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Kirchseeon hatte am 31.12.2025 10.356 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 65 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Kirchseeon
Am Südrand des Ebersberger Forstes, in eiszeitlicher Moränenlandschaft des Alpenvorlands, liegt Kirchseeon rund 26 km östlich der Landeshauptstadt München und 7 km von der Kreisstadt Ebersberg entfernt. Der Ort sitzt auf 564 m und umfasst 17,92 Quadratkilometer.
Die Gemeinde in ihrer heutigen Form entstand 1939: Eglharting erhielt nach der Eingemeindung von Gebietsteilen aus Ebersberg und Moosach den Namen Kirchseeon. Seit 1959 trägt Kirchseeon den Titel Markt. Am 31. Dezember 2025 zählte der Markt 10.356 Einwohner.
Wo heute die Bundesstraße 304 verläuft, zog einst die Salzstraße von Salzburg über Bad Reichenhall und Wasserburg nach München. Der Ortsteil Buch wurde schon 809 erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahr 842 taucht erstmals ein Ort namens Sevun in Urkunden auf.
Das heutige Zentrum wuchs aus dem Eisenbahnbau: Für die Strecke München–Rosenheim entstand 1868 im Wald zwischen den Dörfern Kirchseeon und Eglharting eine Fabrik für Schwellen. 1871 wurde die Strecke eröffnet, seit 1892 verkehrten die Züge auf zwei Gleisen. Das Schwellenwerk südlich des Bahnhofs war von 1869 bis 1958 in Betrieb.

Nach 1889 fiel ein Großteil der umliegenden Wälder dem Nonnenschmetterling zum Opfer; das Schwellenwerk wurde erweitert, und es entstanden mehrere Privatsägen. Die Einwohnerzahl des Ortsteils Kirchseeon wuchs von 139 im Jahr 1880 auf 600 im Jahr 1896.

In der Gemeinde Eglharting, zu der Kirchseeon gehörte, wehrte man sich gegen den Zuzug der Arbeiter. In einer Abstimmung forderten 37 der 40 stimmberechtigten Bürger die Abspaltung Kirchseeons. Stattdessen benannte man am 28. März 1939 die ganze Gemeinde von Eglharting in Kirchseeon um.
Die Koloniestraße trägt zwei Schichten der Ortsgeschichte. Der Name der Koloniestraße erinnert an Holzfäller-Familien, die um 1800 aus dem Bayerischen Wald nach Kirchseeon umgesiedelt wurden; man nannte sie „Kolonisten“. Ein Jahrhundert später kamen die Eisenbahner. Die Eisenbahnersiedlung an der Koloniestraße besteht aus sieben einzeln stehenden Mehrfamilienhäusern, die zwischen 1905 und 1906 errichtet wurden. Die Bewohner erhielten jeweils einen Anteil Garten zur Selbstversorgung. Seit 2013 steht die Siedlung unter Denkmalschutz.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verschmolzen Eglharting, Kirchseeon und Kirchseeon-Dorf entlang der B 304 zu einem langgestreckten Markt; der Ortskern liegt in Kirchseeon-Bahnhof, ein Unterkern in Eglharting. Ein neues Rathaus wurde 1974 fertiggestellt. Entlang der Bundesstraße und der viergleisigen Bahnlinie ist der Verkehrslärm spürbar, die Randgebiete dagegen sind wegen der Wälder im Norden und Süden ruhig.
Der Kirchseeoner Perchtenlauf steht seit 2022 im bayerischen Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes; 2024 folgte die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis. Das Maskeum ist das Museum zum Perchtenlauf.

Kirchseeon liegt direkt am Wildpark Ebersberg. Der Automobilzulieferer Hörmann Industries hat hier seinen Hauptsitz. Mit der Zentrale des Berufsförderungswerks München beherbergt der Ort auch eine Bildungseinrichtung mit Internat. Seit dem vierspurigen Ausbau der Bahn besteht ein 20-Minuten-Takt nach München.



Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: IKE
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