niedergelassen hatte: den Lauten- und Geigenbau. Als Wiege des gewerbsmäßigen Lautenbaus in Europa gilt der Ort deshalb, und 1562 entstand hier die erste europäische Lautenmacher-Zunft. Im früheren Kloster St. Mang hat das Stadtmuseum sein Haus; es sammelt zur Stadt, zum Kloster und zum Lauten- und Geigenbau, und zu sehen sind dort außerdem die Annakapelle sowie die barocken Repräsentationsräume der Klosteranlage. Die Verbindung hält bis heute: seit 2018 ist Cremona Partnerstadt — die Metropole des Geigenbaus und der Ort, an dem der europäische Lauten- und Geigenbau seinen Anfang nahm, gehören zusammen.
Das zweite Handwerk der Stadt arbeitete mit Faser statt mit Holz und wurde zur Fabrik. Als die Industrialisierung einsetzte, entstanden 1861 auf dem Lechgries die Hanfwerke Füssen, gegründet als Mechanische Seilerwarenfabrik Füssen; 1920 schlossen sie sich zu den Hanfwerken Füssen-Immenstadt zusammen. Hanf- und Spinnfäden stellten sie bis ins späte 20. Jahrhundert her und beschäftigten dabei zeitweise 1500 Menschen — ein Arbeitgeber von Gewicht am Ort. An das Seilerhandwerk, aus dem diese Fabrik hervorging, erinnert im Stadtbild noch der Seilerturm.

Der Lechfall stammt aus der Würm-Kaltzeit; geformt wurde er, als sich der Lechgletscher zurückzog. Beim Abschmelzen der Eismassen entstand damals im Lech- und Vilstal ein großer See, der bis Pfronten hinaufreichte; das Becken füllte sich wie eine Wanne und wurde nach Norden von einem Höhenzug aus Wettersteinkalken abgeriegelt.
Dort, wo der Beckenrand am tiefsten lag — beim heutigen Lechfall —, trat das Wasser über; bis zu 100 Meter stürzte es hinab und ergoss sich in den damaligen Füssener See. Erst als der Fluss sich hier einen Durchlass in den Wettersteinkalk gegraben und diesen zunehmend eingetieft hatte, floss das Wasser allmählich nach Norden ab, und der Ur-See trocknete nach und nach aus. Am rechten Steilufer liegt der Magnustritt: dort soll der heilige Magnus der Legende zufolge beim Sprung über die Schlucht die Spur seines Fußes hinterlassen haben.
Die Schwäbische Bäderstraße führt durch den Ort, und die Romantische Straße endet hier. In Füssen treffen sogar drei Routen zusammen: die Romantische Straße, die Deutsche Alpenstraße und die Via Claudia Augusta. Königswinkel heißt die Gegend ringsum, eine Hochburg des Reisens, denn ganz in der Nähe stehen die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Mit Blick auf Schloss Neuschwanstein steht das gleichnamige Festspielhaus; gebaut wurde es 2000 eigens für ein Musical über Ludwig den Zweiten, und seit 2016 läuft dort die Nachfolgeproduktion in einer Neuinszenierung.

Der Ort kommt auch als Kurort vor. Knapp 1,5 Millionen Übernachtungen im Jahr — so der Stand von 2024 — machen den Tourismus zu einem gewichtigen Wirtschaftszweig; auf jede Übernachtung entfällt ein Kurbeitrag, aus dem die touristische Infrastruktur bezahlt wird. Anerkannt ist die Stadt als Kneippkurort und seit 2025 zusätzlich als Kneippheilbad, und zwar im ganzen Gemeindegebiet; Hopfen am See und Weißensee führen daneben das Prädikat Luftkurort, Bad Faulenbach jenes des Moorheilbads.
Einen zweiten Ruf erwarb sich die Stadt im Sport: zwischen 1949 und 1973 holte der Eishockey-Club EV Füssen sechzehnmal den deutschen Meistertitel, was den Namen des Ortes weithin bekannt machte.





Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: ROM
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Zwischen 1486 und 1505 formten die Augsburger Fürstbischöfe die gotische Burg zum Hohen Schloss um, das über der mittelalterlichen Stadt aufragt und ihnen als Sommerresidenz diente. Eine erste Blüte brachte der Beginn des 16. Jahrhunderts, als Kaiser Maximilian der Erste mit seinem Hofstaat fast 40-mal hier verweilte. Im Schmalkaldischen Krieg besetzte am 10. Juli 1546 eine Truppe der oberdeutschen Städte den katholischen Ort, geführt vom protestantischen Landsknechtführer Sebastian Schertlin von Burtenbach; was der Dreißigjährige Krieg später zerstörte, warf den Handelsplatz so weit zurück, dass er sich nur sehr langsam davon erholte. Noch einmal blickte das Reich am 22. April 1745 auf die Stadt: im Frieden von Füssen gab Bayerns Kurfürst Maximilian der Dritte Joseph die zuvor erhobenen österreichischen Erbansprüche auf und setzte damit zugleich den Schlusspunkt hinter den bayerischen Versuch einer Großmachtpolitik. Die Säkularisation brachte den Ort 1803, nach dem Reichsdeputationshauptschluss, an das Kurfürstentum Bayern; Kreisstadt des Landkreises Füssen blieb er bis zur Gebietsreform von 1972.

