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Höxter hatte am 31.12.2025 27.908 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 46 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Höxter
Alles an dieser Stadt beginnt mit einer Furt. Wo die Weser sich durch das Bergland schiebt, gab es eine Stelle, an der man sie durchqueren konnte — und wer sie hielt, hielt den Weg zwischen Bremen und Kassel. 775 nahmen fränkische Truppen unter Karl dem Großen beide Ufer dieser Furt ein; die Sachsen verteidigten sie, und viele von ihnen starben dabei.
Höxter zählte Ende 2025 27.908 Einwohner. Was den Ort über die Region hinaus bekannt macht, steht zwei Kilometer flussaufwärts: eine Abtei, die älter ist als die Stadt und die ihre Gründung überhaupt erst veranlasst hat. Höxter ist deshalb ein seltener Fall: eine Stadt, die als Zubehör eines Klosters anfing und sich erst über Jahrhunderte von ihm löste.
Im Jahr 822 wurde mit Zustimmung Ludwigs des Frommen, eines Sohns Karls des Großen, an der Weser eine Benediktinerabtei gegründet: Corvey. Ihr Mutterkloster war die Abtei Corbie an der Somme, mit der Höxter heute eine Städtepartnerschaft verbindet; von dort kam 823 Ansgar, der spätere Bischof von Hamburg-Bremen, als Lehrer und Prediger nach Corvey. Im selben Jahr sprach derselbe Kaiser dem neuen Kloster die Siedlung Huxori samt ihren Ländereien zu. Die Stadt gehörte also von Anfang an dem Kloster — eine Konstellation, die ihre gesamte weitere Geschichte bestimmt.
Was von der karolingischen Anlage geblieben ist, ist ihr Eingang. Das Westwerk ist fast vollständig erhalten, und genau dafür wurde Corvey im Juni 2014 unter dem Titel Das karolingische Westwerk und die Civitas Corvey zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt. Die Abteikirche St. Stephanus und Vitus steht bis heute am linken Weserufer.
Das Kloster war nicht der alleinige geistliche Betrieb im Ort. In Höxter selbst gab es ein Dominikaner- und ein Minoritenkloster, im Ortsteil Brenkhausen ein weiteres Kloster, dazu Kirchen, die noch die Namen der mittelalterlichen Pfarreien tragen: St. Kiliani, St. Nikolai und die Marienkirche. Eine dieser Kirchen fehlt: 1810 ließ Jérôme Bonaparte die Petrikirche abreißen.
Zwischen Kloster und Bürgerschaft ging es selten friedlich zu. 1533 setzte der Magistrat an den drei Hauptkirchen die Reformation durch, und die Äbte von Corvey bekamen die Stadt auch in den Jahren von 1624 bis 1631 nicht zurück. Erst 1674 teilte Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen die Kirchen förmlich auf: Kilianikirche und Petrikirche an die Protestanten, Nikolaikirche und Minoritenkirche an die Katholiken. Im Jahr 1810 wurde die Abtei säkularisiert.
Höxter war Stadt, bevor jemand es aufschrieb. Das Befestigungsrecht hatte der Ort bereits um die Mitte des 12. Jahrhunderts von König Konrad III. erhalten; als es üblich wurde, Stadtgründungen juristisch festzuhalten, hatte Höxter Marktrecht, Befestigungsrecht und Selbstverwaltung längst. Die Stadtrechte wurden 1250 verliehen — nachträglich sozusagen.
Zwei Kilometer weiter wuchs in derselben Zeit eine Konkurrenz heran. Um das Kloster hatte sich eine Laiensiedlung entwickelt, die bis 1265 zur Stadt Corvey geworden und ungefähr so groß wie Höxter war. Die Höxteraner beendeten das mit Hilfe des Paderborner Bischofs: Sie zerstörten die Stadt Corvey 1265, und sie wurde nicht wieder aufgebaut. An sie soll, beginnend mit der Landesgartenschau 2023, ein Geschichtspark im Weserbogen erinnern.

Nach dem Sieg über die Nachbarin ging es der Stadt gut. Ab 1295 gehörte Höxter dem Bund der Hanse an; in der Literatur galt es als Bierstadt, und von 1739 bis 1821 gab es ein städtisches Brauhaus. Aus dieser Zeit stammen das Rathaus, Adelshöfe wie der Heisterman von Ziehlberg und Türme wie der Rodeneckturm. Wer heute über den Markt geht, sieht eine Stadt, die sich einmal etwas leisten konnte.
Der Dreißigjährige Krieg beendete den Wohlstand mit einem Massaker. Beim Blutbad von Höxter brachten Truppen der Katholischen Liga unter General Geleen 1634 nach langer Belagerung 1100 Einwohner um; danach verarmte die Stadt zusehends. 1640 kamen kaiserliche Truppen, 1646 die Schweden. 1673 sorgten mit dem Bischof von Münster verbündete Franzosen dafür, dass die Weserbrücke bis zur Wasserlinie abgetragen wurde — bis 1833 kam man nur noch mit der Fähre über den Fluss. Politisch wechselte der Ort danach mehrfach die Zugehörigkeit: von 1792 bis 1803 Hauptstadt des Fürstbistums Corvey, dann Haus Nassau-Oranien, von 1807 bis 1813 Königreich Westphalen, 1813 Preußen. Seit 1816 ist Höxter Kreisstadt.
Zur Stadtgeschichte gehört auch die ihrer jüdischen Bürger. Wilhelm Raabe machte ein Pogrom an den Juden der Stadt im Jahr 1673 zum Stoff seiner Erzählung Höxter und Corvey. Nach 1933 wurden jüdische Bürger systematisch diskriminiert und verfolgt; der Künstler Jacob Pins floh 1933 nach Palästina und stiftete seiner Geburtsstadt später seinen Nachlass. Das Forum Jacob Pins im Adelshof Heisterman von Ziehlberg erinnert mit einer Dauerausstellung an die ehemaligen jüdischen Bürger, und im Stadtgebiet liegen fünf jüdische Friedhöfe.
Den wirtschaftlichen Anschluss brachte 1865 die Eisenbahn. Die Strecke Altenbeken–Holzminden–Kreiensen mit ihrer Weserbrücke verband Berlin und das Ruhrgebiet, und Höxter lag daran. Die Teilung Deutschlands nach 1945 drehte diese Logik um: Die Verkehrsströme verlagerten sich nach Norden und Süden, und die einst zweigleisige Hauptstrecke verlor über Jahrzehnte an Bedeutung. Aus einer Durchgangsstadt wurde eine Randlage, und das ist bis heute die Grundbedingung von allem, was hier wirtschaftlich passiert.

Heute trägt die Stadt zwei Einrichtungen, die für ihre Größe ungewöhnlich sind: die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe mit einem Standort hier und das ABC-Abwehrregiment 7. Beides bringt Menschen in eine Region, die sonst wenig Zuzug hat — und beides hängt an Entscheidungen, die anderswo getroffen werden — in einem Landesministerium und im Verteidigungsressort, nicht im Rathaus am Markt.
So verbindet Höxter bis heute drei Dinge, die zusammengehören: die Weserfurt, an der alles begann, die Abtei Corvey, die aus ihr eine Stadt machte und heute Welterbe ist, und die Hochschule, die als jüngste Schicht Menschen an den Fluss holt.







Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: WH
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