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Greifswald hatte am 31.12.2025 56.154 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 54 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Greifswald
Zwei Dinge haben diese Stadt geprägt. Am Anfang stand ein Kloster, dessen Ländereien und Marktsiedlung sich zur Stadt entwickelten, und seit 1456 gibt es eine Universität, die eine kleine Landstadt bis heute zu einem Ort der Forschung macht.
Greifswald liegt an der Mündung des Flusses Ryck in die Dänische Wiek, eine Bucht des Greifswalder Boddens, zwischen den Inseln Rügen und Usedom. Das Land ringsum ist flach: Die Stadt sitzt auf 5 Metern Höhe und umfasst 50,81 Quadratkilometer, und weil es keine Anhöhen gibt, sieht man die Türme der drei gotischen Backsteinkirchen schon von weitem. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 56.154 Einwohner. Hinzu kommen Studierende mit Zweitwohnsitz.
Die Vorgeschichte der Stadt beginnt im Kloster Eldena, das 1199 gegründet wurde und dessen Ruine heute noch am östlichen Stadtrand steht. Zum Gut des Klosters gehörte anfangs auch die Siedlung, an der sich zwei alte Handelswege kreuzten. 1241 erhielt sie von zwei Landesherren, dem rügenschen Fürsten und dem Pommernherzog, das Marktrecht. Nur wenige Jahre später ging der Pommernherzog Wartislaw der Dritte einen Schritt weiter: Am 14. Mai 1250 verlieh er der Marktsiedlung das Lübische Stadtrecht und machte sie damit auch gegenüber den Herzögen deutlich unabhängiger. Zu den Hansestädten Wismar, Rostock oder Stralsund konnte Greifswald dennoch nicht aufschließen. Der Hafen versandete, für die größeren Schiffe des 14. und 15. Jahrhunderts wurde er zu flach, und die Stadt fiel im Wettbewerb zurück. Die Chance kam von anderer Seite: 1456 folgte Herzog Wartislaw der Neunte einer Anregung des Bürgermeisters Heinrich Rubenow und gründete die Universität, die als Landesuniversität Pommerns gedacht war.

In der Reformation wandte sich die Stadt früh der neuen Lehre zu. Auf Betreiben der Bürger kam 1531 der Stralsunder Geistliche Johannes Knipstro nach Greifswald und führte die lutherische Lehre ohne größeren Widerstand ein. Der Dreißigjährige Krieg brachte dann Pest und Not; am Ende war nur noch die Hälfte der Häuser bewohnt. Im Juni 1631 nahmen schwedische Truppen die Stadt ein, und die Schwedenzeit dauerte 184 Jahre, bis zum Wiener Kongress 1815. Danach fiel Greifswald an Preußen und wurde 1818 Verwaltungssitz eines eigenen Landkreises.
Mit der Eisenbahn kam 1863 auch ein wenig Industrie in die Stadt. Das Ende des Zweiten Weltkriegs ist eine Geschichte, auf die man in Greifswald bis heute verweist: Der Stadtkommandant Rudolf Petershagen übergab sie am 30. April 1945 kampflos der Roten Armee und bewahrte sie damit vor der Zerstörung. Ausgerechnet der stellvertretende Bürgermeister Siegfried Remertz, der an der Übergabe beteiligt war, wurde kurz danach von den Besatzern verhaftet und starb im Speziallager Fünfeichen.
In der DDR-Zeit gingen große Teile der Altstadt durch Abriss und unterlassene Instandhaltung verloren. Bis 1990 verschwand etwa die Hälfte der historischen Bausubstanz, am Rand wuchsen dafür die Großwohnsiedlungen Schönwalde und das Ostseeviertel. Seit 1991 wird der Stadtkern im Rahmen der Städtebauförderung saniert, und ab 2000 begann der Rückbau in den Plattenbaugebieten.
Die Universität prägt die Stadt bis in den Grundriss. Ihr barockes Hauptgebäude entstand 1747, in der Schwedenzeit, als man den nach dem Dreißigjährigen Krieg darniederliegenden Lehrbetrieb wieder in Gang brachte. Um dieses Haus gruppiert sich der Campus der Altstadt, mit der Universitätsbibliothek von 1882, dem Auditoriengebäude mit Karzer von 1886 und dem Physikalischen Institut samt Sternwarte von 1891. Die Naturwissenschaften und die Medizin sind inzwischen auf den neuen Campus am Berthold-Beitz-Platz gezogen.
Hochschule und Universitätsmedizin sind heute die Arbeitgeber, um die sich vieles dreht. Im Umfeld haben sich kleine Firmen im Biotechnikum und im Technologiezentrum angesiedelt, außerdem mehrere Forschungseinrichtungen: das Friedrich-Loeffler-Institut auf der zur Stadt gehörenden Insel Riems, das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik mit dem Forschungsreaktor Wendelstein 7-X und das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie.
Die Folgen zeigen sich in der Alterszusammensetzung. Eine Studie von 2008 nannte Greifswald die jüngste Stadt Deutschlands, gemessen am Anteil der Haushalte mit Menschen unter 30 Jahren. Die Zahl der Studierenden erreichte 2012 mit etwa 12.500 ihren bisherigen Höchststand.
Auch die Wirtschaft außerhalb der Hochschule hängt am Wasser und an der Forschung. Im Stadtgebiet baut die Werft Hanse Yachts Segelyachten.
Am Markt steht das freistehende Rathaus, dessen gotisch-barocker Bau aus dem 13. Jahrhundert stammt. Daneben zählen die Bürgerhäuser Markt 11 und Markt 13 zu den Hauptwerken der Backsteingotik, und an der Ecke zur Mühlenstraße steht das weiße, klassizistische Gebäude der Gemäldegalerie des Pommerschen Landesmuseums.

Die drei Kirchen der Altstadt sind das Wahrzeichen der Stadt. Der Dom St. Nikolai wurde um 1263 errichtet und steht im westlichen Zentrum neben dem Hauptgebäude der Universität. St. Marien, im Volksmund die Dicke Marie genannt, entstand um 1260, und St. Jacobi am westlichen Rand des Stadtkerns stammt von 1280. Alle drei sind Backsteinbauten, wie man sie in Lübeck oder Wismar ebenfalls kennt.
Im Süden, Westen und Nordwesten ist ein großer Teil der Stadtbefestigung mit Wällen und Stadtmauer erhalten. Der Fangenturm und das ehemalige Franziskanerkloster erinnern an das Mittelalter, und die hölzerne Klappbrücke im Fischerviertel Wieck gehört zu den Motiven, die man sofort mit der Stadt verbindet.
Dass das alles noch so gut lesbar ist, war in der DDR keineswegs sicher. Das klassizistische Steinbecker Tor wurde 1951 abgerissen. Ende der 1960er Jahre begann die Umgestaltung des Quartiers zwischen Brüggstraße, Bachstraße, Altem Hafen und Markt in angepasster Plattenbauweise, ein Forschungsprojekt der Bauakademie der DDR. Das trifft besonders die Nordseite der Altstadt, wo Typenbauten an die Stelle älterer Häuser traten. Die Stadtbibliothek und einige andere Altbauten blieben verschont und wurden saniert.
Ein Sohn der Stadt ist der Maler Caspar David Friedrich, der hier geboren wurde. Das Caspar-David-Friedrich-Zentrum steht an der Stelle seines Geburtshauses, und ein Bildweg mit 15 Stationen führt durch die Innenstadt; ein längerer Weg von 18 Kilometern reicht bis hinaus vor die Stadt, wo der Maler seine Heimat mehrfach gemalt hat. Die Klosterruine Eldena, die er häufig darstellte, liegt am Rand des Stadtgebiets.

Zu den Geborenen gehören außerdem die Schriftsteller Hans Fallada und Wolfgang Koeppen, dem das Literaturzentrum Vorpommern im Koeppenhaus gewidmet ist, und die Autorin Judith Schalansky.
Zur Universitäts- und Forschungsstadt passt ein weiterer Sohn Greifswalds: der Mathematiker Gerhard Gentzen, der ebenfalls hier zur Welt kam.






Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT_HANSE, BRICK
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
2011 verlor Greifswald bei der Kreisgebietsreform seine Kreisfreiheit und ist seither Kreisstadt des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Die Einwohnerzahl folgte diesem Auf und Ab. 1989 lag sie bei über 68.000, danach schrumpfte die Stadt bis 2004 um etwa 15.000 Menschen, weil Arbeitsplätze wegfielen und viele in die Nachbargemeinden zogen. Seit 2005 wächst sie wieder, getragen von den Studierenden. 2020 überholte Greifswald die Nachbarstadt Stralsund, und beide bilden heute gemeinsam ein Oberzentrum des Landes.






