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Kaufungen hatte am 31.12.2025 12.762 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 53 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Kaufungen
Kaufungen ist eine Gemeinde im nordhessischen Landkreis Kassel und trägt die Zusatzbezeichnung Kunigundengemeinde. Sie liegt östlich von Kassel im Tal der Losse, umgeben vom Kaufunger Wald und der Söhre, und zählte Ende 2025 12.762 Einwohner.
Der Ort besteht aus Oberkaufungen und Niederkaufungen, die 1970 zusammengeschlossen wurden; die Stiftskirche in Oberkaufungen erinnert an das Kloster, und in Niederkaufungen leben heute Menschen in einer politischen Kommune.
Urkundlich genannt wird „Coufunga“ 1011 als Ausstellungsort einer Urkunde von König Heinrich dem Zweiten. Heinrich hatte 1008 den Königshof Kassel seiner Frau Kunigunde als Wittum geschenkt, und sie verlegte den Königshof zwischen 1008 und 1011 nach Kaufungen.
1017 wurde der Königshof in ein Benediktinerinnenkloster umgewandelt; zwei Jahre später erhielt es die Dörfer Nieder- und Oberkaufungen geschenkt. Am 13. Juli 1025 weihte man die Kirche zum Heiligen Kreuz, die heutige Stiftskirche in Oberkaufungen, ein Jahr nach dem Tod des Kaisers Heinrich; am selben Tag trat Kunigunde als Nonne in das 1017 gestiftete Kloster ein.
1527 wurde das Kloster aufgelöst und 1532 mit dem Kanonissenstift Wetter zum „Stift Kaufungen und Wetter“ vereinigt.
Neben dem Kloster lebte der Ort früh von Gewerbe und Technik. Um 1430 waren Glashütten im Kaufunger Wald entstanden; 1555 erhielten 12 Gewerken das Recht, Alaun abzubauen, ein Mineral für Gerberei, Färberei, Papierherstellung und Medizin, und das kleine Werk wurde 1714 wieder eingestellt. Im Jahr 1580 rückte Kaufungen zum Mittelpunkt der hessischen Kupferverarbeitung auf, mit Handel bis nach Skandinavien und Belgien. Im Jahr 1839 erhielt der Ortsteil Papierfabrik seinen Namen mit der Anlage einer Papierfabrik in Niederkaufungen, und 1879/80 wurde die Bahn Kassel–Waldkappel angeschlossen.
Im Gemeindegebiet liegen kleinere Vorkommen von Braunkohle und Alaun; die Braunkohle wurde im Tagebau wie unter Tage gefördert. 1970 wurde das ehemalige Braunkohlentagebaugebiet zum Freizeit- und Erholungspark Steinertsee umgewandelt.
Das Bergwerksmuseum Rossgang, 1977 eröffnet, zeigt eine alte Schachtanlage des früheren Braunkohlebergwerks Freudenthal mit Pferdegöpel; 1986 folgte das Regionalmuseum Alte Schule.
Am 1. Dezember 1970 schlossen sich Oberkaufungen und Niederkaufungen im Zuge der Gebietsreform freiwillig zur Großgemeinde Kaufungen zusammen.
Heute ist die Gemeinde eng an Kassel angebunden. Nachdem der Personenverkehr auf der Bahnstrecke nach Waldkappel 1985 eingestellt worden war, wird sie wieder genutzt, seit die Gemeinde 1998 an das Straßenbahnnetz der Stadt Kassel angeschlossen wurde.
Zur Gemeinde gehört außerdem eine Einrichtung mit langer Geschichte: Die Lungenheilstätte wurde 1900 vom Vaterländischen Frauenverein vom Roten Kreuz eröffnet und ist heute eine Fachklinik für Geriatrie mit Altenheim im Kaufunger Wald.
Seit 1986 besteht in Niederkaufungen eine politische Kommune. Rund 10.000 Quadratmeter misst das Gelände um einen früheren Bauernhof, auf dem etwa 80 Menschen leben und arbeiten. Grundsatz ist die Gemeinsame Ökonomie: Vermögen und Einkünfte der Bewohner, sogar Gehälter und Erbsummen, gehen in einen gemeinsamen Topf.



Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
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