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Heilbronn hatte am 31.12.2025 132.516 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 57 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Heilbronn
Heilbronn hat seinen Namen von einer Quelle — genau darauf deutet die Bezeichnung hin. Als villa Helibrunna steht der Ort zum ersten Mal in einer Schenkungsurkunde, die auf 741 datiert ist. Der Siebenröhrenbrunnen von 1541 bei der Kilianskirche geht vermutlich auf eben diese Quelle zurück.

Was die Stadt reich machte, war aber nicht das Wasser im Brunnen, sondern das im Fluss. Ab 1333 durfte die Stadt den Neckar dank des Neckarprivilegs zu ihrem Nutzen aufstauen und umleiten; Hafen und wassergetriebene Mühlen brachten den Handel zum Blühen, und wegen ihres Umschlagsmonopols hieß Heilbronn in der Binnenschifffahrt Klein-Venedig.
Die Stadt liegt 157 Meter über dem Meeresspiegel am Neckar, rund 50 Kilometer nördlich von Stuttgart, und ist ein eigener Stadtkreis, der vom Landkreis Heilbronn vollständig umgeben wird. Zum 31. Dezember 2025 zählte sie 132.516 Einwohner. Seit dem 1. Februar 2020 trägt sie die Bezeichnung Universitätsstadt.
Die Lage war schon vorgeschichtlich ein Knoten: Bei Heilbronn trafen sich uralte Fernwege, die dort den Neckar überquerten. Die Römer zogen im 1. Jahrhundert den Neckarlimes und sicherten ihn mit Kastellen; eines davon, das Kastell Heilbronn-Böckingen, war der Knoten von acht Römerstraßen. Die erste größere Siedlung im Bereich der heutigen Kernstadt dürfte auf einen fränkischen Königshof zurückgehen.
Danach zersplitterte der Besitz. Der einstige fränkische Fürstenhof zerfiel in Herrschaftshöfe und diese wiederum in kleinere Anteile; neben Grafen und Klöstern mit ihren Heilbronner Pfleghöfen trat ab etwa 1225 der Deutsche Orden auf, der den Deutschhof als Kommende errichtete. Im selben Jahr wurde die Stadt erstmals als oppidum bezeichnet und als Lehen des Stauferkönigs Heinrich an Württemberg verliehen.
König Rudolf I. von Habsburg gab der Stadt 1281 das Stadtrecht; in dieser Urkunde taucht auch zum ersten Mal ein Rat auf, den das Patriziat stellte. Um 1300 erscheinen die Kilianskirche sowie ein Marktplatz mit Rathaus erstmals namentlich, 1306 entstand mit der Stiftung des Katharinenspitals ein städtisches Gesundheits- und Fürsorgewesen, und 1322 verlieh König Ludwig der Bayer die hohe Gerichtsbarkeit. 1360 konnte die Bürgerschaft das Schultheißenamt vom bisherigen Lehensträger Württemberg kaufen.

Reichsstadt wurde Heilbronn durch eine Verfassung Kaiser Karls IV. am 28. Dezember 1371. Ein enges Verhältnis zum Kaiser und ein Bündnis mit der Kurpfalz, das von 1417 bis 1622 hielt, festigten die Stellung gegenüber Württemberg. 1519 saß Götz von Berlichingen als Gefangener des Schwäbischen Bundes in Heilbronn ein; im Bauernkrieg plünderte Jäcklein Rohrbach um Ostern 1525 mit dem Neckar-Odenwälder Bauernhaufen das Karmeliterkloster vor den Mauern, während sich der Zorn in der Stadt selbst nur gegen den Deutschen Orden richtete.
Die Reformation kam früh und von der Kanzel. Weil der Stadt das Patronatsrecht über die Predigerstelle an der Kilianskirche gehörte, schloss sie sich zeitig an; der Heilbronner Katechismus von 1528, geschrieben vom dortigen Prediger Johann Lachmann, zählt zu den frühesten protestantischen Katechismen, und Hans Riesser, der erste protestantische Bürgermeister, war 1529 bei der Protestation zu Speyer dabei. Im 16. Jahrhundert lebten hier etwa 4000 Menschen. Die Reichsfreiheit endete im September 1802 mit der Mediatisierung: Heilbronn kam an Württemberg und wurde Sitz des Oberamts.
Die Industrialisierung begann hier mit Papier. Die Heilbronner Papiermühlen am Neckar gingen um 1820 mit großen Papiermaschinen zur fabrikartigen Produktion über und entwickelten sich zu großen Betrieben, denen nachgeordnete Verarbeiter folgten. 1832 hatte Heilbronn von allen Städten des Königreichs Württemberg die meisten Fabriken und wurde deshalb das schwäbische Liverpool genannt. Schiffbar gemacht wurde der Neckar ab 1815 wieder, wozu von 1819 bis 1821 der Wilhelmskanal gebaut wurde.
Im Lauf des 19. Jahrhunderts versechsfachte sich die Einwohnerzahl, die Stadt wuchs über ihre jahrhundertealten Grenzen hinaus, Tore und Mauern fielen. Ab 1839 ging man planmäßig an die Vorstädte, nun auch auf der westlichen Neckarseite, wo ab 1848 der Alte Bahnhof stand — zunächst als Endbahnhof der von Stuttgart kommenden Württembergischen Nordbahn. Der Hafenbau folgte in Schüben: 1875 der Floßhafen, 1886 der Salzhafen, 1888 der Karlshafen.
Strom kam am 16. Januar 1892 aus der Ferne in die Stadt: An diesem Tag wurde Heilbronn an das Netz des Lauffener Elektrizitätswerks angeschlossen. Zu den wichtigen Unternehmen jener Zeit gehörten die 1805 gegründete Silberwarenfabrik Peter Bruckmann und Söhne, die Heilbronner Zuckerfabrik, die Brauerei Cluss, die 1838 gegründete Suppenfabrik Knorr und die Maschinenbau-Gesellschaft Heilbronn. Mitbegründet hat den Deutschen Werkbund unter anderen Peter Bruckmann, und er war es auch, der Theodor Heuss 1918 dessen Geschäftsführung verschaffte; Heuss selbst hatte von 1912 bis 1917 die Heilbronner Neckar-Zeitung als Chefredakteur geleitet.
Unter der Stadt liegt der zweite Rohstoff. Die Südwestdeutsche Salzwerke AG sitzt hier und fördert seit 1883 Salz; ein Stollen verbindet ihr Bergwerk mit dem 1994 stillgelegten in Bad Friedrichshall. Weil der Abbau inzwischen weit nach Westen reicht, wurde 2004 beim Ortsteil Biberach der Schacht Konradsberg fertig. Mit der Kanalisierung des Neckars gingen 1935 die Großschifffahrtsstraße nach Mannheim und der Kanalhafen in Betrieb; dieser gehört bis heute zu den zehn größeren Binnenhäfen Deutschlands.
Weinbau gibt es hier ebenfalls, und zwar nicht als Beiwerk. Die Rebfläche der Stadt beträgt 514 Hektar, davon etwa zwei Drittel für rote Sorten; angebaut werden überwiegend Trollinger, Schwarzriesling, Lemberger, Riesling und Kerner. Urkundlich erwähnt ist der Weinbau erstmals 1146. Der junge Theodor Heuss schrieb seine Doktorarbeit 1905 über den Weinbau und den Stand der Weingärtner in Heilbronn.
Die Verfolgung begann Jahre vor der Zerstörung der Stadt. Am 10. November 1938 brannte die Heilbronner Synagoge nach Brandstiftung; im Lauf des Jahres 1939 wurde die traditionsreiche jüdische Gemeinde fast gänzlich ausgelöscht. Im September 1944 baute die SS in Neckargartach ein Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof, in dem zeitweise mehr als 1.000 Häftlinge zusammengezogen und zur Zwangsarbeit gezwungen wurden; 246 der dort Umgekommenen liegen auf dem KZ-Friedhof an der Böllinger Straße.
Der britische Luftangriff vom 4. Dezember 1944 zerstörte die Altstadt völlig; über 6500 Menschen verloren ihr Leben. Als amerikanische Truppen am 12. April 1945 einrückten, hatte die Stadt nur noch 46.350 Einwohner — 1938, nach den Eingemeindungen von Sontheim und Neckargartach, waren es 72.000 gewesen. Von den historischen Gebäuden, die heute in der Innenstadt stehen, kam keines unbeschädigt durch diesen Angriff; wieder aufgebaut wurden sie alle erst nach Kriegsende.
Der Wiederaufbau ging schnell und war eine Entscheidung gegen die Rekonstruktion: Nur wenige bedeutende Einzelbauwerke erhielten ihre historische Gestalt zurück, die meisten Quartiere wurden mit zeitgenössischer Architektur der 1950er Jahre überbaut. Deshalb stammen die meisten Bauwerke der Innenstadt aus dieser Zeit. Erhalten blieben dagegen die östlich und südlich gelegenen Villenviertel, weshalb repräsentative Bürgerhäuser verschiedener Epochen einen Großteil des Denkmalbestands ausmachen.

Im Kalten Krieg wurde die Stadt Raketenstandort. Auf der Heilbronner Waldheide stellten die USA 1977 nuklear bestückte Kurzstreckenraketen vom Typ Pershing IA auf; im Rahmen des NATO-Doppelbeschlusses traten von 1984 bis 1985 Pershing-II-Mittelstreckenraketen an ihre Stelle. Die Bevölkerung erfuhr davon nicht. Erst ab Juli 1984 wurde das Thema auf öffentlichen Druck hin im Gemeinderat und in der Presse behandelt. Ein Raketenunglück auf dem Gelände im Jahr 1985 führte zu Protestkundgebungen und einer Blockade. Nach den INF-Verträgen verschwanden 1987 die Raketen und 1992 die letzten amerikanischen Einheiten; militärische Einrichtungen gibt es in Heilbronn seither nicht mehr.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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Der Umbau der Gegenwart läuft über Bildung. Seit dem ersten Spatenstich des Bildungscampus der Dieter Schwarz Stiftung im Jahr 2010 ist die Hochschullandschaft stark gewachsen; 2022 studierten auf dem etwa 65.000 Quadratmeter großen Campus mit fünf Hochschuleinrichtungen rund 6.500 Menschen. Im Wintersemester 2020/21 waren es stadtweit 9.054 Studierende, knapp 60 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. 2021 entschied das Land, den mit bis zu 50 Millionen Euro geförderten Innovationspark Künstliche Intelligenz nach Heilbronn zu vergeben; der Spatenstich erfolgte im Oktober 2025. Aus der Stadt von Salz und Hafen ist damit auch eine Stadt der Hochschulen geworden.







