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Garmisch-Partenkirchen hatte am 31.12.2025 28.088 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 59 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Garmisch-Partenkirchen
Wo die aus Tirol herabkommende Loisach und die im Wettersteingebirge entspringende Partnach zusammentreffen, öffnet sich ein weiter Talkessel: Darin liegt Garmisch-Partenkirchen, im Nordwesten vom Ammergebirge gerahmt, im Osten vom Estergebirge und im Südwesten vom Wetterstein. Von München aus gesehen liegt der Ort rund 80 km in südwestlicher Richtung, von Innsbruck rund 50 Kilometer nordwestlich; die amtliche Ortshöhe beträgt 708 m. Während der Würmeiszeit, der jüngsten Eiszeit, lag über Garmisch eine Eisdecke. Am 31. Dezember 2025 zählte der Markt 28.088 Einwohner, seine Fläche beträgt 205,67 Quadratkilometer.
Der Ursprung Partenkirchens ist die römische Reisestation Partanum: Sie lag an einem vorrömischen Handelsweg, einem Seitenast jener Via Claudia, die dem Lech folgte, und ausgebaut wurde dieser Weg, nachdem Drusus und Tiberius im Jahr 15 vor Christus den nördlichen Alpen- und Voralpenraum erobert hatten. Via Raetia hieß die neue Straße bei den Römern; entstanden ist sie 200 nach Christus, und ihr Verlauf führte über Brennerpass und Seefelder Sattel bis Augsburg. Für Garmisch als Siedlung nennt die erhaltene Urkunde das Jahr 802. Garmisch erwarb 1249 der Freisinger Bischof Konrad der Erste von Tölz und Hohenburg, Partenkirchen 1294 Bischof Emicho; von 1294 an zählte die Grafschaft Werdenfels zum Hochstift Freising und verblieb bis zur Säkularisation 1802 in geistlicher Hand.
Die beiden Orte lebten von verschiedenen Dingen. Für die Handelshäuser Fugger und Welser war Partenkirchen im Hochmittelalter eine wichtige Zwischenstation auf der Route nach Italien; der Ort erlebte dadurch einen wirtschaftlichen Aufschwung und gedieh als Rast- und Umschlagplatz auf der Strecke von Augsburg nach Venedig. Garmisch dagegen verdiente sein Geld vor allem mit der Flößerei auf der Loisach, bis der Dreißigjährige Krieg die Region verarmen ließ. Bayerisch wurde die Grafschaft Werdenfels im Jahr 1802; das bayerische Gemeindeedikt gab Garmisch und Partenkirchen 1818 ihre Selbstverwaltungsrechte zurück, und bis weit in das 20. Jahrhundert hinein blieben sie zwei konkurrierende Marktgemeinden.

Der Fremdenverkehr kam über die Schiene. Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts bot Partenkirchen Kuraufenthalte an, und als die Bahnstrecke nach München im Jahr 1889 fertig war, nahm der Besucherstrom deutlich zu. In drei Abschnitten entstand zwischen 1928 und 1930 die Bayerische Zugspitzbahn. Am 1. Januar 1935 fügten sich die beiden Marktgemeinden unter massivem Druck der NSDAP zum Markt Garmisch-Partenkirchen zusammen, Anlass waren die vierten Olympischen Winterspiele, die ein Jahr darauf hier stattfinden sollten. Mit dem ersten Spatenstich für die Jägerkaserne, der später die Artilleriekaserne folgte, begann am 25. September 1935 die Zeit als Garnison der Wehrmacht. In der NS-Zeit verbrachten prominente Funktionäre der NSDAP hier Sommerfrische und Winterurlaub.
Die Burgruine Werdenfels in Burgrain gab dem Werdenfelser Land seinen Namen, und seit der Zerstörung beziehungsweise dem Verfall der Burg saß der Verwaltungssitz der Grafschaft Werdenfels im Ortskern von Garmisch. Ein Gang durch das Tal führt zu den Kirchen und Straßen der beiden alten Ortskerne: zur Alten Pfarrkirche St. Martin, zur neugotischen Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, zur Wallfahrtskirche St. Anton in Partenkirchen und durch die historische Ludwigstraße. Wer mehr sehen will, muss dagegen weit hinaufsteigen.
Auf 1866 m Höhe steht das Königshaus am Schachen, am gleichnamigen Berg im Wettersteingebirge südlich des Ortes. Errichten ließ es König Ludwig der Zweite von Bayern von 1869 bis 1872: ein hölzerner Ständerbau im Schweizer Chaletstil nach Entwürfen Georg Dollmanns, häufig auch Jagdschloss genannt, obwohl der König von der Jagd nichts hielt. Mit hölzernen Fensterläden und kunstgesägten Balkongeländern wirkt es von außen eher bescheiden, gemessen an anderen Bauten Ludwigs.
Innen ist es das Gegenteil. Die Zimmer im Parterre sind mit Zirbelholz verkleidet und eher schlicht gehalten, darüber jedoch liegt das Türkische Zimmer, ein Prunksaal im maurischen Stil, für den dem König ein Palast in Eyüp bei Istanbul als Vorbild diente; ein Springbrunnen plätschert dort, Teppiche bedecken den Boden, und vergoldete Schnitzereien, Pfauenfedern, Diwane, emaillierte Vasen, Lüster und farbige Glasfenster verbreiten eine Atmosphäre von Tausendundeiner Nacht. Seinen Namens- und Geburtstag, den 25. August, hat Ludwig der Zweite mehrfach im Königshaus auf dem Schachen verbracht, und an diesem Tag ziehen bis heute alljährlich Königstreue, Gläubige und Wanderer zu einer Bergmesse hinauf. Als Teil der Schlösser König Ludwigs des Zweiten von Bayern wurde das Haus 2025 zum UNESCO-Welterbe ernannt.
Die Partnachklamm im Reintal bei Garmisch-Partenkirchen misst 700 Meter; der Wildbach Partnach hat sich stellenweise über 80 Meter tief eingegraben, und die Talsohle liegt in Klammmitte bei ungefähr 800 m. Vor rund 240 Millionen Jahren, in der mittleren Trias, setzten sich hier auf dem Grund eines flachen Meeres dunkelgraue und verhältnismäßig harte Lagen alpinen Muschelkalks ab, Wurstelkalk oder Knollenkalk genannt. Wühl- und Fressspuren der damaligen Meeresbewohner lassen sich auf den wulstigen Bänken dieses Gesteins vielfach noch heute erkennen; etwa fünf Millionen Jahre danach folgten im selben Meeresbecken deutlich weichere Mergel, die man heute als Partnach-Schichten bezeichnet.
Die spätere alpidische Faltung formte aus diesen Gesteinsschichten den sogenannten Wamberger Sattel; die vom Schneeferner auf dem Zugspitzplatt gespeiste Partnach trug die weicheren Lagen rasch genug ab, um mit der anhaltenden Hebung des Geländes mitzuhalten und sich schließlich auch in den harten alpinen Muschelkalk hineinzuschneiden. Wo dieser Muschelkalk ansteht, hat der Fluss heute die eng eingeschnittene Talform einer Klamm geschaffen, während nördlich und südlich davon, in den weicheren Partnachschichten, breitere Talformen vorherrschen. 1912 wurde die Partnachklamm zum Naturdenkmal erklärt, und das Bayerische Landesamt für Umwelt führt sie als Geotop.
Die Schlucht hatte lange einen sehr praktischen Zweck. Einheimische durchquerten sie bereits im 18. Jahrhundert, um unter Lebensgefahr Brennholz auf Triftwegen aus dem Reintal nach Partenkirchen zu schaffen, und noch bis in die 1960er Jahre dienten Fluss und Klamm als Triftbach. Jeden Frühling warf man die Stämme, gezeichnet mit dem Hausmarch ihres Eigentümers, in den Bach, wo das Schmelzwasser sie talwärts trug; verkeilte Stämme wieder zu lösen kostete immer wieder Männer das Leben, woran Bildtafeln an einem Wegkreuz zwischen Olympiastadion und Klammeingang erinnern. Touristisch erschlossen ist die Schlucht seit 1912.

Wintersport wird hier seit Langem betrieben, und bekannt ist der Ort vor allem für seine alpinen Skigebiete und für das Olympia-Skistadion samt Großer Olympiaschanze. Einen neuen Teilnehmerrekord brachten die Winterspiele 1936: 636 Sportler aus 28 Staaten traten damals in Garmisch-Partenkirchen an. Weil Sapporo und St. Moritz abgesagt hatten, sollten auch die fünften Olympischen Winterspiele des Jahres 1940 hier ausgetragen werden; der Zweite Weltkrieg verhinderte das.
Danach kamen die Weltmeisterschaften statt der Spiele. Alpine Skiweltmeisterschaften fanden 1978 zum ersten Mal in Bayern statt, und zwar vom 28. Januar bis 5. Februar 1978 in Garmisch-Partenkirchen, das 2011 auch die Alpinen Skiweltmeisterschaften ausrichtete. Zu den Austragungsorten der Arlberg-Kandahar-Rennen gehört der Markt seit 1954, daneben St. Anton am Arlberg, Mürren, Chamonix und Sestriere; diese Rennen gaben auch der Kandahar Skipiste ihren Namen. Am Gudiberg auf der Großen Olympiaschanze findet alljährlich der zweite von vier Wettbewerben der Vierschanzentournee statt.
Zweimal hat der Ort seither nach den Ringen gegriffen und sie nicht bekommen. Gemeinsam mit München und Schönau am Königssee bewarb sich Garmisch-Partenkirchen offiziell um die Olympischen Winterspiele 2018, unterlag aber in der Abstimmung vom 6. Juli 2011. Auch der Anlauf zu einer Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2022 endete erfolglos: Am 10. November 2013 lehnten in einem Bürgerentscheid fast 52 Prozent der Abstimmenden im Markt sie ab. Die drei Partnergemeinden passen zum Rest: Aspen in Colorado seit 1966, Chamonix seit 1973 und Lahti seit 1987, in allen Fällen bedeutende Zentren des Skisports.
Vom Erlös seiner Oper Salome ließ sich Richard Strauss 1908 in Garmisch eine Villa bauen, die ebenfalls Emanuel von Seidl gestaltete; bis zu seinem Tod im Jahr 1949 lebte er darin und schrieb dort unter anderem den Rosenkavalier und die Alpensinfonie. Im Kurpark Partenkirchen sitzt seit 1999 das Richard-Strauss-Institut; 2025 erhielt dieser Park zu Ehren der gebürtigen Garmisch-Partenkirchenerin Laura Dahlmeier den Namen Laura-Dahlmeier-Park.
Der Garmischer Kurpark heißt seit 2009 Michael-Ende-Kurpark, benannt nach dem hier geborenen Schriftsteller Michael Ende; Skulpturen zu seinen Werken stehen in der Anlage, und im Kurhaus zeigt ein Museum eine Dauerausstellung über sein Leben und Werk.
Der Ort war außerdem lange ein Ziel prominenter Gäste. Edward Elgar schrieb hier 1895 seine Songs from the Bavarian Highlands, und Generalmusikdirektor Hermann Levi ließ sich 1900 eine Villa von Emanuel von Seidl und Adolf von Hildebrand bauen, in der Cosima Wagner häufig zu Gast war. In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg wurde Garmisch ausgesprochen mondän: In Hotels und Künstlerpensionen wohnten, feierten und arbeiteten Kurt Tucholsky, Karl Kraus, Erich Kästner und Lion Feuchtwanger, dessen Schlüsselroman Erfolg in München und Garmisch-Partenkirchen spielt. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog der Nachtclub Casa Carioca mit seinen opulenten Tanz- und Eisrevuen Schauspieler wie Errol Flynn, Richard Burton oder Elizabeth Taylor an.






Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: NNL
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Die Zwangsfusion ist im Gelände bis heute ablesbar: Östlich der Partnach liegt der frühere Markt Partenkirchen, westlich des Flusses der Ortskern des früheren Marktes Garmisch, und im nördlichen Teil trennt das Wasser die beiden Gemarkungen noch immer. Mit der Gemeindezusammenlegung 1935 gab sich die Gemeinde außerdem ein Wappen, das keines der Wappen ihrer beiden Vorgängerinnen fortführte. Zitiert wurde stattdessen das Wappen der Grafen zu Eschenlohe, einer inzwischen widerlegten Annahme folgend, diese Grafen hätten über die Grafschaft Werdenfels geherrscht; in Wahrheit ist die Grafschaft jünger, als man damals meinte, und hat den Eschenlohern nie gehört.
Unzerstört und ohne Kampf ging der Ort am 29. April 1945 an die US-Armee über; deren Erholungseinrichtungen nutzten danach zahlreiche Einheiten, worauf man unter anderem zurückführte, dass im Herbst 1948 die Zahl der weiblichen Kurgäste um geschätzte 2500 stieg. Von 1960 bis 1994 führte man die erste Gebirgsdivision der Bundeswehr von Garmisch-Partenkirchen aus.







