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Kühlungsborn hatte am 31.12.2025 8.100 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 54 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Kühlungsborn
Kühlungsborn liegt an der Mecklenburger Bucht, etwa 25 Kilometer westlich von Rostock, und gilt als Herzstück der mecklenburgischen Riviera. Südlich der Stadt erhebt sich die Kühlung, eine Endmoräne der letzten Kaltzeit, und zwischen Strand und bebautem Gebiet liegt ein Waldstreifen, der zum rund 1500 Hektar großen Stadtwald gehört, den die Stadt ringförmig umschließt.

Der Name klingt alt, ist aber ein Kunstwort, und die Stadt ist keine gewachsene Einheit, sondern eine Verbindung. Zwei Dörfer, Arendsee und Brunshaupten, entwickelten sich als Konkurrenten zu Seebädern und wurden erst 1938 zu einer Stadt vereint. Diese Doppelnatur erklärt viel von dem, was man heute sieht. Ende 2025 zählte Kühlungsborn 8.100 Einwohner. Von 1952 bis 2011 gehörte die Stadt zum Kreis Bad Doberan und liegt seit der Kreisgebietsreform 2011 im Landkreis Rostock.
Die Vorgeschichte reicht fast 800 Jahre zurück. 1177 werden in einer Urkunde Bruno von Cubanze und zwei Dörfer Brunos erwähnt, und 1219 nennt eine Stiftungsurkunde des Nonnenklosters Sonnenkamp erstmals den Namen Brunshövede, den Hof oder Hafen des Bruno. Das Dorf Brunshaupten war ein Geschenk des damaligen Landesfürsten an dieses Kloster. Fulgen, vor dem Dreißigjährigen Krieg ein großes Dorf, wurde erst während dieses Krieges urkundlich erwähnt und litt besonders unter den Kriegshandlungen. Die Bewohner der Dörfer lebten vom Fischfang und von der Landwirtschaft.
Am 1. April 1937 wurden Arendsee und Brunshaupten mit dem Gut Fulgen zu einer Gemeinde zusammengeschlossen, und zum 1. April 1938 erhielt sie die Stadtrechte und den Namen Ostseebad Kühlungsborn. Dieser Name ist ein Kunstwort aus Kühlung, dem Höhenzug südlich des Ortes, und Born für Quelle oder Brunnen; man deutete ihn damals als einen Born der Gesundheit und neuer Kraft.
Im Zweiten Weltkrieg nahm der Ort Luftkriegsevakuierte auf, nicht nur aus Rostock, sondern auch aus Berlin, und ab 1944/45 kamen Kriegsflüchtlinge aus den früheren deutschen Ostgebieten dazu. Für viele wurde Kühlungsborn zum zeitweiligen oder endgültigen Wohnplatz.
Den Anfang machte 1857 der Erbpächter E. Wittholz von Fulgen, der ein zweistöckiges Logierhaus bauen ließ und einen Badeprospekt druckte. Badegäste kamen 1881 auch nach Brunshaupten und drei Jahre später nach Arendsee, wo man 1882 eine Seenotrettungsstation einrichtete. 1887 zählte man in Brunshaupten rund 600 Einwohner und 300 Gäste. Am 1. Juni 1901 wurde das Warmbad eröffnet, und 1904 gab man den Verbindungsweg zwischen Arendsee und Brunshaupten, die heutige Ostseeallee, zur Bebauung frei; dort entstanden Villen in der typischen Bäderarchitektur.

Ab 1910 fuhr die Bäderbahn Molli von Doberan über Heiligendamm bis nach Arendsee. 1926 erhielt Arendsee die Bezeichnung Ostseebad, Brunshaupten folgte 1930. Weil die beiden Orte getrennt arbeiteten, gibt es viele Einrichtungen doppelt, etwa zwei Konzertgärten und zwei Seebrücken. 1913 kamen 28.000 Gäste zu 2600 Einwohnern.
Nach dem Krieg änderte sich das Gesicht des Fremdenverkehrs. Bei der Aktion Rose wurden 1953 Hotels und Pensionen teilweise willkürlich enteignet, in Kühlungsborn insgesamt 50 Einrichtungen verstaatlicht. Ab Anfang der 1960er Jahre bewirtschaftete der Gewerkschaftsbund 37 Ferienheime, zusammen mit privaten Vermietern standen etwa 5000 Betten bereit. Von 1970 bis 1981 waren es jährlich 130.000 bis 160.000 Badegäste.
Nach der Wende wurde der Ortskern saniert, doch dabei gingen 26 teilweise bedeutende Bauten der Bäderarchitektur verloren, darunter das 1906 vollendete Kurhaus im früheren Arendsee, dessen Abbruch 1994 freigegeben wurde. 1993 nahm die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger die alte Station Arendsee wieder in Betrieb. Am 15. Februar 1996 verlieh das Land Kühlungsborn das Prädikat Seebad. Die Stadt blieb ohne hohe Gebäude, denn kein Haus darf höher gebaut werden als die Bäume. Die Seebrücke in Kühlungsborn-Ost entstand 1991 neu und ist 240 Meter lang, und die Strandpromenade, mehr als drei Kilometer lang, wurde bis 2007 vollständig befestigt.
Seit dem 5. Januar 1952 wurde das frühere Wehrmachtsgelände auf dem Rieden wieder militärisch genutzt. Von 1958 bis 1990 war hier die Kampfschwimmer-Einheit KSK 18 der Volksmarine stationiert, und seit 1965 das Ausbildungsbataillon der Grenztruppen der DDR mit etwa 400 Mann. Erhalten ist der Ostsee-Grenzturm, einer von zwei noch bestehenden Grenztürmen an der Ostseeküste; ursprünglich gab es 27.
Die Grenze prägte auch die Seebrücken. Regelmäßiger Schiffsverkehr fand nach dem Krieg nur in den Anfangsjahren der DDR statt und wurde wegen der Fluchtmöglichkeiten mit dem Mauerbau 1961 eingestellt. Erst am 14. November 1989 hob das DDR-Verteidigungsministerium die Sperrzone im Grenzgebiet auf und gab die Seegewässer für den Sportbootverkehr frei.
Den politischen Wandel hatten die Menschen vor Ort da schon selbst eingefordert: Am 2. November 1989 fand in Kühlungsborn eine Demonstration der Friedlichen Revolution statt. Ausgangspunkt war ein Friedensgebet in der evangelischen Kirche, an dem 800 Menschen teilnahmen; weil nicht alle hineinpassten, übertrug man die Reden nach draußen.
Kühlungsborn ist auch ein Ort der Wissenschaft. Hier sitzt das Institut für Atmosphärenphysik, das heute zur Leibniz-Gemeinschaft gehört und von 1992 an mit der Universität Rostock verbunden ist. Die Forschungsstätte wurde 1951 als Luftwarte der Universität Rostock gegründet, 1957 zum Institut für Ionosphärenforschung erhoben und wechselte erst 1984 als Forschungsinstitut zur Akademie der Wissenschaften der DDR.
Das Institut hat etwa 60 Mitarbeiter und untersucht in drei Abteilungen mit Lidar-Systemen, Radar und Modellrechnungen die hohe Atmosphäre. In Juliusruh auf Rügen betreibt es zusätzlich ein Kurzwellenradar zur Erforschung der Ionosphäre. In der Nähe liegt das Ostsee-Wind-Radar von 1999, das als Forschungsradar betrieben wird.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: SPA, DZT_SEA
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.

Heute stützt sich die Wirtschaft fast ganz auf den Tourismus. Im Jahr 2013 buchten 410.000 Gäste 2.440.000 Übernachtungen, und der Ort hat 16.500 Gästebetten. Zu den Denkmalen zählen die frühgotische Johanniskirche in Kühlungsborn-Ost, das Hotel Schloss am Meer, die Villa Baltic, die Villa Laetitia und die Windmühle im früheren Brunshaupten. Für den G8-Gipfel 2007 entstand hier das Pressezentrum, und rund 5390 Journalisten waren akkreditiert.





