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Fulda hatte am 31.12.2025 65.755 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 65 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Fulda
Fulda liegt nahe der Mitte Deutschlands am Oberlauf des gleichnamigen Flusses, eingebettet in die Fuldaer Senke zwischen Rhön im Osten und Vogelsberg im Westen. Ende 2025 zählte die Stadt 65.755 Einwohner; die Landesgrenzen zu Bayern und Thüringen sind nur wenige Kilometer entfernt.
Alles hier geht auf ein Kloster zurück. Ein Mönch namens Sturmius gründete es 744 im Auftrag des Bonifatius, der zehn Jahre später darin bestattet wurde; um die Klostermauern siedelten sich Bauern und Handwerker an, und daraus wurde eine Stadt.
Was man heute sieht, ist allerdings nicht karolingisch, sondern barock. Ein Fürstabt und ein Baumeister haben Anfang des 18. Jahrhunderts aus der Klosterstadt eine Residenz gemacht, mit Dom, Stadtschloss, Orangerie und einem ganzen Viertel. Daneben steht, viel älter und viel schlichter, eine Rundkirche aus karolingischer Zeit.
Vom Papst hatte Bonifatius den Auftrag, die germanischen Stämme dieser Gegend zum Christentum zu führen und sie Rom zu unterstellen. In seinem Auftrag gründete Sturmius im Jahr 744 das Kloster Fulda; 754 wurde Bonifatius dort beigesetzt. Karl der Große verlieh dem Kloster 774 die Immunität und machte es damit zum Reichskloster. Zwischen 791 und 819 entstand die Ratgar-Basilika, benannt nach dem Abt Ratgar und damals der ausgedehnteste Kirchenbau nördlich der Alpen; gleichzeitig siedelten sich die ersten Bauern und Handwerker um das Kloster an.
Rechte und Rang folgten. 1019 erhielten Abtei und Siedlung durch Heinrich den Zweiten das Münz-, Markt- und Zollrecht, 1020 besuchte Papst Benedikt der Achte den Ort, und 1114 wurde Fulda zum ersten Mal als civitas, also als Stadt, erwähnt. Unter Abt Markward dem Ersten, der von 1150 bis 1165 amtierte, erlebte die Stadt einen Aufschwung; dabei half ihm der Fuldaer Mönch Eberhard, einer der bekannten Urkundenfälscher des Mittelalters. Markward vertrieb Raubritter, legte Burgen an und befestigte die Stadt 1162 mit einer Mauer, etwa zwölf Türmen und fünf Toren: Heertor, Peterstor, Florentor, Kohlhäusertor und Frauentörlein. Die Äbte stiegen unter König Friedrich dem Zweiten in den Reichsfürstenstand auf, und Fürstabt Heinrich von Weilnau bezog zwischen 1294 und 1312 eine eigens gebaute Abtsburg außerhalb des Klosters.

Die Bürger wehrten sich, zweimal, und verloren zweimal. 1208 wurde Fulda zur Stadt erhoben und wachte fortan über ihre Rechte gegen die Ansprüche der Äbte. Als Fürstabt Heinrich der Sechste von Hohenberg 1319 im Stadtgebiet noch eine zweite Burg baute, stürmten die Bürger, unterstützt vom Klostervogt Johann von Ziegenhain, beide Anlagen und rissen die neue mit Turm und Ringmauern nieder; über Stadt und Graf wurde daraufhin die Reichsacht verhängt. Seine gestärkte Stellung nutzte derselbe Fürstabt 1326 dazu, die jährliche Steuer für sieben Jahre zu verachtfachen: von 100 auf 800 Pfund Heller. Als er 1330 erneut erhöhen wollte, reiche Bürger einkerkern ließ und für ihre Freilassung 9.500 Pfund Heller verlangte, erhoben sich die Bürger 1331 abermals, verbündeten sich wieder mit dem Grafen und stürmten Abtsburg, Kloster, Frauenberg und Petersberg. Wieder folgte die Reichsacht, die Ministerialen des Abts schlugen den Aufstand nieder, und Erzbischof Balduin von Trier vermittelte eine Sühne: Die Bürger mussten Turm und Ringmauern wiederherstellen und Entschädigungen zahlen; die Stadt erhielt Rat und Bürgermeister unter Aufsicht eines fürstlichen Schultheißen.
Der Wendepunkt war eine Finanzsanierung. Fürstabt Placidus von Droste brachte zwischen 1678 und 1700 die Finanzen der Abtei in Ordnung; sein Nachfolger Adalbert von Schleifras konnte deshalb 1700 Johann Dientzenhofer zum Stiftsbaumeister ernennen und ihn beauftragen, anstelle der romanischen Ratgar-Basilika einen neuen Dom und ein Stadtschloss im Stil des Barock zu errichten.

Der Dom St. Salvator ist das Wahrzeichen der Stadt. Dientzenhofer, einer der bedeutenden deutschen Barockbaumeister, fertigte 1700 die Pläne; 1704 begann der Bau, und am 15. August 1712 wurde der Dom geweiht. In seinem Inneren liegt das Grab des Bonifatius. Der Vorgängerbau, die Ratgarbasilika, wurde zugunsten des neuen Doms niedergelegt. Sein Innensystem ist an den Petersdom in Rom angelehnt.
Das Stadtschloss hat mehrere Häute. Der erste Vorgängerbau war die Abtsburg vom Anfang des 14. Jahrhunderts; Anfang des 17. Jahrhunderts entstand daraus eine Schlossanlage, die im letzten Viertel desselben Jahrhunderts zum Renaissanceschloss erweitert wurde. Dientzenhofer baute sie zu Beginn des 18. Jahrhunderts barock um, und beim Umbau zur Kurprinzenresidenz Anfang des 19. Jahrhunderts kam Spätklassizistisches hinzu. Zum Ensemble gehören die Orangerie, die ab 1721 nach Plänen von Maximilian von Welsch entstand und den Fürstäbten für Sommerfeste diente, während im Winter Orangen- und Zitronenbäumchen darin überwinterten, sowie das Paulustor, das Dientzenhofer 1710 entwarf, das von 1710 bis 1711 gebaut und 1771 an seinen heutigen Platz versetzt wurde, damit der Dom in die Stadt einbezogen werden konnte.

Die NSDAP kam hier weniger weit als anderswo: Bei der Reichstagswahl im März 1933 erreichte sie in Fulda nicht mehr als ein Viertel der Stimmen, und auch im Stadtrat spielte sie eine untergeordnete Rolle. Gemordet und zerstört wurde dennoch. In der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurden der historische Judenfriedhof und die Synagoge in der ehemaligen Judengasse zerstört; der frühere Bürgermeister Karl Ehser sagte später, die Gaupropagandaleitung in Kassel habe ihn zu Übergriffen aufgefordert und ihm befohlen, die Synagoge zerstören zu lassen. 1940 wurden die Franziskaner vom Frauenberg vertrieben.
Die schwerste Katastrophe kam aus der Luft. Unter den Bahngleisen und dem Verschiebebahnhof verlief ein kanalisierter Bachlauf als Tunnel, den das Textilunternehmen Mehler 1941 behelfsmäßig zu einem Luftkriegsstollen mit zwei Ausgängen ausbaute, dem Krätzbachbunker. Beim amerikanischen Luftangriff am 27. Dezember 1944 suchten dort etwa 1000 Menschen Zuflucht. Ein Volltreffer verschüttete einen Tunneleingang, zwei weitere Bomben brachten den Tunnel rund 160 Meter dahinter zum Einsturz; 707 Menschen starben, darunter 451 Mitarbeiter der Firma Mehler und unter diesen etwa 250 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus Osteuropa. Nur etwa 150 Menschen konnten gerettet werden. Ziel des Angriffs war der noch intakte Bahnhof als Nachschubweg für die Ardennenoffensive. Insgesamt wurden in Fulda 1595 Kriegstote gezählt, und etwa ein Drittel der Stadt lag in Trümmern.
Nach dem Krieg rückte die Stadt an einen Rand und zugleich in den Mittelpunkt. Die innerdeutsche Grenze verlief nur etwa 35 km vom Zentrum entfernt, und Fulda gehörte zum Zonenrandgebiet. Zugleich stand es im Zentrum eines militärischen Szenarios, das die NATO Fulda Gap nannte: Ein Vorstoß des Warschauer Pakts, so die Annahme, würde dem Flusstal folgen und über Frankfurt, das etwa 100 km entfernt liegt, nach Südwestdeutschland zielen. Entsprechend stark besetzt waren die Downs Barracks: Dort lag das 14th Armored Cavalry Regiment, aus dem 1972 durch Umflaggung das 11th Armored Cavalry Regiment wurde. 1994 endete die Stationierung amerikanischer Streitkräfte; auf dem Kasernengelände siedelten sich Behörden und Firmen an, auf dem zugehörigen Flugplatz entstanden der Stadtteil Fulda-Galerie und ein Messegelände. Am 29. September 1984 hatten hier noch etwa 30.000 Anhänger der Friedensbewegung gegen die Militärpolitik in Ost und West demonstriert.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
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Auch die Bauern des Umlandes erhoben sich. Abgaben und Frondienste drückten sie ebenso wie die Städter, während das Stift immer prunkvollere Bauten errichtete; im Frühjahr 1525 schlossen sie sich dem Deutschen Bauernkrieg an. Ein nicht namentlich bekannter Pfaff von Dipperz und der Uhrmacher Hans Dahlhopf scharten 10.000 Bauern um sich, doch Landgraf Philipp von Hessen kam dem Stift mit einem starken Heer zu Hilfe und schlug den Aufstand in der Schlacht am Frauenberg nieder.
In den Jahren 1603 bis 1605 ordnete Fürstabt Balthasar von Dernbach Hexenprozesse an; ausführen sollte sie Balthasar Nuss als Malefizmeister. Den Hexenverfolgungen im Hochstift Fulda fielen von 1603 bis 1606 rund 270 Menschen zum Opfer, überwiegend Frauen, aber auch einige Männer. Bekannt wurde besonders der Prozess gegen Merga Bien, die in Fulda geboren wurde.
Im Dreißigjährigen Krieg traf es die Stadt mehrfach: 1622 zogen die Truppen des Herzogs Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel plündernd und brandschatzend durch das Hochstift, von November 1631 bis Oktober 1633 hielt Hessen-Kassel den Ort besetzt, und am 20. Juni 1640 brachen 300 umherstreifende schwedische Reiter ein Stadttor auf und plünderten am Tag darauf. Die meisten Kriegsschäden behob Fürstabt Joachim von Gravenegg, der von 1644 bis 1671 amtierte.
Mit dem Ende des geistlichen Staates wechselten die Herren in rascher Folge. Mit der Säkularisation verloren die Fürstbischöfe 1802 ihre Macht; der fuldische Besitz fiel als Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda an Friedrich Wilhelm von Oranien-Nassau, ehe Napoleon die Provinz 1806 an sich zog. Ab 1810 gehörte Fulda zum Großherzogtum Frankfurt und war Hauptstadt eines eigenen Departements; 1815 hob der Wiener Kongress die Provinz auf, und nach einem Jahr preußischer Verwaltung kam sie an Kurhessen. 1866 besetzten die Preußen die Stadt erneut und annektierten Kurhessen. Zum 1. April 1927 wurde Fulda kreisfrei, verlor diesen Status 1974 wieder und ist seither Sonderstatusstadt.
Älter als all das ist die Michaelskirche. Der vorromanische Bau entstand zwischen 818 und 822, diente wohl wie die Ratgar-Basilika als Grabeskirche und ist innen mit Fresken ausgemalt. Auf dem Frauenberg, den Bonifatius als Lieblingsstätte gegolten haben soll und der deshalb auch Bischofsberg hieß, ersetzte Abt Ratgar früh eine hölzerne Kapelle durch eine steinerne Kirche; seit dem 31. März 1623 sitzen dort Franziskaner. Nachdem Kloster und Kirche 1757 bis auf den Fürstenbau abgebrannt waren, entstand die heutige barocke Anlage zwischen 1758 und 1765.
Kurz Universitätsstadt war Fulda auch. Unter Fürstabt Adolf von Dalberg bestand von 1734 bis 1805 eine katholische Universität mit vier Fakultäten — Theologie, Philosophie, Medizin und Jura; ihr barockes Gebäude errichtete der Hofarchitekt Andreas Gallasini von 1731 bis 1734, und heute ist darin eine Grundschule untergebracht. 1752 wurden die Fürstäbte zu Fürstbischöfen erhoben, und 1764 ließ Fürstbischof Heinrich von Bibra die Straße zwischen Frankfurt und Fulda als eine der ersten Chausseen Hessens ausbauen.






