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Halberstadt hatte am 31.12.2025 36.615 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 38 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Halberstadt
Halberstadt liegt an der Holtemme im nördlichen Harzvorland und ist Kreisstadt des Landkreises Harz in Sachsen-Anhalt. Die Stadt umfasst 142,98 Quadratkilometer. Am 31. Dezember 2025 zählte sie 36.615 Einwohner. Weil hier mehrere historische Fernstraßen zusammentreffen, wird sie auch Tor zum Harz genannt.
Vom 9. Jahrhundert bis zum Jahr 1648 war Halberstadt Sitz des Halberstädter Bischofs. Bekannt ist die Stadt für den bischöflichen Dom im Stil der französischen Gotik, für die Martinikirche und für die Halberstädter Würstchen. Um das Jahr 1900 lebten hier mehr als 42.000 Menschen, und wegen der vielen Fachwerkhäuser galt Halberstadt als Rothenburg des Nordens. Am 8. April 1945 zerstörte ein Bombenangriff große Teile davon.

Karl der Große machte den Missionsstützpunkt im Jahr 804 zum Bischofssitz, und der Karolingische Dom wurde 859 geweiht. Im Jahr 989 verlieh König Otto der Dritte Bischof Hildeward das Markt-, Münz- und Zollrecht, und der erste Dom wurde 992 eingeweiht. Auf dem Reichstag von 1134 in Halberstadt erhielt Albrecht der Bär die Nordmark als Lehen. Heinrich der Löwe zerstörte 1179 in einer Fehde Stadt, Dom und Domburg durch einen Großbrand.
Die Stadtmauer wird 1199 erstmals erwähnt, und ihr Bau dauerte bis 1236. Zwischen 1236 und 1239 begann der Neubau des Domes, der 1491 geweiht wurde. Für 1241 ist erstmals ein Rathaus erwähnt, und die Stadt führte schon ein eigenes Siegel. Im Jahr 1326 schloss sich Halberstadt mit Aschersleben und Quedlinburg bis 1477 zum Halberstädter Dreistädtebund zusammen.
Von 1423 an kontrollierten Handwerker rund um Matthias von Hadeber, genannt Langer Matz, die Stadt in der sogenannten Halberstädter Schicht. Bischof Johann von Hoym stellte 1425 die alte Ordnung wieder her, und 1433 wurde der Stadt-Roland aufgestellt. Im Jahr 1486 unterwarf Ernst von Sachsen die Stadt, und Rat und Bürger verloren ihre Freiheiten. Erst 1591 wurde am Dom die protestantische Lehre eingeführt, und ein gemischtkonfessionelles Domkapitel hielt sich bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648.
Im Jahr 1648 wurde das Hochstift ein protestantisches Herzogtum und Teil Brandenburg-Preußens. Die Pest wütete 1681/82 erneut in der Stadt, und 2197 Menschen starben daran. Nach 1685 siedelten sich Hugenotten an und begründeten eine Handschuhindustrie; 1712 weihten sie ihre Franzosenkirche ein. Der Domsekretär Johann Wilhelm Ludwig Gleim machte ab etwa 1750 sein Haus zu einem Zentrum des Austauschs der deutschen Aufklärung. Im Siebenjährigen Krieg wurde die Stadt zwischen 1756 und 1763 mehrfach besetzt und geplündert, am schwersten 1758.
Möglicherweise kamen 1146 die ersten Juden von Halle nach Halberstadt, und 1261 ist der erste bischöfliche Schutzbrief für sie belegt. Im Jahr 1650 erließ der Kurfürst Friedrich Wilhelm ein Privileg, nach dem sie gegen jährliches Geleitgeld von acht Talern in der Stadt bleiben konnten.
Issachar Berend Lehmann stiftete die Synagoge, die 1712 eingeweiht wurde, und richtete außerdem ein Rabbinerseminar ein. Die Klaussynagoge im Rosenwinkel baute Berend Lehmann 1703 als Wohn- und Studierhaus für drei jüdische Gelehrte. Etwa zehn Prozent der Einwohner waren damals Juden. In der Pogromnacht am 9. November 1938 wurde die Synagoge geplündert, und man zwang die Gemeinde, sie selbst abreißen zu lassen. Der erste Transport mit 101 Juden verließ die Stadt am 12. April 1942, und die letzten Mitglieder der Gemeinde wurden am 23. November 1942 nach Theresienstadt deportiert.

Der Dom St. Stephanus und St. Sixtus wurde 1236 begonnen und nach 255 Jahren 1491 geweiht. Der Domschatz, der zum Dom gehört, ist heute ein Museum kirchlicher Kunst und wurde 2008 neu eröffnet. Der Domplatz ist ein historisches Ensemble, das im Osten der Dom und im Westen die Liebfrauenkirche begrenzt. In den historischen Domherrenkurien sitzen heute unter anderem das Städtische Museum, die Dombauhütte, das Heineanum und das Gleimhaus.
Die Martinikirche wurde zwischen 1250 und 1350 als gotische Hallenkirche mit massiver Doppelturmfassade erbaut. Der nördliche Turm wurde bewusst niedriger gebaut, damit der Wächter im südlichen Turm eine Rundumsicht hat. Die Burchardikirche von etwa 1210 ist eine turmlose romanische Basilika mit rechteckigem Umgangschor. Die Moritzkirche von etwa 1246 ist eine dreischiffige Pfeilerbasilika. Die St.-Johannes-Kirche wurde 1648 als Fachwerkkirche mit gotischen Fenstern fertiggestellt.
Die erhaltene Altstadt umfasst etwa 450 vorwiegend im niedersächsischen Fachwerkstil erbaute Häuser. Der Wassertorturm wurde 1444 erbaut und ist der letzte erhaltene Torturm der Stadt. Das Rathaus wurde 1998 als Neubau mit Teilen der Fassade seines kriegszerstörten Vorgängers fertiggestellt. An der Westfassade hängt seit 2004 ein Porzellanglockenspiel aus Meißner Porzellan mit 25 Glocken. Der Bismarckturm wurde am 22. März 1907 eingeweiht und ist 22 Meter hoch.
Am 8. April 1945 warfen 218 US-amerikanische Bomber 595 Tonnen Spreng- und Brandbomben und zerstörten 82 Prozent der Innenstadt. Etwa 2500 Menschen kamen ums Leben, und 600 Fachwerkhäuser wurden zerstört. Am 11. April besetzten US-amerikanische Bodentruppen die Stadt, die Ende Juni 1945 an die Rote Armee übergeben wurde.
In der DDR wurde die zerstörte Innenstadt von 1949 bis 1989 teilweise neu aufgebaut, und man ließ den erhaltenen Fachwerkbestand verfallen. Rund 600 Fachwerkhäuser wurden großflächig abgerissen, und zur Wende 1989 gab es nur noch 447 Häuser in kleinen Teilen der Altstadt.

Am 17. Juni 1953 beendeten sowjetische Truppen mit Gewalt den Aufstand, der auf dem Fischmarkt begonnen hatte.
Im Herbst 1989 fanden in der Martinikirche Gebete für den Frieden statt, und tausende Bürger versammelten sich unter dem Motto Schwerter zu Pflugscharen. Eine Forderung war die Beendigung der Abrissarbeiten in der Innenstadt. Nach 1990 wurde die verbliebene Altstadt restauriert, und ab 1995 entstand ein modernes Stadtzentrum im Maßstab des historischen Stadtkerns.
Im Jahr 1843 bekam Halberstadt mit der Bahnstrecke nach Magdeburg Anschluss an das Eisenbahnnetz. Friedrich Heine gründete 1883 die Halberstädter Wurstfabrik. Ab 1912 bauten die Deutschen Bristol-Werke in Halberstadt Flugzeuge; das Werk ging Anfang 1926 in die Insolvenz. In der Aufrüstung der NS-Zeit wurde der Flugzeugbau zur Rüstungsproduktion: 1935 nahm ein Zweigwerk der Junkers-Flugzeugwerke die Arbeit auf, das Tragflächen für die Ju 88 fertigte.

Heute prägen kleine und mittlere Unternehmen die Wirtschaft, und im Bereich der Medizintechnik sind mehrere Firmen vertreten. Das Reichsbahn-Ausbesserungswerk wird seit 2002 als VIS Verkehrs Industrie Systeme weiterbetrieben und baut und repariert Schienenfahrzeuge. Daimler Truck hat 2025 einen internationalen Logistikstandort errichtet, an dem bis zu 600 Arbeitsplätze entstehen sollen. Künftig sollen bis zu 300.000 Ersatzteile in über 170 Länder geliefert werden.
Die Orgel, die David Beck 1596 für St. Martini schuf, wird seit 2012 rekonstruiert; ihr Prospekt ist noch erhalten. Im Juli finden das Halberstadtfest und das Fest Ton am Dom statt, im September der Halberstädter Orgeltag.
Seit dem 5. September 2001 wird in der Burchardikirche das Orgelwerk ASLSP von John Cage aufgeführt. Die geplante Gesamtspieldauer beträgt 639 Jahre. Weil das Stück mit einer Pause beginnt, erklang der erste Ton erst im Februar 2003.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: ROMANIK, FW
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