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Hitzacker (Elbe) hatte am 31.12.2025 4.566 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 41 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Hitzacker (Elbe)
Der alte Kern dieser Stadt liegt auf einer Insel. Die Jeetzel mündet hier in die Elbe, und zwischen den Wasserläufen blieb gerade genug Land für ein paar Straßenzüge Fachwerk. Über ihnen erhebt sich der Weinberg, an dessen Hang über Jahrhunderte Reben standen und auf dessen Kuppe im 8. Jahrhundert Slawen eine Ringwallburg errichteten.
Wer hier lebt, lebt mit dem Fluss und wegen des Flusses. Das gilt für die Burg, für den Handel, für den Zoll und für die Schäden: Die Hochwasser von 2002 und 2006 haben den Ort so schwer getroffen, dass daraus eine Schutzanlage für mehr als 30 Millionen Euro wurde. Dazwischen liegen ein Bibliothekenschatz, der nach Wolfenbüttel abwanderte, und vierzig Jahre Leben an einer Staatsgrenze. Ende 2025 zählte die Stadt 4566 Einwohner.

Gesiedelt wurde hier lange vor jeder Urkunde. Um 3000 vor Christus lebten Menschen am Hitzackersee, und seit etwa der Eisenzeit ist das Gebiet an der Jeetzelmündung durchgehend bewohnt. Aus dieser Tiefenzeit stammen die Großsteingräber bei Wietzetze und die Fürstengräber von Marwedel, die beide heute unter Denkmalschutz stehen. Im 8. Jahrhundert bauten Slawen auf dem Weinberg die Weinbergsburg als Ringwall. Von ihnen stammt auch der alte Name: Das Polabische der Wenden, im 18. Jahrhundert ausgestorben, nannte den Ort Ljauci, und die Namen der Ortsteile ringsum — Wietzetze, Wussegel, Pussade, Tiesmesland — tragen dieselbe Herkunft.
Der Ort war schon vor seiner Stadtwerdung ein Handelsplatz; die Johanniskirche am östlichen Rand des alten Kerns entstand im 12. Jahrhundert. Die eigentliche Stadtgründung fällt auf 1258, und damit verlor die inzwischen zur Burg ausgebaute Anlage auf dem Berg ihren Zweck. Im Südosten wurde stattdessen ein Schloss angelegt. 1296 ließ ein brandenburgischer Markgraf die alte Burg zerstören, weil von dort aus der Raubritter Hermann Ribe Kaufmannszüge überfiel.
Die frühe Neuzeit begann mit Feuer: 1548 brannte der Ort bis auf die Kirche und ein Haus nieder. Dann kam eine Episode, die Hitzacker mit der Bibliotheksgeschichte verbindet. Von 1605 bis 1635 hielt August der Jüngere hier eine kleine Hofhaltung und trug dabei eine Büchersammlung zusammen, die in einem eigenen Gebäude untergebracht war. Mit über 13.000 Bänden bildete sie einen wesentlichen Grundstock der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, wohin sie später gebracht wurde.
Noch vor dem Dreißigjährigen Krieg erreichte die Hexenverfolgung auch Hitzacker. 1610 wurden in Hitzacker und der Umgebung etliche Menschen Opfer dieser Verfolgung und beschuldigten unter Folter weitere.
Der Dreißigjährige Krieg erreichte die Stadt 1642, als schwedische Soldaten Schloss und Stadt plünderten. Das Schloss verfiel danach; die Stadt kaufte die Fläche, trug die Ruine ab und baute neu. 1668 brannten am 27. Dezember noch einmal Kirche, Pfarre und acht Bürgerhäuser.
Die Stadtinsel mit ihren Fachwerkhäusern steht unter Denkmalschutz, und mit ihr das Zollhaus von 1589, das heute ein Museum beherbergt. Zwei weitere Museen kommen hinzu, darunter das Archäologische Zentrum mit einem Freilichtmuseum zur Bronzezeit — die Funde vom Hitzackersee und aus Marwedel haben hier ihren Ort gefunden. Mit seinen drei Museen gehört Hitzacker zum Museumsverbund Lüchow-Dannenberg.

Die Johanniskirche aus dem 12. Jahrhundert steht am östlichen Rand des alten Kerns und gehört zum Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg. Die 1963 gebaute katholische Kirche wurde 2006 profaniert und dient seit 2011 als Kunsthalle. Vom Schloss blieb der Nachfolgebau, dazu ein jüdischer Friedhof am Rand des Ortes.

Wie verwundbar die Stadtinsel ist, zeigten die Elbhochwasser von 2002 und 2006, von denen Hitzacker besonders stark betroffen war. Der auffälligste Bau der jüngeren Zeit ist deshalb kein Haus. Zwischen 2006 und 2008 entstanden Schöpfwerk, Siel und Hochwasserschutzwand für mehr als 30 Millionen Euro. Sie sind die Antwort auf zwei Fluten binnen vier Jahren, und sie verändern das Bild des Ortes zum Wasser hin stärker als jeder Neubau.
Über der Stadt erzählt der Weinberg eine eigene Geschichte. Der Hang erhebt sich rund 40 Meter über das Elbtal und erreicht knapp 53 Meter über Normalhöhennull; dort standen über Jahrhunderte Rebstöcke. Erstmals erwähnt wurde der Weinbau 1521. Nachdem 1713 ein Hagelschlag die Stöcke vernichtet hatte, ruhte er — seit 1980 wird wieder angebaut und als Hidesacker Weinbergströpfchen gekeltert, jährlich gefeiert mit einer Weinkönigin.
Vor der Teilung kam der Krieg. Im Nationalsozialismus entstand vor der Stadt im Dötzinger Forst ein geheimes Großtanklager für Kraft- und Schmierstoffe, betrieben von der Wirtschaftlichen Forschungsgesellschaft. Es wurde gegen Kriegsende bei Bombenangriffen stark beschädigt und bis 1948 demontiert; die unterirdische Anlage selbst ist erhalten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Fluss vor der Haustür zur Staatsgrenze. Die Elbe trennte hier die beiden deutschen Staaten, und in Hitzacker saßen ein Zollkommissariat und eine Zollschiffsstation, deren Personal die Grenze auf dem Wasser patrouillierte. Der Ort lag damit am Ende eines Landes, nicht mehr an einem Handelsweg — eine Randlage, die das Wendland bis in die Verkehrsanbindung hinein prägt: Die Wendlandbahn führt nach Dannenberg und Lüneburg, eine Personenfähre setzt über die Elbe nach Bitter.
Getragen hat den Ort in dieser Lage vor allem der Tourismus, und der ist älter als die Grenze. Erholungssuchende reisten an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert aus dem Raum Hamburg und aus der Gegend um Hannover an, zum Kurhotel oben auf dem Weinberg; dort speiste eine eigene Quelle Trinkbrunnen und Badeanwendungen, und eine Schifffahrtslinie verband Hamburg über Lauenburg mit Dömitz. Wie weit das zurückreicht, zeigte 1983 eine Tagung unter dem Titel 100 Jahre Fremdenverkehr in Hitzacker. Seit den 1990er Jahren ist Hitzacker anerkannter Luftkurort, mit einem Kurgebiet samt Kneippbecken und Barfuß-Pfad. Dazu kommen zwei Musikreihen, die Sommerlichen Musiktage und die Musikwoche, und eine Schützengilde, die sich auf das Jahr 1395 zurückführt.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
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