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Ladenburg hatte am 31.12.2025 12.820 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 67 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Ladenburg
Ladenburg liegt am Neckar zwischen Mannheim und Heidelberg, auf 106 Metern Höhe und auf einer Gemarkung von 19 Quadratkilometern. Beide Universitätsstädte sind mit der Bahn in rund 15 Minuten erreichbar — der Ort ist heute ein Wohn- und Pendlerstandort. Zum 31. Dezember 2025 zählte Ladenburg 12.820 Einwohner. Heute ist Ladenburg Standort von Industrie und Forschung im Umfeld der Metropolregion: Das Biotechnologieunternehmen Heidelberg Pharma hat seinen Sitz in der Stadt, und im Industriegebiet Altwasser sitzt die Firma Jungbunzlauer.
Sein Gewicht bezieht er aus zwei Zeitschichten, die beide im heutigen Stadtbild sichtbar sind. Die eine ist römisch: Unter der Altstadt liegt Lopodunum, Hauptort eines Verwaltungsbezirks mit Forum, Theater und Thermen. Die andere ist industriell und jung: Carl Benz verbrachte hier seine späten Jahre, und in den Fabrikhallen seiner Söhne steht heute ein Automuseum.
Der Ort beginnt keltisch. Die Siedlung hieß Lokudunom, was sich als Seeburg deuten lässt; 200 v. Chr. wurde der keltische Gaumittelpunkt vom Heiligenberg bei Heidelberg hierher verlegt. Im Jahr 40 siedelten die Römer suebische Elbgermanen als Bauernmiliz an, die in ihren Quellen Suebi Nicrenses heißen.
Die eigentliche Stadtwerdung ist römisch und datierbar. Im Jahr 74 nach Christus legten die Römer ein Militärlager samt Lagerdorf an; 98 machte Kaiser Trajan aus der Siedlung Lopodunum eine civitas und den Vorort der Civitas Ulpia Sueborum Nicrensium, deren Beiname auf den Gentilnamen des Kaisers zurückgeht. Um das Jahr 220 gab es hier ein Forum mit Marktbasilika, Wochenmarkt, Tempel, ein Theater, Thermen, Paläste und eine Stadtmauer; rund 32 Hektar lagen innerhalb der Mauern, Streufunde deuten sogar auf eine Siedlungsfläche von etwa 45 Hektar.

Das Ende kam in zwei Schritten. Um das Jahr 260 zerstörten Alamannen die Stadt, nachdem die kaiserlichen Truppen das Dekumatland geräumt hatten; einige Einwohner blieben und gaben den Ortsnamen weiter. 369 nahm Kaiser Valentinian I. die Siedlung wieder ein und ließ einen Ländeburgus errichten, eine spätantike Hafenbefestigung, die man nur vom Neckar aus betreten konnte. Um die Mitte des 5. Jahrhunderts endete die römische Herrschaft hier endgültig.
Im Mittelalter wurde aus dem Ruinenfeld ein Herrschaftssitz. 496 errichteten die Merowinger einen als Palatium überlieferten Königshof; 628 verschenkte der Frankenkönig Dagobert I. Stadt und Gau an das Bistum Worms. 1006 bestätigte König Heinrich II. dem Wormser Bischof alle Besitzungen des Domstifts, fünf Jahre später kam die Grafschaft im Lobdengau dazu. 1253 tritt mit Schultheiß, Schöffen und Bürgern erstmals die Gemeinde in Erscheinung, und 1385 wurde die Herrschaft nach einer blutigen Fehde zwischen Worms und Pfalz geteilt.

Der Marktplatz bildet die Mitte einer Altstadt, deren Bestand an Baudenkmälern geschlossen ist; darunter sind zahlreiche Fachwerkhäuser aus dem 15. bis 18. Jahrhundert. Die Reste der mittelalterlichen äußeren Stadtmauer folgen stellenweise noch der römischen Wehrmauer und stammen von 1200; zu ihnen gehören der Hexenturm, der Pfaffenturm und das Martinstor mit einer Skulpturengruppe des 13. Jahrhunderts.

Die St.-Gallus-Kirche entstand zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert und besitzt eine Krypta aus dem 11. Jahrhundert. Ihren zweiten Turm verdankt sie einer Statusfrage: 1412 ließ Bischof Johann II. von Fleckenstein den Südturm errichten, weil ihm als Bischof zwei Türme zustünden — und aus der Pfarrkirche damit ein Dom werde. Vor der Kirche lag das Forum der Römerstadt.
Vor dem Rathaus erzählt eine Figurengruppe die Herrschaftsgeschichte nach: Bischof und Kurfürst streiten sich um die Rechte an der Stadt — eine Anspielung auf das Kondominium der Jahre 1385 bis 1705 —, daneben verkündet ein römischer Soldat die Stadtrechte, und ein Wasserschöpfer hält der Obrigkeit im Rathaus sein Hinterteil entgegen.

Was diese Substanz überstehen ließ, war Glück im Zweiten Weltkrieg: Ladenburg blieb von Zerstörungen weitgehend verschont, am 28. März 1945 wurde es kampflos eingenommen. Der Rest war Pflege. 1979 bekam die Stadt von Bundespräsident Walter Scheel die Goldplakette im Bundeswettbewerb für Stadtgestalt und Denkmalschutz, 1998 feierte sie ihr 1900-jähriges Jubiläum. Das Lobdengau-Museum im ehemaligen Bischofshof zeigt dazu Archäologie, Stadtgeschichte und Volkskultur; das Altstadtfest gibt es seit 1974.
Die zweite Berühmtheit des Ortes ist jünger, und auch sie ist im Stadtbild zu finden. Carl Benz, der Konstrukteur des ersten Automobils, lebte und arbeitete in Ladenburg; sein Wohnhaus und seine erste Garage sind erhalten und heute Museum. Am Hang darunter liegt der Benzpark.
Die Familie blieb im Geschäft. In den Fabrikhallen der Firma Benz Söhne, in denen Anfang des 20. Jahrhunderts Automobile gebaut wurden, sitzt seit 2005 das Automuseum Dr. Carl Benz; die Halle wurde für diesen Zweck saniert. Durch die Stadt führen der Neckartal-Radweg und die Bertha Benz Memorial Route — jene Strecke, die Bertha Benz 1888 mit ihren Söhnen von Mannheim aus fuhr.






Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT_ROM
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Der Zwiespalt hielt Jahrhunderte. Als die Wormser Bürger ihrem Bischof 1400 den Gehorsam versagten und ihn vertrieben, erhob dieser Ladenburg zum Bischofssitz. 1622 wurde die Stadt im Dreißigjährigen Krieg von Peter Ernst II. von Mansfeld teilweise zerstört, im Pfälzischen Erbfolgekrieg von General Mélac geplündert. Erst 1705 einigten sich Kurfürst Johann Wilhelm und Bischof Franz Ludwig auf einen Gebietsaustausch: Ladenburg fiel ganz an die Kurpfalz, die hier ein Oberamt einrichtete.
Eine andere Geschichte der Stadt verlangt einen ernsteren Ton. Nachweise einer jüdischen Gemeinde gibt es seit 1291; während der Pestepidemie von 1348 wurden die Juden ermordet oder vertrieben, und 1391 vertrieb Kurfürst Ruprecht II. sie wie alle Juden der Kurpfalz. Seit 1602 lebten wieder Juden in der Stadt, im 19. Jahrhundert rund 100 Menschen, zwei bis drei Prozent der Bevölkerung. An die jüdische Gemeinde der Stadt erinnert heute eine Gedenktafel: Ihre Synagoge fiel 1938 der Reichspogromnacht zum Opfer, und die letzten 27 jüdischen Einwohner wurden am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert.





