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Güstrow hatte am 31.12.2025 28.861 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 52 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Güstrow
Güstrow liegt etwa 40 Kilometer südlich von Rostock an der Nebel, einem Nebenfluss der Warnow, und das Land ringsum ist flach: Im Stadtgebiet liegt die Höhe im Durchschnitt bei nur 14 Metern über dem Meer. Seen und Wälder umgeben die Stadt, darunter der Inselsee, der Parumer See und die Heidberge, und geformt hat diese Landschaft die letzte Eiszeit. Der Inselsee ist etwa 480 ha groß, und die Schöninsel, nach der er benannt ist, misst 57 Hektar. Vor der Stadt liegt der Wildpark-MV mit Wölfen und Braunbären auf 200 Hektar.
Wer nach Güstrow kommt, trifft auf eine Stadt, die zweimal Residenz war, zuerst der Herren von Werle, später der Herzöge von Mecklenburg. Ihre Bauten bestimmen das Bild der Altstadt, und ein Bildhauer, dessen Name im Titel der Stadt steht, gibt ihr bis heute ihr Gesicht. Ende 2025 zählte Güstrow 28.861 Einwohner.

Güstrow muss schon um 1100 bestanden haben, denn 1128 schickte Bischof Otto von Bamberg zwei Priester dorthin. Nach dem Deutschen Städtebuch gründete Fürst Heinrich Borwin II. die Stadt um 1219 bis 1226 und verlieh ihr das Schweriner Stadtrecht, und 1228 wurde es von seinen Söhnen bestätigt. 1226 stiftete der sterbende Fürst den Dom als Kollegiatkirche. Von 1229 bis 1436 war die Stadt Residenz der Herren zu Werle und wurde danach Landstadt in Mecklenburg.
Die Reformation kam früh. 1524 wurde in der Heilig-Geist-Kapelle die erste lutherische Predigt gehalten, und 1552 feierte man im Dom die letzte katholische Messe. Im selben Jahr gab es die ersten Theateraufführungen; gespielt haben Schüler der fürstlichen Domschule, die Herzog Johann Albrecht I. neu gegründet hatte, damit sie half, die neue Lehre zu verbreiten.
Von 1556 bis 1695 war Güstrow erneut Residenz, diesmal der Herzöge von Mecklenburg. Herzog Ulrich begann 1558 mit dem Bau des Schlosses. Von 1628 bis 1629 residierte Albrecht von Wallenstein als mecklenburgischer Herzog dort; auf seinen Befehl wurden regelmäßige Reitposten eingerichtet, und in einem Haus im Grünen Winkel entstand eine Poststation. 1695 erlosch mit dem Tod von Herzog Gustav Adolf die Güstrower Herzogslinie.

Später zeigte sich die Stadt bürgerlich und streitbar. Aus Güstrow rückten 1813 je 600 Jäger zu Fuß und zu Pferd gegen Napoleon aus, und 1865 wurde ihnen zu Ehren das Landesdenkmal für die Befreiungskrieger errichtet.
Die jüdischen Bewohner der Stadt wurden in der NS-Zeit verfolgt: Im April 1938 zählte die Gemeinde noch 44 Mitglieder, bei den Novemberpogromen wurden 14 Juden verhaftet, die Synagoge wurde in Brand gesetzt, und am 10. Juli 1942 wurden weitere Gemeindemitglieder nach Auschwitz deportiert. Ältere Jüdinnen kamen im KZ Theresienstadt ums Leben; nur wenigen gelang die Emigration. Auch der jüdische Friedhof im Stadtteil Dettmannsdorf wurde 1938 verwüstet und seine Friedhofshalle in Brand gesetzt; heute steht er unter Denkmalschutz. Die NS-Geschichte der Stadt gilt als wenig erforscht. Am 2. Mai 1945 wurde Güstrow nach einigen Berichten kampflos an die Rote Armee übergeben.
Das Schloss Güstrow, im Stil der Renaissance gebaut, war Residenz mecklenburgischer Herzöge und beherbergt heute Ausstellungen. Der Dom trägt Barlachs Schwebenden Engel, das Güstrower Ehrenmal mit dem Gesicht von Käthe Kollwitz, und zu seinen Schätzen zählen Apostelfiguren von Claus Berg sowie ein Flügelaltar von Hinrik Bornemann von 1495. Die Pfarrkirche St. Marien zeigt den Brüsseler Altar mit Schnitzwerken von Jan Borman und Malereien von Bernard van Orley.
Das Gebäude der Domschule stammt von 1579, und die Schule selbst wird auf das Jahr 1236 zurückgeführt. Die Heiliggeistkirche, um 1300 als Spital gebaut, zeigt heute 177 Krippen und Madonnenfiguren aus aller Welt. Das Ernst-Barlach-Theater wurde 1828 erbaut, 1929 zum Kino umgebaut und in den Jahren 1955 bis 1957 wieder zum Theater. Das Postamt von 1896 überragt ein städtebaulich prägender Turm. Das Rathaus am Markt wurde um 1800 neu errichtet.
Auch das 20. Jahrhundert hat sichtbare Spuren hinterlassen: Die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt von 1929 ist ein expressionistischer Bau des Architekten Paul Korff, und die Fachhochschule entstand ab 1936 als Lehrerbildungsanstalt in einem geschlossenen Backsteinensemble. Der Bahnhof, das Haus der Kirche und die Justizkanzlei stehen ebenfalls unter Denkmalschutz.
Ein Name steht in Güstrow für vieles: Ernst Barlach. Drei Museen erinnern an Leben und Werk des Expressionisten, die Gertrudenkapelle mit Holzskulpturen, sein ehemaliges Atelierhaus am Inselsee und das benachbarte Ausstellungsforum mit einem Grafikkabinett. Seit 2006 führt die Stadt offiziell den Namenszusatz Barlachstadt.
Auch die Literatur hat hier eine Adresse. Die Stadtbibliothek trägt den Namen von Uwe Johnson, der das John-Brinckman-Gymnasium der Stadt besuchte. Im September 1950 standen acht Schüler dieses Gymnasiums in einem stalinistischen Schauprozess vor Gericht, der mit langjährigen Haftstrafen endete; Johnson verarbeitete das Geschehen in seinem Roman Ingrid Babendererde.

Das Malmström-Museum zeigt die fast dreihundertjährige Zirkusgeschichte einer Artistenfamilie, die seit 1917 in Güstrow ansässig ist.
Der technische Fortschritt erreichte Güstrow Zug um Zug. 1850 wurde die Bahnstrecke Bützow–Güstrow samt Bahnhof gebaut, 1852 ging das Gaswerk in Betrieb, und 1883 entstand die Zuckerfabrik, die einen Hafen am Bützow-Güstrow-Kanal erhielt. Zu den großen Betrieben der DDR-Zeit zählten der VEB Landmaschinenbau, das Kraftfahrzeuginstandsetzungswerk, ein Türenwerk und die Zuckerfabrik.
Nach der Wende verlor die Stadt erheblich an Bevölkerung, teils an das Umland. Viele Industriebetriebe überstanden den Umbruch nicht: Der Landmaschinenbau blieb nur mit wesentlich kleineren Nachfolgern bestehen, und die Zuckerfabrik schloss 2008. Dafür wurde die Stadt 1991 Modellstadt der Städtebauförderung in den neuen Ländern, sodass zahlreiche Baudenkmale im Stadtkern und der Schlossbereich saniert wurden. 1995 zeigte das Schloss eine Landesausstellung zur Tausendjahrfeier Mecklenburgs.
Bildung und Verwaltung traten an die Stelle der Fabriken. Die Pädagogische Hochschule Liselotte Herrmann bestand bis 1991, und seither ist die Stadt Sitz der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege. 2009 ging nördlich der Stadt der BioEnergie Park in Betrieb. Von 1952 bis 2011 war Güstrow Kreisstadt des gleichnamigen Kreises und blieb nach der Kreisreform Sitz der Kreisverwaltung des Landkreises Rostock.







Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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