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Köthen (Anhalt) hatte am 31.12.2025 23.831 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 43 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Köthen (Anhalt)
Köthen liegt südlich von Magdeburg, nördlich von Halle, westlich von Dessau-Roßlau und östlich von Bernburg im Zentrum der fruchtbaren Köthener Ebene. Die Stadt umfasst 78,44 Quadratkilometer. Am 31. Dezember 2025 zählte sie 23.831 Einwohner. Mitten im Schwarzerdegebiet der Magdeburger Börde bietet die Umgebung sehr gute landwirtschaftliche Böden, und der Regenschatten des Harzes hält die Niederschläge gering.
Drei Namen prägen das Bild der Stadt: Samuel Hahnemann, Johann Sebastian Bach und die Fruchtbringende Gesellschaft. Der Weltärzteverband der Homöopathie hat in Köthen seinen Sitz, weshalb die Stadt gelegentlich als Welthauptstadt der Homöopathie bezeichnet wird. Bach schrieb in Köthen unter anderem Teile des Wohltemperierten Klaviers und der Brandenburgischen Konzerte.

Die erste Erwähnung Köthens stammt aus Chroniken zum Jahr 1115, nach denen der Askanier Otto von Ballenstedt plündernde Slawen bei dem Ort bekämpfte. Um 1150 gab es hier ein Archidiakonat, und 1160 wurde eine fürstliche Münzstätte errichtet, in der man zwischen 1170 und 1180 Brakteaten und Denare prägte. Mit Graf Albrecht begann 1295 die Askanier-Herrschaft in Köthen; er residierte auf der alten Burg. 1313 wurde Köthen erstmals als civitas bezeichnet, also als ummauerte Stadt mit eigenen Rechten.
Von 1400 an entstand die neue Kirche St. Jakob auf den Grundmauern der früheren Kirche. 1445 stellte Kaiser Friedrich die ganze Stadt unter Reichsacht, die 20 Jahre währte. Pestepidemien suchten die Stadt 1450, 1598, 1636 und von 1681 bis 1683 heim. Der Hallesche Turm stammt von 1462, der jetzige Magdeburger Turm von 1562.

Im Jahr 1525 führte Fürst Wolfgang in Anhalt-Köthen die lutherische Lehre als Landesreligion ein. Die alte Askanierburg brannte 1547 ab. Als 1603 die anhaltische Erbteilung Anhalt-Köthen dem jungen Fürsten Ludwig zusprach, plante dieser statt der Wasserburg einen Hof nach italienischem Vorbild. Schon 1604 war der heutige Ludwigsbau vollendet. Im Jahr 1617 gründete Ludwig die Fruchtbringende Gesellschaft zur Pflege der deutschen Sprache. Im folgenden Jahr holte er den Pädagogen Wolfgang Ratke in die Stadt, um das Schulwesen zu reformieren, und gründete eine Druckerei für die neuen Schulbücher.

Am 7. Mai 1699 wurde die von Fürstin Gisela Agnes gestiftete Kirche St. Agnus als erste lutherische Kirche der Stadt eingeweiht. 1714 wurde die Hofkapelle unter Augustin Reinhard Stricker gegründet, und zwar formell durch Gisela Agnes, aber auf Kosten ihres musikbegeisterten Sohnes Fürst Leopold. Leopold trat sein Amt 1716 offiziell an und engagierte im folgenden Jahr Johann Sebastian Bach als Nachfolger Strickers. Bach schrieb hier viele weltliche Werke, darunter die Brandenburgischen Konzerte und den ersten Teil des Wohltemperierten Klaviers, die in den Räumen des Schlosses uraufgeführt wurden.
Seit 1967 finden alle zwei Jahre die Köthener Bachfesttage statt, mit Konzerten in den historischen Räumen des Schlosses und in den Kirchen der Stadt. Das Veranstaltungszentrum wurde 2008 in der ehemaligen Reithalle des Schlosses eröffnet, und seine vier Säle tragen die Namen Bachs und seiner Familienmitglieder. Am 29. März 2008 wurde außerdem die Konzerthalle im Schlossgelände mit einem Festkonzert eingeweiht.
Der Spiegelsaal im Ludwigsbau hat ein Tonnengewölbe, das Hofbaumeister Gottfried Bandhauer 1822 an Ketten aufhängte. Bandhauer errichtete 1828 den Ferdinandsbau und 1829 das Kloster mit Krankenhaus der Barmherzigen Brüder; die katholische Kirche St. Maria folgte 1830. Das Historische Museum im Ludwigsbau umfasst die Schlosskapelle, den Spiegelsaal, ein Apothekengewölbe mit homöopathischer Ausstellung und eine Bachgedenkstätte.
Die Kirche St. Jakob wurde von 1400 bis 1514 errichtet, war zunächst katholisch, ab 1525 lutherisch und ab 1606 evangelisch-reformiert und birgt die Gruft des Fürstenhauses. Ihre Doppeltürme stammen von Bernhard Sehring aus dem Jahr 1895, und die Orgel baute 1872 Friedrich Ladegast. Die Kirche St. Agnus von 1699 birgt ein Abendmahlsbild von Lucas Cranach dem Jüngeren aus dem Jahr 1565. Ihre Sanierung mit Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz war im Juli 2012 nach 16 Jahren Bauzeit abgeschlossen. Die Martinskirche von 1912 bis 1914 hat ein kreisrundes Kirchenschiff im Jugendstil und dient heute als Jugendclub.
Das heutige, vierte Rathaus wurde 1900 an der ursprünglichen Stelle eingeweiht. Der Bahnhof der Magdeburg-Leipziger Eisenbahn von 1840 dient heute als Tanzsaal. Am Bahnhof steht außerdem ein Wasserturm.
Von 1821 bis 1834 arbeitete Samuel Hahnemann als Fürstlicher Leibarzt in Köthen, wo viele seiner Schriften entstanden. Sein Wohnhaus in der Wallstraße ist bis heute erhalten. Der Heilpraktiker Arthur Lutze errichtete 1855 in Köthen seine Klinik, die heute renoviert und als Tagungsort zugänglich ist. Seit dem 16. März 2013 hat der Weltärzteverband Liga Medicorum Homoeopathica Internationalis seinen Sitz in Köthen.

Der Dichter Joseph von Eichendorff kaufte 1849 in Köthen ein Haus und wohnte dort bis 1855 immer wieder. Das Haus steht noch heute und ist als Eichendorff-Haus ein Museum.
An Fürst Ludwigs Fruchtbringende Gesellschaft knüpft die Stadt bis heute an. Die Neue Fruchtbringende Gesellschaft wurde am 18. Januar 2007 gegründet und pflegt die deutsche Sprache mit Schülerwettbewerb, Sprachtag und Volksfest. Am 27. April 2013 wurde die Erlebniswelt Deutsche Sprache im Schloss eröffnet.
Am 9. Juni 1840 erreichte die erste Eisenbahn Köthen, aus Richtung Magdeburg. Am 1. September 1840 kam aus Dessau der erste Zug der Berlin-Anhaltischen Eisenbahn an, und am 10. September 1841 begann der durchgehende Verkehr nach Berlin. Der Ort wurde damit zum Bahnknotenpunkt.
Die 1890 gegründete Maschinenfabrik wurde im April 1935 zum Motorenbau-Zweigwerk der Junkers Motorenbau GmbH.
Nach der Wende blieben unter anderem der Kranbau Köthen, der aus einem Volkseigenen Betrieb hervorging, ein Kesselbauer und ein Lack- und Farbenhersteller. Die Hochschule Anhalt hat ihre Verwaltung in Köthen und bietet hier Studiengänge mit technischem Profil an. Seit dem 1. Juli 2007 ist die Stadt Sitz der Kreisverwaltung des neuen Landkreises Anhalt-Bitterfeld.
In der Revolution von 1848 war Köthen ein Treffpunkt der demokratischen Kräfte.
Die Johannisloge Ludwig zum Palmbaum, die 1879 gegründet worden war, wurde 1935 zwangsweise geschlossen. Die Synagoge wurde am 16. November 1938 niedergebrannt und im Jahr darauf abgerissen. Im Jahr 1942 deportierte man die letzten noch im Ort lebenden Juden nach Theresienstadt. Bei dem Luftangriff am 20. Juli 1944 wurden 165 Tonnen Sprengbomben abgeworfen, und 70 Wohnhäuser wurden zerstört oder schwer beschädigt. Bei beiden Angriffen im Juli und August 1944 zusammen gab es 106 Tote. Am 14. April 1945 begannen amerikanische Truppen den Beschuss und nahmen die Stadt kurz darauf ein, und Anfang Juli 1945 übernahm die Sowjetarmee die Besatzung.
Von 1952 bis 1994 gehörte Köthen zum gleichnamigen Kreis, bis 1990 im DDR-Bezirk Halle. Am 1. Januar 1998 änderte sich der Name der Stadt von Köthen (Anh.) in Köthen (Anhalt). Das Jahr 2015 brachte ein 900-jähriges Stadtjubiläum mit einer Sonderbriefmarke.
Für internationales Aufsehen sorgten 2018 in Köthen Demonstrationen von Rechten und Rechtsradikalen. Vorausgegangen war der Tod eines Mannes nach einer körperlichen Auseinandersetzung. Am 9. September 2018 kamen zu einem von der AfD organisierten Trauermarsch 2.500 Teilnehmer. Rechte Gruppierungen nutzten den zunächst friedlichen Marsch, um einen „Rassenkrieg“ zu beschwören. Als Reaktion bildete sich das zivilgesellschaftliche Bündnis Friedliches Köthen. Anfang 2024 gründete sich das Bündnis offenes Köthen, und seit 2019 gehört die Stadt zum Bundesprogramm Demokratie leben.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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