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Koblenz hatte am 31.12.2025 113.020 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 55 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Koblenz
Koblenz liegt am Deutschen Eck, der Mündungsspitze, die Mosel und Rhein miteinander bilden; im Süden begrenzen Ausläufer des Hunsrücks die Stadt, im Westen das leicht hügelige Maifeld, und östlich des Rheins greifen die Stadtteile in den Westerwald hinein, teils mit starkem Gefälle bis dicht an das Wasser. Die amtliche Ortshöhe beträgt 73 m. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 113.020 Einwohner auf 105,25 Quadratkilometern.
Confluentes hieß das römische Kastell — lateinisch für die Zusammenfließenden, und der Name meint genau die Stelle, an der die Mosel am sogenannten Deutschen Eck in den Rhein mündet. Besiedelt ist das Gebiet schon seit der Steinzeit, doch die erste befestigte städtische Siedlung legten die Römer an: im heutigen Altstadtkern das Kastell Confluentes, das die Römische Rheintalstraße von Mainz über Köln nach Xanten deckte, in Niederberg das Kastell Niederberg als Sicherung des Limes, dazu die ersten Brücken über Rhein und Mosel. Als sich die römischen Truppen im 5. Jahrhundert zurückzogen, nahmen die Franken den Ort ein und richteten hier einen Königshof ein. 836 geweiht, wurde die Kastorkirche 842 zum Ort der Verhandlungen zwischen den drei Enkeln Karls des Großen — sie mündeten 843 in den Vertrag von Verdun und die Teilung des Fränkischen Reichs.
Dem Erzstift und Kurfürstentum Trier gehörte die Stadt seit 1018; vom 17. Jahrhundert an war sie dessen Residenz. Um 1020 entstand auf dem Ehrenbreitstein eine Burg, aus der die spätere Festung Ehrenbreitstein hervorging; in unsicheren Zeiten lagerten dort die wertvollsten Heiligtümer und Unterlagen des Kurstaates. Die Florins- und die Liebfrauenkirche gehen auf die Trierer Erzbischöfe des 12. Jahrhunderts zurück; ein Jahrhundert später kamen die Burg Stolzenfels als kurtrierische Zollburg am Rhein und die Alte Burg am Moselufer hinzu, letztere als Amtmannssitz und als Zwingburg gegen die Bürger, die nach mehr Unabhängigkeit strebten. Mit der Balduinbrücke schuf Erzbischof Balduin von Luxemburg den ersten festen Moselübergang seit den Römern; während des Dreißigjährigen Kriegs zog Kurfürst Philipp Christoph von Sötern von Trier fort und nahm seinen Amtssitz im neu erbauten Schloss Philippsburg, das am Fuß des inzwischen zur Festung ausgebauten Ehrenbreitsteins stand.

1786 bezog Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Sachsen das Kurfürstliche Schloss und lenkte von Koblenz aus den Kurstaat, bis die französische Revolutionsarmee 1794 Land und Stadt einnahm und damit dessen Ende besiegelte. Gegenrevolutionäre Kräfte um die Brüder des französischen Königs hatten sich von 1789 bis 1794 in die Stadt und anschließend bis 1799 auf die Festung Ehrenbreitstein zurückgezogen; dank ihres Onkels Wenzeslaus verwalteten sie das Klein-Paris genannte Koblenz recht selbstständig, bis Severin Marceau es eroberte. Über ihr Ende hinaus wirkte die französische Zeit nach: aus ihr stammt das Wort Schängel, das bis heute jeden meint, der in Koblenz geboren ist. Der Frieden von Lunéville schlug die Stadt 1801 auch formal Frankreich zu und machte sie zur Hauptstadt des Département de Rhin-et-Moselle; zu Ende ging diese Epoche 1814, als russische Truppen einrückten.
Auf dem Wiener Kongress 1814/15 fielen die rheinischen Besitztümer des Trierer Kurstaates an Preußen, Koblenz eingeschlossen. Erst Sitz des Oberpräsidiums der Provinz Großherzogtum Niederrhein, dann Hauptstadt der preußischen Rheinprovinz, baute man sie als Festung Koblenz zu einem der umfangreichsten Festungssysteme Europas aus. 1858 rollte der erste Zug über die Moseleisenbahnbrücke in die Stadt; mit dem wachsenden Netz kamen die Pfaffendorfer Brücke, die Gülser und die Horchheimer Eisenbahnbrücke hinzu, und weil hier die Moselstrecke wie die Lahntalbahn begannen beziehungsweise endeten, lag Koblenz ab 1882 an der Kanonenbahn des Deutschen Kaiserreiches von Berlin nach Metz. 1932 begann man, die Pfaffendorfer Brücke zur Straßenbrücke umzubauen; eine Moselquerung ging 1934 als Adolf-Hitler-Brücke in Betrieb, wurde am 7. März 1945 von deutschen Truppen gesprengt, und 1954 folgte die Europabrücke. 1975 wurde die Südbrücke eröffnet; beim Bau dieser Rheinbrücke starben bei zwei Unfällen 19 Arbeiter.
Nach dem Ersten Weltkrieg hielten amerikanische Truppen die Stadt besetzt, bis zum 23. Januar 1923, danach französische. Eine Sonderstaatsanwaltschaft, die allein Sittlichkeitsvergehen katholischer Geistlicher verfolgen sollte, richtete das Reichsjustizministerium unter dem Nationalsozialismus am Landgericht Koblenz ein; die Koblenzer Prozesse zwischen 1935 und 1937 sollten der NS-Propaganda dazu dienen, die katholische Kirche und den im Rheinland starken politischen Katholizismus zu beschädigen. Luftangriffe zerstörten die Stadt im Zweiten Weltkrieg zu 87 %; Lancaster-Bomber der britischen Royal Air Force legten 1944 das Zentrum in Schutt und Asche, und am 18. und 19. März 1945 rückte die 87. US-Infanteriedivision der US Army ein. Vom historischen Stadtbild ging ein Teil verloren. Wie tief der Einschnitt reichte, zeigt die Bevölkerungszahl: Von 91.000 im Jahr 1939 war sie bis April 1945 auf 19.076 Kartenempfänger gefallen. Dass eine Stadt über zwei Jahrtausende hinweg an derselben Flussgabelung liegt, hat Folgekosten bis in die Gegenwart: am 4. Dezember 2011 mussten eine britische Luftmine und weitere Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft werden — dafür verließen etwa 45.000 Einwohner ihre Wohnungen.
Einiges von den preußischen Festungsanlagen des 19. Jahrhunderts steht noch; damals bauten die Preußen die Stadt zu einem der umfangreichsten Festungssysteme Europas aus. Über dem Rheintal thront bis heute die Festung Ehrenbreitstein, Nachfolgerin der kurfürstlichen Befestigung; von den übrigen Bauten der Festung Koblenz stehen Teile — auf der Karthause das Fort Großfürst Konstantin, in Lützel die Feste Kaiser Franz, auf dem Asterstein das Fort Asterstein. Die fortschreitende Kriegstechnik entwertete die Festungen ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts; ab 1890 wurde die Stadtbefestigung vollständig abgerissen.
Von 1777 bis 1793 entstand am Rhein das Kurfürstliche Schloss, die letzte Residenz der Trierer Kurfürsten; seit 1960 gehört es dem Bund. Als kurfürstliche Wasserburg des 13. Jahrhunderts und als Zwingburg gegen die nach Unabhängigkeit strebende Bürgerschaft errichtet, beherbergt die Alte Burg heute das Stadtarchiv. Die Zollburg des 13. Jahrhunderts am Rhein, Stolzenfels, zerstörten die Franzosen 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg; der preußische König Friedrich Wilhelm IV. ließ sie im 19. Jahrhundert als Schloss wiedererstehen, und seither gilt sie als Beispiel der Rheinromantik. Schloss Philippsburg dagegen nahm so schweren Schaden, als französische Revolutionstruppen 1801 die Festung Ehrenbreitstein sprengten, dass man es abbrechen musste. Ab 1856 ließ die deutsche Kaiserin Augusta die Rheinanlagen als Park gestalten. Vor dem Rathaus erinnert seit 1940 der Schängelbrunnen an den Koblenzer Schängel, einen Lausbuben.

Dort, wo einst das Löhrtor stand, wurde 1903 die Herz-Jesu-Kirche geweiht; ein Jahr zuvor war in der neuen Südlichen Vorstadt der Hauptbahnhof fertig geworden.
Kaiser Wilhelm der Erste hatte vor seiner Thronbesteigung mit seiner Gattin Augusta lange in der Stadt gelebt; ihm zu Ehren wurde 1897 an der Moselmündung das Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Deutschen Eck eingeweiht, im Beisein Kaiser Wilhelms des Zweiten. Artilleriebeschuss zerstörte die Statue 1945. Bundespräsident Theodor Heuss widmete 1953 den Bereich um das Deutsche Eck dem Gedenken an die deutsche Wiedervereinigung; wo die Statue gestanden hatte, wehte fortan die neue deutsche Flagge, bis 1993 nach kontroversen Debatten eine Nachbildung der ursprünglichen Skulpturengruppe auf den Sockel zurückkehrte.
Nach dem Krieg lag die Stadt in der Französischen Besatzungszone und damit im neu gegründeten Rheinland-Pfalz, dessen vorläufiger Regierungssitz sie in den Anfangsjahren war. Eine der grundsätzlichen Weichenstellungen fiel 1948 auf der Rittersturz-Konferenz: die drei westlichen Besatzungszonen sollten sich zur Bundesrepublik Deutschland zusammenschließen und sich damit einstweilen von der Sowjetzone trennen. Als ab Mitte der 1950er Jahre die Bundeswehr aufgestellt wurde, geriet Koblenz zu einer großen Garnison; die letzten französischen Truppenteile zogen 1969 ab. Mit 100.000 Einwohnern war Koblenz 1962 Großstadt.

Zum UNESCO-Welterbe zählen Teile der Stadt: mit ihren Kulturdenkmälern bildet sie seit 2002 das nördliche Tor zur Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal, und seit 2005 steht das Kastell Niederberg als Abschnitt des Obergermanisch-Rätischen Limes auf der Liste. Über 65 km zieht sich dieser Rheinabschnitt am Ufer hin, von Bingen und Rüdesheim bis zum historischen Zentrum von Koblenz, mit dem ehemaligen Kastell, dem Deutschen Eck, dem Schloss der fürstlichen Herrscher, Schloss Stolzenfels und den alten Festungsanlagen aus preußischer Zeit. 2011 richtete die Stadt die erste Bundesgartenschau in Rheinland-Pfalz aus, und 1992 hatte sie den 2000. Jahrestag ihrer Gründung gefeiert. Zum Veranstaltungsgelände zählten damals das Kurfürstliche Schloss samt Schlosspark, die Festung Ehrenbreitstein sowie der Bereich um das Deutsche Eck mit dem Paradiesgarten im Blumenhof und dem Park am Deutschen Eck. Vor der Festung entstand dafür der Festungspark, ein Landschaftspark mit hölzerner Aussichtsplattform. Seit dem 2. Juli 2010 führt eine 890 Meter lange Dreiseilumlaufbahn von den Rheinanlagen an der Kastorkirche hinauf zum Plateau vor der Festung Ehrenbreitstein. Mehr als 3,5 Millionen Menschen besuchten die Gartenschau.






Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: WH, DZT
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Eines der drei rheinland-pfälzischen Landesorchester hat hier seinen Sitz, das Staatsorchester Rheinische Philharmonie, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1654 zurückreichen; acht große Sinfoniekonzerte im Jahr spielt es in der Rhein-Mosel-Halle, und seit 1945 bestreitet es alle Opernproduktionen des Theaters Koblenz.





